Hallo,
als Abonnent der österreichischen "Spielwiese" erhalte ich immer ein Info-Email.
Dort veröffentlichte Herausgeber Arno Miller folgende Kritik an der Veranstaltung, die für Forumsleser auch interessant sein dürfte:
"Galanacht für Spiel des Jahres und 25 Jahre Spiele-Jury in Berlin
Was hätte das für ein Fest werden können! Die Jury Spiel des Jahres vergibt zum 25. Mal den bedeutendsten Spielepreis und lädt ins noble Hotel Esplanade nach Berlin. 24 bisherige Spiele des Jahres und die zwei bisherigen Kinderspiele des Jahres hätte man - zum Beispiel - kurz Revue passieren lassen können. Sie haben schließlich den Ruf des Preises begründet.
Die Autoren dieser Spiele waren zum Teil eingeladen gewesen. Manche nicht warum, weiß man nicht. Ein paar sind gekommen, andere haben sich entschuldigt.
Es hätte aus Anlass des Jubiläums ein öffentliches Ereignis werden können. Eines mit Medienwirkung. So aber blieben einmal mehr Auserwählte unter sich und klopften sich gegenseitig auf die Schulter. Es bleibt die Frage, für wen die Veranstaltung gemacht wurde und weshalb eigentlich. Denn die Entscheidung stand schon vorher fest und könnte auch anders kommuniziert werden. Dass zwei von drei Verlagen bei dieser Form von Preisverleihung völlig für die Katz zum Teil viel Geld in Präsentationen ihrer nominierten Spiele stecken, ist ökonomischer Unfug und unterstreicht, dass beim Konzept einiges nicht stimmt. Dem dritten Verlag, der den Preis erhält, werden die Kosten dank Auszeichnung nicht weh tun.
Diese Präsentationen sind neben der Bekanntgabe der Hauptpreise das angebliche Salz in der Suppe. Die Aufgabe wird von den Verlagen mehr oder weniger gut gemeistert. Doch die Muster wiederholen sich und es ist insgesamt zu lang und zu langweilig. Die Präsentationen hatten dieses Mal zum Teil gar nichts mehr mit den Spielen zu tun, sondern man überließ es Theaterprofis und einer Boygroup zu unterhalten.
Wenn überhaupt eine solche Veranstaltung, dann grenzt es an Kamikaze des Veranstalters, sich auf Gedeih und Verderb irgendwelchen guten oder schlechten Einfällen seiner Gäste auszuliefern. Aber auch die Performance der Veranstalter selbst war fragwürdig. Von Spannungsbogen nur eine marginale Spur und die Bekanntgabe bzw. Verleihung der Auszeichnungen ein lustloses Abspulen der nötigen Formalitäten.
Der Jury ist der angebliche Event zu ihrem Geburtstag aus den Fingern geglitten. "
MfG
Helmut