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Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Gerhard Koch

Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Beitragvon Gerhard Koch » 20. Februar 2001, 17:16

Wenn ich alles richtig gelesen und mitbekommen hab, dann machen weder Ravensburger noch Schmidt Spiele in diesem Jahr neue Kartenspiele. Warum eigentlich nicht? Hat das etwa was damit zu tun, dass mit einem Kartenspiel kein grosser Schnitt (weil kein Spiel des Jahres) möglich ist? Auch bei Amigo ist seit 2 Jahren ein starker (Qualitäts)Rückgang zu beobachten (wenn man die Bohnen-Familie mal ausser Acht lässt). Etwa seit Elfenland??? (Haben gerade die neuen handlichen Amigos gespielt. Höchstens durchschnittlich!!!)
Kosmos beschränkt sich nach wie vor auf seine (sehr gute) Zweierlinie. Auch hier keine Kartenspiele für ne grosse Gruppe, ganz zu schweigen für um die 10 Märker.
An mangelnden Ideen kann das doch schwerlich liegen, wie's die Kleinen immer wieder vormachen und wie OFuA, Verräter, Meuterer, David & Goliath, Zoff im Zoo und noch einige andere toll beweisen.
Will man bei den Grossen hier nichts unternehmen???
Die Spiel des Jahres Diskussion wurde hier im Forum ja bereits heftig geführt. Für mich ist der Gedanke ziemlich naheliegend, dass die Schielerei auf SdJ und die Schielerei auf den grossen Reibach alles andere etwas verdrängt. Leider, leider.
Ich gehe jede Wette ein. Wenn ein Kartenspiel den Hauptpreis erhalten sollte, dann würden sich auch Ravensburger und Schmidt und Kosmos auf das kleine Schachtelformat stürzen. Vielleicht nicht ganz so klein wie Adlung, aber irgendwas in dieser Richtung.
Was meint ihr?
Gerhard Koch

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bruno faidutti

re: Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Beitragvon bruno faidutti » 20. Februar 2001, 17:35

It's not a bad thing that big publishers don't make little card games anymore, because it leaves a market niche for the smaller publisher. Card games are much easier and less risky for small publishers who make small print runs and cannot afford the high prices for special moulds or cardboard cut-shapes requested with big games. So better let it stay so - tough I don't mind selling a little card game to a big publisher ;-)

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Carsten Wesel

re: Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Beitragvon Carsten Wesel » 20. Februar 2001, 17:37

Mir ist es so ziemlich egal, von welchem Verlag die Kartenspiele kommen, Hauptsache es gibt überhaupt welche.
Außerdem gibt es auch Verlage, die ausschließlich in diese Lücke springen und sich dort richtig wohl fühlen - warum auch nicht?
Gruß Carsten (mag Kartenspiele mehr als Björn)

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Ralf Abilgaard

re: Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 20. Februar 2001, 18:21

Sei doch froh, wenn sich die Großen nicht auch noch auf dieses Segment werfen. Kleine Verlage haben mit Kartenspielen ein geringeres Risiko und wenn sich die kleinen Verlage darauf konzentrieren, garantiert dies wenigstens eine größere Vielfalt.
Obendrein hat Schmidt Spiele im letzten Jahr mit ASS ja versucht mehrere Kartenspiele herauszubringen. Von denen ist nur noch Schotten-Totten übriggeblieben. Und über Berliner Spielkarten vertreibt Schmidt ja auch noch seine Spiele. Hinzu kommt, daß der Vertrieb von Hans im Glück ebenfalls über Schmidt läuft. An jedem OfuA verdient Schmidt also mit :-|
Und Ravensburger hat mit Wyatt Earp ja offensichtlich auch ein gutes Kartenspiel unter dem Label Alea herausgebracht.
Bei Kosmos kommen die Kartenspiele für "um die 10 Märker" unter dem Label Klee heraus - letztes Jahr auch eher ein Flop.
Und was die Qualität betrifft: Es kann nicht andauernd Top spiele wie Bohnanza oder OFuA geben, eine einjährige Durststrecke mit nicht so tollen Kartenspielen ist doch ganz normal (wobei ich Drachengold noch nicht gespielt habe).
Gruß
Ralf
Ralf

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Peer

re: Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Beitragvon Peer » 20. Februar 2001, 18:48

Hallo Ralf Ralf :-)
Zustimmung! Die großen haben alle ihre Marken, bei denen sie ihre Kartenspiele rausbringen. Und Ravensburger hat (glaube ich) noch nie viele Kartenspiele publiziert.
Zudem ist der Markt (glücklicherweise) nach dem großen Boom in den letzten Jahren etwas gesundgeschrumpft. Ich mag Kartenspiele, aber manchmal ist weniger einfach mehr. (Das 1000ste Stichspiel ist vielleicht nicht mehr so interessant - Wer Was sticht?, Sticheln, Mü, David & Goliath... hat, braucht nicht noch Willi, Drahtseilakt, Mückenstich und wie sie alle heissen).
So, wo ist jetzt Wyat Earp?
ciao,
Peer

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fritz gruber / kosmos

re: Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Beitragvon fritz gruber / kosmos » 20. Februar 2001, 19:35

Lieber Gerhard Koch,
was KOSMOS angeht, so stimmt es, daß wir in den vergangenen Jahren bestrebt waren, uns über die Schiene "Zweierspiele" eine Marktnische im Kartenspielbereich zu erschließen. In den seit mehreren Jahren florierenden und mithin auch heftig expandierenden Markt der sog. "kleinen Kartenspiele" (im Bereich von 10 - 15 DM) haben wir uns in der Tat bewußt nicht eingemischt; dies aber keineswegs deshalb, weil uns das nicht lukrativ genug erschienen wäre, sondern weil auch ein "großer" Verlag (wenn man KOSMOS denn zu den großen Verlagen zählen wollte) sich nicht großmächtig mit einer neuen Spielelinie auf den Markt werfen kann und blind darauf vertraut, daß man die ehrenwerte Konkurrenz nun, weil man ja groß ist, gleich so zurecht stutzt, daß genügend Marktanteile für einen selbst dabei herausspringen. Kurz und gut: Dank einer Reihe von Verlagen, die gerade im Bereich der "kleinen Kartenspiel" bemerkenswertes leisten (Ich möchte an dieser Stelle, gleichsam als Musterbeispiel, nur ADLUNG nennen) konnte man bislang wahrhaftig nicht sagen, daß die Spieleszene hier an Unterversorgung litte.
Freilich haben wir uns dennoch in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, wo sich ein für KOSMOS geeignetes, i.e. sich vom übrigen Angebot deutlich abhebendes Kartenspielformat finden ließe. Die bereits erwähnte Zweierspielreihe war eine der Antworten, die wir gefunden haben. Eine andere, ganz neue Antwort wurde erst jüngst, auf der Nürnberger Spielwarenmesse, vorgestellt. Sie trägt den Serientitel "Spiele für viele". Diese neue Reihe wurde geschaffen als Forum für Spiele, von denen sich, stark verkürzt, sagen lässt, sie befinden sich auf der Schwelle vom Kartenspiel zum großen Brettspiel. Näheres über die einzelnen Titel kann man ja dank der Riesenarbeit, die sich Knut macht, gut bei spielbox-online nachlesen.
Spiele Grüße
Fritz Gruber

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Helmut
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Beiträge: 1529

Gute Kartenspiele - genug im Regal!

Beitragvon Helmut » 21. Februar 2001, 07:01

Hallo, ich leide nicht unter dem Mangel guter Kartenspiele. 1. gibt es genug neue Kartenspiele, siehe Adlung, 2. Sich Gedanken darüber machen, warum "große Verlage" keine herausbringen ist müssig. Und 3. habe ich genügend gute Kartenspiel im Regal, dass ich keine neuen bräuchte!
MfG
Helmut

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Gerhard Koch

re: Willkommene PR, Herr Gruber?

Beitragvon Gerhard Koch » 23. Februar 2001, 15:18

Lieber Herr Gruber,
vielen dank für ihre ausführliche Darlegung der Kosmos-Philosophie zum fehlenden Segment der preiswerten Kartenspiele. Ich habs mit Interesse gelesen. Allerdings verstehe ich ihren Verweis auf die neue Reihe Spiele-für-Viele in diesem Zusammenhang so ganz und gar nicht.
Meine Frage zielt darauf ab, warum die Grossen (und für mich ist Kosmos ein Grosser) keine guten PREISWERTEN Kartenspiele mehr machen. Ich meine hiermit sowas wie 6 nimmt oder Bohnanza, die man für wenig Geld verschenken kann und immer richtig liegt. Also für um die 10 Mark.
Die neue Reihe Spiele-für-Viele soll etwa 35 Mark kosten, so stehts zumindest zu lesen. Das ist eine andere Welt. Das sind Brettspiel-Preise.
Sorry, ich kann mich ja täuschen, aber ich werd das komische Gefühl nicht los, das Sie die neue Reihe bloss mal nebenbei erwähnen wollten, so als willkommene PR.
Kann sich Kosmos nicht mal auf Kleineres beschränken? Was tolles für wenig Geld. Ich fänds klasse. Die Kompetenz müssten Sie doch haben. Adlung hätte aus Verräter sicher auch was Grosses (Teueres) machen können, oder HIG mit OFuA. Haben sie aber nicht. Das finde ich lobenswert. Nachmachen! Bloss von der Schwelle vom Kartenspiel zum Brettspiel reden, die dann preislich auch noch über Carcassonne zB liegt (das ebenfalls für wenig erstaunlich viel bietet), das hört sich nach Alibi-Argumentation an.
Die Schwelle vom Kartenspiel zum Brettspiel wurde übrigens schon mal von Abacus unter 30 DM gehalten (Canyon, Samarkand) und das alles andere als schlecht.
Und Schweinsgalopp hat man gar vom Brett- zum Kartenspiel umfunktioniert. Vorbildlich.
Gerhard Koch

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Michael Andersch

re: Willkommene PR, Herr Gruber?

Beitragvon Michael Andersch » 23. Februar 2001, 15:37

Hallo Gerhard,
nun mal halblang.
Ich denke, Fritz hat sich äußerst vernüftig und in keinster Weise überheblich zum Thema kleine Kartenspiele geäußert, nämlich in dem Sinne, das Kosmos auf diesen Zug nicht aufspringen wird.
Dir kann es doch letztendlich egal sein, ob die geforderten preiswerten Kartenspiele von Kosmos, Adlung, Amigo oder Avalon Hill kommen, solange es sie nur gibt!
Mit Deiner Forderung nach kleinen Kartenspielen tust Du eigentlich nur kund, daß Du das Kosmos-Programm so gut findest, daß Du es gerne auch "in klein" hättest. Und das wiederum spricht ja für die von Kosmos eingeschlagene Richtung, oder?
Viele Grüße,
Micha (mag kleine und große Spiele)

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fritz gruber / kosmos

re: Willkommene PR, Herr Gruber?

Beitragvon fritz gruber / kosmos » 23. Februar 2001, 20:31

Sehr geehrter Herr Koch,
ich habe mir Ihr erstes Posting, das diesen kleinen Thread hier ausgelöst hat, nochmal angesehen, um zu prüfen, ob ich etwa überlesen hätte, daß Ihre Frage nach "Kartenspielen bei den Großen" letztlich eine Frage nach besonders preiswerten Spielen war. Da es m.E. aber nicht so ist, verstehe ich Ihr Nichtverstehen meines Hinweises verständlicherweise, so hoffe ich wenigstens, überhaupt nicht. - Und wenn ich nun auf die neue Reihe bei Kosmos verwiesen habe, so eben nur deshalb, um deutlich zu machen, in welcher Weise wir uns - mittlerweile - mit Kartenspielen beschäftigen. Daß Sie diese Erklärungen unter "Willkommener PR" abhaken, stört mich vom Prinzip her nicht (PR ist wahrlich keine Schande). Was mich aber allerdings etwas wurmt, ist das Ummünzen einer guten Absicht (nämlich, zu erklären, wie wir denken und warum wir bestimmte Dinge tun und andere lassen) in bloße PR-Arbeit.
Nun zu Ihrem Einwand, wir bewegten uns mit den Preisen für die Spiele der neuen Reihe auf "Brettspielniveau". Abgesehen davon, daß heutzutage die wenigsten neuen Brettspiele noch für unter 40 Mark zu haben sind (ich spreche hier natürlich von den empfohlenen Verkaufspreisen und nicht Schnäppchen oder besonderen Lockangeboten) lag und liegt es auch gar nicht in unserer Absicht, die Aussage "Brücke zwischen Karten- und Brettspiel" über den Preis zu definieren.
Und was die nochmalige "Aufforderung", wir möchten uns doch "auf etwas kleineres beschränken" angeht, so habe ich - mein' ich wenigstens - hinreichend begründet, warum dieses Spielesegment auf unserer Prioritätenliste nicht gerade ganz oben steht. Ich unterstelle aber mal, daß wir anders darüber denken würden, wenn das allgemeine Angebot an " guten kleinen Kartenspielen" zu wünschen übrig ließe. Tut es aber nicht.
Dann höre ich, wahrscheinlich last aber auf jeden nicht least, bei Ihnen noch heraus, Sie fühlten sich aufgefordert, uns nachzuweisen, daß KOSMOS keineswegs das Urheberrecht auf Spiele besäße, die sich auf der Schwelle zwischen Karten- und Brettspiel bewegten. Vergebene Liebesmüh. Wir hatten diese Vorstellung nicht. Was wir vielmehr versuchen, ist, für diese Art von "Schwellenspielen" eine besondere Plattform zu schaffen. Das von Ihnen erwähnte "Canyon" gehört übrigens zu meinen Lieblingsspielen und es würde wunderbar in unsere neue Reihe passen.
Spiele Grüße
Fritz Gruber

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Roman Pelek

re: Gute Kartenspiele - nicht mehr bei den Grossen?

Beitragvon Roman Pelek » 27. Februar 2001, 04:11

Hi Gerhard,
erstens stimme ich den anderen in Punkto "Kleinverlage" und Kartenspiele zu. Schliesslich gibt's ja z.B. Adlung.
Zum anderen ist mit Aleas "Wyatt Earp" ja mal wieder ein schönes Kartenspield draussen.
Wie allerdings weiter oben beschrieben mache ich mir langsam Sorgen um die Spielkartenfabriken und deren Qualität; bei fast jedem Kartenspiel oder Brettspiel mit Karten enerviert mich etwas die mangelhatfte Beschichtung der Karten. Was soll ich mir ein Spiel, geschweige denn ein reines Kartenspiel, für viel Geld kaufen, um's nach ein paar Partien in den Altpapiercontainer zu werfen?
Ansonsten, so denke ich, gibt's genug (gute) Kartenspiele momentan - es muss ja nicht von den Grossverlagen kommen.
Ciao,
Roman


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