Anzeige

Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Sabine

Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Beitragvon Sabine » 16. April 2004, 13:24

Hallo,
nachdem hier schon so viel Gutes über Dos Rios zu lesen war, haben wir es gestern zum erstenmal gespielt (zu viert), aber nicht zu Ende gebracht, weil alle nur frustriert waren. Wenn man wieder an die Reihe kam, waren die meisten eigenen Bauern vertrieben und standen wieder in der Stadt. Mit den 6 Bewegungspunkten mühte man sich, sie wieder ins Feld zu schicken, um wenigstens 100 oder 200 Geld zu ernten, (was aber nicht immer klappte), geschweige denn sich eine Position aufzubauen, die einen vor den Angriffen der Mitspieler schützte. Da zu viel auf dem Brett passiert, bis man wieder an die Reihe kommt, fängt man anschließend wieder von vorn an. Es dauerte 20 Minuten, bis jemand seine erste Finca bauen konnte. Wir haben immer wieder die Regel gelesen, konnten aber nicht feststellen, daß wir einen Fehler gemacht haben. Oder haben wir einfach zu aggressiv gegeneinander gespielt? Wir möchten dem Spiel gern noch eine Chance geben.
Auch bei uns passen die Pappteile übrigens nicht in den Rahmen. Und wir haben uns genau an die Anleitung gehalten, also die Einlegeteile von links in den Rahmen gelegt.
Sabine

Benutzeravatar
Gerald Rüscher

Re:Dos Rios - kann ich nur bestätigen

Beitragvon Gerald Rüscher » 16. April 2004, 13:41

Sabine schrieb:

> nachdem hier schon so viel Gutes über Dos Rios zu lesen war,
> haben wir es gestern zum erstenmal gespielt (zu viert), aber
> nicht zu Ende gebracht, weil alle nur frustriert waren. Wenn
> man wieder an die Reihe kam, waren die meisten eigenen Bauern
> vertrieben und standen wieder in der Stadt.[...]

Kann ich nur bestätigen. In unserer Proberunde haben wir das Spiel zwar zu Ende gebracht aber mit krassem Abstand zwischen dem Gewinner, der alle Fincas gebaut hatte und dem Letztplatzierten der gerade mal insgesamt 500 Taler zusammengeklaubt hatte und nicht ein Bauwerk platzieren konnte.

Überhaupt ist Dos Rios mal wieder so ein Null-Interaktions-Spiel bei dem ich während der Züge meiner Mitspieler getrost Kaffee trinken gehen kann. Und du hast es gut beschrieben Sabine: wenns schlecht läuft wird man während der Züge der Mitspieler immer wieder zum Ausgangsstand resettet und darf sich dann frustig langsam wieder hochrappeln. Nee, schönen Dank auch. Und dabei hatte sich die Idee mit den variablen Flüssen so spannend angehört.

Gruß & nice dice,
Jerry

Benutzeravatar
Kathrin Nos
Kennerspieler
Beiträge: 1258
Wohnort: Nußloch
Kontakt:

RE: Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Beitragvon Kathrin Nos » 16. April 2004, 13:49

Hallo Sabine,

mal schauen, ob ich Dir ein paar Anregungen geben kann. Dos Rios ist sicher in der Tat ein Spiel, bei dem man etwas frustresistent sein sollte - aber meist verteilen sich die fiesen Aktionen recht gleichmässig unter allen Spielern.

"Sabine" hat am 16.04.2004 geschrieben:
> Wenn man wieder an die Reihe kam, waren
> die meisten eigenen Bauern vertrieben und standen wieder in
> der Stadt.

Bei vier Spielern ist es natürlich am extremsten. Was hilft? Ein Ansatz kann es sein, Campesinos zu zweit loszuschicken und zu platzieren. Zwei Campesinos auf einem Hügel können nicht vertrieben werden (ausser von Desperados) und können schnell und effektiv auf lukrative Felder eingesetzt werden, sobald es günstig ist.

Die Ernte im Blick zu behalten ist auch sinnvoll. Meist muss man freilich recht kurzfristig punkten. Das Mittel, eine Erntekarte nach hinten zu schieben, haben wir bisher (vier, fünf Partien) praktisch kaum eingesetzt. Wenn aber jemand deutlich mehr ernten kann, ist es auf jeden Fall ein Zug, den man erwägen sollte.

Was ich auch schon gemacht habe, ist die Hazienda als erstes Gebäude zu bauen. Wenn die Mitspieler schon Fincas bauen, hinkt man zwar scheinbar ein paar Runden hinterher, hat aber für den Ort noch eine frühe Auswahl und kann mit 2 Bewegungspunkten Campesinos aus der Stadt an einen zentralen Ort einsetzen. Wenn man zusätzlich noch den nähergelegenen Fluss im Oberlauf schon durch Dämme etwas kontrolliert hat, bringt die Hazienda auch zuverlässige Ernten ein.

Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Dos Rios nicht jedem gefällt. Bei uns wird es sicher noch einige Male gespielt werden. Besonders interessant finde ich den Mechanismus mit dem Umleiten des Flusses.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

Benutzeravatar
Volker K.
Kennerspieler
Beiträge: 123

Re: Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Beitragvon Volker K. » 16. April 2004, 14:59

Hallo,

bei uns dauerten die Spiele ebenfalls zu lange. Jeder grübelt, wie er seine 6 Aktionspunkte optimal einsetzen kann und wenn man Pech hat, kann man wegen der Erntekarte Holz kein Geld verdienen oder ist mit allen 6 Campesinos in den Kneipen der Stadt versackt. Vielleicht helfen folgende Regeländerungen, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.
1) Man darf generell eine Erntekarte verschieben und direkt die nächste Erntekarte nutzen oder auf die Ernte verzichten.
2) Die Zahl der Aktionspunkte hängt von der Zahl der eigenen Campesinos in der Stadt zu Beginn des Zugs ab. Sie ist immer um zwei höher:
kein Campesino in der Stadt = 2 Aktionspunkte
1 Campesino = 3 Aktionspunkte
2 Campesions = 4 Aktionspunkte
.
6 Campesinos = 8 Aktionspunkte.

Dies hat zur Konsequenz, dass Spieler mit 2 oder 3 AP nicht soviel nachdenken müssen und man überlegt sich, ob es sinnvoll ist, einen Spieler komplett mit all seinen Campesinos in die Stadt zu schicken, vor allem, wenn dieser schon seine Hazienda gebaut hat.

Gruß
Volker K.

Benutzeravatar
Olav Müller
Kennerspieler
Beiträge: 638

Re: Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Beitragvon Olav Müller » 16. April 2004, 15:19

Hiho,

> Vielleicht helfen folgende
> Regeländerungen, die ich allerdings noch nicht ausprobiert
> habe.
> 1) Man darf generell eine Erntekarte verschieben und direkt
> die nächste Erntekarte nutzen oder auf die Ernte verzichten.

Das finde ich nicht ganz so hübsch. Es entfernt nämlich leider die hübsche Symmetrie in den ausliegenden Erntekarten. Im Moment ist es so, dass, wenn ich auf eine Ernte selbst verzichte, diese Erntekarte der nach mir folgende Spieler in der nächsten Runde vorgesetzt bekommt. Das finde ich durchaus wichtig. Wenn ich einfach nur die Erntekarte nach hinten schiebe und dann direkt die nächste Karte auswählen kann, bekomme ich die gerade zurückgelegte doch nächste Runde schon wieder vor die Nase.

CU,
Olav

Benutzeravatar
Helmut Lehr

RE: Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Beitragvon Helmut Lehr » 16. April 2004, 18:30

Kathrin Nos schrieb:

> Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Dos Rios nicht
> jedem gefällt. Bei uns wird es sicher noch einige Male
> gespielt werden. Besonders interessant finde ich den
> Mechanismus mit dem Umleiten des Flusses.
>
Also, was da bisher Negatives von Dos Rios vorgetragen wurde, kann durchaus im Spiel vorkommen. Es ist halt ein Spiel mit Ärgerfaktor, wobei manche Spieler Frust erleben. Wir fanden das wiederum als interessant und belebend. Es kann und muss doch nicht sein, dass jeder immer jederzeit mit vorne am Ball ist.
Dass ein Mitspieler bei uns gewonnen hat, während ich erst gerade mal eine Finca gebaut hatte, war für mich kein Grund, das Spiel nicht zu mögen. Das ist mein spezielles "Siedler-Erlebnis": In meinen ca. 8 Siedler-Partien kam es auch vor, dass ich gerade erst mal 2-3 Punkte gewonnen hatte, weil meine Felder nicht erwürfelt wurden, während andere bereits gesiegt hatten...
Morgen wird wieder DR gespielt, und mal sehen, wie es dann läuft...
VG
Helmut

Benutzeravatar
Franz-Benno Delonge
Kennerspieler
Beiträge: 277

Dos Rios - Antworten

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 17. April 2004, 09:05

Hallo Olav,
ich glaube, du spielst es da falsch. Man muß die Erntekarte entweder
- spielen oder
- nach hinten versetzen.
Es ist nicht erlaubt, sie einfach für den nächsten Spieler liegenzulassen!

Ansonsten kann ich im Hinblick auf die geschilderten Probleme (Sabine, Gerald)folgende Empfehlungen abgeben:
- Wer nicht komplett rasiert werden will, muß Zweiergruppen bilden und generell öfter mal Leute auf die Hügel stellen. Früher Haziendabau hilft auch sehr viel; das sehe ich wie Kathrin.
- Wer lange Pausen vermeiden will, muß den Trödlern Druck machen. Grübeln kann man, während die anderen dran sind.

Schönen Guß
Benno

Benutzeravatar
Olav Müller
Kennerspieler
Beiträge: 638

RE: Dos Rios - Antworten

Beitragvon Olav Müller » 17. April 2004, 10:24

Hiho,

"Franz-Benno Delonge" hat am 17.04.2004 geschrieben:
> ich glaube, du spielst es da falsch. Man muß die Erntekarte
> entweder
> - spielen oder
> - nach hinten versetzen.
> Es ist nicht erlaubt, sie einfach für den nächsten Spieler
> liegenzulassen!

Ich denke, ich spiele richtig ;-)

Wenn ich die Erntekarte nach hinten verschiebe bekommt der nächste Spieler in der Reihe in der NÄCHSTEN Runde (nicht dem nächsten Zug, der ja direkt nach meinem folgt!) diese Erntekarte vorgesetzt. Eben weil immer eine Karte mehr ausliegt als Spieler teilnehmen.

Zugegeben, ein vermutlich zu vernachlässigender Effekt (wenn er Dir scheinbar noch nicht einmal bekannt ist ;-), aber in meinen bisherigen Partien fiel es mir angenehm auf, dass ich so einen Einfluss darauf habe, was meine Gegner ernten können.

CU,
Olav

Benutzeravatar
Arne Hoffmann

Re: Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Beitragvon Arne Hoffmann » 17. April 2004, 13:01

Hallo Sabine, hallo alle anderen,

unsere erste Partie am Karfreitag verlief auch nicht gerade flott - aber in meinen Augen schon spannend und die gefühlte Spielzeit war recht gering. Die von Dir angesprochenen Probeleme, dass man höchstens mal 100/200 verdienen konnte oder am Anfang seines Zuges erst einmal wieder alle Figuren aus der Stadt herausholen musste, kamen bei uns auch stellenweise vor - und dem am Schluss der Partie letztplazierten hatte es häufig auch arg zugesetzt.

Wie Kathrin und Benno schon geschrieben haben, kann man zum einen duch die 2er-Grüppchen leichter Pöppel auf dem Feld behalten. Zudem muss man ja nicht in jeder Runde kassieren - vorausschauend auf die kommende Runde gespielt, kann man doch ab und an Ernteausfall in der aktuellen Runde ausgleichen.

Sehr aggressives Spiel gegeneinander kann hier natürlich die Balance stören, bringt einen aber auch nicht unbedingt weiter nach vorne. Ich denke, eine Windschattentaktik ist bei Dos Rios gar nicht so verkehrt - wie bei vielen anderen Spielen halt auch, sollte man sich nicht zu früh in eine Führungsposition begeben, wenn man sich nicht sicher ist, diese auf Dauer halten zu können.

Die Wartezeiten zwischen den Zügen können, durch die Natur der Aktionspuntke, schon mal länger werden, jedoch kann man hier herrlich herumstänkern und von der Spielsituation ein wenig ablenken aber auch ein wenig seinen kommenden Zug planen. Auch, wenn sich noch einiges verändern kann, kann ich während der Züge meiner Mitspieler schon mal ein Auge darauf werfen, welche Aktionen für mich dann sinnvoll sein könnten - das beschleunigt schon den eigenen Zug.

Alles in allem hat die eine Partie bei mir Appetit auf mehr gemacht - mal wieder ein stimmiges Spiel mit interessantem Mechanismus und hohem Ärgerpotential.

Schöne Grüße

- Arne -

Benutzeravatar
Michael Reitz
Kennerspieler
Beiträge: 107

RE: Dos Rios - Antworten

Beitragvon Michael Reitz » 17. April 2004, 14:38

Olav Müller schrieb:
>
> Zugegeben, ein vermutlich zu vernachlässigender Effekt (wenn
> er Dir scheinbar noch nicht einmal bekannt ist ;-), aber in
> meinen bisherigen Partien fiel es mir angenehm auf, dass ich
> so einen Einfluss darauf habe, was meine Gegner ernten können.
>
Ich würde davon ausgehen, dass der Autor sein Spiel und die darin auftretenden Effekte sehr gut kennt.

Benutzeravatar
Olav Müller
Kennerspieler
Beiträge: 638

RE: Dos Rios - Antworten

Beitragvon Olav Müller » 17. April 2004, 14:55

Hiho,

"Michael Reitz" hat am 17.04.2004 geschrieben:
> Ich würde davon ausgehen, dass der Autor sein Spiel und die
> darin auftretenden Effekte sehr gut kennt.

Das hätte ich auch gedacht .... aber im Angesicht seines letzten Postings ... ;-)

CU,
Olav

Benutzeravatar
Franz-Benno Delonge

RE: Dos Rios - Antworten

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 17. April 2004, 16:02

Hallo Olav,
so gesehen hast du natürlich völlig recht.
Schönen Gruß
Benno

Benutzeravatar
Sabine

Danke!!!

Beitragvon Sabine » 19. April 2004, 08:52

Hallo,
Euch allen ganz lieben Dank für die Tipps. Das mit den Zweiergruppen werden wir beim nächsten Mal ausprobieren (wird aber etwas dauern, wir haben unser Spiel gerade verliehen).
An Benno: Über den eigenen Zug nachdenken, während die anderen an der Reihe sind, das haben wir schnell sein lassen, weil es sinnlos war, denn auf dem Brett hatte sich zu viel verändert, wenn man wieder an der Reihe war. Vielleicht gilt das aber nur für die erste Hälfte das Spiels, über die wir ja nicht hinausgekommen sind. Ich kann mir vorstellen, daß sich zum Beispiel die Flußläufe später nicht mehr so stark verändern.
Nochmals vielen Dank an alle!
Sabine

Benutzeravatar
Jost Schwider

RE: Dos Rios - was haben wir falsch gemacht?

Beitragvon Jost Schwider » 19. April 2004, 14:41

"Sabine" hat am 16.04.2004 geschrieben:

> nachdem hier schon so viel Gutes über Dos Rios zu lesen
> war, haben wir es gestern zum erstenmal gespielt (zu
> viert), aber nicht zu Ende gebracht, weil alle nur
> frustriert waren.

Zu viert ist es halt ein Ärgerspiel:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=87305&t=87240

Viele Grüße
Jost aus Soest (bevorzugt DR zu zweit oder dritt)
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

Benutzeravatar
Jost Schwider

RE: Dos Rios - Antworten

Beitragvon Jost Schwider » 19. April 2004, 14:41

"Franz-Benno Delonge" hat am 17.04.2004 geschrieben:

> Früher Haziendabau hilft auch sehr viel; das sehe ich wie
> Kathrin.

Das versuchen ja sowieso alle, oder?

> Wer lange Pausen vermeiden will, muß den Trödlern Druck
> machen. Grübeln kann man, während die anderen dran sind.

Einspruch!
Vorneweggrübeln ist (insbesondere zu viert) wenig erquickend!

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 27 Gäste