Beitragvon Andreas Keirat » 29. Dezember 2008, 12:06
Gernspieler schrieb:
>
> Hallo Stefan
>
> Ein Gelegenheitsspieler wird vielleicht nicht unbedingt
> Rezi`s lesen um eine Spiel zu kaufen, dass er nut
> gelegentlich spielt. Warum dann ein Magazin.
> Generell finde ich solche Seiten garnicht schlecht (als
> Vielspieler) um meine Meinung mit anderen abzugleichen.
Das Magazin "Gelegenheitsspieler" trägt nur einen Namen, genauso wie "Zitronenfalter" ein Name ist. Ursprünglich war es bestimmt einmal so gedacht, daß es sich mit Spielen beschäftigt, die relativ einfach von den Regeln her sind und auch die Gelegenheitsspieler anspricht, aber mittlerweile sind auch etliche anspruchsvollere Spiele dabei. Trotzdem ist das Magazin doch auch noch weit entfernt von den wirklichen Freak-Spielen mit 8 Stunden Spieldauer und eigener Szene (Co-Sims, Tabletops, Sammelkartenspiele oder besondere Fanspiele wie Robo Rally oder Diplomacy).
Aber Du hast recht: Die Familie, die sich einmal im Jahr in die Spielwarenabteilung des Kaufhauses bzw. in dessen Spiele-Abteilung verirrt, wird selten etwas mit diesem Begriff anfangen können.
> Was ich mir aber mal wünschen würde, wäre ein Magazin über
> Spiele, die mittelfristig in den Handel kommen.
> Mal ehrlich. Die "Spielbox" erscheint, man liest sich
> zunächst die Angabe der Rezi`s durch. Man liest, wenn man das
> Spiel kennt, nur den letzten Absatz der Rezension und
> vergleicht diesen mit der eigenen Meinung. Als Vielspieler
> ist man dann innerhalb von 10 min. mit der Hälfte
> der`"Spielbox"durch und es bleibt oftmals ein fader
> Beigeschmack über das Abo. Ich frage mich, warum wird nicht
> eine Teil der Seitenzahl für Ankündigungen und vorab
> "Spielgefühlen" berichtet.
Das wirst Du, hoffentlich, niemals im größeren Stil zu sehen bekommen. Wenn ich mir da diese unsäglichen Vorschauen bei Konsolen- und PC-Spielen anschaue.... brrr.... halbfertige Spiele werden da getestet und nach einigen Monaten muss ein Nachtest her, bei dem dann die Hälfte nachgebessert werden muss, weil die Features sich geändert haben oder neue Funktionen implementiert werden.
Was nützt dir ein Vorbericht zu einem Spiel, was in einem Jahr bei z.B. Ravensburger erscheint. Bis dahin wird noch so viel an dem Spiel geändert, nicht nur vom Thema. Auch Spielkarten werden noch einmal genauestens abgeklopft, neue Ideen eingebunden und verworfen, die Regeln mehrmals geschrieben und ggf. geändert... Nur weil ein Autor einen Vertrag erhalten hat, bedeutet dies nicht automatisch, daß das Spiel "fertig" ist und nur noch die Grafiken braucht. Das ist zwar auch manchmal der Fall und bestimmt der Wunschgedanke jedes Redakteurs, aber eben auch nicht die Regel.
Ein solcher Vorbericht würde dich also in die Irre führen und vielleicht Erwartungen wecken, die nachher so nicht eingehalten werden können (positiv oder negativ).
Ich weiß da, wovon ich rede, denn ich durfte schon einige Prototypen bis zum Endstadium "begleiten" und bei den Dingern wurde immer noch nach Abgabe an den Verlag herumgeschraubt... und wenn es nur an der Anzahl von Ereigniskarten oder Quizkarten liegt, weil da optimierte Mengen genommen werden sollen, um Kartenbögen ohne viel Verschnitt zu bekommen.
> Jetzt wird der interessierte Spieler gleich mit
> Gegenargumenten wie wirtschaftlichen Gesichtspunkten
> o.ä.kommen. Aber bitte liebe Verlage und Medien, denkt mal
> drüber nach.:-)
Ich würde mich eher freuen, wenn die Verlage teilweise ihre Spiele etwas früher produzieren würden, um den Rezensenten vorab ein Exemplar zu schicken, damit diese das Spiel in Ruhe testen können. Die Veröffentlichung des Testberichtes kann ja mit einem Sperrvermerk versehen werden, wie in anderen Branchen ja auch üblich. Dann hätte ein Leser eben schon früh beim Release die Infos.
Ciao,
Andreas Keirat
www.spielphase.de