Beitragvon Volker L. » 10. Juli 2001, 14:18
> Die Koppelung ans Alter kann darauf hinweisen, daß mit
> der vermuteten größeren Erfahrung Vor- oder Nachteile
> der Startposition ausgeglichen werden sollen.
> Da wäre die Frage interessant: Gibt es außer dem Alter
> noch irgendein Kriterium, daß man hnlich sinnvoll für
> die Start-Ermittlung gebrauchen könnte?
Ich meine, in irgendeinem Spiel mal gelesen zu haben,
dass der Besitzer des Spiel anfaengt (nein, es war
nicht Junta, wo der Besitzer als erster Praesident
vorgeschlagen werden soll).
Sowas kommt uebrigens auch oft vor, wenn ich mit
Freunden Spiele spiele, die die anderen noch nicht
kennen: alle wollen, dass ich anfange, und egal fuer
welche der 5 moeglichen Eroeffnungsstrategien ich mich
entscheide, 3 der 4 Mitspieler kopieren sie bis ins
Detail (was oft dazu fuehrt, dass der eine, der
weitgehend konkurrenzlos eine andere Schiene faehrt,
einen deutlichen Vorteil hat - die Kommentare zu meiner
"schlauen" Eroeffnung koennt Ihr Euch sicher denken...)
> > Fall 3: Spielbedingte Reihenfolge
> In der Regel ist das ein Qualitätsmerkmal. Wenn
> Vor/Nachteile der Startreihenfolge z. B. über
> Gebote ausgeglichen werden, sichert das die
> Spielbalance.
Im Prinzip ja, kann aber auch maechtig in die Hose
gehen, wenn unerfahrene Spieler entweder viel zu viel
bieten und sich so im eigentlichen Spielverlauf eine
schwere Behinderung einhandeln ODER viel zu wenig
bieten und so einem einen grossen Vorteil zu billig
ueberlassen. (Kann vor allem passieren, wenn die
Gebote fuer die Startreihenfolge verdeckt gemacht
werden muessen. Beispiele hierfuer sind "Age of
Renaissance", "Shogun/Samurai Swords" oder "J.U.M.P.")
> Bei Siedler kann - je nach Spielplan - der erste
> Spieler einen guten Vorteil haben, manchmal aber
> steht der letzte Spieler besser da (da er seine
> beiden Siedlungen aufeinander abstimmen kann).
Ich habe eigentlich noch in keiner Siedler-Partie den
Eindruck gehabt, dass der erste zu sein besonders gut
waere. Du hast eben eine sehr gute Siedlung mit
wahrscheinlich zwei ertragreichen Feldern und eine
Schrott-Siedlung mit einmal 12, einmal 3 und einmal
Wasser/Wueste. Und die Startrohstoffe gibt's fuer die
schlechtere Siedlung :-)
Ich bete eigentlich immer dafuer, derjenige zu sein,
der seine beiden Siedlungen hintereinander setzen darf.
Dann kann ich mich so platzieren, dass ich alle 5
Rohstoffe in akzeptabler Qualitaet habe oder 4, davon
einen in gewaltigem Ueberschuss. Und ich kann die
bessere der beiden Siedlungen als zweites setzen und
bekomme damit bessere Startrohstoffe.
> Wie wäre es mit einer Versteigerung über
> Anfangsrohstoffe?
Die Anfangsrohstoffe bekommt man doch aber erst,
nachdem man seine Siedlungen gesetzt hat (und eben
aufgrund dieser), da muesstest Du also noch stark in
das Spiel eingreifen und jedem Spieler zu Beginn
zusaetzliche Rohstoffe geben. Aber dadurch wuerde die
Startposition extrem maechtig werden, wenn man sofort
vom Start weg die Moeglichkeit hat, 1-2 Strassen
und/oder eine Siedlung zu bauen, da kann man Gegner
gleich abklemmen, bevor die ueberaupt am Zug waren.
Damit wuerden die Siedler zum Zockerspiel verkommen,
wo der gewinnt, der es schafft, mit minimalem
Vorsprung den Startspieler zu bekommen und dabei
genug Rohstoffe fuer sofortige Expansion uebrig behaelt.
Versteh das nicht falsch, die Idee, die Startposition
durch Gebote vergeben, ist gut, aber die Siedler sind
dafuer das falsche Spiel. Und wie weiter oben gesagt:
wenn Du das als Variante in ein Spiel einfuehrst,
sollten alle das Spiel einigermaszen gut kennen, um den
Wert der Startposition (oder anderer zu vergebender
Vorteile) korrekt einschaetzen zu koennen.
Gruss, Volker