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Nero

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Olivier Boss

Nero

Beitragvon Olivier Boss » 11. September 2003, 13:12

Wir haben einmal Nero gespielt, jedoch die Spielweise hat mich nicht so überzeugt.
Vielleicht war das bei Euch anders. Schildert doch, wenn es bei Euch anders verlaufen ist.

Im ersten Spiel war ich sehr aktiv und wurde im zweiten Zug Herrscher. Jedoch gab ich so viele Karten aus, dass ich ein leichtes Ziel für jedermann war und verlor 3 Legionen im ersten Spielzug.
Dann im zweiten Spiel war jeder vorsichtiger: Wir spielten es so, dass jeder möglichst nur eine Karte ausgibt, damit man mit den Karten nicht ins Hintertreffen kommt. Dadurch wurde das Spiel sehr zäh, weil nichts passierte. Man stand mit seinen Legionen im Land rum und wartete auf Godo. Ist das ein Spiel?

Viele Grüsse
Olivier

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Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Nero

Beitragvon Attila » 11. September 2003, 13:32

Hiho,

In unserer Spielrunde ist uns leider auch der EInstieg in das Spiel verwehrt geblieben. Spielrunden von Bekannten hatten auch alle das gleiche Problem.
Keinem ist klar wie man in diesem Spiel eine Strategie oder Taktik verfolgen kann, welche einem den Spielsieg näher bringt.

Wir waren alle ziemlich enttäuscht von dem Spiel (vorallem weil Norden & Süde und Waterloo rictig gute Spiele sind).

Atti

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cristinus

Re: Nero

Beitragvon cristinus » 11. September 2003, 13:50

..............auch bei uns verliefen die Partien anfangs sehr zäh (gegenseitiges Belauern großer "Einheitenhaufen", i.d.R. jeder nur eine Karte ausgespielt, der glückliche Gewinner der 2-3 entscheidenden Kämpfe war dann jeweils der Sieger des Spieles). Note (wohlmeinend: 4)

Alternativ haben wir es dann wie folgt ausprobiert:

1. jeder bekommt nur 7 Karten
2. für jedes besetzte Land 1 Siegpunkt, für jeweils 2 besetzte Länder 1 zusätzliche Karte zu neuen Runde

Wirkung:
Das Spiel ist wesentlich dynamischer, da Spieler mit größerer Ausbreitung auf dem Brett in der Folgerunde mehr Karten auf der Hand haben u. folglich mehr agieren können, mehr Siegpunkte generieren, andererseits aber leichter zu besiegen sind. Das Spiel verläuft nicht so schematisch und vorhersehbar und wird dadurch deutlich aufgewertet (einer aus unserer Runde nannte es anschl. "Napoleonic Wars Light"). Note: 2-

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Marc W.

Re: Nero

Beitragvon Marc W. » 11. September 2003, 15:45

Die Erfahrungen kann ich nur bestätigen. Beim ersten Spiel gab es noch verbissene Kämpfe um einzelne Provinzen und - durch unsere Unerfahrenheit - schöne Überraschungen wegen die hohen Legionenreichweiten und den Ereignissen.
Beim zweiten Spiel wurde es allerdings genauso statisch wie hier und in anderen Threads schon beschrieben. Jeder stapelte seine Legionen in einer Provin, General/Anwärter/Herrscher d'rauf und abwarten. Ev. konnte man noch durch das Ausspielen von Aufständen den Gegenspielern ein paar Legionen abjagen, aber ansonsten passierte nicht viel.
Die beiden Spieler mit den Herrschern gingen nur in Gefechte, die sie sicher gewinnen, denn den Herrscher zu verlieren riskiert keiner. Die Provinzen blieben am Ende der Runde leer, nur der Spieler in Ägypten konnte die Punkte für Gebiet-Beherrschen einsacken, aller anderen lauerten mit ihrem Legionenstapel in der Gegend von Italien herum.

Wir hatten dann auch überlegt, dass man am Ende seines Zuges für besetzte Provinzen Siegpunkte bekommt, damit man die Truppen wieder verteilt.

Ich habe mir noch überlegt, die Legionen am Ende seines Zuges mit Provinzen zu "versorgen", eine Provinz versorgt zwei Legionen, unversorgte Einheiten laufen zum punktletzten Spieler über.

Oder man macht die Kartenanzahl die man bekommt abhängig von der Zahl der besetzten Provinzen.

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Thomas Hittmeyer

Re: Nero

Beitragvon Thomas Hittmeyer » 11. September 2003, 17:15

Hallo,

ich habe noch ein eingeschweißtes Nero, welches ich dann wohl gar nicht mehr
öffnen muß. Schade eigentlich.

Ich frage mich immer nur, ob solche Mängel von den Testspielern nicht wahrgenommen werden und so ein Spiel in Produktion geht.

Gruß
Thomas

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Olivier Boss

Re: Nero

Beitragvon Olivier Boss » 11. September 2003, 17:20

Bei uns verteilten sich die Stapel am Ende des Zuges wieder, um Siegpunkte zu machen. Jeodch hatte der nur wirklich Erfolg, der als letzter dran kam.

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Harald Ewald

Re: Nero

Beitragvon Harald Ewald » 11. September 2003, 17:53

Ciao Cristian, hört sich sehr interessant an. Werd ich sicherlich mal ausprobieren, denn noch ist mir Nero einfach zu schad ums direkt wieder zu verticken. Ich hab immer noch auf ne Chance gewartet es mal zu 4 zu probieren, denn ein 3 ist fürchterlich.
Vielleicht kann ich ja mit deiner Variante meine Folks ködern :-)
best
Harald

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Roman Pelek

Re: Nero

Beitragvon Roman Pelek » 11. September 2003, 18:06

Hi Olivier,

auch ich kann aus unseren Runden die Erfahrungen der Vorredner nur bestätigen. Mit etwas Erfahrung wird das Spiel sehr statisch und gerät leicht zu einer abwartenden Stapelschieberei. Wobei dabei zu beobachten war, dass ein führender Herrscher kaum noch zu schlagen ist, wenn er seine Armeen mit dem Anführer ballt, Karten spart und sich erst zum Schluss einer Runde wieder ausbreitet, um Punkte zu bekommen.

Auch wir waren, in diversen Runden, enttäuscht, dass das Spiel, welches anfangs Konflikt und wechselnde Bündnisse verspricht, zu so einer langatmigen Abwarterei wird. Da die anderen dieselben Phänomene schildern, scheint da auch kein Überlesen von Regelpassagen die Schuld an unseren unbefriedigen Spielverläufen zu tragen. Leider, denn ich hätte auch gerne das Gegenteil hier gelesen, da mich die Mechanismen und das Thema des Spiels sehr angesprochen haben...

Nun denn, es gibt Norden&Süden sowie Waterloo, und es werden auch wieder schöne Spiele von Phalanx kommen, da mag man einen kleinen Durchhänger mal verkraften ;-)

Ciao,
Roman

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Marc W.

Re: Nero

Beitragvon Marc W. » 11. September 2003, 18:14

Thomas Hittmeyer schrieb:
> Ich frage mich immer nur, ob solche Mängel von den
> Testspielern nicht wahrgenommen werden und so ein Spiel in
> Produktion geht.

Ja, das habe ich mich auch gefragt. Vielleicht standen bei den Testspielen die Autoren immer mit dabei und haben fleissig "insitiert" sodas die Spieler nichts "falsch" machen konnten. (Hab' ich mal - bei einem ganz anderen Spiel - so erlebt.)

Marc, der sich auch fragt, wer die Testspieler bei "Mare Nostrum" waren...

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Uli Blennemann
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Re: Nero

Beitragvon Uli Blennemann » 12. September 2003, 10:12

Hmm,

Ihr seht mich (nun, eigentlich nicht...) kopfkratzend (kein zu toller Anblick)...

Ich könnte jetzt natürlich die Pauschal-Antwort geben: "Ihr spielt es alle falsch!" Gerade angesichts der "Qualität" der Stimmen hier wäre dies aber grober Unfug. Ich hänge mich zwar nicht an "Internet-Foren-Meinungen", die viel zu schnell eine Eigendynamik entwickeln, man muß aber schon genau beobachten, was passiert.

Tester: Nein, die meisten Testspiele finden ohne Beteiligung der Autoren statt.

Ich habe in meinen Nero-Partien einfach andere Erfahrungen gemacht, die "1-Stapel-Theorie" ist mir so nicht vorgekommen. Haben wir etwas übersehen? Es hat den Anschein. Allerdings erweist sich das Spiel, gemessen an den Reaktionen, die ich erhalte, beileibe nicht als Flop. Das Feedback ist überwiegend positiv - mit aber auch starken "Ausreißern".

Attila schrieb, daß es schwierig wäre, eine Strategie oder Taktik für das Spiel zu finden. Ich denke, einige Spieler gehen genau mit dieser Erwartungshaltung an Nero heran - eine Strategie finden. Wir wollten uns aber bewußt von der unüberschaubaren Masse der Eroberungsspiele absetzen. Bei Nero ist die Strategie, der man folgen muß, daß er gar keine im herkömmlichen Sinne gibt. Nur wer opportunistisch auf Gelegenheiten wartet, wird gewinnen können. Damit haben wir augenscheinlich einen Teil der Spieler nicht erreicht.

Zudem glaube ich, daß Nero für den deutschen Markt zu schwere Kost ist. Die internationalen Reaktionen, wo z.T. komplexere Spiele eine viel längere Tradition hat, sind viel positiver als die deutschen. Ich habe den (nicht zu belegenden) Verdacht, daß deutsche Spielrunden einfach Spiele bevorzugen, in die sie in maximal 30 Minuten (besser 10 oder 15) einsteigen, und direkt erfolgversprechend losspielen können. Dies ist bei Nero sicherlich unmöglich.

Varianten: Wer Varianten entwickelt hat, möge sie mir doch bitte per e-mail zukommen lassen. Ich würde mich sehr darüber freuen!

Uli

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Chris

Re: Nero

Beitragvon Chris » 12. September 2003, 10:55

In unserer Runde (wo "Nero" eher den unteren Rand der Komplexität von Spielen darstellt) waren wir vom Spiel aufgrund der mangelnden strategischen Möglichkeiten enttäuscht - die "1-Stapel-Theorie" ist keine Theorie sondern die logische Folge des Wertungssystems und der Regelung der beschränkten Einheitenanzahl. Es lohnt sich schlicht nicht (da relativ wenig Siegpunkte) , die Einheiten aufzuteilen und dabei noch das Risiko einzugehen, Einheiten zu verlieren, die man in Folgerunden nur sehr schwer zurückerobern kann (damit vollends ins Hintertreffen gerät).

Wird hingegen die Ausbreitung stärker belohnt (z.B. mehr Siegpunkte für Kontrolle von Regionen oder z.B. 1 Siegpunkt für jede kontrollierte Provinz) und ist auch die Kartenanzahl an die Kontrolle von Provinzen gekoppelt (z.B. Basis sind 7 Karten zuzügl. 1 Karte pro je 2 kontrollierte Provinzen) wird das Spiel wesentlich dynamischer und die Abwägung "Stapelbildung vs. Ausbreitung" ist eine recht hohe Herausforderung. Auch sollte man die Einheitenanzahl nur in Bezug auf eigene Einheiten beschränken und einen Zukauf (z.B. durch Abgabe einer Karte oder eines bestimmten Kartenpunktwertes) bis zum eigenen Maximum erlauben.

Zumindest in unseren Runden hat das Spiel dadurch gewonnen und uns viel Spass gemacht. Es ist dergestalt ein kartenbasiertes Eroberungsspiel in "GMT-Qualität".

Versucht es einfach mal !

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Ernst Knauth

Re: Nero

Beitragvon Ernst Knauth » 12. September 2003, 11:13

Hallo Uli,

> Bei Nero ist die Strategie, der man folgen muß, daß er gar keine
> im herkömmlichen Sinne gibt. Nur wer opportunistisch auf
> Gelegenheiten wartet, wird gewinnen können. Damit haben wir
> augenscheinlich einen Teil der Spieler nicht erreicht.

Mich und meine Mitspieler leider auch nicht.
Wir hatten ähnliche Probleme wie die schon angesprochenen.
Deshalb liegt das Spiel zur Zeit leider nur im Regal.

> Zudem glaube ich, daß Nero für den deutschen Markt zu schwere
> Kost ist. Die internationalen Reaktionen, wo z.T. komplexere
> Spiele eine viel längere Tradition hat, sind viel positiver
> als die deutschen. Ich habe den (nicht zu belegenden)
> Verdacht, daß deutsche Spielrunden einfach Spiele bevorzugen,
> in die sie in maximal 30 Minuten (besser 10 oder 15)
> einsteigen, und direkt erfolgversprechend losspielen können.
> Dies ist bei Nero sicherlich unmöglich.

Seit vielen Jahren spielen wir in der Hauptsache Cosims (zu zweit) oder komplexe Strategie-Spiele (zu mehreren). Dein Verdacht trifft also zumindest bei uns überhaupt nicht zu.

Ich denke, wir bräuchten eine Hilfe für den Einstieg in das Spiel.
Vielleicht könnte man mal den Replay einer typischen Partie (mit hilfreichen Kommentaren) auf der Phalanx-Seite ablegen?

Gruss

Ernst

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Uli Blennemann
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Re: Nero

Beitragvon Uli Blennemann » 12. September 2003, 11:39

Chris,

Vielen Dank!

Ich werde Deinen Vorschlägen einmal folgen.

Uli

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Uli Blennemann
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Beiträge: 488

Re: Nero

Beitragvon Uli Blennemann » 12. September 2003, 11:40

Ernst,

Gute Idee...bitte erinnere mich nach Essen noch einmal daran. Zuvor sehe ich kaum eine Chance...

Uli

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Roman Pelek

Re: Nero

Beitragvon Roman Pelek » 12. September 2003, 12:35

Hi Uli,

Uli Blennemann schrieb:

> Ich könnte jetzt natürlich die Pauschal-Antwort geben: "Ihr
> spielt es alle falsch!" Gerade angesichts der "Qualität" der
> Stimmen hier wäre dies aber grober Unfug. Ich hänge mich zwar
> nicht an "Internet-Foren-Meinungen", die viel zu schnell eine
> Eigendynamik entwickeln, man muß aber schon genau beobachten,
> was passiert.

Sicherlich hast Du Recht, was die Eigendynamik von Foren-Meinungen angeht. Es passiert schnell, dass eine Meinung gepostet wird, dann zwei, drei das bestätigen und evtl. Andersdenkende dann gar nicht mehr posten. Im Falle von Nero sehe ich das allerdings anders. Ich für meinen Teil habe sehr lange abgewartet und die Meinungen dazu beobachtet, um festzustellen, ob wir hier Spielfehler gemacht haben. Leider scheint dem nicht so zu sein, im Gegenteil habe ich festgestellt, dass die Eindrücke anderer Runden sich mit dem unsrigen decken.

> Ich habe in meinen Nero-Partien einfach andere Erfahrungen
> gemacht, die "1-Stapel-Theorie" ist mir so nicht vorgekommen.
> Haben wir etwas übersehen? Es hat den Anschein. Allerdings
> erweist sich das Spiel, gemessen an den Reaktionen, die ich
> erhalte, beileibe nicht als Flop. Das Feedback ist
> überwiegend positiv - mit aber auch starken "Ausreißern".

Das ist nachvollziehbar. "Nero" ist sicher ein Spiel, das die Geschmäcker spaltet, da es auf kurzfristige Aktion/Reaktion und wechselnde Bündnisse gegen den Führenden setzt. Es ist sicherlich kein Strategiespiel im eigentlichen Sinne. Aber, und das ist mein Problem mit dem Spiel: den Anspruch, den es hat, hebelt es selbst aus, indem es eine Strategie offeriert, die die Möglichkeiten im Spiel erheblich limitiert. Wie schon in anderen Postings angeklungen sehe ich das Problem hier in der Wertung. Offensives Verhalten wird, außer zum Ende einer Runde, schlichtweg zu wenig belohnt.

> Attila schrieb, daß es schwierig wäre, eine Strategie oder
> Taktik für das Spiel zu finden. Ich denke, einige Spieler
> gehen genau mit dieser Erwartungshaltung an Nero heran - eine
> Strategie finden. Wir wollten uns aber bewußt von der
> unüberschaubaren Masse der Eroberungsspiele absetzen. Bei
> Nero ist die Strategie, der man folgen muß, daß er gar keine
> im herkömmlichen Sinne gibt. Nur wer opportunistisch auf
> Gelegenheiten wartet, wird gewinnen können. Damit haben wir
> augenscheinlich einen Teil der Spieler nicht erreicht.

S. o. Das Problem ist in meinen Augen nicht, dass es keine Strategie gibt - sondern dass es eine gibt. Nero hat sehr schöne Ideen und ich persönlich mag Spiele sehr, die auf Bündnisse, Konflikte und Überraschungsmomente setzen. Aber dann darf es keine "Sicherheitsstrategie" geben, die genau das ad absurdum führt. Es muss sich auch lohnen, dass man Wagnisse eingeht - und das ist der Knackpunkt am Wertungssystem. Ich denke, dass das Spiel weitestgehend sehr schöne Mechanismen an die Hand gibt, um unterhaltsam und abwechslungsreich zu sein - aber es darf nicht sein, dass derjenige, der diese Mechanismen nutzt, ins Hintertreffen gegenüber Spielern gerät, die nicht mehr tun, als recht passiv ihre Pfründe zu sichern.

Und da stimme ich Dir zu, dass der deutsche "Markt" (bzgl. der anspruchsvollen Freakspiele) diesbezüglich etwas "problematisch" ist, da deutsche Freaks ein gewisses Faible dafür haben, Strategien zu suchen, die evtl. ein Spiel auch kippen können. Man könnte es auch "bösartig" formulieren: während in anderen Ländern Spieler danach suchen, wie sie ein Spiel ans Laufen bekommen, suchen deutsche Spieler gerne nach dem Optimum, wie sie ein Spiel gewinnen können - und finden dabei die Fehler im System.

> Zudem glaube ich, daß Nero für den deutschen Markt zu schwere
> Kost ist. Die internationalen Reaktionen, wo z.T. komplexere
> Spiele eine viel längere Tradition hat, sind viel positiver
> als die deutschen. Ich habe den (nicht zu belegenden)
> Verdacht, daß deutsche Spielrunden einfach Spiele bevorzugen,
> in die sie in maximal 30 Minuten (besser 10 oder 15)
> einsteigen, und direkt erfolgversprechend losspielen können.
> Dies ist bei Nero sicherlich unmöglich.

Hm, das trifft sicherlich auf die breite Masse zu, ich bezweifle aber, dass diese Aussage für diejenigen zutrifft, die hier über Nero diskutieren. Ich persönlich bin zwar auch sicherlich nicht der Hardcore-CoSim-Fraktion zuzurechnen, verbringe aber auch gerne mal deutlich mehr als 2h am Spieltisch und habe ein Faible für historische Themen und keine Scheu vor kriegerischen Inhalten, sofern es nicht ins offensichtlich Geschmacklose (d. h. Verherrlichung) abdriftet :-)

> Varianten: Wer Varianten entwickelt hat, möge sie mir doch
> bitte per e-mail zukommen lassen. Ich würde mich sehr darüber
> freuen!

Eine gute Idee - ich habe leider noch nicht die Zeit gehabt, mir persönlich darüber Gedanken zu machen, denke aber, dass das Spiel mit relativ einfachen Anpassungen im Wertungssystem (Belohnung von offensivem Verhalten) deutlich gewinnnen würde.

Ciao,
Roman

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Uli Blennemann
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Beiträge: 488

Re: Nero

Beitragvon Uli Blennemann » 12. September 2003, 12:42

Roman,

vielen Dank für den interessanten Beitrag!

Ich hoffe, wir finden in Essen Gelegenheit ausführlicher zu plaudern; würde mich - nicht nur wegen Nero - sehr freuen.

Uli

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Marc W.

Re: Nero

Beitragvon Marc W. » 12. September 2003, 12:46

> Ich habe in meinen Nero-Partien einfach andere Erfahrungen gemacht, die "1
> Stapel-Theorie" ist mir so nicht vorgekommen.

Nach unserer ersten Partie las im Forum, dass es zu "1-Stapel-Partien" kommt. Ich war etwas verwundert, denn das hatten wir nicht. Aber in der zweiten Runde, ein paar Tage später, standen doch die Legionen gestapelt in den Provinzen.
Die strategische Regel "Lieber an einer Stelle stark und Handlungsfähig als an allen Stellen schwach", trat hier ein.

> Bei Nero ist die Strategie, der man folgen muß, daß er gar keine im
> herkömmlichen Sinne gibt. Nur wer opportunistisch auf Gelegenheiten wartet,
> wird gewinnen können.

Das stimmt, aber im großen Stapel an der Grenze zu Italien kann man viel besser auf Gelegenheiten warten als verteilt.Und was sind dann die Gelegenheiten? Aufstände in den Provinzen auslösen und die neutralen Einheiten dann mit einem
Rundummarsch mit dem Feldherrn einsammeln? Einen Gegner gezielt Karten aus der Hand ziehen, sodas er am Ende keine mehr hat und im Gefecht berechenbar darsteht?

> Ich habe den (nicht zu belegenden) Verdacht, daß deutsche Spielrunden
> einfach Spiele bevorzugen, in die sie in maximal 30 Minuten (besser 10 oder 15)
> einsteigen, und direkt erfolgversprechend losspielen können. Dies ist bei Nero
> sicherlich unmöglich.

In unserem Falle sicher nicht. Zwei der Spieler waren Cosim erfahren, ich bin zwar kein Strategiekenner, aber habe schon einige Male (und gerne, auch wenn ich verlor :) )Civi (AH), 1830 und Diplomacy gespielt. Und Midgard ist auch keine leichte Rollenspielkost.

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Roman Pelek

[OT] Re: Nero

Beitragvon Roman Pelek » 12. September 2003, 14:12

Hi Uli,

Uli Blennemann schrieb:

> Ich hoffe, wir finden in Essen Gelegenheit ausführlicher zu
> plaudern; würde mich - nicht nur wegen Nero - sehr freuen.

Gerne - Claudia und ich sind wohl alle vier Tage da, da sollte sich Gelegenheit ergeben, dass wir uns mal wieder in Ruhe zum Plaudern treffen.

Ciao,
Roman


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