Beitragvon Konrad alias Conan » 1. November 2000, 14:26
Hallo ,
bei Armaggedon handelt es sich nicht um Mighty Empires sondern es ist ein eigenständiges Spiel.
Es erschien 1975 beim ersten deutschen Fantasyclub, damalige Bezugsquelle war Franz Schröpf, Am Bramerhof 14 in Passau/Bayern.
In einer Zeit als es in Deutschland lediglich Conan, den grauen Mausling, Dragon und Herr der Ringe als Fantasy-Romane zu lesen gab, war man auch bei Fantasy Spielen unter sich.
Das Regelwerk von Armaggedon ist sehr umfangreich, die 2. Auflage hatte allein 112 Seiten, die 3.Auflage 133 Seiten. Man spielt Armaggedon auf kopierten Seiten voller Sechsecke (2,5 cm Kantenlänge), die Größe des Spielfeldes ist vollkommen variabel. Mit einem Spielfeld von 40x60 und 2 Armeen (je 13 Mann) kann man schon eine Schlacht mit einer halben Stunde austragen, eine Burgbelagerung dauert oft schon 1-2 Stunden, eine Seeschlacht genausolang, ein richtiges Spiel oft mehrere Tage bis hin zum ewigen Spiel, welches beliebig fortsetzbar war.
Das Ziel des Spieles war nicht vorgegeben, entweder war es nur die Schlacht zwischen 2 Armeen oder aber das Erreichen und Halten der Vorherrschaft ganzer Kontinente.
Wir haben früher mit 6-8 Mann auf einem 6 qm großen Spielfeld gespielt, und das oft die ganzen verregneten Sommerferien. Armageddon kann man aber auch sehr gut alleine oder zu 2 Spielen. Einsteigen kann man in das laufende große Spiel zu jeder Zeit als Invasor am Spielfeldrand.
Die Spielfelder wurden je nach gusto nach eigenen Vorstellungen kreiert, die Din A 4 Sechseckvordrucke konnte man je nach Laune mit Wachsmalkreiden in normale Wiesen,Wälder, Sümpfe Gebirge Hochland Wüste oder Wasser durch entsprechende Farbgebung bemalen.
Die Burgen und Schiffe muß man sich selber herstellen, war aber bei den Kopiervorlagen kein großer Akt.
Die Spielfiguren waren bei uns meist Plastikfiguren von Airfix oder Atlantik im Format 1/72 (Römer, Trojaner ,Griechen, Bretonen Ritter usw).
Zinnfiguren wären sicher besser, gabs aber damals noch nicht. Für mich ist Armaggedon nach wie vor das Spiel schlechthin.
Die Regeln lassen sich Kapitel für Kapitel leicht erlernen und erspielen, auch mit Kindern (8 Jahren) kann man schon sehr gut Schlachten austragen, zumindest diejenigen die das pädagogisch verantworten können. Für mich wars damals und ist es heute kein Problem.
Um in den vollen Genuß des Spiels zu kommen,um Burgbelagerungen, Seeschlachten und Schlachten mit Elefanten, Phalangen, Wällen, Widdern Quadriga Recken und Helden zu spielen sollte man sich aber doch einige Zeit nehmen.
Für die Freunde des phantastischen kann man das Spiel das in der Grundversion ja ein klares Eroberungsspiel ist mit Zauberern,Einhörnern, Seeungeheuern usw garnieren.
Ich selber habe die 2. und 3. Auflage zu Hause, sie zu kopieren ist aber wohl zu arbeitsaufwendig.
Ich bin aber gerne bereit, weitere Fragen zu dem Spiel zu beantworten, vor allem nachdem ich es erst vor 3 Tagen mit meinem Sohn zum ersten mal seit langer Zeit (15 Jahre) wieder gespielt habe.