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Händler von Genua

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Detlef Lammertz

Händler von Genua

Beitragvon Detlef Lammertz » 3. Mai 2001, 11:39

Wir haben gestern die Händler von Genua gespielt. Selten ist nach dem Spiel so lange diskutiert worden, wie alle das Spiel fanden. Unterm dem Strich kam heraus, dass es gut bis sehr gut ist.
Hierbei wurden hauptsächlich3 Dinge diskutiert:
1. Gewonnen hat der Spieler, der fast nichts gemacht hat, höchstens mal ein Schnäppchen abgeräumt und sonst sich nur für die Aktionen, die er gemacht hat, bezahlen lassen. Wäre diese Strategie die Erfolgversprechendste, wäre das kontraproduktiv zum Schönen des Speiels, dem Verhandeln.
2. Die großen Aufträge kamen in einer Bewertung Risiko, Aufwand und Ertrag am schlechtesten weg, so dass gesagt wurde, es lohnt sich nicht diese Karten überhaupt zu nehmen.
3. Die Stückelung des Geldes in 5er Schritten wurde als zu grob angesehen. So wurden bei uns fast nur in 4 Stufen geboten 5 10 15 und 20. Hier wurde allerdings auch gesehen, dass eine Stückelung in 1er Schritten die Spieldauer noch weiter verlängern würde.
Ich weiss, dass dies nur ein erster Eindruck ist. Deshalb will ich mit diesen Punkten auch in keiner Weise eine Wertung vorwegnehmen. Mich interessiert nur, welche Meinungen oder Erfahrungen Ihr zu den entsprechenden Punkten habt.

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Roman Pelek

re: Händler von Genua

Beitragvon Roman Pelek » 3. Mai 2001, 12:44

Hi Detlef,
>Hierbei wurden hauptsächlich3 Dinge diskutiert:
1. Gewonnen hat der Spieler, der fast nichts gemacht hat, höchstens mal ein Schnäppchen abgeräumt und sonst sich nur für die Aktionen, die er gemacht hat, bezahlen lassen.<
Wieviel Geld hattet Ihr (bei wie vielen Spielern) denn am Ende so? Bei uns kam man _nicht_ mit dem Nichtstun weg, in keiner der Partien - aber es gab eine Vielzahl verschiedener erfolgreicher Strategien, abhängig vom Verhalten der jeweiligen Spielerunde. Bei uns hat sowohl schon jemand mit Prestigekarten gewonnen als auch jemand mit vielen kleinen Aufträgen als auch mit großen Aufträgen. Zum Teil auch mit mehr oder minder vielen Besitzplättchen.
>Wäre diese Strategie die Erfolgversprechendste, wäre das kontraproduktiv zum Schönen des Speiels, dem Verhandeln.<
Ich kann mir nur vorstellen, dass diese Strategie aufgeht, wenn alle Spieler viel zu viel bieten und auch nur ein einziger Spieler dies konsequent ausnutzt. Bei uns kam es kein einziges mal vor - im Gegenteil: die Spieler, die am wenigstens gemacht haben verloren.
Obwohl es unzweifelhaft manchmal sinnvoll ist, bei hohen Geboten von Seiten der Mitspieler seine eigenen Ziele zurückzustellen.
>2. Die großen Aufträge kamen in einer Bewertung Risiko, Aufwand und Ertrag am schlechtesten weg, so dass gesagt wurde, es lohnt sich nicht diese Karten überhaupt zu nehmen.<
Es lohnt sich nur dann nicht, diese Karten zu nehmen, wenn man zuviel für deren Erfüllung bezahlt (wie Ihr anscheinend). Abgesehen davon muss man ja nicht 6 oder 7 dieser Aufträge erfüllen, aber so drei-vier bessern das Bankkonto schon auf, und geben eine Sonderkarte... Ausserdem sind die nicht so schwierig zu erfüllen, wenn man 1:1-Tausch, beliebige Ware etc. einsetzt.
>3. Die Stückelung des Geldes in 5er Schritten wurde als zu grob angesehen. So wurden bei uns fast nur in 4 Stufen geboten 5 10 15 und 20. Hier wurde allerdings auch gesehen, dass eine Stückelung in 1er Schritten die Spieldauer noch weiter verlängern würde.<
Du kannst ja noch mit viel mehr bieten - so mit Waren, Sonderkarten etc. Das kann Verhandlungen so schon komplex genug machen, da braucht's wohl keine feinere Geldstaffelung... Zumindest haben wir nie eine solche vermisst ;-)
Ich denke, sobald Du das Spiel nochmal, evtl. in anderer Runde spielst, wird es _ganz_ anders laufen - so wars und ists zumindest bei uns.
Klare Siegstrategien oder zu schwache Bestandteile sehe ich da nicht...
Ciao,
Roman

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Bernd

re: Händler von Genua

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2001, 12:50

Hallo Detlef,
zu Punkt 3: Das Geld ist zwar in 5er Schritten gestückelt, aber z.B. 6 statt 5 Dukaten (oder was weiss ich) zu bieten ist ja nicht wirklich spannend. Ich finde die "grobe" Stückelung eigentlich gut, denn sie forciert, dass auch mit anderen "Waren", wie z.B. Karten, gehandelt wird. Ich jedenfalls finde es spannender wenn ich mich zwischen den Angeboten "10 Dukaten und eine Botschaft" und "5 Dukaten und jeder nimmt einen der kleinen Aufträge, Du darfst Dir Deinen aussuchen" entscheiden muss, und nicht zwischen 20 und 21 Dukaten.
Bernd

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Stefan-spielbox

re: Händler von Genua

Beitragvon Stefan-spielbox » 3. Mai 2001, 17:53

Wir haben die Händler v. G. gestern zum erste Mal und zwar zu zweit gespielt.
Das Handeln hat praktisch nicht statt gefunden, weil der der den Händler geführt hat immer seinen geplanten Weg gegangen ist und der andere nur wenn es ihm möglich war eine Aktion ausgeführt hat.( gegen Abgabe einer Ware)
Nach ca. 2 Stunden und nicht einem Start des Händlers vom Marktplatz aus haben wir das Spiel abgebrochen.
Viele Grüße von Stefan, der d. H. v. G. bestimmt noch mal spielt, aber nicht zu zweit.

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

re: Händler von Genua

Beitragvon Ralf Arnemann » 3. Mai 2001, 18:56

Weder kann das Passivbleiben eine automatische Siegstrategie sein noch sind die großen Aufträge schlecht.
Beides regelt sich ja "über den Markt".
Offenbar war insgesamt euer Preisniveau zu hoch, so daß die "Gewinnmarge" der Aufträge in Relation zum Verkaufen von Aktionen zu klein war.
Das ist das schöne an solchen Spielen: Das Spiel regelt so etwas selber aus.

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Detlef Lammertz

re: Händler von Genua

Beitragvon Detlef Lammertz » 3. Mai 2001, 21:08

Ein Grund, warum ich mir das Spiel gekauft habe, war Deine tolle Spielekritik. Den Beitrag habe ich geschrieben, weil ich ahne, dass ich für ein zweites Spiel bei den entsprechenden Leuten ein paar Argumente brauche.
Zum Geld: also wir lagen alle ziemlich eng beisammen, haben mit vier Leuten gespielt und der beste hatte zum Schluß ca. 580 Punkte, der schlechteste etwas über 500. Geboten haben wir allerdings wirklich eher Geld und 10-20 war so der Schnitt.

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ralph

re: Händler von Genua

Beitragvon ralph » 4. Mai 2001, 00:12

hallo (ganz zaghaft!)
fast möcht ich darüber lieber schweigen, aber unlängst habe auch ich dhvg gespielt. zugegeben, mit sehr grossen erwartungen. ich liebe ja wirtschaftsspiele, und so hätte dhvg auch ganz nach meinem geschamck sein müssen. nun ja, ich finde das spiel ganz schön, aber vom hocker hat es mich leider nicht gerissen. ich hätte mich aber so gerne reissen lassen. vielleicht ist einmal spielen und dann auch noch verlieren einfach nicht genug, um die dhvg wirklich schätzen zu können ... aber noch gefällt mir 'big deal' oder 'marracash' als genre vertreter besser.
tut mir leid,
in guter hoffnung (dass sich meine einstellung noch ändern möge!)
der ralph.

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Roman Pelek

re: Händler von Genua

Beitragvon Roman Pelek » 4. Mai 2001, 04:14

Hi Detlef,
>Ein Grund, warum ich mir das Spiel gekauft habe, war Deine tolle Spielekritik. Den Beitrag habe ich geschrieben, weil ich ahne, dass ich für ein zweites Spiel bei den entsprechenden Leuten ein paar Argumente brauche.<
Ich hoffe, die Motivationshilfe geliefert zu haben. Nach mehr als zehn Partien sind uns die Händler immer noch nicht überdrüssig geworfen ;-)
>Zum Geld: also wir lagen alle ziemlich eng beisammen, haben mit vier Leuten gespielt und der beste hatte zum Schluß ca. 580 Punkte, der schlechteste etwas über 500. Geboten haben wir allerdings wirklich eher Geld und 10-20 war so der Schnitt.<
Zum Vergleich mal unsere letzten beiden Partien:
4 Spieler: 970 - 650 - 630 - 580.
3 Spieler: 705 (mehr Waren) - 705 - 400+x (hab's nicht mehr so genau in Erinnerung, sorry).
Da ist deutlich mehr drin! Das Spiel reguliert sich wirklich von selbst - ich konnte noch keine Siegstrategie feststellen, es hängt wirklich sehr von der Gruppe ab; aber halt vielleicht auch manchmal so, dass es schiefgehen kann. Generell kann ich Eure Befürchtungen - zum Glück - aber nicht bestätigen. Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage eben ;-) Aber 10-20 sind realistische Gebote, denke ich. Aber handelt auch mal mit Waren und Handkarten...
Ciao,
Roman

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Roman Pelek

re: Händler von Genua

Beitragvon Roman Pelek » 4. Mai 2001, 04:24

Hi Ralph,
>hallo (ganz zaghaft!)<
Wieso zaghaft? Das Forum lebt von Diskussionen :)
>fast möcht ich darüber lieber schweigen, aber unlängst habe auch ich dhvg gespielt. zugegeben, mit sehr grossen erwartungen. ich liebe ja wirtschaftsspiele, und so hätte dhvg auch ganz nach meinem geschamck sein müssen. nun ja, ich finde das spiel ganz schön, aber vom hocker hat es mich leider nicht gerissen. ich hätte mich aber so gerne reissen lassen. vielleicht ist einmal spielen und dann auch noch verlieren einfach nicht genug, um die dhvg wirklich schätzen zu können ... aber noch gefällt mir 'big deal' oder 'marracash' als genre vertreter besser.<
Warum? War's Dir zu langwierig, zu lanweilig, zu kalkulierbar? Ich mag z.B. MarraCash, aber es ist mir einen Tick zu glücks- bzw. mitspielerabhängig. Bei DHVG kann man gewinnen, wenn man gut spielt, bei MC nicht unbedingt... Big Deal habe ich - leider - noch nicht gespielt. Aber die Grafik verleidet mir auch jegliches Kaufinteresse, und da meine finanziellen Mittel auch ein Ende haben - nuja...
>tut mir leid,
in guter hoffnung (dass sich meine einstellung noch ändern möge!)
der ralph.<
Verschiedene Runden - verschiedene Meinungen. Wir hatten bisher fast nur euphorische Meinungen über das Spiel... Und ich persönlich stehe voll hinter meiner Rezension, auch nach mehr Partien... Wenn's nach dem dritten Mal nicht "klick" macht - schreib, was Dich stört, vielleicht finden wir den Knackpunkt... Wenn nicht, Geschmackssache isses ja immer...
Ciao,
Roman (weiss immer noch nicht, ob Medina oder DHVG für den DSP... Doch Java?)

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Falko

re: Händler von Genua

Beitragvon Falko » 4. Mai 2001, 17:29

Hallo!
Warum abgebrochen?
Jede Runde setzt der Startspieler den Rundenmarker eins vor, so dass die Partie zu zweit doch höchstens eine Stunde dauert!
Gruss
Falko

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Petra Schmidt
Kennerspieler
Beiträge: 231

re: Händler von Genua

Beitragvon Petra Schmidt » 7. Mai 2001, 09:11

Hi Stefan,
wir haben unsere erste Partie Händler von Genua auch zu zweit gespielt und es endete im Chaos. Mein Mann hat sich sogar so aufgeregt, das er das Spiel am liebsten bei eBay gleich wieder verkaufen wollte ;-(
Nun haben wir das Spiel schon öfters mit mehreren Mitspielern gespielt und es hat uns gefallen. Wir glauben allerdings, dass das Spiel auch zu dritt noch nicht richtig Spass machen wird.
Petra
PS: Das einzigste chaotische an dem Spiel fand ich die Spielregel; nach dem ersten Mal durchlesen war ich so erschlagen, dass ich sie erst noch ein zweites Mal lesen musste.

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Stefan-spielbox

re: Händler von Genua

Beitragvon Stefan-spielbox » 7. Mai 2001, 11:24

Ich hätte die Regel besser auch noch einmal gelesen, dann hätte ich das mit dem Rundenmarker selbst gesehen, ich Depp.
Viele Grüße von Stefan, der d.H.v.G. noch nicht wieder gespielt hat, leider.

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Stefan Brück

re: Händler von Genua

Beitragvon Stefan Brück » 7. Mai 2001, 13:26

>>> wir haben unsere erste Partie Händler von Genua auch zu zweit gespielt und es endete im Chaos. <<<
Fakten, Fakten, Fakten!!! Warum "Chaos"??
Mein (Vor)Namensvetter hat ja zwischenzeitlich schon gemerkt, dass er eine der grundlegendsten Regeln des Spiels überlesen hat. Vielleicht postet er ja demnächst dann auch seine Erkenntnisse, nachdem er es zu zweit nochmals mit den richtigen Regeln gespielt hat...
Apropos Regeln:
>>> Das einzigste chaotische an dem Spiel fand ich die Spielregel; nach dem ersten Mal durchlesen war ich so erschlagen, dass ich sie erst noch ein zweites Mal lesen musste. <<<
Hast du irgendwelche konkreten Mängel, Fehler, Lücken gefunden, die du benennen kannst? Oder ist es einfach die Gesamtlänge, -menge, die dich beim ersten Mal "erschlagen" hat.
Grüße.
Stefan

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Petra Schmidt
Kennerspieler
Beiträge: 231

re: Händler von Genua

Beitragvon Petra Schmidt » 7. Mai 2001, 15:34

Hallo Stefan,
ich finde dass das Händler von Genua schlicht kein Zwei-Personen-Spiel ist: Die Verhandlungen kommen nicht richtig in Gang, der Händler kann maximal 3 Felder weit ziehen, und wie Dein Vorgänger schon gesagt hat, macht der Zugspieler mehr oder weniger was er will. Das Spiel ist zu zweit einfach nicht rund. Und wir waren, höflich ausgedrückt, nur endlos am diskutieren warum man dies oder jenes tut. Zu mehren dagegen (4-5 Spieler) hat uns das Spiel wirklich sehr gut gefallen.
Zur Spielregel:
Irgendwie fand ich die Spielregel etwas undurchsichtig und schwierig verständlich. OK, die meisten Spielregeln (komplexerer Spiele) haben ca. 12 Seiten, aber irgendwie kam mir diese Spielregel länger und auch einfach chaotischer vor. Und irgendwie war auch alles wichtig und man hat es erst beim zweiten Mal lesen richtig aufgefaßt. Z.B. fand ich (persönlich) die "Gesetze der Stadt Genua" mitten in der Spielregel irgendwie fehlplaziert, NICHT überflüssig. Da liest man fast zwei Seiten Gesetze und wird von dem übrigen wieder abgelenkt - um nur ein Beispiel zu nennen. Ich hätte diese Gesetzte vielleicht eher am Ende plaziert oder auf ein Extra-Blatt.
Zusammenfassend möchte ich aber nur noch mal betonen, dass mir das Spiel wirklich sehr gut (zu mehreren) gefällt und es eigentlich auch nicht schwer zu spielen ist, wenn man die Spielregel mal bewältigt hat - mir aber die Spielregel vielleicht eher subjektiv betracht nicht so gut gefallen hat. Aber als ein gutes Zwei-Personen-Spiel kann ich die Händler nicht empfehlen.
Petra

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Stefan Brück

re: Händler von Genua

Beitragvon Stefan Brück » 7. Mai 2001, 17:42

>>> ... ich finde dass das Händler von Genua schlicht kein Zwei-Personen-Spiel ist: Die Verhandlungen kommen nicht richtig in Gang <<<
D´accord! Natürlich kann ein 2-Personen-Spiel kein wirkliches "Verhandlungs"spiel mehr sein (das ist ja fast schon ein Widerspruch in sich!), aber das heißt ja noch nicht, dass es deswegen schlecht und nicht als 2-Pers.-Spiel als solches geeignet wäre!?
Es ändert sich lediglich der Charakter vom Verhandlungsspiel zum knallharten Taktikspiel hin: Wann mache ich möglichst was? Wann erlaube ich meinem Mitspieler einen Zug? Wann zwinge ich den Zugspieler, mir eine Aktion günstig zu überlassen, da ich weiß, dass er durch Gebäude X muss, um... Wie wichtig sind die Besitzmarker, die Privileg-Karten? Welche Strategie versuche ich das nächstemal? Etc.
>>> ... der Händler kann maximal 3 Felder weit ziehen <<<
Max. 3 Felder weit??? Er kann _immer_ 5 Felder besuchen, auch im Spiel zu zweit! Aber vielleicht meintest du auch, er kann max. 3 Gebäude "aktivieren" (wenngleich auch das nicht stimmen würde, da ja die Sonderkarte "Extra -Aktion" auch hier gilt...)
>>> ...die "Gesetze der Stadt Genua" mitten in der Spielregel irgendwie fehlplaziert <<<
Tja, Regeln, das ist so eine Sache! Jeder versteht sie anders, jeder würde sie anders gliedern...
Diese hier waren zweifelsohne _die_ größte Herausforderung unter den ca. 200 Regeln, die ich die letzten 10 Jahre geschrieben habe!!
Wir haben festgestellt, dass man den größten Teil der nachfolgenden Regeln nicht verstehen würde, ohne _vorher_ die Gesetze gelesen zu haben, drum...
>>> Zusammenfassend möchte ich aber nur noch mal betonen, dass mir das Spiel wirklich sehr gut (zu mehreren) gefällt und es eigentlich auch nicht schwer zu spielen ist, wenn man die Spielregel mal bewältigt hat <<<
Richtig!! Schreibt Roman hier oder Matthias (Hardel) in der PöppelRevue ja auch so: Wenn man die Einstiegshürden (Regeln, Preise für die Aktionen etc.) mal überwunden hat, dann... lecker... !!
Viele Grüße.
Stefan

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Detlef Lammertz

re: Händler von Genua

Beitragvon Detlef Lammertz » 7. Mai 2001, 19:58

Zur Regel möchte ich sagen, dass ich sie sehr gut finde - speziell auch die Gesetze. Ich glaube einfach, dass es viele Regeln sind und das erschlägt einen erst einmal. Wer behält schon 12 Seiten Regeln beim ersten Mal. Gut finde ich auch die kurzen Texte als Zusammenfassung am Rand. Das vermisse ich oft bei anderen Spielen. So kann man auch nach längerem Nichtspielen schnell wieder den Einstieg finden.
Auch wenn das an anderer Stelle schon einmal gestanden hat, ich bin immer wieder platt, wie ALEA es schafft, so tolle Spiele raus zubringen. Jedes mal, wenn ich die Spiele in meinem Regal sehe, freue ich mich darüber.

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Don Alonso

re: Händler von Genua

Beitragvon Don Alonso » 7. Mai 2001, 22:32

Ich habe mir jetzt Die Händler von Genua bestellt. Bin gespannt, wie gut es zu zweit ist. Ich teile euch dann mit, wie mir das Spiel zu zweit gefallen hat.
Don Alonso (Sehr gespannt auf dieses Spiel)

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Benjamin Spicher

re: Händler von Genua

Beitragvon Benjamin Spicher » 8. Mai 2001, 09:44

Absolut keine Mängel an der Spielregel (oder am Spiel) meinerseits (normalerweise melden sich nur Leute die was zu bemängeln haben - ich dachte es wäre sinnvoll für einen Verlag, auch die anderen zu hören). Gratulation zu einem weiteren tollen Spiel.
Das mit den 2 Spielern hat allerdings was. Mir würde es jedenfalls nicht einfallen, ein reinrassiges Verhandlungsspiel zu zweit anzugehen. Da gibt's genügend andere, die besser geeignet sind, ohne dass Hilfsgriffe nötig werden.

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

re: Händler von Genua

Beitragvon Ralf Arnemann » 8. Mai 2001, 10:37

Eigentlich sind die Regeln gar nicht so kompliziert - sie sind nur sehr ungewöhnlich.
Ich würde daher weniger die Textfassung ändern - die ist ziemlich gut - sondern die Sortierung.
Ich habe die Regeln jetzt schon mehrere Male mündlich erklärt, das ging immer recht zügig und wurde verstanden.
Und dabei fand ich es immer praktisch, die Handelsregeln relativ spät zu bringen.
Also ungefähr so:
1.) Es gibt hier diverse Gebäude, in jedem Gebäude ist genau eine Aktion möglich, und das bedeutet immer, sich etwas Schönes kostenlos nehmen zu dürfen - Rohstoffe, Hilfskärtchen, Aufträge ...
2.) Es geht ums Geldverdienen, Geld bekommt man hauptsächlich für Aufträge - da gibt es drei verschieden schwierige und lukrative Sorten.
3.) Wenn man dran ist, setzt und zieht man den Händler so und dann können die Aktionen ausgeführt werden.
Das Prinzip "Aktion ausführen" wird vertieft mit dem Thema "wie werden Aufträge erledigt".
(1.-3. sind fast Standard und eingängig)
4.) Jetzt kommt der Gag: Jeder in jedem Zug nur eine Aktion - aber man darf verkaufen.
Und hier muß man einige Minuten investieren und das an Beispielen klar machen, das gehören dann die Gesetze hin.
5.) Die Extras (Besitzmarker, Privilegien, Sonderkärtchen) gehen dann ganz flott.

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Stefan Brück

[OT] re: Händler von Genua

Beitragvon Stefan Brück » 8. Mai 2001, 13:44

>>> Absolut keine Mängel an der Spielregel (oder am Spiel) meinerseits (normalerweise melden sich nur Leute die was zu bemängeln haben - ich dachte es wäre sinnvoll für einen Verlag, auch die anderen zu hören). Gratulation zu einem weiteren tollen Spiel. <<<
Dankend angekommen!
Grüße.
Stefan

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Jürgen W.

re: Händler von Genua

Beitragvon Jürgen W. » 8. Mai 2001, 16:31

>>>Es ändert sich lediglich der Charakter vom Verhandlungsspiel zum knallharten Taktikspiel hin
Dem kann ich nicht zustimmen. Der komplette Grundgedanke des Spiels ("Verhandslungsspiel") geht dabei verloren und damit bin ich als Käufer, der von Rezessionen bzw. der Packungsbeschreibung ausgeht, erst mal enttäuscht. Die Bezeichnung als 'Taktikspiel' empfinde ich eher als nachgeschobene 'Rechtfertigung' den als grundlegende Positionierung.
Viele Spiele machen einfach nur zu mehreren Spaß, so z.B. sicherlich auch 'Ohne Furcht und Adel', auch wenn es da eine Zwei-Personen-Variante gibt. Aber ist dies nicht alles zum Teil Verkaufsstrategie? So finde ich kann man z.B. sicher Medina mit den hier im Forum zum Teil vorgestellten Varianten eher zu zweit spielen als "Die Händler".
Wenn nun jemand dieser Meinung ist und dies postet, so sollte man dies akzeptieren, damit andere, die ein nettes Zwei-Personen-Spiel suchen, nicht auch enttäuscht werden, wenn sich dies nun mal nicht so gut zu zweit spielen läßt.
Überhaupt solltest du negative Kritik eher akzeptieren als abwehren und als Anregung auffassen, denn das sind die Meinungen von momentanen (und vielleicht auch zukünftigen) Kunden.
Wenn du selbst schreibst, dass die Regeln '_die_ größte Herausforderung' der letzten 10 Jahre waren, so kannst du nicht davon ausgehen, dass sie von allen für gut befunden werden.
Ich habe für das Lesen 2 Anläufe gebraucht und hatte nach dem ersten Durchgang noch kaum einen Schimmer, wie das Spiel überhaupt läuft, geschweige denn Lust, das Spiel sofort zu spielen.
Eine einführende Übersicht, aus welchen Schritten eine Spielrunde besteht, wäre sehr hilfreich gewesen, eventuell auch eine Kurzübersicht auf einer separaten Tafel.
Gestört haben mich auch die Handelsgesetze mitten in den Regeln, die auch vom Stil her (was sollen auf einmal Gesetze?) aus dem Rahmen fallen.
Anekdote am Rande: Beim zweiten Spielen war ein Bekannter dabei, der das Spiel vorher in einer anderen Runde erstmals spielte. In drei bis vier Punkten hatten wir Differenzen über den Spielablauf (Welche Anfangskarten, Was ist eine Aktion, Wann darf kleiner Auftrag gespielt werden). Diese konnten nur durch intensivstes Nachlesen in den Regeln geklärt werden ("Keine Ahnung wo das Stehen soll, such du mal"). Die Frage "kann eine Besitzmarke an ein benachbartes Feld des Händlersteins auf dem Marktplatz gelegt werden?" blieb bis heute unbeantwortet.
Soweit meine Gedanken.
Jürgen (der das Spiel bei Romans Umfrage dennoch mit '9' bewertet hat - aber nur mit mindestens 4 Spielern)

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Stefan Brück

re: Händler von Genua

Beitragvon Stefan Brück » 8. Mai 2001, 17:08

>>> Wenn nun jemand dieser Meinung ist und dies postet, so sollte man dies akzeptieren, damit andere, die ein nettes Zwei-Personen-Spiel suchen, nicht auch enttäuscht werden, wenn sich dies nun mal nicht so gut zu zweit spielen läßt. <<<
Ich wüsste nicht, dass ich hier irgendeine Meinung nicht akzeptiert hätte...???
Die 2-Pers.-Diskussion bei GENUA wurde von Stefan ???losgetreten, der ja nun etwas _massivst_ falsch gespielt hat. Und ich habe eben den Eindruck, dass auch in der (einen??) Partie von Petra nicht alles mit (regelge)rechten Dingen zugegangen ist... Aus diesem Grund habe ich nach mehr Fakten gefragt - und ja auch weitestgehend erhalten.
>>> Überhaupt solltest du negative Kritik eher akzeptieren als abwehren und als Anregung auffassen, denn das sind die Meinungen von momentanen (und vielleicht auch zukünftigen) Kunden. <<<
Erneut: Ich wüsste nicht, dass...
Ich versuche lediglich zu verhindern, dass eventuelle Regelmissverständnisse zur Grundlage einer allgemeinen Beurteilung des Spiels - in diesem Fall als 2-Pers.-Spiel - werden.
Dass nicht jeder die Regel auf Anhieb verständlich findet, damit habe ich sogar mehr gerechnet als es sich nun herausstellt...
>>> Eine einführende Übersicht, aus welchen Schritten eine Spielrunde besteht, wäre sehr hilfreich gewesen, eventuell auch eine Kurzübersicht auf einer separaten Tafel. <<<
Genügen dir die 15 Zeilen auf Seite 1 (Spielziel) nicht als allgemeine Einführung?? Sind die Texte im Randbalken nicht genügend "Kurzübersicht"? Was hätte auf der Kurzübersicht stehen sollen? Vorschläge?
>>> Die Frage "kann eine Besitzmarke an ein benachbartes Feld des Händlersteins auf dem Marktplatz gelegt werden?" blieb bis heute unbeantwortet. <<<
Nun, es steht eindeutig in der Regel, dass man Besitzmarker nur auf Gebäude legen darf, die an besuchte _Gassen_felder angrenzen... Und der Marktplatz ist eindeutig kein Gassenfeld (wie mehrfach in der Regel, z.B. Seite 2 + 3, beschrieben)!
Grüße.
Stefan




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Benjamin Spicher

re: Händler von Genua

Beitragvon Benjamin Spicher » 9. Mai 2001, 08:49

>Dem kann ich nicht zustimmen. Der komplette Grundgedanke des Spiels ("Verhandslungsspiel") geht dabei verloren<.
Stimmt! HvG ist ein Verhandlungsspiel. Alles andere ist Quatsch.
>Wenn du selbst schreibst, dass die Regeln '_die_ größte Herausforderung' der letzten 10 Jahre waren, so kannst du nicht davon ausgehen, dass sie von allen für gut befunden werden.<
Das kann man eh nie. Und man kann eine "grösste Herausfordrung" auch erfolgreich meistern - wie in diesem Fall.
>Eine einführende Übersicht, aus welchen Schritten eine Spielrunde besteht, wäre sehr hilfreich gewesen, eventuell auch eine Kurzübersicht auf einer separaten Tafel.<
Schritt 1: Würfeln und Händlerturm setzen
Schritt 2: Nach Belieben (mehr oder weniger) Verhandeln
fehlt was im Ablauf? Deswegen sehe ich auch nicht ganz, was an dem Spiel so kompliziert sein soll.
>Die Frage "kann eine Besitzmarke an ein benachbartes Feld des Händlersteins auf dem Marktplatz gelegt werden?" blieb bis heute unbeantwortet.<
Beim Marktplatz handelt es sich eindeutig nicht um eine Gasse (ohne die Regeln vor mir zu haben). Wo ist also das Problem? Eindeutig "nein", würd' ich sagen. Alles andere würde mich tatsächlich sehr verwundern.


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Benjamin Spicher

re: Händler von Genua

Beitragvon Benjamin Spicher » 9. Mai 2001, 08:51

sorry.. habe die "offizielle" Antwort zu spät angezeigt erhalten.

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Stefan-spielbox

re: Händler von Genua

Beitragvon Stefan-spielbox » 11. Mai 2001, 14:57

Also zu zweit spielen werden wir dHvG vorerst nicht mehr, da gibt Spiele die zu zweit interessanter sind, aber zu dritt hat es uns sehr gut gefallen.
Das Feilschen um den Weg des Händlers hat schon was von Intige/FX ("wenn Du mir nicht das oder das gibst gehe ich nur noch über Gassenfelder", oder "entweder nimmst du meine 5 Taler oder du muß die Aktion selber ausführen").
Zur Spielregel muß ich sagen, mir kann eine Spielregel nicht lang genug sein. Für mich ist eine Spielregel lesen so was ähnliches wie ein Buch lesen, allein das lesen macht mir schon Spass.
Und wenn ich ein einfaches Spiel mit einer einfachen Spielregel suche, dann nehme ich kein Alea-Spiel.
Alea-Spiele sind halt komplex und das sollen sie auch weiterhin sein.
Viele Grüße von Stefan, der nach ca. 800 gelesenen (und verstandenen) Spielregeln ab und zu mal etwas vergisst (o.k. ab und zu auch mal was wichtiges)


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