Beitragvon Roman Pelek » 1. März 2001, 12:29
Hi Harald,
interessante Thematik, die da aufgeworfen wird. Eine meiner Gedanken hast Du mit Schach=Sport fast schon selbst beantwortet, nämlich die Frage, ob "harte" Strategiespiele nun Spiele sind oder nicht.
Meines Erachtens erfüllt aber fast alles, womit man sich kreativ, grüblerisch oder kommunikativ in einer Runde nach gewissen Regeln auseinandersetzt, die Voraussetzung, es Spiel zu nennen. Mein umfassender Spielbegriff wäre also "Gemeinsame Unterhaltung nach Regeln", und da fallen auch solche Sachen klar hinein. Dass mancher dabei das "Spielerische" vermisst, mag sein, es kommt drauf an, wie man spielerisch definiert. Ist es nun kreatives Mitgestalten an einem Spielverlauf? Oder eher Aufbegehren gegen glücksabhängige Ereignisse? Wann verliert sich das Spielerische?
Wenn Michael Knopf und Du davon reden, dass "WwM" stupides Abfragen von Bildungsbürgerhalbwissen ist, kann man das klar so sehen. Nur wenn man ob dessen dem Produkt das Prädikat Spiel verwehrt, frage ich mich, wie man dann mit Spielen umgeht, wo eine Person ob überlegener Denkfähigkeiten und/oder Übung gewinnt - wie es bei vielen taktischen Spielen der Fall ist. Sind das allesamt keine Spiele mehr (Schach ist da natürlich das Extrem)? Braucht ein Spiel z.B. Glück, um es spielerisch zu machen, auszugleichen, und weniger Begabten eine Chance zu geben? Muss jeder Siegchancen haben in einem Spiel, damit es Spass macht?
Oder ist das Spielerische einfach nur der Unterhaltungsfaktor beim Spielen (so sehe ich das zumeist)? Dann kann aber, je nach Neigung, ein Quiz für manche genauso unterhaltsam sein wie für andere ein stiller Abend über dem Schachbrett.
Nun ja, zurück zu WwM: ich finde an solcher Art von Quiz ob der gleichen Argumente keinen Gefallen, würde aber deswegen nicht gleich das Prädikat "Spiel" absprechen wollen - genausowenig umstrittenen "Spielen" wie Herr der Ringe. Zudem halte ich den Begriff "Sport" im eigentlichen Sinne für meistens interpretierbar als "Spiel als organisierter Wettkampf". Manche Spieleturniere sehe ich auch als "Sport" an, wenn ich höre, wie manche Leute dafür Spiele trainieren. Sport fängt für mich da an, wo man Spiele spielt, um besser zu werden, nicht allein um des Spielens willen. Und das ist, so gesehen, auch nicht ganz mein Ding, da mich nicht zwingen möchte etwas unabhängig von meiner Lust dazu zu trainieren, was ich ursprünglich als Freizeitgenuss nach eigenem Gusto auserkoren habe.
Ciao,
Roman