Beitragvon zerics » 2. November 2005, 17:20
also nun mal dazu:
Stuttgart kann man in keinster weise mit essen vergleichen. Essen ist die messe für uns freaks, die wissen auch was manche spiele im netz kosten und in essen herrscht preiskrieg - das ist fakt. kaufmännisch macht man in essen lieber die augen zu, da wird manch spiel zum ek-preis + mwst verramscht.
Sicherlich kann sich dies in stückzahlen aufs jahr gesehen auch für den händler lohnen, da bessere preisstaffeln bei den herstellern erzielt werden... aber kann auch, langfristig, den untergang bedeuten..
Stuttgart ist hingegen eine Kombimesse, zusammen mit drei anderen Messen, die Bastelmesse, Hobby-Elektronik (jeder zweite Stand verkauft hier Druckertinten), die Modelbau und eben die sogenannte Süd-Deutsche Spielemesse..
Also eher was für den Famillienausflug wie für Hardcore-Gamer. Selbst der Branchenprimus Hasbro hält es nicht für nötig sich auf der Messe zu präsentieren.
Hans im Glück, bisher immer mit einem Stand vertreten, lies sich dieses Jahr durch Schmidt präsentieren (der kleinere Vertriebspartner Drei Magier Spiele war aber da, wie immer mit einem schönen Stand) Goldsieber/Noris fehlanzeige. Immerhin Kosmos,Ravensburger, Amigo, Zoch, Queens, Haba, Piatnik, ProLudo, Adlung, Heidelberger (die auch nur Lagerbestand/Transportschäden verramschten) waren da und seit langen auch mal wieder die Spielewerkstatt. (sorry, wenn ich noch einen vergaß). Kleinverleger fehlanzeige.
Das Publikum war aber eindeutig die Familie. Also gelegenheitsspieler.
Wenn ich richtig bemerkt habe waren sehr viele Spielehändler diesmal dabei, vielleicht weil es der Messeleitung nicht gelang die Hallen voll zu bekommen oder warum auch immer.
Ich denke das es durch viele Händler aber auch nicht mehr publikum anzieht und nun der kuchen durch ein vieles mehr geteilt werden muß und vielleicht auch ein schuß nach hinten ist hier einen preiskrieg toben zu lassen. Messestände sind ja bekanntlich nicht billig, die kosten kommen hierbei mal auf locker 5000 € und die müßen erstmal in der kasse sein. wie gesagt in essen ist man fast komplett mit der zielgruppe in kontakt in stuttgart eher die gelegenheitskäufer die vielleicht gerade ein niragara getestet haben und es gleich mitnehmen, so zu weihnachten...
oder weil man gerade auch was für seinen computer gekauft hat und zufällig in die spielmessehallen geraten ist..
also werden die absatzzahlen weitaus geringer sein und es den händlern auch nicht möglich sein billiger anzubieten und mal ehrlich, in welcher anderen branche werden bestseller, wie das spiel des jahres, verramscht. das verstehe ich nicht. da hätten die fachhändler ein gut gehendes produkt um den umsatz anzukurbeln, kosten zu decken und von handelsketten wird immer versucht dies zu verramschen, das hilft doch keinem. Die verlage können ja durch solche absatzreisser auch spiele auf den markt bringen die evt nicht den gewinn bringen. Was war kosmos den in ihrer vor-siedler-phase? eher ein kleinverlag, oder?
Ich denke man kann hierbei den händler nicht unbedingt böse sein wenn sie höher liegen als zb. im netz oder essen.
Schliesslich hat man vor ort ja meist kompetende verkäufer die man nach tipps und highlights fragen kann, nach "ist es für meinen fünfjährigen jungen auch was" oder ähnliche Dinge wie Spielablauf etc und auch die möchten ja bezahlt werden.
Nein ich vertrete nicht die these "ich geh zur beratung ins fachgeschäft, infos sammeln und bestelle dann billig im netz" denn irgendwann gibt es den beratenden verkäufer nicht mehr...
Grüße Zerics
(lieber für mehr service zahlend als geiz ist geil hereinfallend)