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Das tat körperlich weh!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Manfred

Das tat körperlich weh!

Beitragvon Manfred » 20. Juni 2003, 20:07

Wir waren heute unterwegs und kehrten in ein größeres Spielwarengeschäft ein. Je näher wir den Spielen kamen desto lauter vernahmen wir ein merkwürdiges sich stetig wiederholendes "wumm". Eine Verkäuferin sortierte Spiele um. Dies tat sie in dem sie Spiele aus dem Regal nahm und diese einfach auf den Boden fallen ließ. Ja, wirklich mit Schwung fallen ließ. Sie verbog den Körper nicht um 1 Grad um die Fallhöhe zu reduzieren. Geschätzte Köpergröße der Dame ca. 180 cm. Nachfolgende Spiele wurden auf die bereits am Boden liegenden geworfen. Mit den Worten "hier kaufe ich kein Spiel" verließen wir das Geschäft wieder. Der Umgang dieser Dame mit den Spielen tat mir in der Seele weh.

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Sandra-spielbox

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Sandra-spielbox » 20. Juni 2003, 20:37

Hallo Manfred!

Das war nicht zufällig bei Toys 'r us in Viernheim?

Dort habe ich bisher zwei Spiele gekauft: Das erste (La Città) sah schon so aus, als ob es die von dir geschilderte Erfahrung durchleiden musste. Bedauerlicherweise habe ich das aber erst nach dem Auspacken aus der Folie festgestellt (der Karton hatte lauter kleine Risse, die in der Folie nicht zu sehen waren). Fazit 1 (wie du): Da kaufe ich nie mehr was.

Und dann kam da Dschunke für 9,95 Euro im selben Geschäft: Und wieder das Gleiche - kein Riss, sondern diesmal Ecke ab. Endgültiges Fazit: Diesen Laden betrete ich nie mehr (hat bis jetzt auch gehalten).

Bei Vedes habe ich übrigens mal versucht, ein gefleddertes Goldland günstiger zu bekommen (Vedes verkauft es übrigens ohnehin zu immensen Preisen, verglichen mit adam beispielsweise). Wenn man die Antwort des Verkäufers hört, erstaunt das von dir geschilderte Verhalten der Verkäuferin wenig: "Entweder wird das Spiel gefetzt gekauft oder wir geben es einfach wieder beim Verlag zurück. Günstiger gibt's nix, das ist nicht unser Problem."

Traurig, traurig - wenigstens habe ich nun was gelernt und genug von beiden Läden ...

Beste Grüße und schönes Wochenende,
Sandra

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Helmut Lehr

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Helmut Lehr » 20. Juni 2003, 20:42

Hallo Manfred,
Du hast anonym gepostet, so kann ich nur ahnen, welcher "Manfred" Du bist. Diese Spiele-"Misshandlung" zeigt, welchen Bezug dieser Verkäuferin zu ihrer Ware hat, nämlich keinen. Sie ist dort fehl am Platze. Ich würde auch nicht davor halt machen, mich über diese Spielmißhandlerin offiziell zu beschweren, selbst wenn ich dort nichts gekauft hätte.
MfG
Helmut (der auch findet, dass Spiel-Misshandlung eahndet werden sollte)

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Helmut Lehr

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Helmut Lehr » 20. Juni 2003, 20:47

Das ist das leidige Problem der Service-Wüste Deutschland, wo man dankbar sein muss, dass überhaupt Geschäfte geöffnet haben.
Ich fahre in 5 Wochen für 2 Wochen nach New York und Umgebung. Da drüben läuft das doch ganz anders. Da kennen auch die Verkäuferinnen das Wort "danke, dass Sie hier gekauft haben". Hier gibt man sein Geld, erhält das Wechselgeld in die Hand geknallt, und -schwupp - dreht sich die Verkäuferin ohne "Danke" oder "Tschüss" einfach dem nächsten Kunden zu.
Kein Wunder, dass bei meist unfreundlichem Personal zu wenig gekauft wird!
MfG
Helmut

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Steffen S.

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Steffen S. » 20. Juni 2003, 21:43

Hallo Helmut,

Standardsatz zu Beginn: Es gibt auch andere Fälle. Gerade in den kleineren Läden hier in der Umgebung, was mich (im Bereich Spiele) dann auch dazu veranlasst, mal ein paar Euro mehr zu bezahlen.

Insgesamt gebe ich dir aber Recht. Den Preiskampf der Internetanbieter kann der Einzelhandel nicht gewinnen (Computer oder Digitalkameras gibt´s im Internet mittlerweile rund 40% billiger...), letztendlich muss der Einzelhandel mit seinen Stärken - der Beratung und dem Service - glänzen.

Vielleicht mangelt es ja an Fachpersonal. Aber wir sind erst am Beginn eines Trends. Und wenn die Generation, die jetzt mit Internetshops und ebay groß wird, erst mal den Hauptumsatz ausmachen und die nachfolgenden Generationen frühzeitig prägen, wird dem EInzelhandel erst recht bitter bewusst werden, welchen Problemen er da gegenübersteht.
Ob es einem gefällt oder nicht: Ich kaufe meine Digicam auch lieber für 200 EUR online als für 300 bei Saturn. Bei Spielen ist die Differenz noch nicht so groß - aber wenn ich beim Einzelhändler abgegriffene Waren teurer (und schlecht beraten) bekomme, sind dem Siegeszug von adam und Co. wohl keine Grenzen gesetzt. Allerdings sind immernoch viele Kunden im Bereich Gesellschaftsspiele ("Geschenk für die Enkel...") auf Beratung angewiesen. Das sind wohl in der dargestellten Lage dann die ersten einer langfristig längeren Kette von Verlierern...

Gruß
Steffen (der manchmal im Spielelegeschäft seinen Mund nicht halten kann)

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Helmut Lehr

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Helmut Lehr » 20. Juni 2003, 22:27

Steffen S. schrieb:
>
> Steffen (der manchmal im Spielelegeschäft seinen Mund nicht
> halten kann)

Das wurde schon öfters hier diskutiert: Soll der informierte Spieler als Kunde in einem Spieleladen eingreifen, wenn er hört, dass ein Kunde falsch beraten wird von einer unkundigen Verkäuferin?
Ich sage mal so: Es kommt auf den Fall an. Wenn ich ein Gespräch mit anhöre, dass ein lockerews Legespiel gesucht wird und das Geschäft führt "Take it easy", die Verkäuferin bringt das aber nicht auf die Reihe, dann sage ich schon mal: "Entschuldigung, darf ich bitte mal meine Spielekenntnis vorbringen und Ihnen "Take it easy" empfehlen, das hier im Regal liegt." Auf keinen Fall sollt man ein Spiel empfehlen, das im Laden nicht geführt wird. Das könnte im Extrem-Fall als Geschäftsschädigung ausgelegt werden.
Schönen Gruß
Helmut

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Ferdinand Köther
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Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Ferdinand Köther » 20. Juni 2003, 22:51

Hallo Helmut,

Davon abgesehen, daß der hier geschilderte Vorgang unter aller Sau ist gilt ähnliches, nicht böse gemeint, für die (noch überwiegend) leere Phrase "Servicewüste Deutschland".
In diesen oder jenen Fällen gibt's das überall, das Problem in Deutschland (und wahrscheinlich auch anderswo) ist folgendes: die Leute wollen billig billig billig, sind aber nicht bereit, dafür zu zahlen bzw. einzusehen, daß Service Geld kostet. Lassen sich 'ne halbe Stunde beraten und dann "danke (wenn überhaupt - "Kundenwüste Deutschland"), kaufe ich lieber billiger im Internet." Ich spreche aus täglicher Erfahrung, zum Glück nicht im Spielesektor, das würde mein Hobby arg vermiesen.
Ein Versender, der nicht billiger als ein Ladengeschäft ist, ist ein schlechter Versender, hat völlig andere Kostenstruktur - und keinen Service und keine Beratung, im Reklamationsfall .... das brauche ich nicht weiter auszuführen.
Die verbreitete "Aldi"-Mentalität wird auf lange Sicht sicherlich zur Servicewüste führen, das ist leider wahr. Die Leute kaufen bei Aldi 'n Computer, der im Grunde genommen nicht günstiger ist als bei uns, und kommen dann zu uns, um sich beraten zu lassen, weil sie zu blöde sind, damit fertig zu werden - dann sollen sie auch bitte bei Problemen die Kassiererin bei Aldi oder Lidl fragen und nicht erwarten, kostenlos "upgedatet" zu werden. Das ist die "Wüste".

"Der Kunde" will billig, also bekommt er billig, weil es sonst für die Geschäfte zu teuer wird - bedauerlich für die wenigen, die das anders sehen und handhaben.

Wäre mal ein schönes Spielethema .... tschüß
Ferdi

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Steffen S.

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Steffen S. » 20. Juni 2003, 23:13

Hallo Ferdinand,

Dem gebe ich in vollem Umfang Recht!

Um das ganze auf Spiele zu beziehen: Es gab (leider Vergangenheit) hier in meienm Städtchen einen Spieleladen, der regelmäßig Spieleabende veranstaltete, wo man nett une freundlich beraten wurde. Der Laden wa r allerdings vergleichswiese teuer, auch teurer als der Vedes um die Ecke. Ich habe trotzdem regelmäßig dort eingekauft - weil ich mich den Leuten irgendwie verbunden/verpflichtet fühlte. Man mag es DUmmheit oder Idealismus nennen - aber irgendwas muss dran sein an der Anziehungskraft freundlicher Beratung.

Das oben geschilderte Beispiel bezog sich /glaube ich) auch nicht auf das von dir korrekt dargestellte Dilemma, sondern vielmehr auf eine negative Extremform, in der auch die Qualität (neben dem Service) der Produkte litt. Wenn ein Spiel äußerlich bschädigt ist, erwarte ich dass a) ansich das Bemühen existiert, es gar nicht so weit kommen zu lassen und b) einem evtl. interessierten Kunden entgegengekommen wird. Eigenes Beispiel: Ich wollte vor einigen Monaten unbedingt noch ein altes Löwenherz. In einem großen Geschäft hier in der Stadt gab´s noch ein letztes Exemplar - leider war die Folie längst zerrissen, und die Verpackung an den Ecken rundgestoßen, einseitig verblichen und auf der Rückseite durch unvorsichtiges Ablösen eines Klebers ein ca. 5*5 cm riesiger weißer Abriss. Kosten 29.90 EUR, kein Discount.
Nunja - Hab´s bei ebay gekauft. Und seither 15 weitere. So fängt´s an...

Gruß,
Steffen (der neulich im Ladengeschäft folgende Spielbescheibungen mit einem Ohr mithörte: Carcassonne: "Das ist wie Siedler", Clans: "Funktioniert wie Risiko")

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 21. Juni 2003, 00:09

Steffen S. schrieb:

> Eigenes Beispiel: Ich wollte vor einigen Monaten unbedingt
> noch ein altes Löwenherz. ...
> Nunja - Hab´s bei ebay gekauft. Und seither 15 weitere. So
> fängt´s an...

Und wo führt das hin? Was, zum T***** (MP von BW) machst Du mit 16 alten Löwenherz? :grin:

SCNR
Roland

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Marten Holst

RE: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Marten Holst » 21. Juni 2003, 00:15

Moin Steffen,

> Allerdings sind immernoch
> viele Kunden im Bereich Gesellschaftsspiele ("Geschenk für
> die Enkel...") auf Beratung angewiesen.

Wieso nur bei Gesellschaftsspielen? Mir würde ein billiges Einzelteilset zum Computerzusammenschrauben im Internet für 390 Euro statt eines baugleichen Fertigcomputers für 490 Euro nicht hundert sparen, sondern 390 extra kosten, weil ich letzten Endes doch den richtigen kaufen müsste... und so wird jeder seine Bereiche haben, in denen Beratung erwünscht ist, und nicht jeder kennt Leute, die sich (a) auskennen und (b) Zeit und Nerven zu einer ausführlichen Beratung haben. Die gute Nachricht daraus ist: der Laden an der Ecke wird weiterhin seine Chance haben, auch wenn diverse Prozente Kundschaft zu Versendern abwandern werden. Die schlechte Nachricht ist: es wird dort teurer...

Grüße vom Marten

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Roman Pelek

Servicewüsten-Anekdoten

Beitragvon Roman Pelek » 21. Juni 2003, 05:32

Hi Sandra,

Sandra schrieb:

> Bei Vedes habe ich übrigens mal versucht, ein gefleddertes
> Goldland günstiger zu bekommen (Vedes verkauft es übrigens
> ohnehin zu immensen Preisen, verglichen mit adam
> beispielsweise).

Nun gut, ein Ladengeschäft, das Personal, die Beratung - das kostet alles Geld. Aber ich stimme Dir zu, dass in einigen Läden der Preis in keiner Relation zur Beratung steht und der entsprechende Mehrwert, der einen solchen Aufschlag rechtfertigt, in manchen Fällen sicher nicht gegeben ist.

> Wenn man die Antwort des Verkäufers hört,
> erstaunt das von dir geschilderte Verhalten der Verkäuferin
> wenig: "Entweder wird das Spiel gefetzt gekauft oder wir
> geben es einfach wieder beim Verlag zurück. Günstiger gibt's
> nix, das ist nicht unser Problem."

Oh doch, das ist deren Problem. Wenn nämlich die Kunden ob solcher Überheblichkeit ausbleiben ;-) Übermäßige Arroganz rächt sich, es sei denn man ist ein solcher Platzhirsch, dass man es sich leisten kann. Und im Spielebereich können das die wenigsten.

Aber ich kenne da auch noch ein paar amüsante Anekdoten, bei denen ich den Kopf geschüttelt habe:

- "Haben sie Spiel XY von alea" - "alea, was ist das? Das ist doch irgendsoein komischer Kleinverlag, der über irgendwen vertrieben wird, den wir nicht führen. Da kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen" - "Sie führen, wie ich sehe, aber zumindest Ravensburger" - "Ja." - "Danke für das Gespräch."
- "Haben sie das Spiel 'Bali' von Kosmos?" - "Nein." - "Sie haben aber 'Eden', 'Zaubercocktail' und 'Gnadenlos' von Kosmos" - "Ja." - "Wären sie dann so freundlich, einmal nachzusehen, ob sie auch 'Bali' auf Lager haben?" - "Wenn's sein muss, aber ich glaube nicht...". Fünf Minuten später hatte ich dann mein 'Bali' aus dem Lager in der Hand.
- Telefonanruf: "Haben sie 'Moderne Zeiten' von Jumbo?" - "Jumbo führen wir nicht." - "Sind sie sicher?" - "Ja". Ende der Story: hingefahren, in den Laden gegangen, binnen einer halben Minute "Moderne Zeiten" aus dem Regal gefischt und gekauft.
- "Haben sie 'King Lui' von 'Abacus'?" - "Was oder wer ist denn Abacus?" - "Nun, prinzipiell ein Rechenschieber, aber auch der Verlag, von dem sie hier 10 'Coloretto' rumstehen haben".
- "Sie haben den Preis bei 'Focus' durchgestrichen, ich nehme an, dass dieser nicht mehr gültig ist. Was kostet es denn realiter?" - "Das was draufsteht" - "Und warum ist er durchgestrichen?" - "Da muss wohl eine Praktikantin einen Fehler gemacht haben".
- "Die Schachtel bei Spiel YZ ist aber arg ramponiert (sah aus, wie vom Laster überrollt), wie viel Nachlass würden sie denn (bei 60 Euro Kaufpreis) geben?" - "2 Euro" - "Pro Schramme oder generell?" - "Generell".
- "Was soll denn das offene Exemplar von 'Carabande' kosten, bei dem einige Planken fehlen und die MDF-Platten nicht mehr sonderlich jungfräulich wirken?" - "30 Euro" - "Das ist aber kein wirklicher Nachlass." - "Es wird durch das Fehlen der Teile auch nicht wirklich zu einem anderen Spiel" - "Und das Verlassen dieses Geschäfts ohne Kauf gestaltet sich für mich auch nicht wirklich schwierig".

Ciao,
Roman

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Helmut Lehr

Re: Servicewüsten-Anekdoten

Beitragvon Helmut Lehr » 21. Juni 2003, 06:35

Roman Pelek schrieb:
>
- "Haben sie 'King Lui' von 'Abacus'?" - "Was oder wer ist
> denn Abacus?" - "Nun, prinzipiell ein Rechenschieber, aber
> auch der Verlag, von dem sie hier 10 'Coloretto' rumstehen
> haben".

Ja, das ist mir auch schon vorgekommen, dass ich im Regal des Spieleladesn besser Bescheid wusste als die Verkäuferin!
Da ich bei meinen Rezensionen meistens den (billigeren) Preis von Magnus oder Adam angegeben hatte, kam es des öfteren zu Problemen zwischen potentiellen Käufern, die mein veröfffentlichtes Spiel erwerben wollten, mit dem Verkaufspersonal: "Das stand aber in der Zeitung billiger."
Seither versuche ich, durch ein Telefonat mit unserem hiesigen Laden die Preise des Fachhandels zu erfahren, um sie im Artikel zu verwenden.
Frage: "Wieviel kosten die Abacus-Kartenspiele "King Lui" und "Coloretto" bei Euch?"
Antwort vom freundlich-kooperativen Chef: "Von Abacus habe ich zwar schon mal gehört, führen wir aber nicht. Wir sind Vedes angeschlossen. Die nehmen das nur auf, wenn es auf der Auswahlliste steht. Tut mir leid."
Tja, da habe ich dann 1. den Versandhaus-Preis 10-20 % angehoben, und 2. doch eine der beiden Versandadressen angegeben.

Aber noch ein Wort zur "Kunden-Wüste Deutschland" : Ich bleibe bei der "Service-Wüste Deutschland", die keine leere Phrase ist.
Ich muss immer wieder USA heranziehen. Dort wollen die Leute auch nur "billig, billig, billig", und das Personal bekommt auch keine Traumgehälter bezahlt, und dennoch habe ich dort noch nie ein ruppiges Verkaufsgespräch erlebt.
Beispiel:
3 Tage vor Beginn des Sommer-Schlußverkaufs will ich bei SEARS eine Jeans kaufen. Sie ist mit 34 $ ausgezeichnet, soll im SSV nur 29 $ kosten.
Meine Frage, die ich in Deutschland nicht stellen würde: "Ich bin am Montag zum SSV nicht mehr hier. Kann ich die Hose schon jetzt für 29 $ bekommen?"
In Deutschland wahrscheinlich Kopfschütteln oder "Muss ich Chef fragen".
Bei SEARS: "Sure" (="Aber sicher!")
Und die Verkäuferin weiter: "Sind Sie Mitglied bei SEARS? Dann gibt es nochmal 5 $ Nachlass?" - "Nein, ich bin doch aus Deutschland!" - "Das macht doch nichts"
Ich werde Mitglied und bekomme die Jeans für 24 $, also 10 $ weniger!
Schönen Tag noch!
Helmut

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Steffen S.

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Steffen S. » 21. Juni 2003, 08:38

Ich hatte beim Lesen meines postings schon gefürchtet, dass jemand diese Sinndopplung ausnutzen würde ... :-))))

Missverständliche Grüße
Steffen

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 21. Juni 2003, 09:35

Sandra schrieb:

> Bei Vedes habe ich übrigens mal versucht, ein gefleddertes
> Goldland günstiger zu bekommen (Vedes verkauft es übrigens
> ohnehin zu immensen Preisen, verglichen mit adam
> beispielsweise). Wenn man die Antwort des Verkäufers hört,
> erstaunt das von dir geschilderte Verhalten der Verkäuferin
> wenig: "Entweder wird das Spiel gefetzt gekauft oder wir
> geben es einfach wieder beim Verlag zurück. Günstiger gibt's
> nix, das ist nicht unser Problem."

Ein derartiges Verhalten des Verkäufers wird dem Chef sicher nicht gefallenb. Vielleicht hätte man ihn hinzuziehen sollen ...

Es gibt aber - Gott sei's gedankt - auch Gegenbeispiele:

Ich habe beim VEDES im DHC Heidelberg ein "Euphrat und Tigris" (EVK damals kurz nach Erscheinen um die 70 oder 80 DM) um gut 50% günstiger bekommen, weil die ansonsten unversehrte und eingeschwißte Verpackung an einer Stelle ein etwa 5 cm² großes nach innen eingedrücktes Loch aufwies. Also weit entfernt vom dem, was man als gefleddert under zerfetzt bezeichnen würde. Innenteil und Spielmaterial erwiesen sich als unbeschädigt. Die Reparatur der Schachtel kostete mich zwei Streifen Klebefilm und etwa zwei Minuten.

Gruß Roland (der in den ihn umgebenden Spielefachgeschäften - einschließlich zweier VEDES-Filialen - weitgehend nettes und zuvorkommendes, wenn auch nicht immer allwisendes Verkaufspersonal vorgefunden hat)

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ZwergAuge

Re: Serviceparadies USA

Beitragvon ZwergAuge » 21. Juni 2003, 09:44

Es gibt ja auch einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen den USA und Deutschland: Dort stehst du manchmal schneller wieder auf der Straße als du gucken kannst. Da ist dann schon klar, dass man als Verkäufer weniger das hier-bin-ich-der-Boss-Gefühl hat... Ob das jetzt gut ist, ist ne andere Frage

(Obwohl ich dir prinzipiell schon recht gebe...)

Wer sich hier über die Freundlichkeit beschwert, dem rate ich übrigens nicht in Frankreich einzukaufen. Da kann es einem schon mal passieren, dass einen die Verkäuferin mit einem Blick ansieht, der in etwa besagt "Wieso wagen Sie es eigentlich, dieses Geschäft zu betreten und mich hier beim Sortieren der Kleider zu stören?" Auch nach dem Kauf meiner Theaterkarten hatte ich irgendwie das Gefühl, ich müsse mich entschuldigen, dass ich die Dame hinter dem Schalter aufgeschreckt habe ;)

Was Spiele in Deutschland angeht... Das Problem fängt doch schon damit an, dass "das Spiel" eben immer noch nicht den Stellenwert besitzt, den das Buch hat. Von einer Angestellten in einem Buchladen kannst du davon ausgehen, dass sie in ihrem Beruf ausgebildet wurde und einen gewissen Prozentsatz der Bücher gelesen hat. Von Spieleverkäuferinnen die hauptberuflich eigentlich Kassiererin sind (Müller) oder sich mehr mit Steiff und Mattel auskennen (Vedes), erwartest du das eben nicht.

Es würde sich ja auch niemand von uns über Pokemon-Misshandlung aufregen, wenn deren Kartons durch die Gegend geschmissen werden. Dass WIR hinter einem Spiel den Autor, den Verlag, die Mühe der Gestaltung und den Wert der geistigen Leistung und Mühe sehen, trifft eben auf die 0815-Spielzeugverkäuferin (oder den -verkäufer) nicht zu. Für die ist "Wert" dann eher der Preis, oder die Größe der Verpackung, oder das elektronische Spiel... Das ist doch der Anfang des ganzen Problems.

In einem "Fachgeschäft" zum Thema Gesellschaftsspiele wird dir der Großteil der hier erzählten Anekdoten nicht passieren.

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Helmut Lehr

Re: Serviceparadies USA

Beitragvon Helmut Lehr » 21. Juni 2003, 10:28

ZwergAuge schrieb:
>
>> Was Spiele in Deutschland angeht... Das Problem fängt doch
> schon damit an, dass "das Spiel" eben immer noch nicht den
> Stellenwert besitzt, den das Buch hat. Von einer Angestellten
> in einem Buchladen kannst du davon ausgehen, dass sie in
> ihrem Beruf ausgebildet wurde und einen gewissen Prozentsatz
> der Bücher gelesen hat. Von Spieleverkäuferinnen die
> hauptberuflich eigentlich Kassiererin sind (Müller) oder sich
> mehr mit Steiff und Mattel auskennen (Vedes), erwartest du
> das eben nicht.

100 % Zustimmung!
Es gibt ja doch Millionen Menschen, die täglich Bücher lesen, aber nur gaaaanz wenige, die täglich spielen! Niddema ich! ;-)

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peer

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon peer » 21. Juni 2003, 10:40

Hi,
Du hast natürlich recht, Ferdinand. Doch wie schon gepostet - ich denke im Spielesektor fehlt nicht unbedingt generell die Bereitschaft auch mal mehr für ein Spiel auszugeben - wenn der Service stimmt.
Aber wenn ein Laden teurer ist als die Ketten/Internet UND zudem keinen Service bietet, was für einen Grund soll ich dann haben, da zu kaufen?

Nach dem Ende des "Spiels" ist die Hamburger Spieleladenlandschaft sowie so eine Wüste. Als ich kurzfristig zu Ostern ein Clans kaufen wollte, wars im hiesigen Karstadt gerade ausverkauft. Bei SPIELWAREN Salzmann wurde ich auf meine Frage "Haben sie Clans?" völlig empört abgewiesen: "Nein, SOWAS haben wir hier gar nicht!" Ich weiss nicht, was sie gedacht hat, nach was ich frage, aber Kundenbertreuung könnte zumindest Nachfragen und/Oder Höflichkeit beinhalten...

ciao
Peer

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Manfred

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Manfred » 21. Juni 2003, 10:44

Hallo Sandra,

nein, es war nicht in Viernheim. Es war in einer großen Stadt in NRW. Es war auch nicht in einer der großen Ketten wie "Toys´R us", "Müller" oder "Karstadt", sondern in einem "richtigen" Fachgeschäft. Eigentlich bin ich dort immer gerne hingegangen, weil die Auswahl sehr groß ist. Das dürfte jetzt für lange Zeit vorbei sein.

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Manfred

Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Manfred » 21. Juni 2003, 10:53

Hallo Helmut,
wir treffen uns ja alle Jahre in Essen "am Stand" wieder. Dieses Jahr werden wir leider nur Samstag und Sonntag da sein können und die "Spiel" mal wirklich nur als Spieler genießen.

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Helmut Lehr

[OT]Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Helmut Lehr » 21. Juni 2003, 14:45

Aha, also DU warst es, dachte ich mir schon.
So, habt Ihr den Gebraucht-Spiele-Handel aufgegeben?
Schönen Gruß
Helmut

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Manfred

Re: [OT]Re: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Manfred » 21. Juni 2003, 18:12

Nicht wirklich. Es gibt ja noch ebay. Das ist nicht so stressig und immer wieder überraschend ob der Ergebnisse. Dieses Jahr bekomme ich keinen Urlaub für diese Zeit.

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Marten Holst

RE: Das tat körperlich weh!

Beitragvon Marten Holst » 21. Juni 2003, 18:50

Moin,

> Es gibt aber - Gott sei's gedankt - auch Gegenbeispiele:
>
> Ich habe beim VEDES im DHC Heidelberg ein "Euphrat und
> Tigris" (EVK damals kurz nach Erscheinen um die 70 oder 80
> DM) um gut 50% günstiger bekommen, weil die ansonsten
> unversehrte und eingeschwißte Verpackung an einer Stelle
> ein etwa 5 cm² großes nach innen eingedrücktes Loch
> aufwies. Also weit entfernt vom dem, was man als gefleddert
> under zerfetzt bezeichnen würde. Innenteil und
> Spielmaterial erwiesen sich als unbeschädigt. Die Reparatur
> der Schachtel kostete mich zwei Streifen Klebefilm und etwa
> zwei Minuten.

Ein ähliches Beispiel war eine Zeit lang diesbezüglich auch Karstadt Hamburg. Als ich als Teenager noch über ein recht knappes Taschengeld verfügte, habe ich in der Mönckebergstraße so manches Computerspiel verbilligt bekommen, weil die Verpackung angeschlagen war, und zwar auch mit Rabatten der Größenordnung 50%. Hat mich zwar gewundert, als es beim ersten Mal klappte, danach aber nicht mehr so.

Grüße, Marten (sonst kein Feilschfreund)

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Sarah Kestering

Re: Serviceparadies USA

Beitragvon Sarah Kestering » 21. Juni 2003, 19:24

Das Maerchen vom Serviceparadies USA!

Gut die Leute sind freundlich, wenn auch zu min. 60 % nur weil sie es muessen. Man hoert am Tonfall des Have a nice day auch oft ein Leck mich doch am A... raus. In Spielelaeden in den USA kennt man noch nicht mal Settlers of Catan. Im allgemeinen haben die Verkaeufer null ahnung von den Dingen die sie verkaufen( egal ob Spiele, PC's oder Telefone).

Wir haben 4 mal versucht ein Auto bei der Versicherung anzumelden und ein anderes abzumelden - die waren total ueberfordert, alle moeglichen Kombinationen nur nicht die richtige obwohl das schriftlich eingereicht wurde.

Ich hatte im Toys'R'Us nachgefragt und die Verkaeuferin fing an das ganze Sortiment durchzugucken und sagte das es ihr sehr leid taete das sie diesen Artikel nicht fuehren.Das man in den USA schneller ein entgegenkommen der Verkaeufer hat liegt ja auch darin das sie in diesen Dingen mehr freie Hand haben. Ich habe waehrend des Studiums in Deutschland bei H& M gejobt. Wegen jedem Mist muss man erst fragen. Die meisten Verkaeufer in deutschland duerfen einfach nix entscheiden. Und Kunden in Deustchland gehen oft einkaufen mit dem Gedanken man bin ich mies drauf wo lass ich denn mal meinen Frust ab, da reagiert man als Verkaeufer auch oft nicht so toll. Ich denke einfach das die Leute in Deutschland allgemein schlechter drauf sind. Alles meckert nur und ach wie arm sind wir. Es ist die insgesamt positivere Lebenseinstellung die in den USA den Unterschied ausmachen.

Wollen wie ueberhaupt staendigen Service?
Auch ist es oft echt nervig zum 17 mal waehrend des essen gefragt zu werden ob es schmeckt!
Aber ich habe auch schon 2 mal hintereinander das Essen bei Taco Bell zurueckgeben lassen. Und da hiess es erst das gehoert so. Ich war aber bestimmt schon 100 mal bei Taco Bell.

Mit den Internetversendern Spiele hab ich gute Erfahrungen gemacht. Wenn da mal ne Schachtel demoliert ankommt bekomme ich anstandslos Rabatt.

Ich stimme zwar zu das der Service hier im allgemeinen besser ist, aber sooo wie immer getan wird ist es auch nicht. Was Touristen nach ihrem USA Urlaub von 2 Wochen mit einem Reisebus erzaehlen ist zum groessten Teil an den Haaren herbei gezogener Muell.

Zusammenfassung= Freundlicher ja
Kompetent = null ahnung

Viele Gruesse Sarah

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Sönke Weidemann
Kennerspieler
Beiträge: 531

Re: Serviceparadies USA

Beitragvon Sönke Weidemann » 21. Juni 2003, 22:26

Hi!

Endlich mal eine richtige Einschätzung der Servicequalität in Amerika. Meine Erfahrungen sind zwar schon ein paar Jahre her, aber haben mit "Freundlichkeit" nicht wirklich was zu tun. Krassestes Beispiel: Einkauf in einem CD-Megastore. Unwissend wie ich war betrat ich den Laden mit Rucksack. Ein lautes "Hey" und, nachdem ich ich nicht drauf reagiert hatte, ein deutlicheres "Hey, tourist!" vom uniformierten Wachmann, und ich war froh, nur den Rucksack einschliessen zu müssen. Der Wachmann sah mich an, als müsste man so was wie mich über den Haufen ballern... Drinnen ging es dann weiter, Riesenauswahl, Service absolut null!

Den einzig wirklichen freundlichen Eindruck machte die nette Dame in einem winzigen Supermarkt. Mein Fazit: Je größer umso schlimmer. Irgendwie genau wie in Deutschland...

Gruß Sönke

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Helmut Lehr

Re: Serviceparadies USA

Beitragvon Helmut Lehr » 22. Juni 2003, 07:17

Sarah Kestering schrieb:
>
> Das Maerchen vom Serviceparadies USA!
>
> Gut die Leute sind freundlich, wenn auch zu min. 60 % nur
> weil sie es muessen.

Wohl wahr, in Deutschland bestimmt auch, ab falsch ist das nicht.


Man hoert am Tonfall des Have a nice
> day auch oft ein Leck mich doch am A... raus.

Stimmt! Trotzdem ist das freundlicher, als nur den schnell umgedrehten Rücken der Kassiereri/Verkäuferin zu sehen.

In Spielelaeden
> in den USA kennt man noch nicht mal Settlers of Catan.

Kompetente Spieleläden gibt es seehr wenige, jedenfalls da wo ich wahr.
Im größten Einkaufsmall der USA, das Mall of America in Bloomington/Minnesota, gibt es zwei gut sortierte Spiele-Läden. Eins davon hieß "Games of James".

Im
> allgemeinen haben die Verkaeufer null ahnung von den Dingen
> die sie verkaufen( egal ob Spiele, PC's oder Telefone).

Ist oft richtig.


> Ich hatte im Toys'R'Us nachgefragt und die Verkaeuferin fing
> an das ganze Sortiment durchzugucken und sagte das es ihr
> sehr leid taete das sie diesen Artikel nicht fuehren.

Bei uns wird gar nicht erst nachgeschaut! Da heißt es zögernd: "....Da müsste ich dann mal nachschauen...."

Das man
> in den USA schneller ein entgegenkommen der Verkaeufer hat
> liegt ja auch darin das sie in diesen Dingen mehr freie Hand
> haben. Ich habe waehrend des Studiums in Deutschland bei H& M
> gejobt. Wegen jedem Mist muss man erst fragen. Die meisten
> Verkaeufer in deutschland duerfen einfach nix entscheiden.

Wohl wahr! Management-Fehler!

> Und Kunden in Deustchland gehen oft einkaufen mit dem
> Gedanken man bin ich mies drauf wo lass ich denn mal meinen
> Frust ab, da reagiert man als Verkaeufer auch oft nicht so
> toll.

Auch richtig! Da setzt die Kunste der Verkäuferin en, trotzdem freundlich zu bleiben!

Ich denke einfach das die Leute in Deutschland
> allgemein schlechter drauf sind. Alles meckert nur und ach
> wie arm sind wir. Es ist die insgesamt positivere
> Lebenseinstellung die in den USA den Unterschied ausmachen.

Wiederum richtig.
>
> Wollen wie ueberhaupt staendigen Service?
> Auch ist es oft echt nervig zum 17 mal waehrend des essen
> gefragt zu werden ob es schmeckt!

Finde ich nicht schlecht. Bürgert sich bei uns auch tendenziell langsam ein!


> Ich stimme zwar zu das der Service hier im allgemeinen besser
> ist, aber sooo wie immer getan wird ist es auch nicht. Was
> Touristen nach ihrem USA Urlaub von 2 Wochen mit einem
> Reisebus erzaehlen ist zum groessten Teil an den Haaren
> herbei gezogener Muell.

Nun denn: Ich fühle mich als Kunde in USA besser behandelt. Bin im Juli/August 2 Wochen drüben in NYC und Ostküste. Mal sehen, welche Neu-Erfahrungen ich mache.

>
> Zusammenfassung= Freundlicher ja
> Kompetent = null ahnung

auch hier richtig!
Schönen Sonntag!

Helmut


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