Beitragvon Andrea Harbke » 5. Oktober 2003, 11:50
Peter Uphoff schrieb:
>
> Was ist das hier überhaupt für ein Ton von diesem Herrn Kothe?
> Hat man ihm persönlich irgendwie auf den Schlips getreten
> oder fühlt er sich ertappt mit zu hohen
> Messe-Flohmart-Börsen-Preisen?
>
Hallo allerseits!
Ich glaube, ich muß Lothar mal etwas "unter die Arme greifen".
Wir von den Pfeffersäcken haben ab und an auch mal einen Stand dort in der Flohmarktecke. Wir zahlen ca. 1000 DM Standmiete für die Messe incl. Parkplatz für LKW und Kleinigkeiten. Den Stand müssen wir noch tapezieren. Da wir aus Hamburg anreisen, brauchen wir für die Kartons voller Spiele und das Regal einen LKW, der uns ungefähr nochmal 1000 DM kostet (mit Sprit).
Das sind 2000 DM Kosten, die erstmal verdient sein wollen. Die Spiele auf dem Flohmarkt gibt es nicht umsonst dort. Wir zählen sämtliche Spiele nach, spendieren Zipptüten für den Kleinkram, machen sie sauber usw. Jeder von uns hat einen großen Stapel unvollständiger Spiele bei sich rumliegen, die darauf warten, dass jemand zufällig das passende Ersatzteil übrig hat (gebundenes Kapital sozusagen).
Jetzt muß man erstmal einen ganzen Berg Spiele verkaufen, um die 2000 DM wieder drin zu haben. Anschließend kommt man erst in die "Gewinnzone". Die Zeit und Fahrkosten, die man so investiert, wenn man über Flohmärkte stromert, darf man garnicht einrechnen.
Und wenn ich dann sehe, dass man ein Racko doch tatsächlich für 30 Euro verkaufen kann, warum soll ich meines, wo 18 Euro draufsteht, nicht ganz schnell ein bischen teurer machen? Geht natürlich auch problemlos umgekehrt ;-)
Tja, und die Preise denkt man sich irgendwie aus, kuckt mal bei ebay rein, schaut, was sie neu kosten*, erkundigt sich bei anderen, wie hoch Raritäten gehandelt werden usw. Lieber setzt man die Preise erstmal etwas höher an, billiger werden kann man immer noch. Ich würde mich doch schwarz ärgern, wenn ich ein McMulti für 10 Euro verkaufe und später erfahre, dass ich auch locker 100 Euro dafür hätte bekommen können. ....aber wann findet man schon mal ein McMulti.....
*und man kuckt nicht lange rum, wo sie gerade am billigsten sind, das kostet viel zu viel Zeit. Pi mal Daumen ist die Devise.
Ich vergaß: wenn man einen Stand gebucht hat, sollte man schon am Dienstag auftauchen und anfangen aufzubauen, denn am Mittwoch kommen schon die ersten Besucher von der Pressekonferenz. Also braucht man ein paar Tage Urlaub, am besten eine ganze Woche, denn die Spiele wollen vorher noch ausgezeichnet und verpackt werden. Die Unterkunft ist in den Kosten auch noch nicht drin; wer Glück hat kann privat unterkommen (wir fahren jeden Abend nach Hilden, ist auch nicht gerade um die Ecke).
Ich hoffe, ich habe auch mal die andere Seite der Flohmarktbetreiber etwas genauer darstellen können. Nichtsdestotrotz bring das Spieleverkaufen dort jede Menge Spaß. Ihr glaubt garnicht wieviele Leute mit leuchtenden Augen den Stand verlassen, weil sie endlich ihr seit Jahren gesuchtes Spiel ergattern konnten.... einer schwebte geradezu vom Stand weg, da wir die letzten waren, die er nach "Hexenmeister vom flammenden Berg" gefragt hatte und schon keine Hoffnung mehr hatte es zu finden, aber......wir hatten eins und dazu noch traumhaft gut erhalten. Muß ich noch erwähnen, dass ihm der Preis dann völlig egal war? (o.k., war auch nicht so teuer).
Viele Grüße aus dem Norden
Andrea (die dieses Jahr "nur" als Besucher über die Messe schlendert-dazu hat man nämlich keine Zeit, wenn man einen Stand hat :-)) )