Beitragvon peer » 4. Oktober 2003, 10:17
Hi,
Sicherlich spielt eine gewichtige Rolle, dass man – wie hier oft erwaehnt – aus der Alltagswelt “entfliehen” moechte und daher sind Alltagsthemen selten.
Doch das erklaert noch nicht die seltsame Festlegung auf das Mittelalter. Warum nicht z.B. Steinzeit? Wahrscheinlich, weil im Mittelalter einfach viel Aufbauarbeit und viele Konflikte herrschen – und beides gerne in Spielen simuliert wird. Zudem ist es das Zeitalter der Entdeckung, was auch gerne simuliert wird. Die Antike wird dagegen eher dann verwendet, wenn etwas wirlich grundlegendes simuliert werden soll (Aufbau von Zivilisationen).
Ein weiterer Punkt: Warum das europaeische Mittelalter, warum nicht Asien? Und wenn Europa, warum immer Suedeuropa? Die Hanse hat vom Handelsvolumen ebenfalls viel zu bieten, wird aber relativ selten als Hintergrund benutzt. Und Sandinavien findet man nie als Karte (zumindest faellt mir keines ein). Die Entstehungen der Hallig, die Geschichte von Rungholt etwa, bieten spannende Elemente, die sonst bei Venedigspielen auftauchen. Warum wirds nicht genutzt?
Vielleicht ist die Antwort einfach simpel: Niemand denkt daran (Damit moechte ich den heute hier versammelten Spieleautoren aber nicht zu Nahe treten ;-) Wenn ein Land gewaehlt werden soll, denkt man eher an Suedueuropa – es wird ein Literatur und vor allem im Spieleinfach haeufiger benutzt und ist zudem Urlaubsland und liegt daher irgendwie nahe. Man kennt es – im Gegensatz z.B. zu Skandinavien zu dem man eventuell noch Hintergrundrecherchen machen muss.
Und vielleicht denkt man bei so manchen Verlag an die goldene Regel “Was de Bauer nicht kennt, das spielt er nicht” und waehlt lieber einen italienischen Hintergrund, damit der potentielle Kaeufer vom vorgelegten Thema aus der Ukrainischen Geschichte nicht abgeschrekct wird. Wer weiss?
Ciao
Peer