Beitragvon Roman Pelek » 31. Oktober 2001, 00:37
Hi Chris,
Chris schrieb:
> Ich würde auf jeden Fall Die Händler von Genua und Evo
> kaufen. Bei den anderen fällt mir die Auswahl schwer, haben
> beide ihre Pluspunkte (schönes Thema) und ihre Haken (hohe
> Glücksfaktoren). Ich würde vielleicht ein kleines bisschen
> eher zu Urland tendieren, einfach schon weil es ein
> Kleinverlag und wunderschön ist, aber...
Wo siehst Du denn den hohen Glücksfaktor bei "Urland" im Vergleich z.B. zu "Evo"? "Tal der Mammuts" mit hohem Glücksfaktor ist ja okay.
Ich empfinde "Urland" aber nicht als glücksabhängiger als "Evo", eher weniger. Für mich kommt's bei diesem Spiel darauf an, die Absichten der Mitspieler gut einzuschätzen (sprich: die Konstellationen auf dem Brett zu beachten) und sich generell gut zu positionieren und die passenden Gene zu ersteigern, denn sich auf das Glück zu verlassen. Im Verlauf des Spiels weiss man, mit welchen Wertungen ca. wann vom wem zu rechnen ist und welche Interessen die Spieler verfolgen. M.E. kann man "Urland" gewinnen, indem man diese Aspekte gut im Auge behält. Bei "Evo" dagegen hat man das ausgewürfelte Spielende und eine große Ungewissheit bei den Aktionskarten. Dies ist bei Urland nicht so.
Generell bin ich etwas verwundert darüber, warum "Urland" teilweise zu so einem frühen Zeitpunkt schon so kritisiert wird. Ich erkenne weder einen zu hohen Glücksanteil noch ein störendes Warten durch das "Kibitzen", im Gegenteil. Diese Elemente schränken den Aktionsradius der Spieler soweit - sinnvoll - ein, dass eine Planung des Geschehens möglich wird, zudem halte ich es für einen Irrglauben, dass die Wartezeiten durch den Wegfall des "Kibitzens" verkürzt werden. Meiner Ansicht nach hat man dabei die Chance, das Geschehen zu studieren und eigene Züge zu planen.
Kurzum: ich würde "Urland" etwas mehr Zeit gewähren und nicht sofort mit "Glückselementen" oder dem "Nichtstun des Kibitzes" argumentieren. Je öfter ich "Urland" spiele, desto mehr schätze ich es. Vor allem sollte man nicht allzu voreilig an der Balance des Spiels bzw. des Kibitzes "feilen", man könnte es damit ruinieren. Bei uns lief "Urland" bislang immer rund und flüssig, und der Spielgewinn war nur durch Versäumnisse der Mitspieler bzw. eigene Taktik möglich. Wenn's zu beliebig ausschaut, dann mag das vielleicht auch an der Unkenntnis aller Spieler in bezug auf das Spiel liegen ;-)
Ciao,
Roman (der das Gefühl hat, Urland sehr zu mögen...)