Beitragvon Guido » 27. Mai 2004, 11:11
Heinrich Tegethoff schrieb:
>
> Das Spiel wird soooooo häufig als Spiel unter Kindern und
> Kindern mit ihren
> Eltern (manchmal Tanten etc) angesehen, aber sehr selten als
> Spiel unter
> Erwachsenen. Erst recht bei Vätern.
Oh, wie mir das bekannt vorkommt.... :roll:
> In letzter Zeit hatte ich Erfolge "weg vom nur für/mit
> Kindern", und zwar mit
> San Juan. DESWEGEN war es mein SdJ-Liebling. DLidG als SdJ
> ist hier
> ein echter Rückschlag, da der Fokus der Spieleförderung hin
> zum reinen
> Familienspiel geht.
>
> Die Jury ist gemäß einer Diskussion in Haar nicht frei von
> Politik und gibt
> Richtungen vor, im Gegensatz zum Publikumspreis DSP. Ob man das
> will oder nicht wird hier im Forum häufig über "DLidG oder
> nicht" entschieden.
>
> Wenn meine Politik also "Bringt Erwachsene weg vom
> Spiel=für/mit Kinder
> Schema" ist, dann ist DLidG gegenüber San Juan die falsche
> Wahl. Wenn die
> Zukunft im Spiel (nur) mit Kindern liegt, ist DLidG eine gute
> Wahl.
>
> Servus,
> Heinz
Ich kann Heinrich vollends zustimmen. Leider wird das Spielen immer noch viel zu sehr und zu oft als "Kinderspiel" abgetan. Ich moechte sogar behaupten, dass der SDJ-Preis diesen Eindruck in der Allgemeinheit nur noch weiter unterstuetzt.
Die SDJ-Jury zum Ziel genommen, das Spiel als Kulturgut selbst zu foerdern. Nun wird aber speziell nur das Familienspiel bzw. eben das Kinderspiel ausgezeichnet. Familiespiel bedeutet im Allgemeinen das Spiel zwischen Kindern und Erwachsenen; Kinderspiel eben Spiel fuer Kinder. Auch wenn das ein oder andere Spiel, wie auch "Dicke Luft i. d. Gruft" fuer Erwachsene sehr spassig sein kann (ich koennte mir sogar sehr vorstellen, solch ein Spiel fuer meine Erwachsenenrunden zu kaufen...), so vermittelt der SDJ-Preis, das das Spielen von Gesellschaftsspielen doch immer nur im Großen und Ganzen als Spiel mit oder fuer Kinder gedacht ist. Und da "verpasst" der SDJ-Preis, als bekannte Institution, auch das Spiel fuer Erwachsene zu foerdern und damit auch das Gesellschaftsspiel als Kulturgut bewusster und tiefer in der Gesellschaft zu verankern. Mich wundert es sehr, das es noch keinen SDJ fuer Erwachsene gibt. Zwar wurde mit "Raja" und "Petersburg" auch den älteren Spielrunden Rechnung getragen, aber falls eines dieser Spiele den ersten Platz einnehmen sollte, so laeuft es eben als "Familienspiel".
O.k., da gibt es ja noch den Deutschen Spielepreis. Aber aus Stichproben in meinem Bekanntenkreis moechte ich mal einfach behaupten, dass dieser eigentlich nur den "Insidern" ein Begriff ist. Der SDJ hat einfach das allgemein groessere Renomée und gibt, wie Heinrich schon angemerkt hat, Richtungen vor (aus welchem Grunde auch immer).
Spiele sind eben nicht nur fuer Kinder. Ich denke, der SDJ-Jury hat mit seiner Strategie, sich an der Familie zu orientieren und in Verbindung mit dem allg. Klischee, dass Spiele fuer Kinder sind, nun eine gute Position, um auch die Erwachsenen direkt zu erreichen. Warum tut sie das nicht? Denn abgesehen von all der Kuturgutsüberlegung: Spielen macht einfach Spass. Warum immer so tun, als sein der Spass nur fuer Kinder nur mit Kindern zu geniessen?
Es gruesst das Kind im Manne
Guido