Beitragvon Hendrik » 2. Februar 2006, 13:10
Hallo Marlin,
Ich zitiere Günter Cornett (aus dem KOSMOS will's wissen Thread weiter unten):
Sudoku: Manche Verlage tun wider besseres Wissen so, als ob es sich dabei um ein Spiel handeln würde
Verkaufszahlen: irrational hoch, nur weil 'Sudoku' auf der Schachtel steht. Richtig ist natürlich auch, dass die Leute, die eh nicht spielen sondern nur solitär rätseln wollen, durchaus gut bedient werden. Aber auf den Schachteln wird behauptet, es seien Spiele.
Das 'Spiel' reduziert sich oftmals auf ein Wett-Sudoku auf Zeit. Hektik und Sudoku-Lösen passen für mich eher nicht zusammen. Als einziges Spielprinzip ist das nichts. Da kann man auch eine Schachtel mit Sanduhr, ganz viel Luft und eine Regel verkaufen: Sieger ist, wer am längsten die Luft anhalten kann.
Zudem sind grobe handwerkliche Fehler drin, z.B. Sonderpunkte für das Eintragen der 9. Ziffer in eine Reihe oder Spalte (Jumbo), obwohl es ja wohl das leichteste ist, wenn die anderen 8 Zahlen schon da stehen. Über soetwas wird jeder stolpern, der sich sonst gerne mit Sudokus befasst.
Dass die Sudoku-Nichtspiele gekauft werden, liegt allein am Wort Sudoku und hat weder mit Spiele-Qualität noch mit Spielegeschmack zu tun. Es ist über weite Strecken Etikettenschwindel. Man könnte auch einen Brathering in die Schachtel legen und Sudoku drauf schreiben. Die Verkaufszahlen wären nicht geringer (und die Spiele-Qualität auch nicht).
Die Verlage stöhnen über unqualifizierte Spielevorschläge, aber gerade Ravensburger hat mit seinem Sudoku die Latte so niedrig gesetzt, dass kein noch so naiver hobbyhobbyhobby-Erfinder da unterdurchkriechen könnte. Die Latte liegt auf dem Boden und das Produkt ist vermutlich dennoch kommerziell erfolgreich. Insbesondere Ravensburger vermittelt durch sein Sudoku, dass Spieleautoren überflüssig sind, dass man einfach nur irgendwelchen Unsinn zusammenschreiben und mit Spielanleitung betiteln zu braucht und große Verlage soetwas gerne veröffentlichen. Naja, sie haben ja jetzt eine Agentur, die für die Folgen an Belästigung durch Spielevorschläge aufkommt bzw. 65,- Euro fürs Ablehnen nimmt ...
Tja, that's Professionalisierung!
"Jörg Mutz von der Agentur Jeschenko, die für Hasbro arbeitet, erklärt, warum so viele Sudoku-Brettspiele erscheinen: "Das Spiel ist lizenzfrei, man benötigt keinen Autor oder eine aufwändige Redaktionsarbeit." Also, ein schnell und günstig entwickeltes Spielprinzip. "
Gerlinde Rode und Michael Weber in
http://www.reich-der-spiele.de/specials/Essen2005-Sudoku.php
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Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, als seriöser Spieler und Benutzer des Spielbox-Forums, Fragen zu Sudoku unterlassen (Rotes Tuch Effekt) und sich nach etwas anderem umzuschauen :razz:
Hendrik