Beitragvon Lutz » 5. Juli 2006, 12:27
Gregor schrieb:
> Dass ihr eure Bedenken über das Material äußern könnt oder
> deines Erachtens sogar solltet akzeptiere ich gerne.
> Die Form, in der die Kritik hier angebracht wird, finde ich
> hingegen nicht in Ordnung:
> Aussagen wie "Strand-untauglich", "Reise-Edition" und "für
> das Spiel sind auch 10 Euro zu viel" sind provokant und
> zeugen nicht gerade von gutem Stil, insbesondere wenn man
> über die eigenen Witze am lautesten lacht.
So schlecht sind die kritischen Argumente aber nicht, im Gegenteil. Überzogen finde ich eigentlich nur, dass der "Indianer-Markt" ein peinlicher Ausrutscher sei. Da kommen wir ganz schnell wieder zu den braunen Puerto Rico-Kolonisten, und das ist nicht gerade meine Sicht der Dinge.
Aber wer ein recht spartanisch produziertes Spiel wie Bison in der 20-25 Euro-Klasse ansiedelt, sollte sich nicht wundern, wenn die eine oder andere Kritik auch mal Pfeffer bekommt.
Gerne sehe ich die eine oder andere Formulierung als etwas provokant an. Aber ich kenne mehrere Leute, die sich vom Preis-Leistungs-Verhältnis von Bison auch ziemlich provoziert fühlen.
Man muss als Kunde nicht alles schulterzuckend und defensiv hinnehmen.
> Uli Blennemann scheint viel an diesem Produkt zu liegen - und
> wehrt sich daher nachvollziehbarerweise gegen solche
> Übertreibungen.
Ja, logisch. Niemand produziert etwas, von dem er sich nichts erhofft. Das SCHEINT nicht so, es ist so.
Kein Kritiker wird ernsthaft erwartet haben, dass sich hier niemand zur Wehr setzt. Schließlich geht es ja darum, das Produkt weiterhin gut abzusetzen.
Dennoch werden doch bei der Produktion folgende Faktoren diskutiert worden sein: Dicke der Pappe (Siedler oder Mesopotamien), Größe und Funktionalität von Spielplanteilen und Figuren, Optik, Honorar für den Grafiker, etc. Warum fiel die Entscheidung ausgerechnet bei diesem Spiel so sparsam aus?
Wirklich: Bis auf Bison finde ich so ziemlich alle Phalanx-Spiele materialtechnisch absolut super! Und fast alle spiele ich auch sehr gerne. Damit erschöpft sich aber leider meine Bauchpinselei...
> Ohne das Forum hier überbewerten zu wollen, aber das ein oder
> andere weitere Exemplar wird nun sicher im Regal liegen
> bleiben, obwohl sich der Käufer ohne eure Berichte nie an dem
> Material gestört hätte.
Wie meinst Du das? Spricht Du von einem Käufer, der das Spiel schon hat und anschließend auf diesen Thread trifft? Ich glaube, dieser Käufer kann sich doch prima ein eigenes Urteil bilden, oder?
Solltest Du hingegen gemeint haben: Kritik beeinflusst das Kaufverhalten...?
Ja, natürlich! Das weiß auch die Stiftung Warentest.
> Wie gesagt, eure Meinung könnt ihr ja gerne äußern, aber es
> muss nicht unbedingt so "drastisch" sein.
Ich denke, die betr. Beiträge spiegeln relativ starke Verärgerung einiger Kunden wider. Drastische Enttäuschung nach Öffnen der Schachtel verursacht eben manchmal drastische Reaktionen.
Ich möchte Dich noch etwas fragen:
Angenommen, Du kaufst Dir einen Markenfernseher für 250,- Euro. Zu Hause stellst Du nach dem Auspacken entsetzt fest, dass der Fernseher weder Fernbedienung, noch Kabeltuner besitzt, obwohl Du zu Recht davon ausgehen konntest, dass dies eigentlich Standard ist, gerade bei der Firma Deines Vertrauens und für das bezahlte, sauer verdiente Geld.
Wie reagierst Du? Sagst Du : "Naja, ist halt Geschmackssache", oder lässt Du dich eventuell zu einem sehr kontroversen Gespräch mit dem Händler oder der Firma hinreißen?
Lutz