Beitragvon Hartmut » 25. April 2005, 10:27
Hui, da gibt es wohl unendlich viele Geschichten, mal sehen, was hier alles zusammenkommt. Aus der Hüfte geschossen folgende Kleinigkeiten:
"Sein oder Nichtsein" fiel mir auch spontan ein, da waren andere schneller
Die Endstationen in "Linie 1" benennen Straßen bekannter Verlagshäuser aus der Spieleszene.
Megapeinlich: Schmidt Spiele hatte einer deutschen Ausgabe des 3M-Spiels Ploy unter dem Namen "Imperium" einen - zu der Zeit noch nicht immer übliche - Autorennamen zwecks Werbewirkung (?) vorne auf den Karton gedruckt. Da stand als Autor "Sid Saxon" drauf. Nicht nur, dass sich der New Yorker Altmeister ganz anders schreibt, das Spiel stammt von Frank Thibault.
Interessant sind Einflüsse des (sich ankündigenden) Zensors:
Im ersten DSA-Basisspiel von Schmidt wurden in Folgeauflagen Illustrationen geändert. So zeigt ein Bild z.B. zwei finstere Halunken, einer hat 'ne holde Maid an einen Stützbalken gefesselt, der andere droht der Oma mit dem Messer, ihr Hab und Gut herauszurücken. In späterer Auflage stehen drei der Personen unmotiviert in der Landschaft herum, ein Halunke durchwühlt eine Schublade ;-) Andere Illustrationen waren ähnlich verändert worden, damit aus jugendlichen Rollenspielern keine Psychopathen werden.
Sehr bekannt ist wohl auch der Fall, dass Parker in seinem Klassiker Risiko den Text der Auftragskarten von "Erobern von Ländern" zu "Befreien von Ländern" geändert hat und so der Gefahr eines Vermarktungsverbots in Deutschland entging - wenngleich die neue Botschaft ungleich scheinheiliger erscheint.