Beitragvon fritz gruber / kosmos » 20. März 2001, 00:15
Lieber You,
was Sönke und insbesondere auch Holger sagten, trifft weitgehend zu. Ich verstehe durchaus, daß der Reihentitel "Spiele für viele" so verstanden werden kann, daß man sich ein "... für besonders viele" dazudenkt. Tatsächlich aber ist "Spiele für viele" als Abgrenzung zur Reihe "Spiele für zwei" gedacht. Nun könnte man freilich fragen, ob - so gesehen - nicht alle "Nicht-Spiele-für-zwei" im KOSMOS-Programm als "Spiele für viele" angesprochen werden könnten. Klare Antwort: Jein. - Denn die neue Reihe hat schon sehr ausgeprägte spezifische Merkmale. Zuvörderst wäre da der Preis zu nennen. Alle Spiele dieser Reihe kosten 34,95 DM. Diese Preisgestaltung basiert auf einer ganz eindeutigen Reihen-Philosophie, die da lautet: Wir wollen ein verbraucherfreundliches Mittelformat schaffen, daß uns einerseits in die Lage versetzt, "große Spiele" in Material- und Kostenaufwand auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren (ohne daß das auf Kosten der Qualität ginge) und andererseits auch Spiele machen zu können, die auf dem Markt der "reinen Kartenspiele" nicht bestehen könnten, weil sie wegen ihres höheren Materialbedarfs nicht in die Preisgruppe der 10 bis 15 Mark-Spiele passen und - natürlich - auch nicht so stark aufgebläht werden können (oder sollten), daß sie im Wettbewerb der sog. "großen Spiele" bestünden.
Was Sönke vermutete stimmt natürlich auch. "Spiele für viele" soll signalisieren, daß sich hier Spiele-für-viele-Geschmäcker finden; man könnte aber auch sagen: "Spiele-für-viele-Gelegenheiten". Denn - zumindest geht es mir selbst so - allein schon im Verlauf eines einzigen Spieleabends kann meine Lust auf Spiel beträchtlich wechseln. Ich fange gern mit einem relativ anspruchsvollen Spiel an, habe dann meist Lust auf ein etwas - und sei's nur von der allgemeinen Stimmung her - leichteres und beschließe gern mit einem ausgesprochen kommunikativen bzw. interaktiven Spiel. Genau diese Wünsche, die ich eben beschrieben habe, könnte ich mir mit dreien der vier neuen "Spiele-für-viele" erfüllen. - Daß - mit "Zaubercocktail" - auch ein Spiel vorliegt, das bis zu sieben Mitspieler zulässt (man kann sogar sagen, je mehr desto besser) war uns natürlich sehr willkommen. Die besonders große Spieleranzahl ist aber nicht das verläßliche Kriterium der neuen Reihe.
Ich glaube - und das ist nicht rhetorisch gemeint - woran uns wirklich gelegen ist, das ist, mit "Spiele-für-viele" ein Pendant für "Spiele-für-zwei" zu schaffen. Pendant inwiefern? Insofern, als man unsere "Spiele für zwei" eigentlich fast "unbesehen" kaufen kann, weil die Qualitätserwartungen im Prinzip zuverlässig erfüllt werden (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es mag ja durchaus mal vorkommen, daß ich mir ein "Spiel für zwei" kaufe, zu dem der Verstand "Ja" sagt, der Bauch aber ein eingeschränktes "Ja, schon - aber nicht immer, sondern nur manchmal". Kann man sich aber leisten, weil diese Spiele ja nicht so teuer sind, daß man sich genötigt fühlt, die Kosten nun auf Teufel komm raus und so schnell wie möglich abzuarbeiten. Wenn uns das gleiche mit den "Spielen für viele" gelingt - Spiele zu machen, die man fast "unbesehen" kaufen kann, die preisgünstig sind und sich gleichzeitig auf einem qualitativ zuverlässigen Niveau bewegen (unabhängig von ihrer Komplexität) dann haben wir unser Ziel erreicht.