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Entspricht angegebene Spieleranzahl dem wirklichen Spielspaß ?

Allgemeine Spiele-Themen
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Sascha 36

Entspricht angegebene Spieleranzahl dem wirklichen Spielspaß ?

Beitragvon Sascha 36 » 30. Juni 2015, 15:37

Wollte mal über folgende Thematik diskutieren:
Inwieweit entspricht die angegebene Spieleranzahl auch dem wirklichen Spielspass ?
Damit meine ich zb so Spiele wie Caverna das mit 7 Spielern spielbar ist, aber was ich nie zu siebt spielen würde oder ein Mage Knight was zu viert einfach keinen Spass macht und die Wartezeit länger ist als die eigentliche Spielzeit.
Dann gibt es aber Spiele wie zb Zug um Zug oder Mangrovia die wirklich mit der hohen Spieleranzahl angenehm zu spielen sind.
Also wo passt es für eich absolut nicht und wo findet ihr es passend ?
Oder denkt ihr vielleicht so wie ich das die Spielerzahl einfach verkaufsfördernd ist, ob es letzten Endes auch wirklich noch ein Spass ist steht da nicht im Vordergrund.
Jede Meinung ist erwünscht und ich freu mich über eine faire Diskussion.

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Jon Snow
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Jon Snow » 30. Juni 2015, 16:26

Also bei GoT dem Brettspiel (habe ich bis jetzt nur Erfahrungen von 6 Spieler-Partien gehört) macht es mir auch zu dritt schon viel Spaß, anders konnte ich es noch nicht testen.
Bei Descent 2 sind mir 2 Mitspieler zu wenig, da haben wir simuliert das jeder 2 Helden spielt, macht das spiel einfach spannender.

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Mixo

RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Mixo » 30. Juni 2015, 16:46

Ich denke, das hängt in ganz hohem Maße von der "Downtime" ab. Bei dem von Sascha genannten Zug um Zug sind die einzelnen Spielerzüge sehr schnell, so dass es auch mit höherer Spielerzahl immer noch Spaß macht. Sobald aber der einzelne Spielerzug an sich zu lang ist, vergällt einem die Summe der Wartezeiten das Spiel - deswegen würde ich Caverna auch auf KEINEN FALL mit sieben Leuten Spielen.

Beispiele für Spiele, die auch mit der vollen Spielerzahl noch gut funktionieren und in meiner Sammlung sind:

*Euphoria (6, erst verletzt wieder in voller Besetzung gespielt und Spaß gehabt)
*7 Wonders (7)
*Automobile (5)
*Escape - Curse to the temple (7)

Daneben gibt es natürlich auch Spiele, die nur in der Maximalbesetzung wirklich Spaß machen:

*Dungeon Lords (4)
*X-Com (4)
*Shadowrun Crossfire (4)

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Sascha 36

RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Sascha 36 » 30. Juni 2015, 17:00

Absolut hängt das in den meisten Fällen von der Downtime ab, so manche mit Sicherheit zu erwartende Downtime aufgrund von teilnehmenden Mitspielern hat mich auch schon vom Spielen selber abgehalten.
Aber wenn es mir so geht als ( ich mag das Wort nicht ) Vielspieler, wie geht es jemanden der zum ersten Mal ein Spiel spielt wie Funkenschlag oder Tzolkin und einfach nur froh ist wenn es zu Ende ist und er nach Hause gehen kann, während der AP Spezialist noch die letzten Züge mit dir ausdiskutieren will.
Sollten Spielrückseiten nicht auf so etwas auch hinweisen, wäre das hilfreich oder eher einfach nicht machbar oder ist das bereits in der Bezeichnung Kennerspiel enthalten ?

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Winston
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Winston » 30. Juni 2015, 17:10

Black Fleet kann man zu 3. spielen aber nur zu 4. tut sich viel auf dem Spielplan. King of Tokyo kann man theoretisch zu 2. spielen. Ist aber unspannend. Genauso wie Love Letter. Alhambra im Grundspiel nur für 3-4 Spieler. Der Dummyspieler ist ganz nett aber wenn ich ein Zweispielerspiel will gibts bessere. Für 5-6 ändert sich die Auslage zu schnell. Catan mit S+R mit max 4 Leuten. Carrara finde ich zu 2. nicht ganz so prickelnd. Ab 3 gehts hier für mich los. Ähnlich bei Smash Up.

Spiele wie Skull King oder Ugo! spiele ich gerne in voller Spielerzahl, damit mehr Karten im Spiel vorkommen. Descent 2 in voller Spielerzahl ist auch um einiges interessanter als zu 2.

Puerto Rico ist ein Spiel dass mM in jeder Spielerzahl sehr gut funktioniert. Es spielt sich nur anders. Manche Gebäude kann man in einem 3er Spiel getrost ignorieren, zu 5. aber wird man um sie nicht herum kommen. Agricola fällt für mich auch in diese Kategorie. Carcassonne funktioniert auch in allen Spielerzahlen hervorragend. Wizards Extreme oder Brügge ebenso. Die fallen mir spontan an

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Harry2017
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Harry2017 » 30. Juni 2015, 17:14

Dummyspieler sind mir ein Graus - Schlimmer gehts nimmer !!! Ansonsten spiele ich zb Das Ältere Zeichen gerne zu 2. und finde es gewinnt mit mehr Spielern so garnichts an Flair dazu, sondern verliert eher was - und das liegt da nicht an der Downtime.

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Noir
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Noir » 30. Juni 2015, 17:19

@Sascha: So ein Hinweis würde potentielle Käufer verscheuchen. Das macht keiner.

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Brandigan
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Brandigan » 30. Juni 2015, 17:30

Grundlegendes Dilemma: AP-anfällige WP-Spiele nerven bei langer Downtime - und machen wenig Spaß mit zu wenig Spielern, weil sonst zu viele Optionen zur Verfügung stehen. Downtime nervt aber immer, und es liegt ganz am Spiel. Caverna würde ich tatsächlich mal zu 7t testen wollen, einfach um zu sehen, wie es skaliert. Es gibt immer "Sweetspots" für ein Spiel, wie es ja auch bei BGG mit angegeben ist.

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Der Siedler
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Der Siedler » 30. Juni 2015, 17:47

In die Reihe von King of Tokyo fügen sich wahrscheinlich Camel Up und Colt Express ein. Letzteres ist besonders schlimm wegen des Führens von jeweils zwei Figuren, ein ähnlich unschöner Auswuchs wie die Einführung eines Dummy-Spielers. Camel Up und King of Tokyo dagegen kann man aus meiner Sicht schon zu zweit spielen, nur wird es mit mehr Mitspielern schlicht spaßiger. Zu acht brauche ich es trotzdem nicht. Ein anderes Beispiel: Dominion haben wir unzählige Male zu zweit gespielt und in dieser Besetzung ist es wohl auch am Besten, weil nach oben nur der Glücksanteil zunimmt, die ohnehin schon eher schwache Interaktivität dagegen eher nicht. Anspruchsvollere Spiele möchte ich, weil ich selbst dazu neige, meine Mitspieler warten zu lassen, nicht mit allzu vielen Leuten spielen. Vier sind da bei mir schon die Schmerzensgrenze. Die meisten Kartenspiele mit eher seichtem Anspruch dagegen gewinnen durch mehr Spieler an Reiz. Stichspiele sind ein gutes Beispiel, weil diese ja (beinahe immer) zu zweit nicht sinnvoll spielbar sind.
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Morti
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Morti » 30. Juni 2015, 19:26

Die meisten Spielerzahlangaben umfassen eine ideale, eine gute und eine funktionierende, aber wenig ratsame Spielerzahl. Leider gibt es für diese Kategorien keine Regel, und sie werden ohnehin je nach Gruppe häufig anders empfunden. Daher gibt es ja auch die entsprechenden Hinweise bei BGG.

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Florian-SpieLama
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Florian-SpieLama » 1. Juli 2015, 00:02

Also zum Game of Thrones Brettspiel empfand ich es mit 4 noch zu wenig. Unter 5 wollte ich nicht spielen, weil dann die Interaktion sehr leidet und anstatt sich zu bekriegen man dazu verführt wird gegen die neutralen Ländereien zu ziehen.

Bei uns in der Gruppe ist es so, dass der Spieleabend gar nicht stattfindet, wenn wir nur zu zweit sind. Wir finden es ab 3 Personen einfach geselliger, die Spiele meist etwas spannender, viele Spiele fangen erst bei 3 Personen an. 3-4 ist optimal, da ist die Spielauswahl am größten. Aber stehen sehr wenige Spiele zur Auswahl oder man kann ab 6 aufteilen in 3/3.

Wobei einen Kollegen habe ich mit dem ich immer Robinson Crusoe zu zweit spiele. Das ist aber immer abseits von den geplanten Spieleabenden/-nachmittag und geschieht eher spontan, wenn wir uns nur zu zweit treffen. Das finde ich zu zweit auch einfacher, weil die Versorgung leichter ist. Wir spielen es auch gerne mit mehr, aber zu zweit mit Freitag und Hund finde ich es etwas leichter.

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Mixo

RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Mixo » 1. Juli 2015, 07:47

Florian hat geschrieben:Das finde ich zu zweit auch einfacher, weil die Versorgung leichter ist. Wir spielen es auch gerne mit mehr, aber zu zweit mit Freitag und Hund finde ich es etwas leichter.


Nehmt ihr Freitag UND den Hund dazu, um euch das Spiel zu vereinfachen? Den Regeln nach gibt es für zwei Spieler ja nur Freitag dazu, den Hund gibt es nur im Solo Spiel.

Robison Crusoe ist ein schönes Beispiel dafür das ein Spiel wirklich mit jeder Spielerzahl Spaß machen kann (1-4). Ich denke da habe es Koops aber auch "leichter", weil es im Grunde keine Balacing Probleme gibt.

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Florian-SpieLama
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Florian-SpieLama » 1. Juli 2015, 09:30

Ja wir nehmen beide um es uns zu vereinfachen. Soweit ich mich erinner steht ja auch in den Regeln, dass man selber Modifikationen vornehmen darf, wie weniger Bücherkarten in den Ereignisstapel oder eine dritte Objektkarte dazu oder sowas. Wir nehmen den Hund. Durch seine Beschränkung kommt er dann aber so manche Züge gar nicht zum Einsatz und wir verlieren trotzdem oft genug. Also passt das für uns.

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ode.
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon ode. » 1. Juli 2015, 11:50

Sascha 36 hat geschrieben:Sollten Spielrückseiten nicht auf so etwas auch hinweisen, wäre das hilfreich oder eher einfach nicht machbar oder ist das bereits in der Bezeichnung Kennerspiel enthalten ?


Ich finde, dass so was immer das Problem der Spieler ist. Eine Gruppenzusammensetzung kannst du als Autor oder Verlag ja nicht berücksichtigen. Es gibt immer Leute, die ein Spiel, das für 2 Stunden augelegt ist auf 3 oder 4 strecken können. Und es gibt solche, die es in 75-90 Minuten schaffen das zu spielen...

Für mich ist es immer wichtig, dass sich alle am Tisch einig sind. Ein schlauer Typ hat mal zu mir gesagt: "Jeder am Tisch ist für den Spielspaß des anderen mitverantwortlich!" Wenn sich der AP-Hansel mal daran hält und trotz seiner Vorliebe für 10-Minuten-Züge mal den ein oder anderen Schnellschuß wagt. Oder der Bauchspieler auch mal ein klein wenig mehr Geduld aufbringt. Ansonsten muss man sich halt mal ehrlich sagen, dass man besser nicht zusammen spielt.

Aber wie schon gesagt sehe ich es so, dass die Spieler selber dafür verantwortlich sind. Natürlich gibt es Spiele, die Grübler magisch anziehen. Aber das kann man nicht dem Spiel vorwerfen, dass jemand unverhältnismäßig lange nachdenkt. Wenn du so ein Spiel findest: Ja, dann spielst du es halt nicht mit den üblichen Verdächtigen... Oder nimmst deren Züge in Kauf...

Harry2017 hat geschrieben:Dummyspieler sind mir ein Graus - Schlimmer gehts nimmer !!!


Ein pauschales Urteil. Natürlich deine Sicht und das ist auch okay. Aber es gibt Dummy-Spieler-Varianten, die das 2er-Spiel sogar noch vom Mehpersonenspiel abheben. Als Beispiel fällt mir da immer MYKERINOS von Ystari ein. Dort Spielen beide Spieler mit einer dritten, neutralen Farbe. Diese nutzen sie um den anderen Spieler zu blockieren oder ihm Mehrheiten streitig zu machen. Andererseits müssen sie aufpassen, dass sie sich selbst damit nicht blockieren oder der andere Vorlagen nutzt um die Sache umzudrehen. Denn beide Spieler haben Einfluss auf die neutrale Farbe. Ein sehr schönes Element. Daher würde ich mich zu so einer Aussage nicht hinreissen lassen.

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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Thygra » 1. Juli 2015, 11:52

Mixo hat geschrieben:Ich denke da habe es Koops aber auch "leichter", weil es im Grunde keine Balacing Probleme gibt.

Je nach Mechanismus kann ein Koop sehr wohl ein Balancing-Problem haben für unterschiedliche Spielerzahlen, weil es zum Beispiel eine unterschiedliche Anzahl an Spielfiguren oder Sonderfähigkeiten gibt etc.
André Zottmann (geb. Bronswijk)
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(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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Florian-SpieLama
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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Florian-SpieLama » 1. Juli 2015, 12:40

Also ich findr Dummy-Spieler auch eher ungünstig. Schliesslich sagt mir das direkt, dass man das Spiel gar nicht zu zweit spielen kann, daher brauch man einen Dummy-Spieler, um auf die benötigte Spielerzahl zu kommen. Da denke ich schon, dass "2" auf dem Karton verkausfördernd sein soll und eigentlich nicht stimmt. Bzw. eher eine Variante für BGG wie die zahlreichen Solovarianten, die dort zu finden sind.

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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon ode. » 1. Juli 2015, 13:12

Florian hat geschrieben:Also ich findr Dummy-Spieler auch eher ungünstig. Schliesslich sagt mir das direkt, dass man das Spiel gar nicht zu zweit spielen kann, daher brauch man einen Dummy-Spieler, um auf die benötigte Spielerzahl zu kommen. Da denke ich schon, dass "2" auf dem Karton verkausfördernd sein soll und eigentlich nicht stimmt. Bzw. eher eine Variante für BGG wie die zahlreichen Solovarianten, die dort zu finden sind.


Finde ich schade, dass es dir das direkt sagt.

Mir sagt es, dass die Autoren und der Verlag versuchen das Spielsystem auch für 2 Spieler bestmöglich umzusetzen. Auch eine Versteigerung oder ein Mehrheitensystem kann zu zweit sehr reizvoll sein. Wenn es nun noch Regelkonstruktionen gibt, die dieses System auf 2 Spieler anpassen, dann finde ich das sehr gut. Es ist ja nicht nur so, dass man einen Dummy dann braucht, damit das System funktioniert. Sondern vielleicht auch, um eine Statik zu erreichen, die ein "normales" 2er-Spiel dann nicht hergibt. Warum sollte man es 2 Spielern dann nicht möglich machen das Spiel auch zu zweit zu spielen? Immer vorausgesetzt es ergibt sich genug Spielreiz für eine 2er-Partie.

Hin und wieder sorgen kleine Effekte auch dafür, dass die Spielbalance passt. Beispielsweise das neue "Kraftwagen". Da stehen 2 "neutrale" Autos auf der Rennstrecke um die Mechanik durch einen ganz einfachen Kniff auch für 2 funktionieren zu lassen. Soll man das jetzt nicht machen, nur, weil man quasi "Dummy-Autos" braucht? Das wäre doch dämlich! Ich freue mich, dass ich dadurch dieses Spiel auch zu zweit spielen kann statt es ignorieren zu müssen.

Klar. Es gibt 2er-Varianten, die sind alles andere als gelungen und hätte man besser sein gelassen. Aber Dummys als grundsätzlichen Fehler anzusehen halte ich für absolut falsch. Mykerinos ist da ein sehr schönes Beispiel, wo durch die Verwendung ein taktischer Kniff ins Spiel kommt, den man im 3er oder 4er nicht hat, was das 2er-Spiel für mich sogar noch heraushebt.

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Mixo

RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Mixo » 1. Juli 2015, 13:25

Thygra hat geschrieben:
Mixo hat geschrieben:Ich denke da habe es Koops aber auch "leichter", weil es im Grunde keine Balacing Probleme gibt.

Je nach Mechanismus kann ein Koop sehr wohl ein Balancing-Problem haben für unterschiedliche Spielerzahlen, weil es zum Beispiel eine unterschiedliche Anzahl an Spielfiguren oder Sonderfähigkeiten gibt etc.


Mit dem Unterschied, dass sich i.d.R. niemand über _diese_ Balacing Probleme aufregt - in Koops wird das Spiel an sich halt leichter oder schwerer zu gewinnen - das ist selten entscheidend. Für mich sind das keine echten Balacing-Probleme, da sie keine Konfliktpotentiale bieten. Mithin ist auch die (scheinbare) Spielbalance in einem Koop leichter zu erreichen - mehr wollte ich nicht sagen.

EDIT: Zudem ist nicht einmal klar, was eigentlich die Balance in einem Koop ist. Ein kompetitives Spiel ist für die meisten Spieler genau dann in Balance, wenn alle Spieler bei gleicher Qualifikation die gleiche Chance haben zu gewinnen und es für diese Chancen keine unausgewogenen Elemente wie bspw. unschlagbare Boni auf bestimmte, nur einmal vorhandenen Spielkarten gibt. Diese Definition von Chancengleichheit oder Gerechtigkeit gibt es in Koop nicht. Es gibt Spieler, die ein Koop dann balanciert empfinden, wenn sie 25 % aller Spiele gewinnen, andere empfinden das bei 80 % - die Spanne ist immens und dementsprechend (fast) irrelevant.

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Sascha 36

RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Sascha 36 » 1. Juli 2015, 13:25

Also mir fallen da einige Spiele ein die mit Dummy Spieler sehr gut funktionieren.
La Granja, Ora et labora, Harbour, Mage Knight, Dominion, Macao, Nations, Historia, Burgen von Burgund etc es gibt bei der Spiele Offensive diese Liste, in der manch tolle Solo Variante zu finden ist.
http://www.spiele-offensive.de/Liste/Br ... 171-0.html

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Mixo

RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Mixo » 1. Juli 2015, 13:33

Florian hat geschrieben:Also ich findr Dummy-Spieler auch eher ungünstig. Schliesslich sagt mir das direkt, dass man das Spiel gar nicht zu zweit spielen kann, daher brauch man einen Dummy-Spieler, um auf die benötigte Spielerzahl zu kommen. Da denke ich schon, dass "2" auf dem Karton verkausfördernd sein soll und eigentlich nicht stimmt. Bzw. eher eine Variante für BGG wie die zahlreichen Solovarianten, die dort zu finden sind.


Ich denke, es kommt auf die "Qualität" des Dummy Spielers an. Klar spielt sich Dungeon Lords am Besten zu viert - aber es hat eine Möglichkeit über Dummyspieler die Plätze für das Workerplacement zu verknappen.Eine solche Lösung mit einer gewissen "Intelligenz" oder Zufallsfaktoren finde ich schon besser als nur über den Mechanismus am ANFANG des Spiels bestimmte Felder abzudecken zu arbeiten. In diesem Sinne finde ich dann die "2" auf dem Karton schon angebracht.

Ein weiteres Beispiel: Nations wie auch Nations - The dice game haben sogar eine Spielerzahl "1" auf dem Karton. Beide Spiele bieten einen Dummy-Mechanismus, der durchdacht ist - warum sollte eine Firma hiermit nicht werben, wenn doch offensichtlich für diesen Spielmodus sogar extra Komponenten in dem Spiel liegen?

Klar haben Dummies auch ihre Nachteile - ich denke nur mit Grauen ans Skatspiele mit einem "dritten Mann" für den einfach immer die oberste Karte seines Kartenstapels ins Spiel geworfen wird.

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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Sascha 36 » 1. Juli 2015, 13:53

Das sagt ja keiner das man damit nicht werben soll, aber als Beispiel mal. Werwolf Vollmondnacht soll man zb ab 3 Spielern spielen können, das hab ich gemacht und es war einfach nicht gut. Love letter soll man ab 2 spielen können, macht es Spass , nein.
Hier frage ich mich wenn jemand das Spiel kauft weil es ab drei oder zwei Spieler funktioniert, aber dann ein unbefriedigendes Spielerlebnis hat, wem ist dann mit so einer Angabe geholfen ?

Noch mal zum Ap Spieler um den geht es in dieser Diskussion eigentlich nicht, eher um Beispiele für Spiele die mit der angegebenen Spielerzahll funktionieren bzw nicht funktionieren. Ein AP Spieler kann jedes Spiel ruinieren, interessant wüäre dann eher noch die Frage ab wann ist man überhaupt AP Spieler ?

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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Florian-SpieLama » 1. Juli 2015, 14:03

Dieses Mykerinos klingt z.B. sehr interessant und es soll jeder mit Dummy spielen der möchte. Ich hab oder wollte auch gar nicht anzweifeln, dass es funktioniert.
Mir ging es nur darum, dass ich denke, dass es eineb Dummy nur gibt um einen echten Spieler zu ersetzen. Also sollte man das Spiel lieber mit x Spielern spielen und wenn man diese Zahl nicht erreicht wird mit Dummys aufgefüllt.
Daher halte ich Dummys eher für eine Notlösung und hätte immer lieber dafür einen echten Menschen da sitzen, weil es mir bei den Brettspielen auch sehr viel um Geselligkeit geht. Sowas wie Mykerinos scheint dann etwas besonderes sein.
Ich will auch gar nicht, dass es diese Varianten nicht gibt. Wer nur einen Mitspieler hat und Spiele nur zu zweit Spiel soll die Chance haben und kann das machen. Ich hatte nicht die Funktionalität angezweifelt, sehe es nur eher als Notlösung und würde immer den Dummy durch einen Menschen austauschen wollen und denke es ist von den Autoren auch so gedacht und entwickelt. Ich glaube meistens kommt ein Dummy meistens nachträglich rein, damit man es auch zu zweit spielen kann.

Wie gesagt, es soll das geben und kann gut funktionieren. Ist aber eher nichts für mich genauso wie Solo-Varianten.

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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Morti » 1. Juli 2015, 15:18

Wer definiert "unbefriedigend"?
Wir spielen z.B. TI3 auch gern zu zweit, was in aller Welt als fad bis unmöglich erachtet wird. Uns egal.
Solange es also keine feste Größe für "Spielspaß" gibt, kann ein Verlag nicht die perfekte Spieleranzahl nennen.

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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon Riche » 1. Juli 2015, 15:27

Ich kann eigentlich dem großen Konsens zustimmen.
Viele Spiele geben Spieleranzahlen an, die man einfach nicht spielen sollte,
Wie Colt Express zu 3 oder Love Letter zu 2.

Dummy Spieler, wie z.B. bei Alhambra mag ich auch nicht wirklich und würde lieber mit mehr Spielern spielen.

Um zu sehen, für welche Spieleranzahl ein Spiel geeignet ist, benutze ich BGG. Immer sehr hilfreich.

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RE: Spieleranzahl - tatsächlicher Spaß ??

Beitragvon ode. » 1. Juli 2015, 16:18

Sascha 36 hat geschrieben:Also mir fallen da einige Spiele ein die mit Dummy Spieler sehr gut funktionieren.
La Granja, [...]


Du meinst aber die Solo-Variante, richtig? Ansonsten gibt es da keinen Dummy...

Sascha 36 hat geschrieben:Love letter soll man ab 2 spielen können, macht es Spass , nein.


Auch hier möchte ich widersprechen. Ich spiele das gern auch zu zweit. Selbst, wenn die Mehrspielergeschichte interessanter ist.

Sascha 36 hat geschrieben: interessant wüäre dann eher noch die Frage ab wann ist man überhaupt AP Spieler ?


Das sind für mich Spieler, die unverhältnismäßig lange für einen Spielzug brauchen. Wobei das dann oft auch eine Sache der Runde ist. Wenn du 4 Grübler am Tisch hast, dann fällt denen das gar nicht negativ auf. Die Spielen alle so und berücksichtigen das untereinander. Schwer wird es dann, wenn sich die Spielertypen mischen. Und genau das ist der Punkt, an dem ich mit "Verantwortung für den Spielspaß aller am Tisch beteiligten" meine. Nicht nur der Grübler sollte mal einen Bauchzug machen, sondern auch der schnelle Bauchspieler Geduld mit seinem Mitspieler haben.

AP hat aber auch noch eine ganz andere Facette, die sich vom Grübler unterscheidet. Wenn jemand paralysiert auf das Brett starrt, dann ist er oft nicht unbedingt mit der Analyse beschäftigt. Oft ist es sicher auch so, dass man sich nicht entscheiden kann, was man tun soll. Man weiß, was man tun könnte. Aber nicht, was von den Optionen nun die Beste ist. Ein Problem, welches taktische Spiele mit sich bringen. Denn ein Strategiespiel läßt sich viel einfacher spielen, wenn man einmal eine Strategie hat und sich die Züge von ganz allein - eben aus der Srategie heraus - ergeben. Ein taktisches Spiel läßt nicht unbedingt Schlüsse zu, was das Beste ist. Denn die Situation am Tisch ändert sich ständig und auch die Auswirkungen sind nicht unbedingt vorhersehbar. An solchen Stellen hängen sich manche Leute einfach auf. Da hilft nur der Reboot... ;-)

Florian hat geschrieben:Wie gesagt, es soll das geben und kann gut funktionieren. Ist aber eher nichts für mich genauso wie Solo-Varianten.


Mir ging es auch eher darum auszudrücken, dass es situativ eben doch durchaus sinnvolle "Krücken" gibt. Jemand, der 2x die Woche genug Mitspieler hat, kann sich den Luxus leisten zu sagen, dass er dann halt wartet, bis er genug Mitspieler hat. Ich bsw. muss solche Krücken nehmen, wenn ich gerne ein bestimmtes Spiel spielen will. Und wenn ich ein großartiges Spiel wir Lancaster spielen will, dann nehme ich die 2er-Variante gern hin. Selbst wenn das bedeutet, dass ich einen "Verbündeten" ebenfalls steuern muss... Ansonsten kann ich das Spiel nicht spielen. Und an der Stelle bin ich Matthias Cramer dankbar, dass er sich etwas ausdenkt, wie auch ich in den Genuß des Spiels komme...

Das sind halt meine Argumente gegen: "Das verkauft sich besser, wenn ab 2 drauf steht" und solcher Tinneff. Das kann im Einzelfall schon sein. Ist aber generell halt albern.


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