Beitragvon Roman Pelek » 30. Oktober 2001, 23:35
Hi Hanna,
HBS schrieb:
> nach reichlich frustrierenden Erlebnissen am Wochenende und
> vor einem weiteren geplanten Spieleabend mit recht hohem
> "Nichtspieler"anteil möchte ich jetzt mal Argumente für's
> Spielen sammeln.
Puh, ein "recht hoher" Nichtspieleranteil erschwert die Sache sehr. Einzelne Leute, die nicht abseits stehen möchten, wenn alle anderen spielen, sind sehr leicht zum Spielen zu bewegen (->Gruppenzwang), wenn man sie nicht überfordert. Gegen eine Majorität an Nichtspielern würde ich aber gar nicht "angehen" wollen, weil das Ergebnis nur Frust auf beiden Seiten wäre.
>zur "Taktik des langsamen Heranführens", aber die eigentlichen (ha! Carsten is' weg!) [b]Argumente[/b], die man Skeptikern entgegenbringen kann, fehlen mir etwas.<
Die einzigen echten Argumente, die man hat, sind die Spiele selbst. Gelingt es einem, einzelne Leute durch ein für sie geeignetes Spiel für's Spielen zu begeistern, ist das bei weitem das stärkste Argument. Drüber diskutieren, warum man Spielen toll findet oder warum man seine Freizeit mit solchen "Kindereien" zupflastert bringen nix. Die beste Position, die man hat, ist, eine Gruppe zusammenzuhaben, die gerne spielt, und zu der man andere Leute "zuziehen" kann, z.B. bei einer Familienfeier, bei einem privaten Abend - ohne Programm - mit hohem Spieleranteil. Abende mit einer Mehrheit an Nichtspielern oder mit anderem Programm würde man mit einer mehr als dezenten Andeutung, dass man spielen möchte, nur versauen...
>Ich bin daran interessiert, wie und wodurch Ihr solche "geeigneten" Spiele Nicht- oder Wenigspielern schmackhaft machen konntet. Welche Argumente haben überzeugt? Womit habt Ihr Leute dazu bekommen, Spielen mal eine richtige Chance zu geben?<
a) Geeignete Spiele sind all diejenigen, die mit wenig Regeln auskommen und wenig Konzentration/Spielerfahrung erfordern. Primär die Richtung Party-, Biet-, Bluff- und einfache Karten- oder Verhandlungsspiele.
b) Argumente, die überzeugen, sind Gruppenzwang oder interessante Aufmachung des Spiels, weniger das Gerede darum.
c) Am einfachsten ist es, Leute, die rudimentäres Interesse am Spielen bekunden ("Ach ja, das Spiel des Jahres XY habe ich ja ganz gern gespielt") mal einfach zu einem Abend einzuladen, an dem man mal "quatschen, was essen und ein Spielchen ausprobieren" kann. Eine leichte Vorwarnung, dass man da auch ein Spiel auspackt muss aber drin sein, damit sich die Leute nicht überrumpelt fühlen.
d) Absolut tödliche Fehler, die man nie machen darf: Fachsimpeln über Spiele/Spielen in jeder Art. Neulingen komplexe Spiele servieren. Beim Regelerklären alles "auf einmal auftischen" (auch wenn's für Spielefreaks notwendig ist, damit diese wissen, worum's geht und planen können), sondern Stück für Stück, auch beim Spielen erläutern. Es ist nicht wichtig, die taktische Komponente bei der Endwertung zu Beginn zu erläutern, die bekommt eh keiner mit.
> Natürlich ist es nicht nötig (und wahrscheinlich auch nicht
> möglich) "Missionsarbeit" bei Leuten zu leisten, die Spielen
> an und für sich für Zeitverschwendung halten, das habe ich
"Missionsarbeit" sollte man eh nicht leisten... Wenn jemand nicht von selbst, unter wohlwollender Hilfestellung, einen Zugang zu etwas findet, dann ist diese Sache eben nichts für denjenigen oder diejenige. Basta ;-)
> auch nicht vor. Das schlimmste Totschlagsargument, das ich
> bisher gehört habe, war "anstatt zu Spielen unterhalte ich
> mich lieber mit Freunden, wenn wir uns sehen. Wenn man
> spielt, kommt man ja gar nicht dazu miteinander zu reden, da
> braucht man sich auch nicht zu treffen". - Naja, da fällt mir
Wenn man sich trifft, um sich ernsthaft zu unterhalten, haben Spiele dabei auch nix verloren. Wenn man sich aber zu einem "ungezwungenen" Abend mit Smalltalk trifft, spricht je nach Kondition der Anwesenden ja nix gegen Spiele... Je nach Spielart kann man sich teilweise ja sogar dabei unterhalten, auf jeden Fall aber zwischen zwei Partien. Dann spielt man halt mal 'ne Stunde was, quatscht ne Stunde, und spielt dann nochmal 'was. Oder spielt nur etwas Locker-Leichtes, und macht nebenher den Smalltalk.
> nichts mehr zu ein. Aber bei Leuten, die zumindest mal zu
> einem Spieleabend [b]mit[/b]kommen, würde ich doch gerne oft
> mehr überzeugende Gründe vorbringen können, warum sie
> mitmachen sollten...
"Probier's doch mal" oder das (nicht von dem Oberspielefreak) ausgesprochene "Macht doch mit, wir sind doch alle dabei" sind m.E. die stärksten "Argumente".
Ciao,
Roman