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Fragen zu "Der große Gallier"

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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David

Fragen zu "Der große Gallier"

Beitragvon David » 13. April 2001, 00:22

Nachdem wir uns heute mal an "Der große Gallier" gewagt haben konnten wir folgende Regelfrage nicht klären: darf derjenige, der den Tipp für einen Bluffer abgiebt zusätzlich noch einen Gallier bekommen, weil er nicht beim bluffen entdeckt worden ist (dadurch könnte er insgesamt 2 Gallier bekommen). Die Frage stellte sich, da oft der letzte in der Runde seinen Bluffstein so eingesetzt hat, dass er automatisch der letzte war - zusätzlich bluffte er natürlich, da er ja wusste, dass er nicht entdeckt werden konnte... das Problem kam (zumindest bei drei Spielern) sehr häufig vor - wir spielten zuerst so, dass der Tipper keinen Gallier zusätzlich für das unendeckte bluffen bekam - sind uns aber nicht sicher und würden gerne eure Meinung wissen
Danke
David (der das Spiel aber nicht besonders gut fand)

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Frank Gartner
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re: Fragen zu "Der große Gallier"

Beitragvon Frank Gartner » 13. April 2001, 00:36

Hallo David,
in der Regel steht:
"Dabei werden nicht erwischte Bluffer belohnt".
Das ist wohl eine Auslegungsfrage, aber "nicht erwischte" setzt meines Erachtens voraus, dass überhaupt eine Möglichkeit des Erwischens besteht.
Beim Juror ist das nicht möglich, also würde ich ihm keinen zusätzlichen Chip geben.
Aber wie gesagt. Das ist nur meine Interpretation der Zeilen.
MfG
Frank
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David

re: Fragen zu "Der große Gallier"

Beitragvon David » 13. April 2001, 00:42

Genau darüber wurde sich unsere Runde nicht einig. Die einen (unter denen war auch ich) waren deiner Meinug. Die anderen waren aber der Meinung, dass der Juror (wie spricht man das eigentlich korrekt aus) ein nicht erwischter Bluffer ist und deshalb auch belohnt wird...
Ist wohl wirklich auslegungssache (muss ich wohl mal Wolfgang Kramer fragen) der sollte es ja eigentlich wissen...
Danke und Gruß
David

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Frank Gartner
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re: Fragen zu "Der große Gallier"

Beitragvon Frank Gartner » 13. April 2001, 00:51

Wenn er selbst darüber nachgedacht haben sollte.
Oft kommen Spieler ja auf die interessantesten Konstellationen, an welche ein Erfinder evtl. nie gedacht hat :-)
MfG
Frank
-H@LL9000-

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Oliver

re: Fragen zu "Der große Gallier"

Beitragvon Oliver » 13. April 2001, 09:22

Hm, folgende Situation:
Ich bin der 4. und letzte in der Runde und alle 3 vor mir haben bereits für mich zu hohe Werte ausliegen.
Ich lege eine 1 weg und behaupte 2! Bin damit 4. und Juror. Falls ich nun richtig anzweifle bekomme ich:
1 Chip fürs anzweifeln
1 Chip fürs Bluffen
1 Punkt für den 3. Platz. da einer vor mir rausfällt
Macht also 3 Punkte/Felder, bei falschem anzweifeln noch 1 Feld fürs Bluffen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß da in keiner Testrunde jemand drauf gekommen ist. Die Situation trat bei uns sehr oft ein.
Das Spiel war sehr nett, aber wenn es länger gedauert hätte, wäre es langweilig geworden.
Aber für ne halbe Stunde Spass und gute Laune war es gut geeignet und wird wohl in 2-3 Wochen wieder auf den Tisch kommen.

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Frank Gartner
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re: Fragen zu "Der große Gallier"

Beitragvon Frank Gartner » 14. April 2001, 00:59

Hallo Oli,
hast schon Recht. Das sollte aufgefallen sein.
Wir haben es nicht so gespielt, das muss aber nicht heissen, dass es richtig ist.
Ich werde mal bei Clementoni nachfragen.
Zum Gallier selbst gebe ich Dir Recht. Nettes Spielchen, was man ab und an mal spielen kann.
Hast Du mal Dark Side gespielt, das andere Clementoni-Spiel? Das hat meines Erachtens mehr Potential.
Ciao,
Frank
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Wolfgang Kramer
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re: Fragen zu "Der große Gallier" Juror erhält Chipdarf

Beitragvon Wolfgang Kramer » 16. April 2001, 13:51

Wenn der Juror selbt geblufft hat, erhält er einen Turnierchip. Dies kann in der Tat als taktisches Element eingesetzt werden.
Tschau
Wolfgang Kramer

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Frank Gartner
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re: Fragen zu "Der große Gallier" Juror erhält Chipdarf

Beitragvon Frank Gartner » 16. April 2001, 22:04

Hallo Wolfgang,
vielen Dank für die Information!
Damit dürften alle Unklarheiten beseitigt sein.
Man sieht, man kann sich noch so Mühe geben - es ist sehr schwer etwas so zu formulieren, dass es nicht doch irgendjemand falsch verstehen kann.
MfG
Frank Gartner
-H@LL9000-

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David

Danke - und noch eine Frage an Herrn Kramer

Beitragvon David » 17. April 2001, 14:05

Vielen Dank Herr Kramer, dass Sie uns bei diesem Regelproblem geholfen haben. Ich denke auch, dass dies die bessere Lösung ist und hoffe, dass Sie uns auch in Zukunft behilflich sind, wenn es einmal wieder Fragen bezüglich eines Ihrer Spiele geben sollte - eine Frage noch zum Abschluß: wir entfanden die Materialqualität des Spieles (wie auch bei den anderen Spielen von Clementoni) als sehr unzureichend (sehr dünne Karten, billig wirkendes und optisch nicht sehr schönes Material) - die Grafische Umsetztung ist bei Ihrem Spiel gelungen (wobei es natürlich Geschmackssache ist - "Darkside" finde ich total daneben) - die Schachtel selbst verspricht bessere Qualität als der Inhalt dann hervorbringt - sind Sie als Autor mit einer solchen Umsetzung zufrieden oder würden Sie sich bessere Materialien wünschen - oder ist man als Autor zufrieden, dass ein Spiel veröffentlicht wird und muss eventuell eben einige Abstriche machen - es wäre schön, wenn Sie mir auf diese Frage antworten würden.
Danke
David Bartold

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David

Danke - und noch eine Frage an Herrn Kramer

Beitragvon David » 17. April 2001, 14:05

Vielen Dank Herr Kramer, dass Sie uns bei diesem Regelproblem geholfen haben. Ich denke auch, dass dies die bessere Lösung ist und hoffe, dass Sie uns auch in Zukunft behilflich sind, wenn es einmal wieder Fragen bezüglich eines Ihrer Spiele geben sollte - eine Frage noch zum Abschluß: wir entfanden die Materialqualität des Spieles (wie auch bei den anderen Spielen von Clementoni) als sehr unzureichend (sehr dünne Karten, billig wirkendes und optisch nicht sehr schönes Material) - die Grafische Umsetztung ist bei Ihrem Spiel gelungen (wobei es natürlich Geschmackssache ist - "Darkside" finde ich total daneben) - die Schachtel selbst verspricht bessere Qualität als der Inhalt dann hervorbringt - sind Sie als Autor mit einer solchen Umsetzung zufrieden oder würden Sie sich bessere Materialien wünschen - oder ist man als Autor zufrieden, dass ein Spiel veröffentlicht wird und muss eventuell eben einige Abstriche machen - es wäre schön, wenn Sie mir auf diese Frage antworten würden.
Danke
David Bartold

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Frank Gartner
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re: Danke - und noch eine Frage an Herrn Kramer

Beitragvon Frank Gartner » 17. April 2001, 14:38

Hallo David,
mein erster Eindruck von den Karten war eigentlich recht positiv. Zwar etwas dünner, aber hochglanz.
Ich bin nun kein Karten-Experte und habe diese beiden Karten keiner Qualitätsprüfung unterzogen, aber sie machten auf mich durchaus einen strapazierfähigen Eindruck. Sollte ich mich da getäuscht haben?
Hast Du da genauere Erfahrungen damit?
Was Deine Anmerkung bei Dark Side angeht, hast Du wohl Recht. Plastik mag niemand so richtig. Dafür kostet das Spiel 10 DM weniger als der Gallier.
Irgendeinen Tod muss man wohl sterben.
Bei Gnadenlos sind sogar die Spielfiguren aus Pappe. Darüber hat sich hier aber noch niemand beschwert. Mich störte das noch nicht einmal.
Das Spiel kostet aber auch 35 DM. Ist das dann gerechtfertigt? Wie siehst Du das?
Nicht falsch verstehen, ich will hier niemanden verteidigen oder anklagen, aber so krass hat das in unseren Runden niemand empfunden.
MfG
Frank
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David

OT Materialqualität - Ist Clementoni besonders schlecht?

Beitragvon David » 17. April 2001, 15:23

Hallo Frank,
die Karten entfinde ich (und auch meine Mitspieler) als sehr dünn (man muss selbst beim mischen aufpassen) - das mit den Hohglanzfarben stimmt wohl (ob es einem gefällt oder nicht, ist aber reine Geschmackssache - mir gefällt der Hochglanzdruck nicht besonders) - natürlich hast du recht, wenn du sagst, dass es bei manchen anderen Spielen auch nicht so tolles Material gibt - aber ich glaube, dass ich wohl sehr verwöhnt bin, was die Ausstattung betrifft - vielleicht ist es anderen nicht so wie mir gegangen, dass sie die Pakung aufgemacht haben und durch die Bilder eigentlich ein schön ausgestattetes Spiel erwarteten - meine Enttäuschen (und leichtes Entsetzen) war auf alle Fälle groß, als die die Karten und das gesamte Material in den Händen hielt... mich würde interessieren, wie es den anderen erging - ich habe die Kosmos Neuheiten noch nicht in Händen gehalten, deshalb kann ich nichts über deren Qualität sagen - aber bei Clementonio hatte ich einfach das Gefühl, dass es sich um sehr billiges Material handelte (vielleicht tue ich denen damit aber auch unrecht) - es ist einfach so, dass in den letzten Jahren das Material immer besser und aufwendiger wurde (Euphrat & Tigris, Medina aber auch die vielen Holzhäuser, Straßen und Schiffe bei Siedler) vielleicht sollte ich meine Erwartungen wirklich zurüchschrauben - aber bei mir spielt das Material eine wichtige Rolle - ein Spiel spielt sich mit schönen und tollen Materialien einfach schöner (man hat es gerne in der Hand usw.) ein Spiel kann durch schlechte Materialien meines erachtens sehr viel an Spielreiz verlieren...
David

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Frank Gartner
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re: OT Materialqualität - Ist Clementoni besonders schlecht?

Beitragvon Frank Gartner » 18. April 2001, 00:59

Hallo David,
natürlich hast Du Recht: Wenn ein Spiel vom Eindruck her schon den Spielspaß einschränkt, ist das sicher nicht erstrebenswert.
Dennoch sollte man unterscheiden: E&T hat (bevor es in den Ausverkauf ging) immer um die 70-80 DM gekostet. Und das sicher nicht, weil längere Regeln hat oder beliebter ist. Es ist teurer, weil die Produktion teurer ist.
Deshalb sollte man nicht nur Material, sondern auch Preis miteinander vergleichen.
Außerdem sollte man sich überlegen, welche Funktion etwas erfüllen soll. Man kann eine Funktion auch "übererfüllen". Das kostet Geld und nicht jeder Kunde ist bereit dieses Mehrgeld zu investieren.
Spiel zu teuer -> weniger Leute kaufen es -> kommerzieller Flopp.
Man sollte den gesunden Mittelweg finden. Weder Kosmos, noch Clementoni haben sich hier total vergriffen. Das ist zumindest meine Meinung.
Schlimmer finde ich es, wenn die Farbwahl so ist, dass es den Spielspaß raubt bzw. den Spielfluß hemmt (San Francisco!).
MfG
Frank
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Wolfgang Kramer
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re: Große Gallier - Materialqualität

Beitragvon Wolfgang Kramer » 20. April 2001, 12:14

Lieber David,
gerne beantworte ich jede Frage, aber ich bitte zu entschuldigen, wenn es bei mir etwas länger dauert.
Leider bin ich nicht jeden Tag im Forum.
Clementoni ist eine seriöse, italienische Firma mit Tradition. Seit einiger Zeit versuchen sie, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Ein Newcommer muß irgendwo besser sein, um beachtet zu werden. Clementoni macht dies über den Preis.
Dark Side für knapp unter DM 30,--
Der Große Gallier für ca. DM 35, --
belegen dies. Damit liegt Clementoni etwa DM 10,-- (vielleicht sogar mehr) unter dem allgemeinen Preisniveau. Dies geht sicherlich etwas zu Lasten der Qualität.
Ich denke, der Markt wird die Antwort geben, ob diese Maßnahme erfolgreich ist.
Ein Autor hat in der Regel kaum Möglichkeiten, auf Grafik und Ausstattung Einfluß zu nehmen. Man muß dabei berücksichtigen, daß die Erstkosten für ein Spiel sehr hoch sind und die Verlage in den Punkten Grafik, Ausstattung, Preis, Auflagenhöhe usw. die Entscheidungen selbst fällen möchten.
Wolfgang Kramer




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