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Jedem Verlag seinen eigener Knizia!?

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YK

Jedem Verlag seinen eigener Knizia!?

Beitragvon YK » 5. Juli 2001, 09:35

Hi!
In den letzten Jahren ist mir eines extrem aufgefallen - fast jeder Verlag hat von unseren "großen" Autoren (Knizia, Kramer usw.) ein Spiel im Programm... ob es nun ein Kinderspiel bei Haba oder ein Erwachsenenspiel ist (Clementoni, SpielSpass ...) dabei schwanken die Qualitäten doch extrem.
Die Fragen die sich mir dabei stellen sind folgende:
1. Haben diese Autoren einfach die besten Spielideen, so das sie zurecht allen anderen Autoren vorgezogen werden oder macht doch der Klang ihrer Namen es ihnen wesentlich einfacher Spiele bei Verlagen unterzubringen.
2. Haben kleinere Verlage oft nur die B-Ware dieser Autoren die einer der größeren Verlage nicht wollte?
3. Brauchen wir wirklich 10 Spiele mit dem selben aufbau (mal als Kartenspiel mal als Brettspiel), mal mit kleinen Änderungen in der Wertung, mal mit kleinen Abweichungen bzw. Vereinfachungen in den regeln.
Ich denke, dass diese Autoren es wesentlich einfacher haben als Namenlose Autoren und das vor allem kleinere Verlage hoffen auch mit zweitklassigen Spielen auf sich aufmerksam zu machen und Käufer anzulocken...
Aber geht diese Theorie den auf? Wer kennt den außer den Freaks einen Knizia, Kramer, Teuber und Co.? Der Bekanntheitsgrad ist doch verschwindent gering (ich habe mal ein paar Gelegenheitsspieler gefragt - und die konnten einzelne Spieler keinem einzigen Autor zuschreiben (vielleicht Teuber und Siedler - aber selbst da war die Trefferquote gering).
YK (der immer noch auf die rechtschreibkorrektur wartet)

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Carsten Wesel

re: Jedem Verlag seinen eigener Knizia!?

Beitragvon Carsten Wesel » 5. Juli 2001, 10:13

Die andere Frage wäre:
Wenn die großen Autoren einen so hohen Output an Spielen haben, sollen sie die dann bei einem einzigen Verlag unterbringen und den Verlag sozusagen zum "Knizia-Verlag" werden lassen?
Sollen die Autoren nur für einem Verlag Spiele erfinden, so daß die Spiele dann womöglich in einem Verlag erscheinen, in den sich nach Verlagsgusto gar nicht passen?
Wenn ein Autor nur für einen Verlag arbeitet, dann kommen sicher weniger Spiele dieses Autoren auf den Markt und jeder hat weniger Chancen, sein persönliches Lieblingsspiel zu finden.
Gruß Carsten (Mag Euphrat & Tigris)

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Robert Vötter

re: Gleicher Aufbau !

Beitragvon Robert Vötter » 5. Juli 2001, 10:35

Tja, ich schätze, das der Spielwarenhandel gerne Zugkräftige Namen nimmt und selten auf das Spiel selbst schaut. Meistens sind die Spiele nur weiterentwicklungen (Oft nicht schlecht) und selten eine wirklich neue Idee. Warum sollte man auch etwas neues probieren, wenn das alte sehr gut gegangen ist ?.
Leider kann man dagegen nicht viel machen und manchmal ist es auch gut für einen kleineren Verlag, wenn ein B-Spiel von einer "Berühmtheit" im Laden ist !
Doch noch eine Kleinigkeiten: Was sind wirklich neue Ideen von irgendwelchen Autoren ? Carcassonne ist nur eine Änderung,Africa ist ein B-Spiel. Bei den Kinderspielen ist vielleicht noch mehr Inovation vorhanden: Klondike ist interessant, Im Märchenwald ist zwar eine Art von Memory, macht aber viel Spaß.
Robert ( C- Autor )

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klaus

re: Jedem Verlag seinen eigener Knizia!?

Beitragvon klaus » 5. Juli 2001, 14:19

YK schrieb:
>1. Haben diese Autoren einfach die besten >Spielideen, so das sie zurecht allen anderen >Autoren vorgezogen werden oder macht doch der >Klang ihrer Namen es ihnen wesentlich einfacher >Spiele bei Verlagen unterzubringen.
die loesung ist einfach: fast alle anderen autoren ausser den genannten machen spielerfinden nicht hauptberuflich. damit haben sie einen ganz anderen output. und dadurch koennen sich auch nicht so schnell weiter entwickeln.

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klaus

re: zugkräftige namen

Beitragvon klaus » 5. Juli 2001, 14:25

frag mal auf der strasse jemanden, wie der autor heisst, der die siedler von catan erfunden hat.
ich glaube nicht, das du viele leute finden wirst, die es wissen.

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Das Wiesel

re: Jedem Verlag seinen eigener Knizia!?

Beitragvon Das Wiesel » 5. Juli 2001, 15:57

Hallo Klaus,
es gibt nur sehr, sehr wenige Spieleautoren, die hauptberuflich Spiele entwickeln. Die meisten machen das so nebenbei (das aber nur so am Rande).
Bekannte Autoren haben mit es mit Sicherheit einfacher erst einmal "den Fuß in die Tür" eines Verlages zu bekommen. Das Entscheidene dabei ist, denke ich, dass sich die Produktmanager sicherer sein können, ein Spiel zu erhalten, das durchdacht ist und funktioniert. Davon kann man Autoren, die ihr erstes Spiel entwickeln nicht zwingend ausgehen. Sie haben sozusagen eine Denk-Vorsprung, weil sie eben nicht nur das Spiel ansich, sondern Produzierbarkeit und "Zielgruppen" bei der Entwicklung von Spielen mit einbeziehen. Die PMs haben es dadurch i.d.R. einfacher.
Gruß
Heiko "Das Wiesel"

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Bernd Eisen

re: Jedem Verlag seinen eigener Knizia!?

Beitragvon Bernd Eisen » 5. Juli 2001, 21:57

Hallo Carsten!
>Wenn die großen Autoren einen so hohen Output an Spielen haben, sollen sie die dann bei einem einzigen Verlag unterbringen und den Verlag sozusagen zum "Knizia-Verlag" werden lassen?
Wäre vielleicht gar nicht mal schlecht - oder eben wie bei Musikinterpreten, die bei einer bestimmten Plattenfirma unterschrieben haben.
>Sollen die Autoren nur für einem Verlag Spiele erfinden, so daß die Spiele dann womöglich in einem Verlag erscheinen, in den sich nach Verlagsgusto gar nicht passen?
Das würde dann wieder gegen den z.B. "Knitzia - Verlag" sprechen.
>Wenn ein Autor nur für einen Verlag arbeitet, dann kommen sicher weniger Spiele dieses Autoren auf den Markt und jeder hat weniger Chancen, sein persönliches Lieblingsspiel zu finden.
Das würde ich sogar als Vorteil sehen, da keine B-Spiele erscheinen würden, sondern nur die besten und die ausgereiftesten.
Laß mal einen unbekannten Autor mit einem Spiel wie Africa zu einem Verlag kommen - das werden die ihm rechts und links um die Ohren hauen...
Tschau
Bernd (der auf eine Chance mit seinem ersten eigenen Spiel hofft!)


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Roman Pelek

re: Jedem Verlag seinen eigener Knizia!?

Beitragvon Roman Pelek » 6. Juli 2001, 01:09

Hi YK,
[Jeder Verlag mit Spielen von hauptberuflichen bzw. großen Spieleautoren]
Die Fragen die sich mir dabei stellen sind folgende:
>1. Haben diese Autoren einfach die besten Spielideen, so das sie zurecht allen anderen Autoren vorgezogen werden oder macht doch der Klang ihrer Namen es ihnen wesentlich einfacher Spiele bei Verlagen unterzubringen.<
Zwei Dinge sind's: zum einen zieht der Name, zum anderen garantieren diese Autoren dafür, dass die Spiele funktionieren und ausreichend getestet wurden, was bei vielen unerfahrenen Autoren so nicht der Fall ist. Dass hierbei die Originalität nicht immer die allerbeste ist, ist natürlich wahr. So manche Idee eines unbekannten Autoren würde, entsprechende (zeit- und kostenintensive) Überarbeitung vorausgesetzt evtl. im Einzelfall auch mehr bringen als das 365. abgewandelte Spielprinzip eines namhaften Autoren.
Was hier fehlt, ist eine "Schule" sowie "Lobby" für junge Autoren, eine Heranführung an professionelle Spieleentwicklungsarbeit sowie ein Garant dafür, dass die Spiele auch funktionieren und getestet wurden. Es muss mehr Erfahrungsaustausch bzw. auch gezielte Seminare für solche ambitionierten, aber unerfahrenen Autoren geben. Die Ansätze sind da, aber sie reichen m.E. noch lange nicht aus (Hippodice, Göttingen, SAZ, Leitfaden, Internetaktionen etc.).
>2. Haben kleinere Verlage oft nur die B-Ware dieser Autoren die einer der größeren Verlage nicht wollte?<
Erfahrungsgemäß gehen erfolgversprechende Produkte von erfahrenen Autoren auch den Weg der bestmöglichen, professionellsten Verbreitung. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.
>3. Brauchen wir wirklich 10 Spiele mit dem selben aufbau (mal als Kartenspiel mal als Brettspiel), mal mit kleinen Änderungen in der Wertung, mal mit kleinen Abweichungen bzw. Vereinfachungen in den regeln.<
Klares "Jein". Zum einen ist die Spielebranche auch eher der Evolution denn Revolution unterworfen, insofern wird und darf und muss auch vieles variiert oder weiterentwickelt werden. Zum anderen fragt man sich natürlich auch oft, warum manch müde Idee namhafter Größen das Licht der Welt erblickt, während Jungautor XY aus Z mit seiner innovativen Idee nie mehr Anklang findet als den eigenen Freundeskreis und den Zuspruch der Spielzubehörlieferanten und Farbpatronenhersteller ;-)
>Ich denke, dass diese Autoren es wesentlich einfacher haben als Namenlose Autoren und das vor allem kleinere Verlage hoffen auch mit zweitklassigen Spielen auf sich aufmerksam zu machen und Käufer anzulocken...<
Du gibst Dir die Antworten ja schon selbst, denn Du weisst es selbst gut genug ;-)
>Aber geht diese Theorie den auf? Wer kennt den außer den Freaks einen Knizia, Kramer, Teuber und Co.? Der Bekanntheitsgrad ist doch verschwindent gering (ich habe mal ein paar Gelegenheitsspieler gefragt - und die konnten einzelne Spieler keinem einzigen Autor zuschreiben (vielleicht Teuber und Siedler - aber selbst da war die Trefferquote gering).<
Ich sehe die Sache mit den Namen in der Spieleszene als positive Entwicklung, die allerdings noch im Aufbau begriffen ist. Jeder kennt Musiker, Schriftsteller oder Regisseure sowie Schauspieler beim Namen und weiss, was sie oder ihn erwartet. So wird es über kurz oder lang auch in der Spieleszene werden. Und das ist gut. Denn dann kann jeder selbst entscheiden, ob er einen Knizia, Kramer oder Teuber satt hat und wagemutig einen "Independent-Autoren" von einem kleinen "Label" geniessen will oder ob er auf bewährte, funktionierende, Spass garantierende, aber vielleicht nicht immer innovativste Kost setzen will. Das ist für mich ein Stück Mündigkeit und Selbstbestimmung.
>YK (der immer noch auf die rechtschreibkorrektur wartet)<
Ciao,
Roman (der die Frage: "Ihr spielt soviel, kennt ihr denn auch die 'Siedler'?" nach wie vor süß findet, aber die Vergleiche jedweden Spiels mit ebenjenem nur noch nervend ;-)

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Gustav der Bär

re: zugkräftige namen

Beitragvon Gustav der Bär » 7. Juli 2001, 09:34

> frag mal auf der strasse jemanden, wie der autor
> heisst, der die siedler von catan erfunden hat.
> ich glaube nicht, das du viele leute finden wirst,
> die es wissen.
Das glaube ich auch nicht, lieber Klaus, genauso wie die Frage nach dem Regisseur von "Psycho" oder dem Autor von "Der Zauberberg", auf der Straße beliebigen Passanten gestellt, in den meisten Fällen unbeantwortet bleiben wird.
Aber ist die Straße wirklich der passende Ort für derlei Anfragen? Wohl höchstens dann, wenn man Stephan Raab heißt und die dümmsten Antworten hinterher zum Gaudium der Zuschauer vorführen will.
Stellt man aber in einem Spiele-Laden, einem Kino oder einer Buchhandlung den dort Anwesenden die jeweils passende Frage, dürften die Antworten schon kompetenter ausfallen.
Es ist schließlich nicht relevant, ob jemand, der sich ausschließlich für Fußball und Autorennen interessiert, weiß, wer "Die Siedler von Catan" erfunden hat; ob aber jemand, der Spiele mag, das weiß, ist schon von wesentlich größerer Bedeutung für die Karriere des Autors und die Auswahl des Käufers.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)


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