Beitragvon Steffen S. » 28. Mai 2006, 14:11
Andrea schrieb:
>
> Hallo Spieler,
>
> ich persönlich bin sehr enttäuscht von der Nominierungsliste
> für das Spiel des Jahres.
Das ist fast zwangsläufig immer und jedes Jahr bei etlichen Spielern so. Ich hötte die Liste in teilen auch anders zusammengestellt, aber es gab m.E. schon weitaus schlechtere.
> Wie traurig wäre es zum Beispiel, wenn es Thurn und Taxis würde,
Ganz einfach: Das wäre gar nicht traurig. Es wäre eine Entscheidung für ein Spiel, das GERADE unter den Gelegenheitsspielern großen Anklang gefunden hat. Selbst ohne Titel verkauft sich T&T bereits hervorragend. Beim Pfefferkucherl, der sicher keine repräsentative Umfrage bietet, aber immerhin einen interessanten Anhaltspunkt, hat T&T deutlich Platz 1 abgeräumt. Und wenn du dir den (Foto-)bericht dazu zu Gemüte führst wirst du sehen, dass gerade Kinder bzw. familien mit Kindern dort eine ganz gewichtige Rolle bei der Abstimmung spielen.
> ich kann mir beim besten
> Willen nicht vorstellen wo da der Spielreiz und für die
> Kinder in einer Familie liegen soll und wie sie jemals
> einigermaßen gleichwertigen Spaß wie manche Erwachsene an
> diesem Spiel haben sollen.
Die einzige Erkenntnis, die man aus diesem Satz (und den folgenden) ziehen könnte ist die, dass auch Kinder offensichtlich unterschiedliche Geschmäcker haben. In meinen Runden (2 verschiedene Familien) spielten insgesamt 4 Kinder im Alter zwischen 9 und 13 mit, und waren uneingeschränkt begeistert von T&T - ganz im gegensatz zu Mauerbauer und Ohne Ruhm und Ehre...
> Ich vermisse außerdem die neuen
> Spielideen bei allen nominierten Spielen außer bei Seeräuber.
Da mag was dran sein, aber das ist eben eine klassische Mangelerscheinung bei Leuten, die sehr viel Spielen. Für Menschen, die im Jahr 1-2 Spiele kaufen (und eben dies trifft auf die meisten SDJ-Familien wahrscheinlich zu) spielt das einfach keine Rolle. Im übrigen könnte man durchaus provokant fragen: gab es seit Siedler überhaupt nochmal so etwas wie "völlig neue Spielideen"? Gab es nicht allenfalls neue Spielelemente? Besteht heute die Kunst nicht vielmehr in der gekonnten, "neuartigen" Kombination bekannter Mechanismen als in der viel schwerer gewordenen Erfindung neuer?
> Ein ähnliches Spiel fällt mir im Moment nicht ein. Ich habe
> viele neue Spiele mit Kindern und Nichten und Neffen getestet
> und am besten angekommen sind da Spiele wie Um Ruhm und Ehre
> und Mauerbauer oder auch das neue Dr Schlüsselbart.
ORuE + Mauerbauer habe ich oben bereits behandelt. Bei Dr. Schlüsselbart widersprichst du deiner eigeen Forderung: Eine FAMILIE (Familienspiel) umfasst doch eben NICHT NUR Kinder, sondern auch Erwachsene bzw. ältere Kinder, also Jugendliche. Und bei Schlüsselbart kan ich deinen obigen Satz um 100% drehen:
"[geädertes ZITAT] Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Jugendliche oder Erwachsene langfristig einen vergleichbaren Spielspaß wie Kinder an diesem Spiel haben sollen." Schlüsselbart steht übrigens auf der Empfehlungsliste für das Kinderspiel des Jahres - und genau da gehört es auch hin.
Grüße,
Steffen