Beitragvon Ulrich Roth » 5. November 2000, 01:32
Lieber Gustav:
Freut mich, dass du dich über meinen etwas flapsigen Kommentar anscheinened nicht geärgert hast! Schau mer mal:
> Sehen wir den Zahlen wirklich an, dass sie ausschließlich durch Manipulation entstanden sein können?
Wenn "Manipulation" etwas sinistres, illegitimes implizieren soll, natürlich NEIN. Bedeutet es dagegen etwas wie "Intervention irgendeiner handelnden Entität"
(was in diesem Zusammenhang ungefähr das Gegenteil von Zufall wäre), kann die Antwort doch nur JA lauten, oder?
> Was ich nämlich nicht glaube, ist, dass es einen "Gott der Fairness bei der Entstehung von Zufallsergebnissen" gibt, der sich sagt: "Hmmm ... jetzt haben wir hier 57 Zahlen, die durch 12 teilbar sind, da sollten wir mal besser dafür sorgen, dass das bei der nächsten nicht mehr der Fall ist."
Völlig richtig, aber was hat das mit dem vorliegenden Fall zu tun?
> Nach 57 Zahlen, die alle durch 12 teilbar sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch die 58. durch 12 teilbar ist, genau so hoch, wie sie bei der ersten war.
Stimmt natürlich auch. Aber was ist mit der Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt zu einer Nr. 58 kommt?
> Ist die Teilbarkeit von mehreren Zahlen durch 12 also ein Beweis von Manipulation? Nein.
Bzw. JA (siehe oben).
> Sollte man mit nichts anderem in der Hand als so einer Zahlenkolonne in der Öffentlichkeit den Vorwurf der Manipulation erheben? Nein.
Einverstanden. Vorwurf nein, kritische Nachfrage ja.
> Wünschen sich die "Heilige Kuh" und die anderen "Inquisitoren" wirklich nur eine klärende Stellungnahme der Verantwortlichen? Da ist es wie mit der Frage nach Zufallsergebnis oder Manipulation: Ich bin ausser Stande, das anhand der vorliegenden Informationen zu beurteilen.
Ich natürlich auch. Dass der Auslöser dieser - nicht ganz unwichtigen - Debatte unter Preudonym auftritt, ist unglücklich, tangiert aber m.E. nicht die Gültigkeit der Argumente.
> Nun, was würde es aus deiner Sicht bedeuten, wenn jemand dich in der Öffentlichkeit verleumdet, aber das direkte Gespräch mit dir meidet?
Fände ich gar nicht gut, aber bevor bleibender Schaden entsteht (hier: Diskreditierung des "Deutschen Spielepreises", der Großen Weißen Hoffnung aller "Spiel des Jahres"-Hasser), würde ich sicherlich klipp und klar Stellung beziehen.
Freundlichst
Ulrich