Beitragvon Marten Holst » 3. Februar 2006, 16:15
Moin Droegi,
> hat jemand mal versucht, mit verdecktem Geld zu spielen ?
zuerst einmal: nein, habe ich nicht. Von daher kann ich jetzt nur extrapolieren. Meiner Meinung und Erfahrung nach ändern Spiele bei offenem versus verdecktem Informationsschatz erheblich ihren Charakter. Gerade, wenn es nur um eine oder zwei Detailinformationen geht, die man sich eigentlich merken könnte.Und dann hängt es sehr von den Spielern ab, was passiert: einige geraten ins Zocken an den Stellen, an denen sie die entsprechenden Informationen bräuchten, wenn sie sich das nicht merken konnten. Andere haben ihre drei Gehirnzellen beisammen und spielen genau so wie mit offenem Geld. Dritte versuchen auf einmal stundenlang die ganze Partie zu rekonstruieren ("Hmmm, da hat Rüdi für 25 Olmeken den Sphinx gekauft, dann hatte er noch 93, dann Zinsrunde 103, ne, 102, worauf dann der Kauribaum versteigert wurde, da hatte er dann 82, oder war das nicht Steffi? Moment, nochmal von vorne. Am Anfang bekommt jeder Spieler 60 Olmeken, Runde 1 beginnt mit einem Einkommen von..." (Ich persönlich bin je nach Tagesform Gruppe 1 oder Gruppe 3, merken kann ich nicht sehr gut :-) )
Ob es nun etwas bringt, hängt sehr davon ab, wie sich Deine Gruppe aus obigen Leuten zusammensetzt. Jeder, der nicht Gruppe 1 ist, wäre für mich ein Gegenargument. Einmal wirst Du sowas wohl in der Runde ausprobieren müssen, ich würde nur nicht gerade ein langes wie Caylus nehmen.
Da die gleiche Argumentation natürlich auch gülte um zu begründen, warum man bei Spielen mit verdeckter Information diese auflegen sollte, denke ich, man bräuchte ein paar Kriterien, um für sich zu überlegen, wo was sinnvoller wäre.
Für mich sähe das etwa so aus:
(I) Wäre eine genaue Information für mich wichtig in meinen taktischen Entscheidungen, oder reicht ein "etwa" aus?
(II) Kann man die Werte über das Spiel leicht komplett nachhalten, oder erfordert es eine spezielle Begabung?
und daraus dann entscheiden. Zum konkreten Caylus: ich würde es bei verdecktem Geld nicht mitspielen wollen. Ich benötige die Information selten, aber dafür müsste ich (und könnte ich bei diesen wenigen Informationen wohl auch) die Taler nachhalten. Das könnte unter Umständen bremsen, aber in jedem Falle würde es für mich "Arbeit" hineinbringen. Mehr Sinn ergäbe es für mich, auch noch die Rohstoffe zu verdecken, dann kommt man schon beim Schlossbau und beim Rennen um die blauen nicht mehr mit. Nicht, dass ich glaube, dass mir das Spiel dann mehr Spaß brächte, aber es erschiene mir sinniger, als nur das Geld zu verdecken, da es wirklich den Charakter des Spiels ändern würde, und nicht nur den Aufwand, den man für seine Taktik betreiben muss.
Nichtsdestotrotz verstehe ich, dass man da mal experimentieren mag. Mich juckt es seit Ewigkeiten, mal Vinci mit geheimen Siegpunkten zu spielen (die aber mitzuschreiben) um zu sehen, wie sich dann das "Haut dem ersten auf die Stirne" so entwickelt, was für mich der einzige Trübnisfaktor an dem Spiel ist.
Abschließend weiß ich nicht, was Du gegen Goa hast - es ist zwar Amun-Re-trocken, aber dennoch ein schönes Spiel :-) Okay, Meinung halt.
Tschüß
Marten