Beitragvon pomimo » 23. Dezember 2008, 21:38
Hallo Micha,
wo hast du "nichts besonder Gutes über deren "große" Spiele Yucatan und Rice Wars gelesen"? Ich hab nur eine Rezi zu Yucatan http://spiellust.blogspot.com/2008/10/yucatn-tempelbauer-im-reich-der-mayas.html und 2 (deutschsprachigen) Rezis zu Rice Wars - eine von Kinjiro http://spiellust.blogspot.com/2008/11/rice-wars-ringen-um-die-reisfelder.html und die andere von Braz gelesen.
Bei Yucatan war die Sache so, dass Britta es mit Vielspielern gespielt hat. Ich in Essen hatte auch mehr Vielspieler, die das Spiel probe spielen wollten, bei solchen Spielern kommt das Spiel nicht besonders an, mindestens nicht immer so gut. Tomek, der Autor hat sich das Spiel eher als gateway-Spiel erdacht. Es funktioniert zwar gut, ist aber einfach spezifisch. Und ich konnte es gut verstehen, wenn jemand nach dem Probespiel meinte, schön gemacht aber nichts für mich.
Bei Rice Wars sieht die Sache ganz interessant aus, 2 Rezensenten, an die ich Vertrauen habe, beurteilen das Spiel auf 4/10, halten es für mehr oder weniger mangelhaft gestestet o.ä. - dies sind unsere Kinjiro aus Spiellust und uiek aus der Redaktion der polnischen Spieleseite Kraina Gier. Ihre Meinung kann ich gut nachvollziehen, denn auch ich hab versucht das Spiel zu spielen. Nur einmal, dann wollte es nicht mehr. Für mich eigentlich Mist, denn auch ich hoffte, es wird daraus ein gutes Spiel, hab sogar bei der Spielregel (sprachlich) geholfen, Kinjiro auch.
Auf dem anderen Seite der Skala gibt es doch auch ein paar Bewertungen für das Spiel. Für mich etwas schizifrenisch, wie die Menschen so verschieden in der Bewertung eines und desselben Spiels sein können. 2 oder 3 Punkte Unterschied OK, aber wenn die einen 4 geben und die anderen 8 oder 9, da verstehe ich es nicht. Braz hat Rice Wars positiv beurteilt, der hat aber Rice Wars ganz auf die Schnelle gespielt, noch vor der Messe. Rice Wars ist ein langes Spiel, bei einem oder 2 Partien reicht es nur ein PEEP zu bekommen und zu schreiben. Und Braz hat auch (nur bei der Regel) geholfen, da ist selbstverständlich, dass man zu dem produkt Sympathie empfindet. Inwieweit hat sich die Meinung Braz geändert ob er auch nach der Messe Rice Wars gespielt, weiß ich nicht. Wie seine Mitspieler auf das Spiel reagieren, konnte ich seinem PEEP auch nicht entnehmen.
Was ich für besonders schlimm finde ist die Tatsache, dass in Polen eine ganze Menge unkritischer Rezensionen erschien, wo man das Positives an dem Spiel hervorhebt - na ja solches hat das Spiel natürlich auch - dabei aber alles Negatives verschweigt. Ob dass Freunde der Verleger geschrieben haben, oder aber die Rezensenten sich vorher erkundet und vergewissert haben, was die anderen Freunde der Verleger oder die Freunde der Freunde der Verleger gesagt und geschrieben haben, kann ich auch nicht erforschen. Wohne weit entfernt, mit den meisten Leuten aus der Branche kenne ich mich nur online.
Was ist mein Fazit. Ich mag Spiele loben, und wenn das ein polnisches Spiel ein Lob verdient ist mir besonders nett. Aber die anderen Spieler belügen soll man nicht, ganz unwichtig wem die Lügen Profite bringen.
Um die polnische Spielebranche gut zu verstehen, muss man wissen, dass sie noch relativ klein ist und viele kennen einander. Und wenn man so nah miteinander lebt und arbeitet und - was wichtig - konkuriert, dann ist es manchmal einem auch schwierig seine echte Meinung sagen. Und da die polnischen Verlage nun nach Westen wollen, was ihre Präsenz in Essen zeigte, ist es wichtig, dass sie die Wahrheit über die Rezeption ihrer Spiele bei ganz unabhängigen Spielern wissen. Deshalb hat ich die Jungs aus Wolf Fang überredet, die Spiele zur Rezension ins Ausland zu schicken. Langsam betritt auch Kuznia Gier diese Route. Od die anderen dem folgen , mal sehen...
Und mich freuen solche Threads, wo man schreibt ganz aufrichtig, was an den Spielen gut oder schlecht ist. Also ganz mutig.