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Java - Ein erster Eindruck

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Roman Pelek

Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon Roman Pelek » 18. Oktober 2000, 00:23

Hallo,
ich wollte ursprünglich diesen Artikel zu meinen ersten Eindrücken von Java ins Spielearchiv schreiben, nur war leider bei Java diese Option nicht möglich - ich denke, KMW wird das auf meine Mail hin alsbald beheben.
So poste ich hier im Forum für alle Interessierten nun meinen ganzen Artikel, statt nur eines Verweises auf das Spielearchiv - man möge mir insofern die Länge meines Postings verzeihen - danke!
Ciao,
Roman
--- der Artikel ---
Java - ein erster Eindruck
Nach den ersten Berichten über Java auf Spielbox-Online konnte man den Eindruck gewinnen, dass Java eine Mischung aus Tikal und Torres sei. Und wer diesen Eindruck hatte, dem sei gesagt, sie bzw. er hatte Recht.
Nach dem Auspacken der extrem schweren Schachtel liegt das Innenleben offen. Mehrere, sehr massive Stanzbögen für die sechseckigen Landschaftsplättchen (in Größen von 1-3 Feldern, als einfache Reisfelder, Dorffelder, Wasserplättchen und gemischte Reis-/Dorf in Größen 2-3) liegen vor einem, ein sechseckig gerasterter Spielplan mit obligatorischer Kramerleiste, optisch Tikal in kleinerem Massstab, dazu die bekannten Holzfiguren aus Tikal, Kurzanleitungsplättchen, die man geradezu mit eben genanntem Spiel verwechseln könnte, dazu noch ein paar Plättchen für Extra-Aktionspunkte und ein qualitätsmäßig leider nur als unpassend einzustufendes Kartenset - dünner Karton mit scharfen Ecken, nichts für die Hände weniger mitfühlende Zeitgenossen.
Nun, wie gestaltet sich das Spiel? Man hat jede Runde 6 Aktionspunkte, mit Extraplättchen, von denen man 3 im Spielverlauf einsetzen darf, auch 7. Soweit altbekannt, ein Mittelweg zwischen Tikal und Torres. Man muss immer Landschaftsplättchen einsetzen, damit baut man die Landschaft aus Dörfern/Städten, Reisfeldern und Wasserfeldern. Die 3er-Plättchen und 1er-Wasserfelder sind allgemeiner Vorrat, von den 1er und 2er Plättchen mit Reis bzw. Dorffeldern erhält jeder bei Spielbeginn eine gewisse Anzahl. Spielfiguren - für jeden deren 12 - können am Rande des Spielplans eingesetzt werden, aber nur auf bereits gelegte Plättchen. Diese können auf den Feldern beliebig weit laufen, sofern sie auf einer Feldart bleiben (Reis oder Dorffelder), wechseln sie zwischen diesen kostet das einen AP (für Nicht-Kramer-Kieslinge: Aktionspunkt). Wechsel zwischen Ebenen, egal ob bergauf oder bergab oder wie viele Höhenstufen, sind möglich und kostenlos, sofern man nicht die Landschaftsart wechselt. Das Überspringen von feindlichen Figuren oder Tempeln (aha - ein noch nicht genanntes Spielelement) ist tabu. Soeben genannte Tempel bilden das Herzstück des Spiels und der Siegpunktzählung. Man kann diese in Dörfern errichten (diese werden dann zu Städten) bzw. ausbauen in den Stufen 2,4,6,8,10. Um eine gewisse Stufe zu erreichen, muss die Grundfläche eines Dorfes (sofern noch kein Tempel steht) bzw. einer Stadt (sofern ein bestehender Tempel ausgebaut wird) mindestens diese Größe aufweisen - Tempelstufe 8 also erst ab Grundfläche 8 - Torres lässt grüßen, oder sind's doch eher die freigelegten Tempel aus Tikal? Für den Neu- bzw. Ausbau gibt's die Hälfte der Stufe als Siegpunkte (bei Stufe 8 sind's deren 4). Ausbauen darf man aber nur, sobald man in einer Stadt den höchsten Rang hat, d.h. eine eigene Figur höher steht als die anderen. Oder, bei Gleichstand, die zweite Figur höher steht als die der/des Gegner/s usw. Schon ein bissl Torres (höher), aber auch ein bissl Tikal (mehr Figuren). Tja, und man kann Laubhüttenfeste, pardon, Tempelfeste am Ende seiner Runde kostenlos initiieren. Dafür dienen die eingangs erwähneten, qualitativ arg dürftigen Karten. Diese zeigen drei Symbole (Trommel, Tänzerin oder Java-Maske, ein wenig wie Schätze aus einem bekannten Spiel), entweder einzeln oder paarweise. Eine offen liegende Karte zeigt immer an, welche Symbole aktuell punktwürdig sind. Hat man Karten, die mit diesem/diesen Symbol/en übereinstimmen, so gibt's für jede Übereinstimmung einen Punkt. Man darf sich nun überlegen, wieviel dieser Punkte man auslegt, die Mitspieler - sofern mit mindestens einer Figur auch im Dorf vertreten - können gleichziehen oder höher bieten (so ersteigern wir die Dschungelfelder, pardon, Siegpunkte). Einigen sich mehrere Spieler mit gleichem Punktestand auf ein Unentschieden, gibt's für jeden etwas weniger Punkte. Ansonsten für den Sieger etwas mehr Punkte, die man sofort auf der Zählleiste vorrücken darf.
Weiterhin kann man Punkte kassieren, indem man Wasserfelder einschliesst und in den angrenzenden Landfeldern Mehrheiten besitzt (wie bei den Tempeln: höher ist besser, wenn nicht zählen die zweiten, dritten Figuren etc.), für jedes eingeschlossene Wasserfeld gibt's sofort drei Punkte.
Am Schluss, dieser ist dann erreicht, wenn alle dreiteiligen Landschaftsplättchen aus dem allgemeinen Vorrat verbaut sind, gibt's dann die Finale-Grande-Wertung für alle: jeder darf noch seine 6 AP verspielen, dann kassieren die erst und zweitbesten in jeder Stadt (mit Tempeln) nach dem benannten Wertungsschema den Tempelwert respektive dessen Hälfte als Siegpunkte. Und demjenigen mit den meisten Umrundungen auf der Kramerleiste wird die Ehre zuteil, sich Gewinner dieses Spiels nennen zu dürfen.
Ach so, ja, wie spielt es sich denn nun wirklich? Nun ja, irgendwie wie eine Mischung aus, wie hiessen sie doch gleich? Tikal, und, ja, Torres. Und dazu hat Tuzza, sorry, Java, noch irgendwie einen Flair von unerforschtem Dschungel gepaart mit einem Bau-ein-Dorffeld-und-setz-Dich-drauf-Anreiz. Ein kostbarer Schatz ist natürlich immer Wasser, dafür gibt's schnelle und viel Siegpunkte, und ein Tempel gilt als "gesichert", so er denn nun den Wert 10 erreicht und jegliche Feierlichkeiten ob dessen Errichtung abgeschlossen sind.
Des weiteren ist das Spiel, wie zum einen gesagt, nix für grobe Finger (Karten) und wenig geeignet für schlechte Licht- sowie Sichtverhältnisse, ebenso bleiben sehschwachen Mitbürgern subtile Unterschiede zwischen den einzelnen Höhenebenen leicht verwehrt, was zu netten Diskussion a la "Ich mache jetzt ein Tempelfest" - "Nö, tust Du nicht" - "Wieso?" - "Na, schau mal hin" - "Ich habe hier Stufe 3 und Du auch, aber mit Ritter, äh, Expediteur, ähm, Dorfbewohner Stufe Nr. 2, Du nur eins" - "Aber ich sitze auf Stufe 4, Du Blindschleiche!" führt.
Tja, was soll man nun machen mit den Lümmeln Kramer/Kiesling? Sie steinigen ob des frechen Ideenrecyclings? Sie loben für die umweltfreundliche Spielwiederverwertung? Sie Missachtung strafen für die dritte gleiche Spielidee in Folge? Ihnen den Spiel des Jahres-Titel als Hattrick gönnen? Preise vergeben für die dickste Stanzpappe und die schwerste Spieleschachtel, die jemals Einzug in deutsche Wohnzimmer hielten? Oder doch Klassenkeile und Nachsitzen für Streben in Form von Abschreiben von guten, eigenen Vorlagen?
Nun ja, ich würde auf jeden Fall sagen, dass mindestens einer der Titel Tikal, Torres, Java überflüssig ist. Da Tikal und Torres ja schon Preise en masse erhielten, muss es Java sein. Wirklich? Nein, nicht wirklich. Java ist harmonischer als Tikal, es hat keinen solchen inhaltlichen Bruch zwischen Schätze sammeln und Tempel erweitern. Java braucht weniger Bedenkzeit als Tikal, man hat weniger Aktionspunkte. Java ist dreidimensionaler als Tikal, was es optisch und spielerisch reizvoller macht. Aber Java ist auch nicht so richtig fies wie Torres, was das Verbauen von Ebenen angeht. Und die gemeinen Aktionskarten fehlen. Dafür hat es wiederum die schönere Grafik und das für Gelegenheitsspieler ansprechendere Drumherum, nenne man es Thema oder Atmosphäre oder wie man will. Java ist ein abstraktes Denkspiel mit einer netten Verpackung und ausgereiften, schön ineinandergreifenden Elementen, die einfach genug sind, um trotzdem eine Fülle an taktischen wie strategischen
Elementen zu ermöglichen. Und, ja, es gibt eine Kramerleiste!
Also, mein Fazit ist: Kramer/Kiesling sollten sich hüten, noch einmal ein Spiel mit Aktionspunkten, Aktionspunktübersichtstäfelchen, Dschungelthematik, In-Die-Höhe-Bauen oder Kramerleiste zu veröffentlichen. Es reicht, und es hat bei Torres schon gereicht. Sie haben mittlerweile Klaus Teuber und Rainer Knizia weit überflügelt, was das Ideen-Recycling, oder, netter formuliert, das Perfektionieren und Ausbauen von Ideen angeht. Und sie sollten für Java keinen Preis kassieren. Soviel zum Negativen. Zum Positiven: Java ist das atmosphärisch wie spielerisch ausgereifteste Produkt der "Trilogie" (jeder wird wohl wissen, welche drei Spiele ich nun meine ;-), es bietet sowohl für Gelegenheitsspieler als auch für Taktiker genug, es ist harmonisch abgestimmt, bietet mit wenigen Elemten viel Raum für Taktik und Abwechslung, hat einen sehr variablen Spielablauf und wunderschöne Grafik und Material (bis auf die o.g. Kärtchen, ich sehe da auf Ravensburger eine Umtauschaktion zukommen). Torres ist besser, wenn man noch mehr grübeln oder fieser sein will. Aber Tikal ist schlechter: man denkt länger, es passiert trotzdem weniger, es hat mehr Brüche im Spiel und nicht den schönen Aspekt des Dreidimensionalen. Und dennoch ist Java das Beste, will man Thema, Anreiz, Grafik und Taktik in einem haben.
Deshalb: entweder annulliert die SdJ's Torres und Tikal, zumindest Tikal, wegen Ideendopings, und gebt Java den Titel. Oder lasst Java als das frechste Eigene-Ideenklauspiel in den Untiefen der Spielegeschichte verrotten. Beides wäre gerecht. Wer Tikal noch nicht hat, der braucht es sich nicht zu kaufen, er kann Java nehmen. Wer Torres hat, sollte abwägen, ob er "was Schöneres" mit etwas geringerem Anspruch noch dazu haben will, falls ja, so sollte er Java kaufen. Tja, und ich, der ich armer Tropf nun Tikal, Torres und Java besitze: Welche mitleidige Mensch kauft mir wenigstens mein einstaubendes Tikal ab?

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Ingo Kasprzak

re: Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon Ingo Kasprzak » 18. Oktober 2000, 09:03

Hi Roman,
na, das hört sich doch eigentlich nicht schlecht an - zumindest für mich, weil ich definitiv zu Gruppe "Ich-besitze-Torres-und-finde-Tikal-auch-ganz-nett-aber-der-Kick-fehlt-mir-bei-diesem-Spiel" gehöre. Demnach scheint ja Java das zu bieten, was mir bei Tikal fehlt. Demnach gehöre ich zu den potentiellen Käufern!
Ich glaube, aus der Sicht kann man auch den Ideenklau sehen. Ich kenne mindestens noch drei Leute, die Tikal nur "ganz nett" finden. Also gilt für solche Tikal-User: Kaufbeleg zu Tikal raussuchen und auf "Tikal V2.0 Professional" upgraden!
Cu, Ingo

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Arne Hoffmann

re: Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. Oktober 2000, 09:08

Vielen Dank, Roman, fuer diesen ausfuehrlichen Bericht. Da verstaerkt sich ja nun doch die Vermutung Tikal+Torres"="Java. Dann muss ich ja mal schauen, ob ich zu meinem Tikal und Torres auch noch ein Java dazuhole - aber werde mich jetzt wohl eher auf andere Spiele stuerzen.
Vielleicht startet Ravensburger ja eine Update-Aktion von Tikal auf Java :o)
- Arne -

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peer

re: Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon peer » 18. Oktober 2000, 11:43

>Also gilt für solche Tikal-User: Kaufbeleg zu Tikal >raussuchen und auf "Tikal V2.0 Professional" upgraden!
Programmiert in Java?
Peer (Oops, der war aber flach...)
P.S.: Jeder hat das Recht auf seine Triologie, ob Knizia (Lost Cities, Tabula Rasa, Shgotten-Totten), Kramer oider Teuber (Siedler, Siedler, Siedler, Siedler und Siedler)

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Carsten Wesel

re: Java - V2.0

Beitragvon Carsten Wesel » 18. Oktober 2000, 12:01

> Also gilt für solche Tikal-User: Kaufbeleg zu Tikal
> raussuchen und auf "Tikal V2.0 Professional"
> upgraden!
Ich weiß nicht, ob das geht. Ich hab' es schon bei "Adel verpflichtet" versucht und da hatte sich nur die Verpackung geändert.
Carsten (wird wohl updaten)

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Roman

Java 2 JRE ;-) + Eieruhr

Beitragvon Roman » 18. Oktober 2000, 12:19

Hi Carsten,
>> Also gilt für solche Tikal-User: Kaufbeleg zu Tikal
>> raussuchen und auf "Tikal V2.0 Professional"
>> upgraden!
>Ich weiß nicht, ob das geht. Ich hab' es schon bei >"Adel verpflichtet" versucht
>und da hatte sich nur die Verpackung geändert.
>Carsten (wird wohl updaten)
Achte aber drauf, dass Du dann zum Spielen auch die richtige Java Runtime Environment hast - Sprich: gutes Licht und sehstarke, schnelldenkende und vorsichtig mit den Karten hantierende Mitspieler ;-) Und eigentlich sollte bei jedem Kramer-Spiel zukünftig eine Sand- oder Eieruhr dabeiliegen, für Spieler die ihre Mitspieler mit überlangen Denksessions strapazieren.
Ich war eh am Überlegen, ob ich mir nicht mal eine Schachuhr o.ä. zulege für so manche Spiele, manche übertreibens nämlich wirklich mit dem Nachdenken und nerven damit die ganze Runde. Ursprünglich war's die Eieruhr immer ein Running Gag bzgl. lahmen Mitspielern bei uns, aber manchmal würd's scheinbar Sinn machen. Hat jemand mit sowas Erfahrungen - macht sowas Sinn, oder isses doch dann auch wieder nur albern?
Ciao,
Roman

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Arne Hoffmann

re: Java 2 JRE ;-) + Eieruhr

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. Oktober 2000, 12:40

Wir benutzen meist die "menschliche" Variante: Nach einiger Zeit so auf den Gegner einreden, dass er sich eh nicht mehr konzentrieren kann :o) Macht viel mehr Spass und foerdert auch wieder die Interaktion - aber Vorsicht vor Gegenaktionenen wenn man dann auch mal laenger ueberlegt!
- Arne -

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Roman

re: Java 2 JRE ;-) + Eieruhr

Beitragvon Roman » 18. Oktober 2000, 13:21

Hi Arne,
>Wir benutzen meist die "menschliche" Variante: Nach einiger Zeit so auf den
Gegner einreden, dass er sich eh nicht mehr konzentrieren kann :o) Macht
viel mehr Spass und foerdert auch wieder die Interaktion - aber Vorsicht vor
Gegenaktionenen wenn man dann auch mal laenger ueberlegt!<
Wir auch, aber eben, das gibt dann immer Diskussionen, und manchmal nimmt die "Interaktion" dann überhand ;-) Es wird nur noch diskutiert, gefoppt etc. und nicht mehr gespielt...
Ciao,
Roman

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Gerald Rüscher

re: Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon Gerald Rüscher » 18. Oktober 2000, 13:24

Roman Pelek schrieb:
> ... Java vs. Torres vs. Tikal ...]
> Und dennoch ist Java das Beste, will man Thema,
> Anreiz, Grafik und Taktik in einem haben.
Naja ... ich würde doch eher zu der Rangfolge
Torres > Java > Tikal
neigen. Wobei sich Java etwas flüssiger spielt als Tikal aber immer noch ein - teilweise recht unübersichtliches - Grübelspiel ist.
Ansonsten volle Zustimmung: Wer Tikal noch nicht hat sollte die Finger davon lassen und lieber Java kaufen. Wer Tikal und Torres schon besitzt muss nicht nochmal 60 Kracher investieren um noch ein irgendwie aber dann doch nicht anderes Spiel zu bekommen.
> Tja, was soll man nun machen mit den Lümmeln
> Kramer/Kiesling? Sie steinigen ob des frechen
> Ideenrecyclings?
Aber nein! Würde man das machen, lägen schon ganz
andere Wiederverwertungsexperten am Poden.
> Welche mitleidige Mensch kauft mir wenigstens mein
> einstaubendes Tikal ab?
Kauf doch noch ein Tikal zum Schnäppchenpreis auf eBay und bastel Dir aus beiden dann ein Java. Das verkaufste dann für teurer Geld als die beiden Tikal zusammen :-)
Gruß & nice dice,
Jerry

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ralf

re: Java 2 JRE ;-) + Eieruhr

Beitragvon ralf » 18. Oktober 2000, 13:31

Da einen das untätige herumsitzen stark nerven kann, wäre zumindest bei tikal eine Eieuhr ganz angebracht. Selbst wenn man nur eine dre Minuten Uhr nimmt, dauert es ca. 12 min. bis man endlich wieder dran ist. in der Zeit lassen sich auch ein paar runden Speed mit einem anderen Mitspieler spielen.
Bei Civi begrenzen wir die Handelsphase grundsätzlich mit einem Kurzzeitwecker aus der Küche, da einige Spieler stundenlang feilschen wollen. Wenns klingelt ist schluß uns zwar sofort. Trägt ungemein zum Spielfluß bei.

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Roman

re: Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon Roman » 18. Oktober 2000, 13:40

Hi Jerry,
>> ... Java vs. Torres vs. Tikal ...]
>> Und dennoch ist Java das Beste, will man Thema,
>> Anreiz, Grafik und Taktik in einem haben.
>Naja ... ich würde doch eher zu der Rangfolge
>Torres > Java > Tikal
>neigen. Wobei sich Java etwas flüssiger spielt als >Tikal aber immer noch ein
> - teilweise recht unübersichtliches - Grübelspiel >ist.
Deswegen schrieb ich "will man Grafik, Anreiz und Taktik" in einem haben. Auch bei mir ist die Reihenfolge Torres, Java, Tikal - aber Torres ist nunmal halt spielerisch und grafisch sehr abstrakt gehalten und kommt deswegen von Atmosphäre und Grafik nicht immer in allen Spielrunden so an - die greifen dann lieber zu den "schöneren" Spielen wie Tikal/Java. Ich halte Java für Familien- und Gelegenheitspielertauglicher als Torres und Tikal, das wollte ich sagen. Tikal ist nicht flüssig genug und Torres zu abstrakt für Wenigspieler.
[Kramer/Kiesling: Steinigen wg. Ideenrecyclings?]
>Aber nein! Würde man das machen, lägen schon ganz
>andere Wiederverwertungsexperten am Poden.
Alle diese Purchen sollte man gelegentlich mal auf ebenselpen Poden werfen, um sie wachzuchütteln.
>> Welche mitleidige Mensch kauft mir wenigstens mein
>> einstaubendes Tikal ab?
>Kauf doch noch ein Tikal zum Schnäppchenpreis auf eBay >und bastel Dir aus
>beiden dann ein Java. Das verkaufste dann für teurer >Geld als die beiden Tikal zusammen :-)
<vor den Kopf schlag> Wieso bin ich da nicht gleich selbst drauf gekommen ;-)
Ciao,
Roman

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Carsten Wesel

re: Eieruhr notwendig

Beitragvon Carsten Wesel » 18. Oktober 2000, 15:20

Und was bleibt?
Wir alle werden wohl nur noch Spiele spielen, für die man Eieruhren notwendig braucht.
Suche also Mitspieler für Tamsk & Laguna...
Gruß Carsten (CU in Essen)

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Ingo Kasprzak

re: Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon Ingo Kasprzak » 18. Oktober 2000, 15:35

> Programmiert in Java?
Nö, in C++ ! Aber nur, weil Torres und Tikal in C++ programmiert wurden.
Da brauch man dann nur ableiten, und zwar von Tikal und Torres:
#include <games/tikal.h>
#include <games/torres.h>
class Java : public Tikal, Torres
{
Java()
{ cTitle = "Java"; cVersion = "2.0"; }
}
Fertig ist das neue Spiel! :-)
Cu, Ingo

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Arne Hoffmann

re: Eieruhr notwendig

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. Oktober 2000, 15:51

>Wir alle werden wohl nur noch Spiele spielen, für die
>man Eieruhren notwendig braucht.
>
>Suche also Mitspieler für Tamsk & Laguna...
... und nicht zu vergessen Rasende Roboter, dass ja eine Art Kompromiss bietet: Erst gruebeln alle schoen lange und wenn dann erst mal die Eieruhr umgedreht ist, kommt der Faktor Zeitdruck :o)
- Arne -

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Ingo Kasprzak

re: Eieruhr notwendig

Beitragvon Ingo Kasprzak » 18. Oktober 2000, 16:21

Jetzt wo Du´s sagst!
Das ist ja nicht nur ein Kompromiss, das ist ja das Optimum:
Erst grübeln alle lange, das aber so schnell sie können, um dann, wenn der schnellste zuendegegrübelt hat, den anderen ein Ultimatum zu setzen!
Da langweilt sich tatsächlich niemand! Zumal der Schnellgrübler ja weiterhin versuchen kann, sich selbst zu verbessern oder sich einfach freuen darf, daß er der schnellste war. 1 Minute ist dafür genau die richtige Zeitspanne!
Cu (in Castrop),
Ingo

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Carsten Wesel

re: Eieruhr notwendig

Beitragvon Carsten Wesel » 18. Oktober 2000, 17:17

Wie konnte ich die "Rasenden Roboter" vergessen, wo ich gleich wieder einen Spieleabend habe, wo ich die Zeit überbrücken muß, bevor alle da sind?
Gruß Carsten (...und jetzt ab nach Hause)

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Roman

[OT] Vererbung bei Spielen :)

Beitragvon Roman » 19. Oktober 2000, 00:09

>> Programmiert in Java?
>Nö, in C++ ! Aber nur, weil Torres und Tikal in C++ programmiert wurden.
>Da brauch man dann nur ableiten, und zwar von Tikal und Torres:
Geht auch in Java, kein Thema:
import tikal.*;
import torres.*;
import allgemeine_spielelemente.Aktionspunkte;
import allgemeine_spielelemente.Kramerleiste;
public class Java extends Tikal implements Torres, Aktionspunkte, Kramerleiste ;-)
So, aber nun genug OT...
Ciao,
Roman

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Ingo Kasprzak

re: [OT] Vererbung bei Spielen (mein letztes OT)

Beitragvon Ingo Kasprzak » 19. Oktober 2000, 10:38

Natürlich geht das! Aber das ist ein ziemliches Paradoxon: Wie bzw. warum soll man denn Java mit Java entwickeln?! :-)
Naja, und Java ist meines Wissens in großen Teilen in C++ geschrieben...wie sowieso fast alles.
Aber so langsam verwechsle ich Programmiersprache und Spiel... :-P
Cu, Ingo (der sich schon auf die erste Spielerweiterung freut! Wie wird sie wohl heissen? JavaBeans? Swing? ;-)

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peer

re: [OT] Vererbung bei Spielen

Beitragvon peer » 19. Oktober 2000, 12:43

Um den Witz zu strapazieren:
Das ganze ist in Pascal geschrieben! Warum? Zum einen:
mit
USES Tikal ;
kein Problem.
2. Pascal ist langsam. Läuft eine Partie Tikal schnell ab? Nein! Also kann es nicht in C++ geschrieben wurden sein (Ausser mit sehr vielen Schleifen und Delays, aber das glaube ich nicht)
ciao
Peer

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Ingo Kasprzak

re: [OT] Vererbung bei Spielen (allerletztes OT)

Beitragvon Ingo Kasprzak » 19. Oktober 2000, 14:16

Windows ist doch auch in C++ geschrieben, warum ist das dann denn dann so langsam?!
Genau! Weil Vererbung langsam macht! Speziell, wenn viele Methodenaufrufe virtuell sind! Der Header zu Windows2000 sieht nämlich genauso aus, wie der von Jav....sorry...Tikal V2.0:
// Main
#include <source/windows30.h>
#include <source/windows31.h>
#include <source/windows311.h>
#include <source/windows95.h>
#include <source/windows98.h>
class win2000 : private win30, win31, win311, win95, win98
{
win2000() {Delay(30000);} //Delaytime in microsec.
}
Siehst Du, Deine Argumente wirken ziemlich an den Haaren herbeigezogen! :-))

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RoGo

re: Eieruhr notwendig

Beitragvon RoGo » 19. Oktober 2000, 15:06

Meistens fehlt uns noch die zweite Sanduhr,
weil die erste kein reset hat, wenn nach der hHälfte schon agiert wurde.
der wartende Roland

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Arne Hoffmann

re: Eieruhr notwendig

Beitragvon Arne Hoffmann » 19. Oktober 2000, 16:22

Na, da hab ich als Besitzer von TAMSK weniger Probleme: 6 Eieruhren, die alle so im selben Zeitrahmen liegen - da kann jeder seine eigene bekommen (oder fuehrt das dann wiederum zu Diskussionen ob der doch unterschiedlichen Laufzeiten der Uhren ?) :o)
- Arne, der seine Zuege meist recht schnell hinbekommt, aber ab und zu auch mal gerne laenger ueberlegt.

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Hartmut

re: [OT] W98 Source Code

Beitragvon Hartmut » 19. Oktober 2000, 17:02

Na gut, Ihr Hacker, hier kommt mein Beitrag zum OT-Thema! Aus gut unterrichteten Kreisen wurde mir der Sourcecode von Windows zugetragen. (Hoffentlich kan man das im Forum noch gescheit lesen). Beschwerdebriefe bitte direkt an MS, nicht an mich ;-)
----------
/* Windows '98 source code */
/*
TOP SECRET Microsoft(c) Code
Project: Chicago(tm)
Projected release-date: Summer 1998
*/
#include "win31.h"
#include "win95.h"
#include "evenmore.h"
#include "oldstuff.h"
#include "billrulz.h"
#define INSTALL_HARD
char make_prog_look_big 1600000;
void main()
{
while(!CRASHED)
{
display_copyright_message();
display_bill_rules_message();
do_nothing_loop();
if (first_time_installation)
{
make_50_megabyte_swapfile();
do_nothing_loop();
totally_screw_up_HPFS_file_system();
search_and_destroy_the_rest_of_OS2();
hang_system();
}
write_something(anything);
display_copyright_message();
do_nothing_loop();
do_some_stuff();
if (still_not_crashed)
{
display_copyright_message();
do_nothing_loop();
basically_run_windows_3.1();
do_nothing_loop();
do_nothing_loop();
}
}
if (detect_cache())
disable_cache();
if (fast_cpu())
{
set_wait_states(lots);
set_mouse(speed, very_slow);
set_mouse(action, jumpy);
set_mouse(reaction, sometimes);
}
/* printf("Welcome to Windows 3.11");*/
/* printf("Welcome to Windows 95"); */
printf("Welcome to Windows 98");
if (system_ok())
crash(to_dos_prompt);
else
system_memory = open("a:swp0001.swp",
O_CREATE);
while(something)
{
sleep(5);
get_user_input();
sleep(5);
act_on_user_input();
sleep(5);
}
create_general_protection_fault();
}

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Klaus Luber
Brettspieler
Beiträge: 53

DROGEN?!?

Beitragvon Klaus Luber » 19. Oktober 2000, 21:32

Hi miteinander!
Kann ich auch mal was von euren Drogen abbekommen?
Oder seid ihr auch nüchtern so drauf?!?
Klaus

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Nikolaus Tremel

re: Java - Ein erster Eindruck

Beitragvon Nikolaus Tremel » 20. Oktober 2000, 00:43

Hallo Roman.
Wirklich ein prima Beitrag. Eigentlich können es sich die Spielbox-, Pöppelrevue- und Fairplaykritiker sparen, einen Artikel über JAVA zu schreiben. Besser wie der Deinige kann er eigentlich nicht werden. Am besten sie drucken ihn ab, damit er noch mehr Interessierten zugänglich wird.
Übrigens: Danke, daß Du nochmals an Tuzza erinnert hast. Da hat sich meine damalige "Befürchtung" doch wohl bewahrheitet, obwohl es vielleicht wirklich ein gutes Spiel sein mag.
mfg Klaus


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