Beitragvon Marten Holst » 9. Mai 2005, 12:31
Moin,
> Beim Spiel des Jahres werden einige Spiele hervorgehoben.
> Dadurch werden gleichzeitig andere Spiele eben nicht
> hervorgehoben, was für den Durchschnittskonsumentenden den
> Schluss nahe legt kann, dass unter den vielen Spielen eben
> die empfohlenen oder nominierten besonders gut sind,
Ja, das stimmt.
> während den anderen etwas zu fehlen scheint. Es muss ja
> Gründe geben, warum andere nicht auf der Liste erscheinen.
Wobei, weniger "gut" ungleich schlecht ist. Wobei "gut" ja noch nichtmal primär das Kriterium ist, dass die Jury selbst verwendet. Und wo sich Publikum ansonsten auch nicht wirklich nur von Kritikermeinungen leiten lässt... zugegeben, ein SdJ-Preis-unerfahrener Kunde kann anhand des Preises nicht zwischen "Louis XIV" und "Martens lustigem Würfelrennen" unterscheiden, aber das kann nicht der Anspruch des Preises sein.
> Zu sagen, nur fünf oder neun (und ich begrüße die
> Limitierung ausdrücklich) passen drauf, ist ein schwacher
> Trost für die Macher der Spiele, die ebenfalls
> emfehlenswert wären.
Wenn Du vermutest, dass sie einen Nachteil hätten, dann sicherlich. Ich würde aber schon denken, dass sie weitestgehend eher einfach "keinen Vorteil" haben. Und das ist eben nicht dasselbe :-)
Ansonsten: vielleicht ist es ein schwacher Trost, aber wenn allgemeiner "intersubjektiver" Konsens herrscht, dass in einem Jahrgang meinetwegen 11 preiswürdige Spiele existieren, dann muss auch jedem klar sein, dass bei dieser Beschränkung 6 draußen bleiben müssen. Und nun zu begründen, warum Spiele draußen bleiben - das wäre erst die wirkliche Negativwerbung.
Nebenbei, wer erstellt denn eine Liste der Spiele, bei denen man das "Draußenbleiben" begründen muss? Wohl kaum bei allen 631 Spieleneuheiten des Jahres, oder? (Zahl frei erfunden). Und begründet bitte bei den Spielen, bei denen man nicht begründen muss, dass man nicht begründen muss.
> Und in dem Zusammenhang hat
> die Jury tatsächlich auch einen ganz gehörigen Einfluss auf
> die wirtschaftliche Entwicklung eines Spiels, Verlages oder
> der gesamten Szene. Wer etwas anderes behauptet, lügt sich
> selbst in die Tasche.
Niemand behauptet etwas komplett anderes. Nur sehe ich noch einen Unterschied zwischen "Berücksichtigen, dass wir wirtschaftliches Wohlergehen anderer beeinflussen" (was in Firmen oft vorkommt, und was die Jury hier natürlich machen muss) und "Sich davon leiten lassen".
Tschüß
Marten