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Spiele in Deutschland

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Simon-spielbox
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Beiträge: 589

Re: Mit kleiner Korrektur

Beitragvon Simon-spielbox » 28. Juni 2006, 20:01

VolkiDU schrieb:
>
> MIchael Weber schrieb:
> > (lässt gerade gerne den Dipl. Sozialwiss. raushängen)
>
> Dann solltest gerade Du doch wissen, welche Zigarettenmarke
> Nichtraucher [b]bevorzugen?[/b] ;-)

"Muß man das als SoWi wissen?" Fragt sich der Nichtraucher-Soziologe.

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Roman Pelek

Re: Spiele in Deutschland

Beitragvon Roman Pelek » 29. Juni 2006, 01:43

Hi Michael,

Michael Weber schrieb:

> Wenn die Gruppen von vornherein so unsinnig definiert (und -
> noch mal Entschuldigung - so schwachsinnig benannt ;-) )
> werden, kann kaum etwas brauchbares rauskommen. Wer
> entscheidet denn, was normal, Mainstream usw ist? Wieso wird
> in den Typisirungen ausgeschlossen, dass Digi-Spieler auch
> Brettspiele mögen und anders herum? Wie soll von einer einer
> recht willkürlichen Auswahl von Personen/Spielern auf eine
> Marktentwicklung geschlossen werden?

Gar nicht, weil es im Vorfeld schon zum Scheitern verurteilt ist, wie Du richtig ausführst. Nach den vorgegebenen Kategorisierungen wäre ich selbst wohl am ehesten sowohl "Normalo" (weil ich häufig digitale Mainstreamkost spiele) als auch "Nichtspieler" (wegen meiner zugleich hohen Affinität zu Brettspielen). Ich fürchte allerdings, dass die Charakterisierung meinereiner als "Normalo-Nichtspieler" einige Leser hier zu herzhaftem Lachen animieren könnte.

> Michael
> (erinnert sich gerade an seine Projekte der qualitativen
> Sozialforschung)

Wenn's Dich tröstet: auch als hauptberuflicher Statistiker kriege ich von sowas Magenkrämpfe. Da stimmt wirklich gar nix, das kann man getrost in die Tonne kloppen, ohne es vorher ausprobieren zu müssen.

Ciao,
Roman (schlägt die Kategorie "YPS" vor: "Young professional Spieler" - männlich, 32 Jahre alt, besitzt einen hochgradig egoistischen Europäisch-Kurzhaar-Kater und kann sich MAC-Adressen von Netzwerkkarten im Allgemeinen extrem schlecht merken. Den "YPS" gibt's dafür aber mit Gimmick und der schönen Plastikfolie, in der man notfalls seine versehentlich dahingeschiedenen Urzeitideen, äh -krebse, geruchtsneutral von A nach B transportieren kann.)

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Roman Pelek

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Roman Pelek » 29. Juni 2006, 02:58

Hi Günter,

Günter Cornett schrieb:

> Inhaltlich ist die Auswahl der Gruppen natürlich etwas
> seltsam, aber kann schon seinen Sinn haben. Dass unter
> 'Spieler' vor allem Computerspieler verstanden werden, ist
> zwar nicht korrekt, aber ist sicherlich dichter an der
> Realität als wenn wir von 'Spielern' sprechen und damit
> Brett- und Kartenspieler meinen.

Dass "Spieler" in der Brettspielszene ein gerne sehr eingeschränkt verwendeter, das eigene (Brettspiel-)Hobby gerne überhöhender Begriff ist, darüber müssen wir wahrlich nicht streiten. Diese Meinung teile ich allzu gerne.

Dennoch sind die Schnittmengen, die undifferenzierte Kategorisierung auch mit Hinblick auf digitale Medien m. E. haarsträubend. Es überschneiden sich Alter sowie Geschlechter, "Frauen" mit "jungen Spielern" und "Normalos". Was soll das überhaupt, "Frauen" als eigene Kategorie einzuführen und das weibliche Geschlecht quer durch alle Altersgruppen über einen Kamm zu scheren? Soll die Aussage etwa lauten "Frauen sind eh alle gleich", während man sonst "bei Männern" als Spieler differenzieren muss? Dass man "grey gamers" (dennoch blöder Name) vereinheitlicht, kann ich meinetwegen noch nachvollziehen, da von dieser Zielgruppe bei digitalen Medien mehrheitlich weniger Affinität zu erwarten ist, die es auseinander zu dividieren lohnt. Aber wo sind eigentlich passionierte Computerspieler zwischen 17 und 24 geblieben? Sind das alles "Nichtspieler" oder "Frauen"? Und "jung" ist man per definitionem nur zwischen 14 und 16?

Bei aller Liebe: das taugt keinen Schuss Pulver. Dass die spielbox-forumseigene Definition von "Spieler" m. E. häufig auch nix taugt, bleibt davon unberührt. Mist bleibt Mist, auch wenn andere Leute anderswo vielleicht auch gerne (anderen) Mist anhäufen.

Ciao,
Roman

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Dirk Piesker
Kennerspieler
Beiträge: 950

Re: YPS

Beitragvon Dirk Piesker » 29. Juni 2006, 08:00



> Roman (schlägt die Kategorie "YPS" vor: "Young professional
> Spieler" - männlich, 32 Jahre alt, besitzt einen hochgradig
> egoistischen Europäisch-Kurzhaar-Kater und kann sich
> MAC-Adressen von Netzwerkkarten im Allgemeinen extrem
> schlecht merken. Den "YPS" gibt's dafür aber mit Gimmick und
> der schönen Plastikfolie, in der man notfalls seine
> versehentlich dahingeschiedenen Urzeitideen, äh -krebse,
> geruchtsneutral von A nach B transportieren kann.)

ROFL... gibts den YPS auch mit Gimmick? :)

Dirk

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: YPS

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 29. Juni 2006, 08:17

Dirk Piesker schrieb:
>
> ROFL... gibts den YPS auch mit Gimmick? :)

Der Gimmick von Roman heißt Claudia.

Gruß Carsten (auch mit Gimmick)

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Steffen S.

Re: YPS

Beitragvon Steffen S. » 29. Juni 2006, 08:48

Ach, Claudia ist ein urzeiizlicher Flusskrebs? Komisch, die Viecher sehen auch immer menschlicher aus...

Vorsintflutliche Grüße,
Steffen (als Kind auch öfter mit YPS zu sehen)

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Roman Pelek

Re: YPS

Beitragvon Roman Pelek » 29. Juni 2006, 10:55

Moin zusammen,

Steffen S. schrieb:
>
> Ach, Claudia ist ein urzeiizlicher Flusskrebs? Komisch, die
> Viecher sehen auch immer menschlicher aus...

Dazu sage ich nur: am Anfang war es bloß eine Tüte, am Ende die große Liebe :-D

Ciao,
Roman (es wird ja auch endlich mal Zeit für die Instant-Gattin, wenn sich Deutschland Land der Ideen und Exportweltmeister schimpfen will)

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Kai Borschinsky

Re: Studie

Beitragvon Kai Borschinsky » 29. Juni 2006, 11:15

Tim schrieb:
>
> > Da kann man nur den Kopf schütteln. Aber vielleicht wissen
> > wir ja nur zu wenig ...
>
> Es klingt immerhin so, als hätten sie in früheren Studien
> schon mal Spieler-Cluster gebildet ... Mich überrascht aber
> immer wieder, welche Späße sich die Wissenschaftler mit
> unseren Steuergeldern erlauben. :D

Och, das ist ein privates Institut, da kannst du von ausgehen, dass das nicht unbedingt Steuergelder sind, die da verbraten werden.

Da hängt irgendein Auftrag hinter. Wobei der auch irgendwas im politischen Umfeld sein kann. Fokus scheint mir aber offensichtlich auf der Computer-Spiele-Industrie zu liegen...

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Günter Cornett

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Günter Cornett » 29. Juni 2006, 11:36

Michael Weber schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > Ich würd da eher auf die Referenzen und die konkrete
> > Untersuchung als auf die Rechtsform schauen. GbR ist nichts
> > Anrüchiges, eher ein Anzeichen dafür, dass nicht das dicke
> > Geld dahinter steckt.
>
> Ne, aber der Name lässt auf ein Uni-Institut oder etwas
> größeres privat-gewerbliches schließen. Allein aus
> Haftungsgründen ist es absolut üblich, Forschungsunternehmen
> mindestens in eine GmbH zu verwandeln. Ich sagte ja auch nur,
> dass mich das stutzig macht.

Kommt drauf an, an was da rumgeforscht wird.
Die Haftungsrisiken für die Erforschung von Gentechnik, Endlagerstätten, Medizin, ... hat sicher ein anderes Haftungsrisiko als Meinungsforschung oder eben die Erforschung von Spielerverhalten.

Was kann dabei schon kaputt gehen?
Die Risiken sind dabei nicht größer als in jeder anderen GbR.

Oder welche Spieler-GAU könnte eintreten?


> > Inhaltlich ist die Auswahl der Gruppen natürlich etwas
> > seltsam, aber kann schon seinen Sinn haben.
>
> Nicht inhaltlich, sondern eher formal. Mit einer solchen
> Unterteilung sind Forschungsfehler vorprogrammiert.

Aber auch nachvollziehbar.

> > Dass unter
> > 'Spieler' vor allem Computerspieler verstanden werden, ist
> > zwar nicht korrekt, aber ist sicherlich dichter an der
> > Realität als wenn wir von 'Spielern' sprechen und damit
> > Brett- und Kartenspieler meinen.
>
> Richtig, ist hier aber nicht das Problem. Schiweig finde ihc
> nur, dass Nicht-Spieler aus dem Dunskreis der Brettspieler zu
> suchen sind. Die vielen Überschneidungen gehen entweder
> verloren, werden nicht berücksichtigt oder stecken bereits in
> den anderen Gruppen. Eine solche Unterteilung würde jedem
> Studenten bereits im ersten Semester ausgeredet.

Mag sein - dieser Punkt interessierte mich nicht so sehr.
Mir ging es zum einen um den Hinweis auf die GbR und auf die Kritik an Nicht-Spieler, die Brettspiele bevorzugen.
Die englische Bezeichnung non-digital-gamers ist da präzise.
Eine etwas ungenaue Übersetzung kennen wir aus vielen Spielanleitungen.
Wenn das englische Original beiliegt, wird durch einen kleinen Lapsus kein schlechtes Spiel aus einem guten.

> Michael
> (der sich über Günters tatkräftige Mithilfe in Gö gefreut hat)

Na, ist doch selbstverständlich. Vielleicht schreib ich in diesem Sommer auch mal wieder einen Artikel für das Reich. Zwei, drei, Themen liegen mir auf meiner lästerhaften Zunge ...

Gruß, Günter

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Ferendra

Re: [OT] HD

Beitragvon Ferendra » 29. Juni 2006, 11:41

Oh ja, Heidelberg.
Wahlweise kann man sich während sein Auto von Blaumännern abgeschleppt wird von Studenten mit dem Fahrrad überfahren lassen oder von Billigtouristen als seltener Einheimischer bestaunen lassen.

Gruss
Ferendra
Churpfälzer

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Günter Cornett

Re: Spiele in Deutschland

Beitragvon Günter Cornett » 29. Juni 2006, 11:42

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Michael,
>
> Michael Weber schrieb:
>
> > Wenn die Gruppen von vornherein so unsinnig definiert (und -
> > noch mal Entschuldigung - so schwachsinnig benannt ;-) )
> > werden, kann kaum etwas brauchbares rauskommen. Wer
> > entscheidet denn, was normal, Mainstream usw ist? Wieso wird
> > in den Typisirungen ausgeschlossen, dass Digi-Spieler auch
> > Brettspiele mögen und anders herum? Wie soll von einer einer
> > recht willkürlichen Auswahl von Personen/Spielern auf eine
> > Marktentwicklung geschlossen werden?
>
> Gar nicht, weil es im Vorfeld schon zum Scheitern verurteilt
> ist, wie Du richtig ausführst. Nach den vorgegebenen
> Kategorisierungen wäre ich selbst wohl am ehesten sowohl
> "Normalo" (weil ich häufig digitale Mainstreamkost spiele)
> als auch "Nichtspieler" (wegen meiner zugleich hohen
> Affinität zu Brettspielen). Ich fürchte allerdings, dass die

Nö, Affinität zu Brettspielen ist kein ausreichendes Kriterium für die Gruppe 'non-digital-gamers'.

> Wenn's Dich tröstet: auch als hauptberuflicher Statistiker
> kriege ich von sowas Magenkrämpfe. Da stimmt wirklich gar
> nix, das kann man getrost in die Tonne kloppen, ohne es
> vorher ausprobieren zu müssen.

Das mag sein, aber lesen sollten man schon das, was man kritisiert. ;-)

Gruß, Günter

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Günter Cornett

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Günter Cornett » 29. Juni 2006, 11:55

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Günter,
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> > Inhaltlich ist die Auswahl der Gruppen natürlich etwas
> > seltsam, aber kann schon seinen Sinn haben. Dass unter
> > 'Spieler' vor allem Computerspieler verstanden werden, ist
> > zwar nicht korrekt, aber ist sicherlich dichter an der
> > Realität als wenn wir von 'Spielern' sprechen und damit
> > Brett- und Kartenspieler meinen.
>
> Dass "Spieler" in der Brettspielszene ein gerne sehr
> eingeschränkt verwendeter, das eigene (Brettspiel-)Hobby
> gerne überhöhender Begriff ist, darüber müssen wir wahrlich
> nicht streiten. Diese Meinung teile ich allzu gerne.
>
> Dennoch sind die Schnittmengen, die undifferenzierte
> Kategorisierung auch mit Hinblick auf digitale Medien m. E.
> haarsträubend. Es überschneiden sich Alter sowie
> Geschlechter, "Frauen" mit "jungen Spielern" und "Normalos".

Was ist an Schnittmengen haarsträubend?
Bei einer Untersuchung über Verkehrsteilnehmer könnte ich sowohl als Mann als auch als Radfahrer als auch als Fußgänger als auch als 40-50jähriger als auch als Brettspieler (wenn das dann Sinn macht) teilnehmen. Überschneidungen sind manchmal gar nicht zu vermeiden.

> Was soll das überhaupt, "Frauen" als eigene Kategorie
> einzuführen und das weibliche Geschlecht quer durch alle
> Altersgruppen über einen Kamm zu scheren? Soll die Aussage
> etwa lauten "Frauen sind eh alle gleich", während man sonst

' verschiedene Spieltypen bzw. -intensitäten ' meint sicher nicht, dassFrauen eh alle gleich sind.

> "bei Männern" als Spieler differenzieren muss? Dass man "grey

Wie kommst du darauf, dass mit gamers nur Männer gemeint sind?
Abgesehen von den casual gamers steht überall 'weiblich und männlich' gemeint ist. Ob die casual gamers nur männlich sind oder 'weiblich und männlich' hier vergessen wurde, hmm,...
Die Aufgabenstellung ist sicherlich ähnlich oberflächlich wie die Kritik daran.
Allerdings kann man bei einem Forumsbeitrag nicht davon ausgehen, dass es sich um eine detaillierte Beschreibung handelt.

Fragt doch mal beim Institut nach, wie die Gruppen genau aufgeteilt werden und warum.



> gamers" (dennoch blöder Name) vereinheitlicht, kann ich
> meinetwegen noch nachvollziehen, da von dieser Zielgruppe bei
> digitalen Medien mehrheitlich weniger Affinität zu erwarten
> ist, die es auseinander zu dividieren lohnt. Aber wo sind
> eigentlich passionierte Computerspieler zwischen 17 und 24
> geblieben? Sind das alles "Nichtspieler" oder "Frauen"? Und
> "jung" ist man per definitionem nur zwischen 14 und 16?

im Vergleich zu den anderen Gruppen ist die Bezeichnung 'young' durchaus korrekt. Weshalb bestimmte Gruppen gar nicht erfasst werden und andere mehrfach findet ihre Erklärung möglicherweise in Hinblick auf die - uns unbekannten - Fragestellungen, möglicherweise auch nicht.

Gruß, Günter

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Roman Pelek

Re: Spiele in Deutschland

Beitragvon Roman Pelek » 29. Juni 2006, 12:27

Hi Günter,

Günter Cornett schrieb:

> > Wenn's Dich tröstet: auch als hauptberuflicher Statistiker
> > kriege ich von sowas Magenkrämpfe. Da stimmt wirklich gar
> > nix, das kann man getrost in die Tonne kloppen, ohne es
> > vorher ausprobieren zu müssen.
>
> Das mag sein, aber lesen sollten man schon das, was man
> kritisiert. ;-)

Hm, vielleicht lag's eher daran, dass ich mich hier hätte etwas präziser ausdrücken können... In diesem Sinne schuldig :-)

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 00:02

Hi Günter,

Günter Cornett schrieb:

> Was ist an Schnittmengen haarsträubend?
> Bei einer Untersuchung über Verkehrsteilnehmer könnte ich
> sowohl als Mann als auch als Radfahrer als auch als Fußgänger
> als auch als 40-50jähriger als auch als Brettspieler (wenn
> das dann Sinn macht) teilnehmen. Überschneidungen sind
> manchmal gar nicht zu vermeiden.

Das eine Person nicht selten mehrere Eigenschaften als Spieler vereint und zu mehreren Gruppen gehört, ist nicht zu vermeiden und soll es sicherlich nicht. Was mir auffällt, sind primär die teilweise starken Überschneidungen der Altersgruppen und Geschlechter (und diese Eigenschaften sind eindeutig) bei gleichzeitiger Präsenz von Lücken (16jährige Frauen kommen in drei Gruppen vor, 17-24jährige männliche Digital-Aficionados in keiner).

> > Was soll das überhaupt, "Frauen" als eigene Kategorie
> > einzuführen und das weibliche Geschlecht quer durch alle
> > Altersgruppen über einen Kamm zu scheren? Soll die Aussage
> > etwa lauten "Frauen sind eh alle gleich", während man sonst
>
> ' verschiedene Spieltypen bzw. -intensitäten ' meint sicher
> nicht, dassFrauen eh alle gleich sind.

Nein. Aber es ist auffällig, dass bei den "young gamers" mit 14-16 ein sehr enger Fokus vorliegt (m. E. zu eng für diese Zielgruppe) während bei der Frauendiskussionsgruppe die Alterspanne extrem breit ist. Bei den "young gamers" adressiert man nur einen Ausschnitt einer Lebensphase (Pubertät, dafür aber nicht geschlechtsspezifisch), während bei Frauen durchaus drei verschiedene Generationen aufeinandertreffen. Das macht mich stutzig, da u. A. eine hohe Selektion in einer Gruppe einer anderen Gruppe gegenüber steht, in der sehr verschiedene Erfahrungshorizonte miteinander konfrontiert werden.

> Die Aufgabenstellung ist sicherlich ähnlich oberflächlich wie
> die Kritik daran.
> Allerdings kann man bei einem Forumsbeitrag nicht davon
> ausgehen, dass es sich um eine detaillierte Beschreibung
> handelt.

Deswegen präzisiere ich es gerne, ich hatte ja schon angemerkt, dass es von mir sicher etwas zu unpräzise formuliert war, wenn ich schon mangelnde Präzision mit kritisiere.

> Fragt doch mal beim Institut nach, wie die Gruppen genau
> aufgeteilt werden und warum.

> im Vergleich zu den anderen Gruppen ist die Bezeichnung
> 'young' durchaus korrekt. Weshalb bestimmte Gruppen gar nicht
> erfasst werden und andere mehrfach findet ihre Erklärung
> möglicherweise in Hinblick auf die - uns unbekannten -
> Fragestellungen, möglicherweise auch nicht.

Das eine mögliche Erklärung, denn ein flächendeckendes Bild über die Entwicklung des Marktes für digitale Spiele in Deutschland - und danach klingt es vom Anspruch her - erhält man so definitiv nicht. Dazu bräuchte es z.B. eine disjunkte, aber lückenlose Aufteilung in Beobachtungseinheiten getrennt nach Alter und Geschlecht.

Insofern sind meine Kritikpunkte:

a) Die Intransparenz der Zielsetzung dieses Forschungsprojektes, die nicht hinreichend vermittelte Intention des Ganzen. Ist es ein umfassendes Forschungsprojekt oder sind es lediglich parallel laufende Auftragsstudien unter einem gemeinsam Oberthema?
b) Die recht laxe Definition des gewünschten Teilnehmerkreises der einzelnen Gruppen, die in einer hohen Unsicherheit, wer sich angesprochen fühlen soll oder nicht, resultiert.
c) Der Teilnehmerkreis (ausgehend davon, dass Menschen reisefaul sind, wenn man ihnen nicht entsprechende Anreize gibt, 30 Euro plus Reisekosten werden z. B. kaum jemanden aus weiter entfernten Bundesländern anlocken) aus dem näheren Einzugsbereich von Luwigshafen rekrutiert und somit mit Sicherheit in keinster Weise repräsentativ für das gesamte Deutschland sein wird.

Ich hoffe, ich habe meine (gleichbleibenden) Bedenken hiermit etwas exakter und sachlicher paraphrasiert :-)

Ciao,
Roman (Im übrigen wird die "Generation 50+", früher häufig auch als "Senioren" oder "Graue" tituliert, neudeutsch mittlerweile gerne "best ager" geschimpft. Das klingt positiver. Und das muss es ja auch, seit die deutsche Wirtschaft entdeckt hat, welche Kaufkraft jenseits der ehemaligen Hauptzielgruppe bis 49 Jahre wirklich schlummert. Die werden im Gegensatz zu den "Youngstern" nämlich immer mehr und sind auch konsumfreudiger als die "Fünfzigplusser" von früher ;-) )

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Roman Pelek

Und hier kommt der Errata-Zettel :-)

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 00:25

Moin,

um mal kurz Friedemann zu spielen, da mich grade meine eigenen Fehler nerven: Zu Anfang meines ersten Absatzes darf es gerne "Dass eine Person,,," heißen, im vierten "Das ist eine mögliche Erklärung" und in Kritikpunkt c) habe ich ob der Klammerbemerkung verschlafen, den Relativsatz gebührend mit ", welcher sich" einzuleiten.

Um Abbitte zu leisten, verspreche ich, weiterhin jeden "Zwiebelfisch" auf Spiegel-Online zu lesen :-))

Ciao,
Roman (hofft inständig darauf, dass sich jetzt niemand auf die Käsefondueszene in "Asterix bei den Schweizern" beruft und meinen ersten Buchstabenverlust mit Stockhieben, den zweiten mit der Peitsche und den dritten mit einer Versenkung meiner Person in einem See garniert sehen will)

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Günter Cornett

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Günter Cornett » 30. Juni 2006, 00:36

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Günter,
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> Was mir auffällt,
> sind primär die teilweise starken Überschneidungen der
> Altersgruppen und Geschlechter (und diese Eigenschaften sind
> eindeutig) bei gleichzeitiger Präsenz von Lücken (16jährige
> Frauen kommen in drei Gruppen vor, 17-24jährige männliche
> Digital-Aficionados in keiner).

Hi Roman,
was mir zunächst einmal auffällt, ist, dass es nicht um Befragungen sondern um Gruppendiskussionen geht. Um das "Hauptziel des Forschungsvorhabens, die Entwicklung des Marktes für digitale und nicht-digitale Spiele in Deutschland zu beschreiben" kann das allenfalls eine ergänzende Funktion haben. Denn Gruppendiskussionen snd sicher nicht das primäre Mittel, um sachliche Informationen zu einem solchen Thema in einer Weise zu bekommen, die für eine wissenschaftliche Auswertung geeignet ist.

Es ist entweder nur ein Teil der Wahrheit oder das Thema ist nur vorgeschoben, weil etwas ganz anderes erforscht werden soll. Verhalten in Gruppendiskussionen. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Mitglieder dieses Ziel nicht kennen und das Diskussionsthema sie stark beschäftigt..


> > > Was soll das überhaupt, "Frauen" als eigene Kategorie
> > > einzuführen und das weibliche Geschlecht quer durch alle
> > > Altersgruppen über einen Kamm zu scheren? Soll die Aussage
> > > etwa lauten "Frauen sind eh alle gleich", während man sonst
> >
> > ' verschiedene Spieltypen bzw. -intensitäten ' meint sicher
> > nicht, dassFrauen eh alle gleich sind.
>
> Nein. Aber es ist auffällig, dass bei den "young gamers" mit
> 14-16 ein sehr enger Fokus vorliegt (m. E. zu eng für diese
> Zielgruppe) während bei der Frauendiskussionsgruppe die
> Alterspanne extrem breit ist. Bei den "young gamers"

Es gibt unter den BrettspielerInnen sehr viel weniger Frauen. Bei PC-Spielen ist das möglicherweise ähnlich. Vielleicht gibt es Erfahrungswerte darüber wieviel Leute sich melden. Wenn abzusehen ist, dass im Schnitt ein bis zwei Frauen eine Gruppendiskussion führen, dann macht eine Zusammenlegung eventuell schon Sinn.

> adressiert man nur einen Ausschnitt einer Lebensphase
> (Pubertät, dafür aber nicht geschlechtsspezifisch), während
> bei Frauen durchaus drei verschiedene Generationen
> aufeinandertreffen. Das macht mich stutzig, da u. A. eine
> hohe Selektion in einer Gruppe einer anderen Gruppe gegenüber
> steht, in der sehr verschiedene Erfahrungshorizonte
> miteinander konfrontiert werden.

Das gibt dann sicherlich unterschiedliche Ergebnisse.

> > Die Aufgabenstellung ist sicherlich ähnlich oberflächlich wie
> > die Kritik daran.
> > Allerdings kann man bei einem Forumsbeitrag nicht davon
> > ausgehen, dass es sich um eine detaillierte Beschreibung
> > handelt.
>
> Deswegen präzisiere ich es gerne, ich hatte ja schon
> angemerkt, dass es von mir sicher etwas zu unpräzise
> formuliert war, wenn ich schon mangelnde Präzision mit
> kritisiere.
>
> > Fragt doch mal beim Institut nach, wie die Gruppen genau
> > aufgeteilt werden und warum.
>
> > im Vergleich zu den anderen Gruppen ist die Bezeichnung
> > 'young' durchaus korrekt. Weshalb bestimmte Gruppen gar nicht
> > erfasst werden und andere mehrfach findet ihre Erklärung
> > möglicherweise in Hinblick auf die - uns unbekannten -
> > Fragestellungen, möglicherweise auch nicht.
>
> Das eine mögliche Erklärung, denn ein flächendeckendes Bild
> über die Entwicklung des Marktes für digitale Spiele in
> Deutschland - und danach klingt es vom Anspruch her - erhält
> man so definitiv nicht. Dazu bräuchte es z.B. eine disjunkte,
> aber lückenlose Aufteilung in Beobachtungseinheiten getrennt
> nach Alter und Geschlecht.

Die Entwicklung des Marktes beobachtet man nicht in Gruppendiskussionen sondern man besorgt sich einfach die Verkaufszahlen.

> Insofern sind meine Kritikpunkte:
>
> a) Die Intransparenz der Zielsetzung dieses
> Forschungsprojektes, die nicht hinreichend vermittelte
> Intention des Ganzen. Ist es ein umfassendes
> Forschungsprojekt oder sind es lediglich parallel laufende
> Auftragsstudien unter einem gemeinsam Oberthema?

Wie ausführlich hätte der Forumsbeitrag denn sein sollen?

> b) Die recht laxe Definition des gewünschten
> Teilnehmerkreises der einzelnen Gruppen, die in einer hohen
> Unsicherheit, wer sich angesprochen fühlen soll oder nicht,
> resultiert.

Die Teilnehmerkreise sind schon recht deutlich definiert.
Lediglich der Grund für die Einteilung ist etwas nebulös.

> c) Der Teilnehmerkreis (ausgehend davon, dass Menschen
> reisefaul sind, wenn man ihnen nicht entsprechende Anreize
> gibt, 30 Euro plus Reisekosten werden z. B. kaum jemanden aus
> weiter entfernten Bundesländern anlocken) aus dem näheren
> Einzugsbereich von Luwigshafen rekrutiert und somit mit
> Sicherheit in keinster Weise repräsentativ für das gesamte
> Deutschland sein wird.

Vielleicht ist Ludwigshafen ja das Abbild ... ach, da denke ich lieber nicht weiter.

> Ich hoffe, ich habe meine (gleichbleibenden) Bedenken hiermit
> etwas exakter und sachlicher paraphrasiert :-)

Jo, vielleicht antwortet Stefan Dobler ja mal auf die Fragen und Bedenken.

Gruß, Günter

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Michael Weber

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Michael Weber » 30. Juni 2006, 00:51

Günter, liebster Brummbär, so wie es im Posting steht, ist die Typisierung der Gruppen ein Fehler, der Folgefehler in den Ergebnissen nach sich ziehen wird, wenn es um eine qualitative Auswertung der Diskussion/Ergebnisse geht. Jedem Statistiker/Sozialwissenschaftler stehen zu Recht die Haare zu Berge. Aber es kann natürlich sein, dass wir wesentliche Infos nicht haben. Nur ist die Einteilung der Gruppen dennoch höchst bedenklich. Anders ausgedrückt behaupte ich mal mit den vorliegenden Infos: schlampiges Forschungsdesign.

Michael
(brummt gerade den Brummbären an :-D )

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Günter Cornett

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Günter Cornett » 30. Juni 2006, 01:05

Michael Weber schrieb:
>
> Günter, liebster Brummbär, so wie es im Posting steht, ist
> die Typisierung der Gruppen ein Fehler, der Folgefehler in

Brummbrumm, das mag ja sein.
Nur war die Kritik - zumindest anfänglich - nicht besser als das, was kritisiert wurde (Stichelwort Nicht-Spieler).

> den Ergebnissen nach sich ziehen wird, wenn es um eine
> qualitative Auswertung der Diskussion/Ergebnisse geht. Jedem

Ist eine solche Diskussion denn überhaupt ein geeignetes Mittel, um eine Marktentwicklung zu beschreiben? Sehr wahrscheinlich geht es nicht darum sondern um ganz subjektive Einstellungen der Teilnehmer.

> Statistiker/Sozialwissenschaftler stehen zu Recht die Haare
> zu Berge. Aber es kann natürlich sein, dass wir wesentliche
> Infos nicht haben.

Es ist ganz sicher so.

> Nur ist die Einteilung der Gruppen dennoch höchst bedenklich.

Kommt drauf, worum es da wirklich geht.
Auf 'objektive Ergebnisse' wird da sicher nicht wert gelegt.

> Anders ausgedrückt behaupte ich mal mit
> den vorliegenden Infos: schlampiges Forschungsdesign.

Tja, das Design bestimmt eben das Bewusstsein.

> Michael
> (brummt gerade den Brummbären an :-D )
der auch nur die Brummbären angebrummt hat.

Ab nach Bayern ... !

Brummbrumm,

Günter

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Roman Pelek

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 03:01

Hi Günter,

Günter Cornett schrieb:

> was mir zunächst einmal auffällt, ist, dass es nicht um
> Befragungen sondern um Gruppendiskussionen geht. Um das
> "Hauptziel des Forschungsvorhabens, die Entwicklung des
> Marktes für digitale und nicht-digitale Spiele in Deutschland
> zu beschreiben" kann das allenfalls eine ergänzende Funktion
> haben. Denn Gruppendiskussionen snd sicher nicht das primäre
> Mittel, um sachliche Informationen zu einem solchen Thema in
> einer Weise zu bekommen, die für eine wissenschaftliche
> Auswertung geeignet ist.

Das ist schmerzlich richtig, was Du sagst. Gruppendiskussionen sind eher ein Mittel, um Dynamik und Interaktion zwischen verschiedenen Charakteren/Auffassungen zu beobachten als eine Studie über einen Markt durchzuführen.

> Es ist entweder nur ein Teil der Wahrheit oder das Thema ist
> nur vorgeschoben, weil etwas ganz anderes erforscht werden
> soll. Verhalten in Gruppendiskussionen. Das funktioniert
> natürlich nur, wenn die Mitglieder dieses Ziel nicht kennen
> und das Diskussionsthema sie stark beschäftigt..

Gut möglich, denn gewisse Dinge lassen sich nur objektiv beobachten, wenn Leute nicht wissen, auf was sie sich einlassen. Das ist ein ziemlich alter Trick, aber er birgt die eklatante Gefahr in sich, dass ihn aufmerksame Leute vorzeitig zerschießen. Sollte das die Absicht gewesen sein: die Leser dieses Forums sind durch diese Diskussion mittlerweile wohl allesamt als Zielgruppe dieser Studie ausgeschieden. Sowas sollte man dann aber auch nicht in dieser Form im Internet posten, das ist naiv. Bei der hohen Zahl an Lesern ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass einem jemand vielleicht auch unfreiwillig die Sache zerschießt.

> > Nein. Aber es ist auffällig, dass bei den "young gamers" mit
> > 14-16 ein sehr enger Fokus vorliegt (m. E. zu eng für diese
> > Zielgruppe) während bei der Frauendiskussionsgruppe die
> > Alterspanne extrem breit ist. Bei den "young gamers"
>
> Es gibt unter den BrettspielerInnen sehr viel weniger Frauen.
> Bei PC-Spielen ist das möglicherweise ähnlich. Vielleicht
> gibt es Erfahrungswerte darüber wieviel Leute sich melden.
> Wenn abzusehen ist, dass im Schnitt ein bis zwei Frauen eine
> Gruppendiskussion führen, dann macht eine Zusammenlegung
> eventuell schon Sinn.

Hm, ich würde nicht mehr von "Sinn" sprechen, sondern von "Notwendigkeit". Wenn man nicht das bekommt, was man haben will, muss man eben das nehmen, was da ist. Dann sollte man aber sehr leise auftreten, denn das ist reichlich dünnes Eis.

> > Ich hoffe, ich habe meine (gleichbleibenden) Bedenken hiermit
> > etwas exakter und sachlicher paraphrasiert :-)
>
> Jo, vielleicht antwortet Stefan Dobler ja mal auf die Fragen
> und Bedenken.

Das fände ich begrüßenswert. Mag sein, dass ich da etwas altmodisch bin, aber wer öffentlich in einem Forum Werbung für die eigene Sache macht, sollte sich auch öffentlich der Kritik stellen. Ehrlich gesagt bin ich nicht der Meinung, dass es Aufgabe der Kritiker hier ist, persönlich nachzufragen, was denn nun wie gemeint war. Zum einen sollte die Sorgfaltspflicht nun hinreichend erfüllt sein, zum anderen verstärkt eine Nichtäußerung wohl eher den negativen Eindruck.

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 04:46

Hi Günter,

Günter Cornett schrieb:
>
> Michael Weber schrieb:
> >
> > Günter, liebster Brummbär, so wie es im Posting steht, ist
> > die Typisierung der Gruppen ein Fehler, der Folgefehler in
>
> Brummbrumm, das mag ja sein.
> Nur war die Kritik - zumindest anfänglich - nicht besser als
> das, was kritisiert wurde (Stichelwort Nicht-Spieler).

Aber Du bist Dir schon gewiss darüber, was mit Brummbären in diesem Land passiert? ;-) Deutschland ist manchmal eine merkwürdige Heimat: wir schaffen es, alle Bürger so zu überwachen, als seien sie Terroristen (mittlerweile ist es mir ja schon fast unangenehm, wenn meine EC-Karte an einer Supermarktkasse mal nicht lesbar ist: "Sie haben doch hoffentlich auch Bargeld dabei?"), aber bei einem einzelnen marodierenden Bär, der nur seiner Natur folgt, bleibt uns nix anderers übrig, als ihn zu erschießen.

Naja, man soll ja nicht nur nörgeln, wir haben ja derzeit eine WM, die zeigt, dass wir mittlerweile endlich auch mal wieder zum multikulturellen Feiern zu gebrauchen sind. Und wir haben einen schwäbischen, autoritären Egomanen als Bundestrainer, der zeigt, wieviel möglich ist, wenn man nur will. Ich wüsste wirklich gerne, was und wie er das macht. Aber eines zeigt es jedenfalls: wenn man in diesem Land eine gute Idee hat, sollte man sie anderen nicht vorzeitig verraten, sondern sie ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen. Und die Tatsache ertragen, dass man für Visionen vielfach und lange Zeit als Ar...mgeige dargestellt wird.

> > Statistiker/Sozialwissenschaftler stehen zu Recht die Haare
> > zu Berge. Aber es kann natürlich sein, dass wir wesentliche
> > Infos nicht haben.
>
> Es ist ganz sicher so.

Wie gesagt: bei öffentlicher Werbung hätte ich auch gerne öffentliche Motive. Sonst richtet man nur Schaden an und erweckt die bei vielen inhärente Paranoia zu neuem Leben. Das ist m. E. kontraproduktiv.

Ciao,
Roman ("If you're a thought you will want me to think you" / Tori Amos, "Scarlet's Walk")

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Norman Bates
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Beiträge: 207

Ich muss jetzt auch mal was sagen ... :)

Beitragvon Norman Bates » 30. Juni 2006, 09:15

Lieber Roman...

WANN SCHLÄFST DU EIGENTLICH? :)

verschlafene Gruesse,
NB

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Günter Cornett

[OT] Vorsicht: Roman-Günter-Gefasel

Beitragvon Günter Cornett » 30. Juni 2006, 09:16

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Günter,
>
> Günter Cornett schrieb:
> >
> > Michael Weber schrieb:
> > >
> > > Günter, liebster Brummbär, so wie es im Posting steht, ist
> > > die Typisierung der Gruppen ein Fehler, der Folgefehler in
> >
> > Brummbrumm, das mag ja sein.
> > Nur war die Kritik - zumindest anfänglich - nicht besser als
> > das, was kritisiert wurde (Stichelwort Nicht-Spieler).
>
> Aber Du bist Dir schon gewiss darüber, was mit Brummbären in
> diesem Land passiert? ;-) Deutschland ist manchmal eine

Aber sicher. Darauf zielte mein 'Ab nach Bayern' ab.

> merkwürdige Heimat: wir schaffen es, alle Bürger so zu
> überwachen, als seien sie Terroristen (mittlerweile ist es

Ist es denn nicht so?

Im Dresdner Polizeimuseum steht über dem Bereich Daktyloskopie:
'Dem Verbrecher auf die Finger geschaut'.
Ist ab März 2007 jeder Bürger, der einen Reisepass beantragt ein Verbrecher?
Vielleicht ändern sie auch den Satz in 'Dem Bürger auf die Finger geschaut'.

Wenn man allen Bürgern die Fingerabdrücke abnehmen muss, dann werden sie schon was getan haben oder getan haben werden. Selbst schuld!

> mir ja schon fast unangenehm, wenn meine EC-Karte an einer
> Supermarktkasse mal nicht lesbar ist: "Sie haben doch
> hoffentlich auch Bargeld dabei?"), aber bei einem einzelnen
> marodierenden Bär, der nur seiner Natur folgt, bleibt uns nix

seiner verbrecherischen Natur ...
Er war ein Krimineller

> anderers übrig, als ihn zu erschießen.

Die Berliner Zeitung berichtete auch von Wölfen, die "illegal eingewandert" sind

> Naja, man soll ja nicht nur nörgeln, wir haben ja derzeit
> eine WM, die zeigt, dass wir mittlerweile endlich auch mal
> wieder zum multikulturellen Feiern zu gebrauchen sind. Und

Ja, "Die Welt zu Gast bei Freunden" - die Betonung liegt auf Gast.

Und unter 'Gast' versteht man hierzulande vor allem: du gehst doch auch wieder, ja?
Bei der nigeranischen und ghanaischen Mannschaft der in Kreuzberg stattfindenden Straßenfußball-WM war man sich da nicht so sicher und hat sie daher gar nicht erst ins Land gelassen.

> wir haben einen schwäbischen, autoritären Egomanen als
Ist er das?

> Wie gesagt: bei öffentlicher Werbung hätte ich auch gerne öffentliche Motive.

Wo lebst du denn? Ach träum weiter.

> Sonst richtet man nur Schaden an und erweckt die bei vielen inhärente Paranoia
> zu neuem Leben. Das ist m. E. kontraproduktiv.

Kontraproduktiv - das hängt davon ab, was man erreichen will. Der Wurm am Angelhaken ist aus Sicht des Anglers auch nicht kontraproduktiv - es sei denn er ist schlecht befestigt

Gruß, Günter.

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Tim-spielbox

Re: Ich muss noch mal was sagen ...

Beitragvon Tim-spielbox » 30. Juni 2006, 10:29

> haben. Denn Gruppendiskussionen snd sicher nicht das primäre
> Mittel, um sachliche Informationen zu einem solchen Thema in
> einer Weise zu bekommen, die für eine wissenschaftliche
> Auswertung geeignet ist.

Klar, Gruppendiskussionen sind eine etablierte Methode in vielen Sozialwissenschaften und vor allem in der Marketingforschung. Man kann über die Qualität der Ergebnisse streiten, aber eine Gruppendiskussion ist nun mal billiger als eine repräsentative Befragung. ;)

> > Nein. Aber es ist auffällig, dass bei den "young gamers" mit
> > 14-16 ein sehr enger Fokus vorliegt (m. E. zu eng für diese
> > Zielgruppe) während bei der Frauendiskussionsgruppe die
> > Alterspanne extrem breit ist. Bei den "young gamers"

Das deutet auf einen Marketinghintergrund hin - da gibt es solche Zielgruppendefinitionen recht häufig. Und wenn die Studie einen Marketinghintergrund hat, dann ist die wissenschaftliche Qualität ohnehin egal. Das Institut muß Ergebnisse produzieren, und niemanden interessiert später, wie sie zustande gekommen sind. ;)

> Vielleicht ist Ludwigshafen ja das Abbild ... ach, da denke
> ich lieber nicht weiter.

Es gibt südlich von Ludwigshafen übrigens tatsächlich eine Gemeinde, die als repräsentativ für das ganze Bundesgebiet gilt - Hasloch ...


Tim

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Roman Pelek

Re: Ich muss jetzt auch mal was sagen ... :)

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 10:37

Huhu Norman,

Norman Bates schrieb:
>
> Lieber Roman...
>
> WANN SCHLÄFST DU EIGENTLICH? :)

Zwischen 4:47 und 10:14 Uhr? Und am Wochenende? Frag' mich nochmal, wenn meine Frau mit ihrem Bandscheibenproblem aus'm Krankenhaus 'raus und ich mich nicht ständig fragen muss, was gewisse Leute nun schon wieder mit ihr veranstalten und ob es Sinn macht ;-)

Ciao,
Roman (Paranoia ist 'ne feine Sache: man braucht sogar weniger Schlaf. Man muss sein Sichtfenster nur eng genug fassen, dann hält man sogar das für eine Wahrheit :-D )

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Roman Pelek

Re: [OT] Vorsicht: Roman-Günter-Gefasel

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 11:38

Hi Günter,

erstmal: schön ironischer Postingtitel, Respekt, Günter :-) Da kann wenigstens keiner rumnörgeln, er wäre nicht rechtzeitig gewarnt worden.

Günter Cornett schrieb:

> > merkwürdige Heimat: wir schaffen es, alle Bürger so zu
> > überwachen, als seien sie Terroristen (mittlerweile ist es
>
> Ist es denn nicht so?
>
> Im Dresdner Polizeimuseum steht über dem Bereich
> Daktyloskopie:
> 'Dem Verbrecher auf die Finger geschaut'.
> Ist ab März 2007 jeder Bürger, der einen Reisepass beantragt
> ein Verbrecher?
> Vielleicht ändern sie auch den Satz in 'Dem Bürger auf die
> Finger geschaut'.
>
> Wenn man allen Bürgern die Fingerabdrücke abnehmen muss, dann
> werden sie schon was getan haben oder getan haben werden.
> Selbst schuld!

Eben. Jeder Bürger hat den Staat, den er verdient :-)

> Die Berliner Zeitung berichtete auch von Wölfen, die "illegal
> eingewandert" sind

Um Gottes Willen, wo kämen wir denn da hin, wenn Tiere einfach weiterhin das machen könnten, was sie wollen und sich nicht um Rahmenbedingungen, die anständige Menschen setzen, kümmern müssen. Unkenntnis schützt schließlich nicht vor Strafe. Das gilt auch für Tiere und andere Analphabeten.

> > Naja, man soll ja nicht nur nörgeln, wir haben ja derzeit
> > eine WM, die zeigt, dass wir mittlerweile endlich auch mal
> > wieder zum multikulturellen Feiern zu gebrauchen sind. Und
>
> Ja, "Die Welt zu Gast bei Freunden" - die Betonung liegt auf
> Gast.
>
> Und unter 'Gast' versteht man hierzulande vor allem: du gehst
> doch auch wieder, ja?
> Bei der nigeranischen und ghanaischen Mannschaft der in
> Kreuzberg stattfindenden Straßenfußball-WM war man sich da
> nicht so sicher und hat sie daher gar nicht erst ins Land
> gelassen.

Sehr schön hat mir der trockene Kommentar von Achim Achilles in seiner Spiegel-Kolumne gefallen. Er schlug sinngemäß vor, vorsichtshalber in Zukunft an jedem deutschem Flughafen ein Warnschild aufzustellen: "Das was ihr während der WM von uns gesehen habt war Ausnahmezustand, nicht Deutschland" :-)

Selbst die Niederlande sind ja weiter als wir: die geben ob ihres Ausscheidens jetzt einer Ministerin die Schuld, die die Einbürgerung eines Elfenbeinküstlers verhindert hat. Und dass eine einzige Schwalbe doch einen Sommer machen kann, lehren uns ja erfolgreich unsere italienischen Nachbarn.

> > wir haben einen schwäbischen, autoritären Egomanen als
> Ist er das?

Weiß ich nicht mit Sicherheit - weißt Du es besser? ;-) Aber um eine Horde Deutscher so gelungen zu motivieren, braucht man m. E. ziemlich viel Autorität - im positiven Sinne. Und vermutlich ein extrem dickes Fell, um nicht im deutschen Fleischwolf zu landen. Auf jeden Fall ein dickeres Fell als der Problembär hatte. Ich schlage vorsichtshalber eine kugelsichere Weste vor.

> > Wie gesagt: bei öffentlicher Werbung hätte ich auch gerne
> öffentliche Motive.
>
> Wo lebst du denn? Ach träum weiter.

Wo ich lebe? Hier, an Ort und Stelle :-D Und ich fordere manchmal Dinge ein, die nicht da sind. Das heißt noch lange nicht, dass ich wirklich erwarte, sie zu bekommen, denn ans Christkind glaube ich selbst schon länger nicht mehr ;-) Aber mit reiner Desillusion gewinnt man ja auch keine Spiele.

> > Sonst richtet man nur Schaden an und erweckt die bei vielen
> inhärente Paranoia
> > zu neuem Leben. Das ist m. E. kontraproduktiv.
>
> Kontraproduktiv - das hängt davon ab, was man erreichen will.
> Der Wurm am Angelhaken ist aus Sicht des Anglers auch nicht
> kontraproduktiv - es sei denn er ist schlecht befestigt

Weißt Du was, Günter? Manchmal kann es richtig Spaß machen, mit Dir zu diskutieren, auch wenn es zwischenzeitlich extrem anstrengend ist :-)

Ciao,
Roman (entschuldigt sich jetzt auch ganz artig dafür, dass das jetzt wieder vom Hundertsten ins Tausendste ging und bizarre Gedankensprünge beinhaltete. Hoffen wir, dass es für die Leser wenigstens ein bissl unterhaltsam war)


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