Beitragvon Günter Cornett » 31. Juli 2006, 09:01
Michael Weber schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > > Die Spieler wollen wiessen,
> > > WAS sie tun sollen, nicht welche Wirkung es hat. Das wäre
> >
> > O doch!
> > Nicht im Detail, abe rich kann mir Informationen besser
> > merken, wenn ich weiss wozu ich die verwenden will.
>
> Ich gehe mal davon aus, dass durch die Definition des
> Spielziels der grobe Sinn der meisten Aktionsmöglichkeiten
> halbwegs klar ist. Außerdem hast du meinen nachfolgenden Satz
Abschreckendes Beispiel H2olland:
Es steht wohl alles drin, was nötig ist (vermute ich mal). Die Spielanleitung enthält z.B. 15 Regeln für das Einsetzen von Plättchen und Gebäuden im Frühling. Was darf man wo hinlegen und wo nicht. Aber es fehlt ein innerer Zusammenhang. Ich erkenne weder ein System noch weiß ich, was es bringt, wenn ich irgendwo eine Windmühle, ein Kuh,- Feldfrucht- oder Tulpenfeld ablege.
Der Zusammenhang mit dem Tulpenrennen am Ende wird zu keiner Zeit deutlich.
> abgeschnitten, in dem ich zusätzliche Tipps bzw. Hinweise auf
> die Möglichkeiten am Ende fordere.
Am Ende der Regel ist es mir persönlich zu spät. Es sei denn, es handelt sich um ausführliche Tipps.
> Ich selbst kann Anleitungen nicht ausstehen, die mir
> detailliert erklären, wozu eine Aktion gut ist, wenn ich
Ich sprache nicht von detaillierter Erklärung, aber ich möchte ungefähr wissen, wozu eine Aktion gut ist.
> überhaupt nicht weiß, welche Möglichkeiten es sonst noch
> gibt. Ich werde dann sozuschreiben mit Infos bombardiert, die
> ich meistens erst nach Lesen aller Aktionen und
> Siegbedingungen einordnen kann.
Die nackten Informationen aufzuzählen und sich zu merken ist was für Matiker. Ich brauche eine sinnvolle Verknüpfung dieser Informationen. Sinnvoll ist meist, dass ich nicht nur weiss, um was es sich handelt sondern auch wozu ich es brauche.
Beispiel, Erklären der Bedienelemente eines Autos: Das ist die Kupplung, die Bremse, das Gaspedal, das ist , der Starter, das der Zigarettenanzünder (optimal: Funktion schon im Namen enthalten), der Türöffner, der Fensterhebel, das ist Fernlicht, Abblendlicht, der Blinker...
Wenn ich gesagt bekomme, dass der Blinker dazu dient, dem nachfolgenden Verkehr beim Abbiegen Zeichen zu geben, kann ich mir das besser merken, als wenn ich nur den Namen gesagt bekomme. (Dass der Blinker noch weitere Funktionen haben kann, muss ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen.)
Gedächtniskünstler merken sich Zahlenketten auch nicht, in dem sie jede andere Informationen ausblenden sondern indem sie die Zahlen mit Bildern verknüpfen und diese in zusammenhängenden Geschichten speichern. Eine Menge 'nutzloser' Details, die es erst ermöglichen, sich das Wesentliche zu merken.
Deswegen ist auch eine passende thematische Einkleidung oftmals ganz sinnvoll - vorausgesetzt eben Thema und Spielmechanik stehen nicht in einem Widerspruch zueinander.
> Eine andere Möglichkeit wäre ein zusätzlicher Tipp-Kasten am
> Ende der einzelnen Punkte.
Jo, das macht Sinn.
> Dann aber deutlich getrennt vom übrigen Regeltext.
Kommt drauf an ...
> Im Grunde muss der Text ohne solche
> Zusatztipps auskommen, aber dennoch sollten sie irgendwo auftauchen.
Das ist z.B. in der Steuergesetzgebung so. Da braucht es Gesetzestexte pur, aber auch Leute, die sie verstehen und anderen erklären.
Auf Spiele bezogen heisst das: In jede Schachtel gehört dann eben noch ein Regelerklärer.
Gruß, Günter