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Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

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Gerald Rüscher

Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Gerald Rüscher » 14. November 2000, 16:27

Hiho zusammen,
nachdem man ja schon in Essen eine Menge Leute mit der megalangen Roads&Boats Schachtel rumlaufen sah, hat es ja auch bei Romans Umfrage hervorragend abgeschnitten.
Leider ist die Beschreibung auf der Homepage des Verlages wenig aussagekräftig (liest sich wie Siedler meets Elfenland). Kann vielleicht jemand, der R&B schon mal gespielt hat, knapp umreissen, worum es bei dem Spiel geht und warum es so gut gefällt? Angesichts des fürstlichen Preises von fast 70 Euro (inkl. Versand) ist ja sicher nicht ratsam, hier die Katze im Sack zu kaufen :-)
Gruß & nice dice,
Jerry

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Carsten Wesel

re: Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Carsten Wesel » 14. November 2000, 16:47

Brettspielumsetzung eines (nicht existenten (so weit ich weiß)) Computerspiels.
Erträge kassieren, damit bauen um anderes bauen zu können um anderes bauen zu können.
Beispiel:
Bäume ernten, Sägewerk bauen, Bäume sägen, Holz haben, damit bauen, Wagen bauen, mehr transportieren können, Öltürme bauen, vorher Grundlage dafür schaffen, Brennstoff kriegen, in Geld umwandeln, vorher Voraussetzungen schaffen, Geld in Aktien umwandeln, vorher...
etc.
Gruß Carsten (merkt man, daß es mir beim ersten mal nicht so toll gefallen hat?)

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Roland G. Hülsmann

re: Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 14. November 2000, 17:25

... aha ... und was ist das Spielziel des über 120 DM teuren Spieles? Klingt wie eine versuchte Brettspielumsetzung einer Aufbausimulation ...
Roland (ratlos)

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Carsten Wesel

re: Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Carsten Wesel » 14. November 2000, 18:06

Spielziel ist es, nach einer gewissen Anzahl von Wundern, die meisten Punkte zu haben. Ein Wunder gibt es jede Runde und die Spieler können auch noch welche "bauen" - da aber nach einer bestimmten Anzahl Schluß ist, kommt dadurch das Ende näher - bringt dem Spieler aber auch Punkte.
Ansonsten sind es hauptsächlich das Geld und die Aktien, die man über lange Umwandlungsketten erreicht, die am Ende Punkte bringen.
Gruß Carsten (1x gespielt - bitte frag' nicht zu genau nach)

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Volker L.

re: Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Volker L. » 14. November 2000, 18:22

> Klingt wie eine versuchte Brettspielumsetzung einer
> Aufbausimulation ...
Das ist es im Prinzip auch, ein Aufbauspiel, das sich
auf die Bereiche Produktion/Weiterverarbeitung und vor
Allem TRANSPORT stuetzt.
Der Clou ist, dass es ausser den Transportern und den
auf diesen aufgeladenen Waren kein Eigentum gibt,
jeder kann alles benutzen. Man baut Gebaeude, die
Entweder Rohstoffe produzieren oder Rohstoffe zu
Fertigwaren weiterverarbeiten. Diese braucht man,
um neue Gebaeude, Strassen, bessere Transporter etc.
zu bauen, einige bringen am Ende des Spiels Siegpunkte
(aber nur, wenn sie sich zu diesem Zeitpunkt AUF einem
Transporter befinden). Ausserdem kann man am Ende
jeder Runde beliebige Waren opfern, um am (Welt-)Wunder
mitzubauen, auch dafuer gibt es Siegpunkte.
Wer zuerst dran ist, kann sich den Rohstoff nehmen,
auch wenn ein anderer das entsprechende Gebaeude gebaut
hat. Ein interessantes zweistufiges System erlaubt die
Aenderung der Spielerreihenfolge.
Gruss, Volker

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Simon-spielbox

re: Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Simon-spielbox » 15. November 2000, 10:06

Erste Frage: Ist das Spiel auch für normalsterbliche Spieler geeignet oder müssen es eher Spielefreaks sein. Das Problem: Meine Mitspieler mögen keine 3-Stunden Spiele mit 1000 Teilen und einer Spieleanleitung in der Dicke eines Kursbuches. Zweite Frage: Wie wieviele Spieler ist es gedacht?

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Arne Hoffmann

re: Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Arne Hoffmann » 15. November 2000, 10:38

Hallo Simon!
Das Spiel ist fuer 1-5 (6?) Spieler gedacht und meines Erachtens nach auch in allen Anzahlen gut spielbar. Dem Spiel liegt ein Szenario-Buch bei mit veschiedenen Vorschlaegen fuer das Gelaende, je nach Anzahl der Mitspieler.
Ob nun fuer Normalspieler oder Spielefreaks ist jetzt die Frage. Fakt ist, dass das Spiel wohl selten unter 3 Stunden zu beenden ist (wohl erst, wenn man sich gut damit auskennt --> Spielefreaks). Die Anleitung umfasst zwar knappe 20 Seiten aber alles ist logisch aufeinander aufgebaut und laesst sich gut erklaeren. Alles fusst ineineander, wie man sich das so vorstellt. Ich denke, dass man es auch Normalspielern erklaeren kann (was sind denn genau Normalspieler ? ) - ist fuer mich vom Aufbau der regeln nicht komplexer als SvC mit der Staedte+Ritter Erweiterung.
Allerdings kommt das Spiel mit einer Fuelle von Material : Holzspielsteine, Glasperlen, Hexagon-Landschaftsplaettchen, Pappcounter fuer die Rohstoffe und Gueter (VIELE Pappcounter).
Sieht dann momentan so aus, dass es fuer deine Mitspieler nicht unbedingt geeignet ist.
Tschoe,
- Arne -

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Volker L.

re: Roads & Boats - Worum geht's, warum so klasse?

Beitragvon Volker L. » 15. November 2000, 13:02

Einige Ergaenzungen zur Antwort von Arne:
Das Spiel ist fuer 1-5 Spieler. Man koennte es auch
mit mehr spielen, dazu muesste man sich VOR dem
Ausdruecken eine oder zwei der Stanzboegen mit den
Pappcountern fotokopieren und ein paar zusaetzliche
Holzspielsteine (Standardgroessen) besorgen. Ein
etwas groesseres Problem waere es, dass man ab einer
bestimmten Spielerzahl ein groesseres Spielfeld
braeuchte. Hex-Felder dazu sind im Ueberfluss vorhanden,
aber man braeuchte eine groessere Plastikfolie (darauf
werden die zu bauenden Strassen aufgemalt).
Arnes Ausfuehrungen bezueglich der Regeln ist nichts
weiter hinzuzufuegen.
Der grosse Umfang des Materials ist uebrigens auch der
Grund fuer den hohen Preis, es ist WIRKLICH viel
Material.
Gruss, Volker

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Gerald Rüscher

Wo sind denn die R&B Fans? (war: Roads & Boats - Warum so klasse?)

Beitragvon Gerald Rüscher » 15. November 2000, 15:27

Besten Dank für die Anworten!
Nun haben sich aber eigentlich eher Kritiker gemeldet und jetzt weiss ich immer noch nicht, warum bei Romans Umfrage immerhin 9 Leute dem Spiel Roads&Boats so eine Top-Beurteilung gegeben haben :-/
Kann vielleicht jemand von den 9 R&B Fans sagen, warum ihm/ihr das Spiel gefällt? :-)

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beat

re: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !

Beitragvon beat » 15. November 2000, 16:02

hallo gerald
also gut, ich bin einer von den 9 die roads & boats so hoch in die wertung gebracht haben. warum mir das spiel gefällt? das erkläre ich gerne, würde aber auch gerne wissen, warum das spiel z.b. dem carsten nicht gefällt.
das interessante an r&b für mich:
- eine unkonventionelle spielidee, d.h. es geht nicht um landnahme, einflusspunkte oder so was, sondern um die umsetzung einer möglichst intelligenten produktions- und transportlogistik
- r&b ist ein aufbauspiel, die spieler bauen verschiedene produktionsketten auf (z.b. holzfäller macht holz, köhler macht aus holz brennstoff, mine macht eisenerz, eisenschmelze macht aus eisenerz und brennstoff eisen) und solche spiele liebe ich einfach!
- kein kampfspiel - höchstens ein diebstahlspiel, die idee mit den neutralen fabriken und produkten finde ich genial und gibt dem spiel die richtige würze (deine gänse, meine gänse - gänse sind für uns alle da!)
kurz gesagt: r&b ist für mich ein wirtschaftspiel, bei dem endlich mal eingehend auf transport und weiterverarbeitung von gütern eingegangen wird; punkte die bei anderen wirtschaftsspielen wie schoko+co, playboss, usw. einfach zu kurz kommen.
gut wurf
beat der bohrturmkönig

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Der Carsten

re: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !

Beitragvon Der Carsten » 15. November 2000, 16:08

> warum das spiel z.b. dem carsten nicht gefällt.

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Der Carsten

re: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !

Beitragvon Der Carsten » 15. November 2000, 16:13

> warum das spiel z.b. dem carsten nicht gefällt.
Mein erstes Spiel ist völlig an mir vorbei gelaufen. An diesem Spiel mache ich meine Meinung derzeit fest. Noch ist es ja keine endgültige Meinung, denn meiner Freundin (Hallo Karin) hat es z.B. in der selben Partie gut gefallen - aber sie hat nicht mitgestimmt.
> beat der bohrturmkönig
Den hätte ich auch fast gebaut. Als ich das Material beisammen hatte, merkte ich, daß ich auf dem falschen Feld steht und das richtige nicht mehr frei war - aber das ist wohl mein Problem und steht auf einem anderen Blatt.
Gruß Carsten (der (fast nur) mit den Weltwundern punktete)

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Ich wars nicht

[OT]

Beitragvon Ich wars nicht » 15. November 2000, 16:16

<begin routine>
<begin kill>
assign posting 7730
do action
<end kill>
<end routine>

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Gerald Rüscher

Komplex oder kompliziert? (war: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !)

Beitragvon Gerald Rüscher » 15. November 2000, 16:47

Borturmkönig Beat schreibt:
> eine unkonventionelle spielidee [...]
> r&b ist ein aufbauspiel,
> die spieler bauen verschiedene produktionsketten auf
> [...]
Erstmal danke für Deine Beschreibung!
Eine Nachfrage: wie groß ist der "Buchhaltungsfaktor" bei R&B? Muss man mit Zetteln hantieren auf denen irgendwelche Ressourcen tabellenartig notiert sind? Wie kompliziert (nicht komplex!) ist das Spiel.
Hintergrund ist, dass ich in meinem Freundeskreis ein paar Leute habe, die zwar liebend gerne komplexe Spiele spielen, aber Zettelwirtschaft und Abkreuzen hassen (wie z.B. bei BattleTech, CarWars, Circus Maximus)
Schon mal Dank für Deine Hilfe!
Jerry (der auch Aufbauspiele liebt und Spiele der Kategorie "wir rangeln um Mehrheiten bunter Plättchen in irgendwelchen Regionen" bis oben satt hat)

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Arne Hoffmann

re: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !

Beitragvon Arne Hoffmann » 15. November 2000, 16:52

Bekenne mich schuldig :o)
Auch ich habe eine hohe Note fuer das Spiel abgegeben - denke, dass mein Enthusiasmus schon herausgeklungen ist. Als Gruende kommen bei mir hauptsaechlich die von beat genannten zu tragen. Ferner finde ich die Solitair-Variante reizvoll - was ja bei vielen anderen Spielen nicht so moeglich ist.
Tschoe,
- ARne -

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beat

re: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !

Beitragvon beat » 15. November 2000, 16:55

ja sowas ist natürlich übel und kann schon nerven. passiert dir aber beim nächsten mal (hoffentlich) nicht mehr? dann klappts auch mit dem bohrturm...
beat

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Volker L.

re: Komplex oder kompliziert? (war: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !)

Beitragvon Volker L. » 15. November 2000, 17:00

> Eine Nachfrage: wie groß ist der "Buchhaltungsfaktor"
> bei R&B? Muss man mit Zetteln hantieren auf
> denen irgendwelche Ressourcen tabellenartig notiert
> sind? Wie kompliziert (nicht komplex!) ist das Spiel.
Aufschreiben muss man gar nichts, die Rohstoffe/Waren,
die man hat (bzw. herrenlos herumliegen) werden durch
Pappcounter dargestellt. Das einzige Element, bei dem
ein Stift (wasserloeslicher Folienschreiber) gebraucht
wird, ist das einzeichnen der Strassen, die im Laufe
des Spiels gebaut werden.
Die Zusammenhaenge (wieviel Baumateriel kostet das
Gebaeude X, wieviele Rohstoffe der Sorte Y verwandelt
es in wieviele Fertigwaren der sorte Z) stehen auf
einem Uebersichtsblatt, das etwas laenger und schmaler
als ein A5-Papier ist (ein Uebersichtsblatt pro Spieler).
Tabellen mit Spalten und Zeilen, die man kreuzen muss,
gibt es nicht, es sind ganz einfache lineare
Zusammenhaenge:
* Ein Holzfaeller kostet eine Einheit Bretter und
produziert pro Runde eine Einheit Baumstaemme.
* Ein Saegewerk kostet 2 Einheiten Bretter und eine
Einheit Steine und verarbeitet je eine Einheit
Baumstaemme in 2 Einheiten Bretter, wobei pro Runde
maximal 3 Einheiten Baumstaemme verarbeitet werden
koennen.
(Graphisch dargestellt ist das noch uebersichtlicher
als so im Text).
Gruss, Volker

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Christian Schnabel

re: Wo sind denn die R&B Fans? (war: Roads & Boats - Warum so klasse?)

Beitragvon Christian Schnabel » 15. November 2000, 17:17

Hallo Gerald,
hier ist noch ein Fan von Roats & Boats (9 Punkte).
Eigentlich kann ich mich BEAT in seiner Darstellung "voll und ganz" anschließen.
Im Szenarienbuch von Roats & Boats kommen zudem auch Einpersonenvarianten vor, die gut spielbar sind. Der jeweilige High-Record ist angegeben (davon bin ich noch meilenweit entfernt!).
Vor dem 1. Roads & Boats am Spieleabend sollte der "Regelerklärer" m.E. ein Solopartie gespielt haben. Die Regeln sind zwar klar und schlüssig, aber evt. auftretende Fragen werden von Splotter-Spellen innerhalb von nur 1 Tag postwendend beantwortet! (E-Mail vorausgesetzt).
Und auch das Material will erklärt sein; u.a.:
1150 Counter
36 Glasperlen
160 Transporter (Holzscheiben wie bei Can`t Stop))
90 Mauern ("Siedlerstraßen")
18 Bergwerke (Holzzylinder)
144 (Siedler-)Hexfelder
1 Tempel
5 Spielhilfen
5 Forschungsleisten
1 Acrylabdeckung
1 Stift
1 Szenarienbuch
1 Spielanleitung
und eine Menge Klipptüten
Viele Grüße
Christian

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beat

re: Komplex oder kompliziert? (war: Wo sind denn die R&B Fans? - hier !)

Beitragvon beat » 15. November 2000, 17:21

Eine Nachfrage: wie groß ist der "Buchhaltungsfaktor" bei R&B? Muss man mit Zetteln hantieren auf denen irgendwelche Ressourcen tabellenartig notiert sind? Wie kompliziert (nicht komplex!) ist das Spiel.
>> keine zettel, keine buchführung. jede fabrik produziert pro runde eine festgelegte anzahl güter, die in form von countern auf die fabrik gelegt werden. im falle von weiterverarbeitenden betrieben natürlich nur falls die ausgangstoffe (ebenfalls in form von countern) auf dem feld vorhanden sind (z.b. braucht eine sägerei baustämme um bretter herzustellen)
Wie kompliziert (nicht komplex!) ist das Spiel.
>> Hm, m.e. eigentlich nicht besonders kompliziert. es gibt 16 güter die in - ääh, wieviele fabriktypen warens nochmal? - ca. 10 glaube ich - verarbeitet werden können. alles liegt in form von countern auf dem spielplan. und der ist nicht besonders gross (extreme resourcenknappheit ist gewährleistet!), so dass man eigentlich immer die übersicht behält. auch der konflikt (besser: diebstahl) ist in der 2. edition ziemlich einfach geregelt. vom ablauf her würde ich sagen dass das spiel absolut für gelegenheitsspieler geeignet ist (von der dauer her wohl weniger...)
Hintergrund ist, dass ich in meinem Freundeskreis ein paar Leute habe, die zwar liebend gerne komplexe Spiele spielen, aber Zettelwirtschaft und Abkreuzen hassen (wie z.B. bei BattleTech, CarWars, Circus Maximus)
>> na prost dann! ne, also mit solchen ungetümen lässt sich r&b dan wirklich nicht vergleichen und spielt sich um welten einfacher.
gut wurf
beat

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beat

re: [OT]

Beitragvon beat » 16. November 2000, 14:36

ts, ts, wenn du so r&b spielst wie du postings schreibst wundert mich nichts mehr... ;-))
gruss
beat
'auf meinen bohrturm bin ich stolz
nun hab ich brennstoff ganz ohne holz
die andern schauen neidisch raus aufs meer
einen bohrturm wünschen die sich auch so sehr'


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