Beitragvon Sylvia Berger » 7. Juni 2001, 17:04
Hallo Roman, Micha und Matthias,
bevor ich/wir jetzt als Volldeppen dastehen, möchte ich doch noch mal eins klarstellen. Natürlich bin auch ich in der Lage, 5 Seiten Regel in 15 Minuten zu lesen und zu verstehen.
Es macht aber wie von Matthias beschrieben einen großen Unterschied, ob man sich ein Spiel selbst gekauft hat, auspackt, sich einer (Roman, bei Euch vermutlich immer Du) vor dem Spieleabend in Ruhe die Regeln durchliest (natürlich auch incl. Kartentexten, damit man ungefähr weiss, was auf einen zukommt) und dann das neue Spiel mit Freunden testet. Dann ist es klar, dass der Regelleser das Spiel auch schnell erklärt hat. Das ist bei uns nicht anders. Vorher durchlesen, schon mal kurz zu Hause mit dem Freund probespielen, bei Mehrpersonenspielen nimmt jeder erst mal zwei Spielfarben, auftretende Fragen noch mal nachschlagen, klar.
Im konkreten Fall war es aber so, dass das Spiel noch originalverpackt bei Marc im Laden lag. Und wenn es nicht überraschenderweise auf der Nominierungsliste gestanden hätte, wäre es wohl auch eingeschweisst geblieben, denn da warteten noch andere Nürnbergneuheiten auf ein Probespiel. So war es aber auf einmal überraschend das Objekt der Begierde, wurde ausgepackt und Marc schnappte sich die Spielregel.
Diese Vorgehensweise - wenn keiner der Spieler das Spiel vorher kennt - ist selbstverständlich nicht optimal. Aber wir wollten es nunmal an diesem Abend spielen, um unsere Neugier zu befriedigen.
Und entsprachen wir mit diesem Vorgehen nicht ein bißchen der typischen hier schon oft zitierten Spiel-des-Jahres kaufenden Familie, die sich da 1x im Jahr das Spiel mit dem Pöppel drauf kauft (weil das ja schliesslich das Beste Spiel des Jahres sein muss), aufreisst und einfach drauflos spielen will? Sogar ein Kind hatten wir ja dabei, also doch die "ideale" Familienbesetzung.
Der Junge verfehlte zwar das geforderte Alter knapp, war aber aus meiner Sicht recht clever. Marc las also die Regel vor, die auch für ihn neu war. Daraufhin wurde er nach jedem Absatz von dem Jungen mit Fragen bombardiert, der vieles nicht verstanden hatte, bzw. sich immer fragte, wie er denn jetzt zu den Edelsteinen kommt, was in der Regel ziemlich weit hinten steht, so dass wir wiederholt: "Soweit sind wir noch nicht, das kommt noch" antworten mußten. Auch die Erwachsenen hatten ein paar Fragen, die dann ebenso mit "Kommt sicher noch" beantwortet werden mußten. Und es "kam ja wirklich alles noch" - alle Unklarheiten wurden beseitigt, die Zusammenhänge Karten-Rohstoffe-Edelsteine wurden klar.
Mein Beitrag sollte auch keineswegs als Verriß des Spiels gemeint sein, schon gar nicht nach nur einem Spiel. Ich hatte lediglich nach diesem einen Spiel nicht den Eindruck, dass das Amulett ein Spiel für gelegenheitsspielende Familien ist.
Gruss
Sylvia