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Siena - Hilfe!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Sabine

Siena - Hilfe!

Beitragvon Sabine » 28. Oktober 2005, 19:00

Hallo Forum,
ein Freund hat mir aus Essen Siena mitgebracht, weil ich im letzten Urlaub in der Toscana war. Eigentlich wollten wirs heute abend spielen, aber das wird wohl nichts. Seit einer Stunde versuchen wir die Regeln zu begreifen. In Essen hat er sich das Spiel leider nicht am Stand erklären lassen. Haben wir ein Brett vor dem Kopf oder ist die Regel wirklich so schlecht? Gibts irgendwo eine Einstiegshilfe in das Spiel? Heute abend wird das dann zwar nichts mehr aber irgendwann später würden wirs doch gern mal spielen.
Sabine

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Patrick

Re: Siena - Hilfe!

Beitragvon Patrick » 28. Oktober 2005, 21:52

Hallo,

kann dir nicht helfen,aber mir gehts da absolut wie dir. Da sind so viele Fehler drin,so wenig Struktur, viel fortlaufender Text,...,dass man nix mehr versteht.

Mitfühlende Grüße,
Patrick

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Volker L.

Re: Siena - Hilfe!

Beitragvon Volker L. » 29. Oktober 2005, 02:51

Sabine schrieb:
>
> (...) Seit einer
> Stunde versuchen wir die Regeln zu begreifen. In Essen hat er
> sich das Spiel leider nicht am Stand erklären lassen. Haben
> wir ein Brett vor dem Kopf oder ist die Regel wirklich so
> schlecht?

Ich bin gerade von einem Spieleabend zurück, auf dem wir (als
einziges Spiel des Abends) Siena gespielt haben.
Die Regel ist schlecht - oder besser gesagt: die deutsche
Regelübersetzung ist schlecht - falls Ihr damit klar kommt,
nehmt Euch die englische zuhilfe - zumindest lest diejenigen
Passagen, die Ihr nicht versteht, in der englischen nach, diese
ist besser.
Wir waren zu viert, alles routinierte Spieler, und wir mussten
über einige Passagen auch etwas diskutieren und sinnieren.
Einer hatte die Regel wohl vorher mal überflogen, also haben
wir sie gemeinsam (1 Vorleserin, 3 Zuhörer und Nachfrager)
erarbeitet.
Regellesen und das eigentliche Spiel zusammen haben ungefähr
4 3/4 Stunden (von kurz vor 9 bis kurz nach halb 2) gedauert,
wobei nach grober Schätzung 1/3 auf das Regelstudium
entfallen sein dürfte.
Nachdem nun sämtliche(?) Unklarheiten beseitigt sind, dürfte
eine eventuelle nächste Partie voraussichtlich unter 3 Stunden
dauern (auch während des Spiels mussten noch mehrfach
FRagen geklärt werden, wobei sich die englische Regel als
hilfreicher erwies als die deutsche).
Wir waren uns hinterher einig, dass die Regeln selbst gar nicht
so kompliziert sind, sie sind nur furchtbar schlecht formuliert
bzw. übersetzt.

Gruß, Volker (der am Ende etwas überrascht war, mit einem
Punkt Vorsprung gewonnen zu haben)

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Eric

Kurze Spielübersicht

Beitragvon Eric » 29. Oktober 2005, 15:50

Dann versuche ich einmal den Spielablauf zusammenzufassen. Die Regeln sind wirklich etwas konfus, die Regelerklärung auf der Messe hilft da immens weiter...

ZIEL DES SPIELS::
Bankier zu werden und die meisten Zustimmungpunkte der Bevölkerung zu erhalten


SIEGPUNKTE (Zustimmungpunkte) erhält man durch:

1. Bau am siebenstufigen Turm (nur als Bankier möglich)

Punkte:
- je 1 + Baustufe des eigenen Turmbausteins
- zusätzlich 1 Extrapunkt für denjenigen, der die allerhöchste (7.) Stufe gebaut hat
- 2 Extrapunkte für die Mehrheit der Bausteine (evtl. erhalten mehrere Spieler den Bonus)

Kosten:
- 10 für die Mauerer pauschal PLUS 5*Baustufe (Stufe 4 kostet 10+20)
- Ausnahme: letzte Stufe kostet 10+50 (statt 10+35)


2. Anheuern von Künstlern (nur Bankier kann das auslösen)

- Ein Bankier im Wirtshaus kann die Versteigerung eines Künstlers auslösen, aber alle dürfen mitbieten. Allerdings kennt nur der Versteigerer den Punktwert des Künstlers, alle anderen bieten blind, ausser sie dürfen durch Sonderkarte/Bezahlung ebenfalls vorher informieren.


3. Zustimmungskarten (Werte 1-4)

3a) beim Warenverkauf (Händler)
- immer wenn ein Spieler Waren verkauft, kann er vom Verdienst für 10 eine Zustimmungskarte blind ziehen oder für 15 sich die bessere von 2 Karten aussuchen.

3b) Schenkung an den Dom (nur Bankier)
- einmalig im ganzen Spiel kann der Spieler Geld an den Dom spenden (Kosten abhängig vom aktuellen Vermögen) und sich die besten 2 von 4 Zustimmungskarten nehmen.

4. Reichtum
+2 Bonus für den reichsten Spieler
-2 Malus für den ärmsten Spieler



ENTWICKLUNGSSTUFE DER SPIELER:

Das Spiel kennt 3 Entwicklungsstufen für die Spieler: Bauer, Händler, Bankier.
Jede Entwicklungsstufe birgt eigene Einkommensmöglichkeiten und Aktionsmöglichkeiten. Ein Stufenaufstieg ist freiwillig und funktioniert per Deklaration am Rundenende.
Bauer -> mind. Vermögen: 30 -> Händler -> mind. Vermögen: 80 -> Bankier

Nur der Bankier hat einen Spielstein mit dem er in der Stadt herumzieht, alle Bauern und Händler haben keinen Spielstein mit dem sie sich bewegen (ausser auf der Leiste für die Handelsreise).

Achtung: nur ein Bankier kann das Spiel gewinnen!



GELDEINKOMMEN:

1. Warenverkauf (nur Bauer & Händler)
Produzierte Waren können verkauft werden. Dazu werden vom gerade aktiven Spieler Produktionskarten gespielt, die den entsprechenden Zähler der Warensorten vorschieben. Wenn ein Zähler das Ende überschreitet, wird diese Warensorte produziert und der Zähler am unteren Ende der Zählleiste wieder neu eingesetzt. Jede auf seinen Produktionskarten abgebildetete Warensorte kann der Spieler nach der Produktion verkaufen, allerdings als Bauer nur die Sorten gelb, rot, grau oder als Händler nur die Sorten blau, weiss und auch nie mehr als 1 Warenstein pro Sorte.

2. Handelsreise nach Florenz / Arezzo (nur Händler)
Produktionskarten zeigen häufiger auch ganz unten ein Symbol für eine Handlungsreise. Wenn diese gespielt werden, kann der Händler statt Waren nach der Produktion zu verkaufen eine Handelsreise antreten und bekommt dafür eine feste Pauschale am Zielort. Der Weg nach Florenz braucht 3 Felder (Reisekarten) und bringt 20 ein, der Weg nach Arezzo braucht 2 Felder (Reisekarten) und bringt 10 ein. Die Reise kann, wenn sie nicht in einer Runde vollständig durchgeführt wird entweder in der nächsten Runde weitergeführt werden, oder abgebrochen werden, wobfür es noch einen Teil der Erträge (3/5) gibt

3. Bankiereinkommen:
- automatisches Einkommen: 8 Gulden
- Luxussteuer: je 3 Gulden für jede verkaufte Ware blau oder weiss der anderen Spieler
- Spielzug endet in gelben Stadtviertel: je 5 Gulden
- Spielzug endet in Banchi de Sotto oder Via Dei Servi: je 20 Gulden pro dort ausgespielter passender Banchi/Via-Karte
- Piazza Sambeni: zufälliges Einkommen per Glücksspiel wenn Piazza-Karte gespielt wird



RUNDENABLAUF:

1. Rundenzähler vorrücken

2. Spielerreihenfolge anhand des Reichtums neu bestimmen

3. Aktionskarten kaufen / versteigern
- Es werden 2 * Spieleranzahl Karten neu aufgedeckt, Karten mit * werden auf einen Stapel gelegt (evtl. mit bereits aus vorherigen Runden vorhandenen *-Karten) und nach Wert sortiert, mit dem niedrigsten Wert nach oben.
- Zuerst werden alle Karten ohne * verteilt, der ärmste Spieler hat 1. Wahl, dann der Zweitärmste (siehe Spielerreihenfolge), etc
- Kosten: aufgedruckte linke Zahl plus Extrakosten (0-3) für Spielerreihenfolgeposition. 0er-Karten sind immer kostenlos!
- jeder Spieler erhält maximal 2 Karten
- man kann auch passen (aber selten sinnvoll)
- danach: Versteigerung der obersten Karte des *-Stapels
- überall: Handkartenlimit von 7 beachten!

4. Aktionskarten ausführen
Der in der Spielreihenfolge letzter Spieler bestimmt, wer anfängt. Dann in Spielreihenfolge von hinten nach vorne von diesem Spieler ausgehend.

Bauern & Händler spielen üblicherweise Produktionskarten und verkaufen danach Waren. Sie können aber auch Ärgerkarten für Bankiers (Kurtisane, etc. spielen)

Bankiers spielen üblicherweise beliebige Karten als Bewegungskarten (Zahl rechts oben), um sich in der Stadt zusätzlich zu bewegen (Normalbewegung ist ja nur 1 Feld pro Runde) und dann eventuell passende Karten für das Feld auf dem sie landen oder führen die Aktion des Feldes aus, auf dem sie stehen.



SPIELENDE:
Wenn das 7. Turmteil gebaut wurde oder der höchstwertigste Künstler aus dem Wirtshaus versteigert wurde


SPIELZEIT:
3 Stunden sollte man einplanen, evtl. geht es mit etwas Übung dann schneller.



Falls noch Detailfragen auftauchen, versuche ich sie zu beantworten (bitte hier stellen).

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Andreas Resch

Re: Siena - Hilfe!

Beitragvon Andreas Resch » 29. Oktober 2005, 16:26

Hallo ... die im Moment beste Quelle um schnelle Antworten auf Regelfragen zu bekommen ist wie so oft Boardgamegeek. Mario Papini - der Autor des Spiels - schaut auch öfter selber rein und beantwortet Fragen persönlich. Einige Fragen und Antworten findet man dort bereits.

http://www.boardgamegeek.com/geekforum.php3?action=viewforum&forumid=66&gameid=18932

Man muss halt etwas englisch verstehen um von dieser Möglichkeit gebrauch machen zu können.

Grüße ... Andreas.

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Sabine

Re: Siena - Hilfe!

Beitragvon Sabine » 31. Oktober 2005, 11:22

Hallo Forum,
danke für Eure Hilfe, besonders an Eric für die ausführliche Beschreibung. Als ich sah, daß die englische Regel dieselbe Übersetzerin hat wie die deutsche habe ich sie mir nicht weiter angesehen. Jetzt lichtet sich ganz langsam das Dunkel, so dass wirs wohl doch irgendwann spielen können. Gibts eigentlich sowas wie die Goldene Himbeere für die schlechteste Spielregel?
Sabine

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Ina-spielbox
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Re: [OT] Goldene Himbeere

Beitragvon Ina-spielbox » 1. November 2005, 09:00

Ja, aber da ist Siena wohl kaum ein Kandidat - das geht noch deutlich schlechter :-)


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