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Puerto Rico (Variante Teil 1)

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Volker K.
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Puerto Rico (Variante Teil 1)

Beitragvon Volker K. » 18. März 2002, 10:29

Hallo zusammen,
was mir bei dem Spiel nicht ganz so gefällt, ist, dass jeder sein eigenes Ablagetableau hat. Ich habe lieber ein zentrales Spielfeld, wo man schnell einen Überblick bekommt und nicht dauernd in die Runde schauen muss, um zu sehen, was die anderen vorhaben. Deshalb schlage ich folgende Variante vor, bei der zentral eine Insel ausgelegt wird, auf der die Spieler ihre Gebäude und Plantagen errichten können. Man braucht hierzu folgendes Material aus dem Siedler von Catan (notfalls einiges kopieren): 3 Hügelfelder, 2 Gebirgsfelder, 11 Weidefelder, 11 Waldfelder, eine braune Kirche und von den Farben weiß, blau, grün, rot und orange jeweils die 5 Häuser und 15 Straßenstäbchen. Für die Holzteile benötigt man natürlich die Ergänzungspackung für 6 Spieler.
Die Sechseckfelder werden wie folgt ausgelegt (mit der Seite nach unten):

................ Wa Wa Wa Wa
............ We We We We Wa
..........We We Ge Ge We Wa
.... Hü We We We We Wa
Hü Hü Wa Wa Wa Wa

Folgende Regeln (für fünf Spieler) werden benötigt:

1. Die braune Kirche kommt ganz links unten auf das Hügelfeld. Die Hügelfelder sind die Ausgangsfelder für den Bau von Gebäuden. Die Basislinie für die Gebäude wird so auf den unteren beiden Hügelfeldern bestimmt, dass die Stadt schräg nach rechts oben auf der Breite von zwei Sechseckfeldern (= 3 Gebäudebreiten) zeilenweise in drei Spalten aufgebaut werden kann. Die Fläche, auf der die Kirche steht (= unterer Bereich des äußersten Hügelfeldes) wird dabei ausgespart. Um in der Baumeisterphase den Besitz der Gebäude zu markieren, werden die Häuser auf den Gebäudeplättchen abgestellt. Fall diese später nicht ausreichen, muss auf die Strassenstäbchen zurückgegriffen werden.
2. Goldsucher: um später Plantagen ablegen zu können, müssen vorher Straßen gebaut werden. Dies geschieht in der Goldsucherphase. Beim ersten Goldsucher darf sich der auswählende Spieler entscheiden, ob er zwei Straßenteile baut oder ein Goldstück nimmt und ein Straßenteil baut. Beim zweiten Goldsucher gilt dasselbe, nur dass jetzt auch jeder Mitspieler der Reihe nach ein Straßenteil bauen darf. Es dürfen pro Grenzseite zwei Straßenteile nebeneinander gelegt werden. Neue Straßenteile müssen beliebig an schon liegende eigene oder fremde angelegt werden werden. Damit ist dann der Besitzanspruch zu den angrenzenden Geländeteilen definiert. Die Straßen haben als Ausgangspunkt die zu Spielbeginn liegenden Straßenteile (siehe unten). Sollten Straßenteile während des Spiels funktionlos werden, dürfen sie wieder entfernt und neu eingesetzt werden.
Fortsetzung in nächster Mail

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Michael Andersch

Re: Puerto Rico (Variante Teil 1)

Beitragvon Michael Andersch » 18. März 2002, 14:20

Volker K. schrieb:

> Fortsetzung in nächster Mail

Wieso nicht alles in ein Posting?

Ununterbrochene Grüße,
Micha

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Volker K.
Kennerspieler
Beiträge: 123

Re: Puerto Rico (Variante Teil 1)

Beitragvon Volker K. » 18. März 2002, 15:46

Hallo Michael,
das habe ich leider nicht hingekriegt. Das Textfeld ließ sich irgendwann nicht mehr weiterscrollen. Gibt es die Möglichkeit, das Textfeld zu vergößern?
Gruß
Volker

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Frank Biesgen

Re: Puerto Rico (Variante Teil 1)

Beitragvon Frank Biesgen » 18. März 2002, 17:00

Volker K. schrieb:

> das habe ich leider nicht hingekriegt. Das Textfeld ließ sich
> irgendwann nicht mehr weiterscrollen. Gibt es die
> Möglichkeit, das Textfeld zu vergößern?

Hi Volker,

wenn Du in das Textfeld hineinklickst, solltest Du den Text problemlos verlängern können.

Gruß FBI

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Sylvia Berger

Re: Puerto Rico (Variante Teil 1)

Beitragvon Sylvia Berger » 18. März 2002, 17:22

Volker K. schrieb:
>
> was mir bei dem Spiel nicht ganz so gefällt, ist, dass jeder
> sein eigenes Ablagetableau hat. Ich habe lieber ein zentrales
> Spielfeld, wo man schnell einen Überblick bekommt und nicht
> dauernd in die Runde schauen muss, um zu sehen, was die
> anderen vorhaben.

Hallo Volker,
die Geschmäcker sind halt verschieden. Ich finde gerade die Sammeltableaus ausgesprochen gut und sehe keinen Grund, PR auf einen wie auch immer gestalteten Spielplan zu verlagern.

Puerto Rico ist ein recht komplexes Spiel. Es ist sicher kein Spiel für den Wenigspieler oder die Familie mit kleineren Kindern. Aber wie kann ich den "Normalspieler" (und aus solchen besteht nun mal der größte Teil unseres Freundeskreises) an solch ein Spiel heranführen und ihn dafür begeistern? Da gibt es doch nichts besseres als Sammeltafeln. Da sieht jeder sofort vor sich, was er hat oder was ihm noch fehlt. Dazu dann noch mal rechts unten die Kurzinfo über die verschiedenen Charaktere zum Nachlesen - perfekt.
Bei einem zentralen Spielplan verlieren Spieler auf diesem Niveau mit zunehmender Spieldauer und Bebauung dann oft die Übersicht (ich denke, daß sich deshalb auch so viele mit La Citta schwer tun, da konzentriert man sich auf den Ausbau der einen Stadt und sieht nicht die Bedrohung der anderen)

Es gibt bei PR so viel verschiedene Handlungsmöglichkeiten, da ist der Normalspieler ganz froh, dass er auf seinem Tableau so vor sich hin bauen kann und sich nicht auch noch mit X anderen Spielern um Bauplätze auf einem Spielbrett schlagen muss. Das würde das Spiel nur nochmal verkomplizieren und für noch weniger Spieler geeignet machen. Und was nützt mir letztlich ein Spiel, das nur im Schrank steht, weil es so hochkompliziert ist, daß es keiner mit mir spielen mag? Ich finde, Alea hat mit PR gerade die richtige Balance gefunden, das Spiel für Vielspieler interessant zu machen, es aber gleichzeitig so übersichtlich und von den Grundregeln her einfach durchschaubar zu machen, daß auch der Durchschnittsspieler seinen Spaß damit haben kann.

Nebenbei bemerkt ist PR von den bisher getesteten Spielen mein optisches Highlight des aktuellen Spielejahrgangs. Schön illustriert, vor allem aber wunderbar übersichtlich gestaltet. Da sieht jeder sofort, wo die kleinen Rohstoffplättchen hingelegt werden müssen, wo, wieviel Kolonisten Platz haben oder wieviel Waren noch auf ein Schiff passen. So muss es sein.

Sylvia

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Stefan Brück

Re: Puerto Rico (Variante Teil 1)

Beitragvon Stefan Brück » 19. März 2002, 14:10

Sylvia Berger schrieb:

> Ich finde, Alea hat mit PR gerade die richtige
> Balance gefunden, das Spiel für Vielspieler interessant zu
> machen, es aber gleichzeitig so übersichtlich und von den
> Grundregeln her einfach durchschaubar zu machen, daß auch der
> Durchschnittsspieler seinen Spaß damit haben kann.

Ja, das hören wir seit Veröffentlichung immer wieder - und das ist gut so! ;-)

Glaubst du, dass die "Anspruchs-Sieben" zu hoch gegriffen ist?
Wir haben es so hoch gesetzt, weil wir festgestellt haben, dass man das Spiel auch nach vielen Partien noch nicht "im Griff hat", im Sinne von: Wie gewinne ich´s bloß? Und das ist u.E. ein wesentlicher Bestandteil des Anspruchs.

> Nebenbei bemerkt ist PR von den bisher getesteten Spielen
> mein optisches Highlight des aktuellen Spielejahrgangs. Schön
> illustriert, vor allem aber wunderbar übersichtlich
> gestaltet. Da sieht jeder sofort, wo die kleinen
> Rohstoffplättchen hingelegt werden müssen, wo, wieviel
> Kolonisten Platz haben oder wieviel Waren noch auf ein Schiff
> passen. So muss es sein.

Danke.

Grüße.
Stefan

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Sylvia Berger

Re: Puerto Rico - Anspruch 7

Beitragvon Sylvia Berger » 19. März 2002, 17:50

Stefan Brück schrieb:
>
> Glaubst du, dass die "Anspruchs-Sieben" zu hoch gegriffen ist?
> Wir haben es so hoch gesetzt, weil wir festgestellt haben,
> dass man das Spiel auch nach vielen Partien noch nicht "im
> Griff hat", im Sinne von: Wie gewinne ich´s bloß? Und das ist
> u.E. ein wesentlicher Bestandteil des Anspruchs.
>
Hallo Stefan,
hm, dazu müßte man jetzt zum Vergleich wissen, welche Anspruchszahl die Fürsten von Florenz oder die Händler von Genua haben. Ich würde Puerto Rico in jedem Fall tiefer als die beiden einstufen. PR ist schon von der ganzen Thematik des Spiels einfacher angelegt: Rohstoffe anbauen, verarbeiten und verkaufen, vom Geld wieder was neues kaufen - darunter kann sich jeder Normalspieler auch beim ersten Spiel was vorstellen (he, PR ist ja wie S... ;-) ) und traut sich entsprechend auch eher ran als z.B. an FvF.
Das Prinzip der einzelnen Charaktere ist mittlerweile vor allem dank "Ohne Furcht und Adel" auch nicht mehr so neu und ungewohnt, wie es vielleicht vor ein paar Jahren noch gewesen wäre.
Natürlich merkt man erst mit der Zeit, wie man den Waren-Geld-Kreislauf optimieren kann und fest steht auch, dass in einer gemischten Spielrunde die PR-Neulinge mit Sicherheit verlieren werden (wie bei anderen taktischen Spielen auch).
Aber auch ein Neuling sieht eben in einer ersten Partie eindeutig, dass der Nachbar aufgrund bestimmter Gebäude jede Runde extra abkassiert und im Gegensatz zu einem selbst immer genug Geld auf dem Tableau liegen hat - und wird sich vornehmen, in der nächsten Partie selbst so ein Goldeselchen zu kaufen. Er wird vielleicht nicht im 2. Spiel siegen, aber er wird wissen, wie er im Vergleich zum ersten Spiel mehr Geld/mehr Punkte machen kann und das entsprechend Spiel für Spiel weiter ausbauen.

Sylvia

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Thomas Jereczek

Re: Puerto Rico - Anspruch 7

Beitragvon Thomas Jereczek » 19. März 2002, 18:30

> hm, dazu müßte man jetzt zum Vergleich wissen, welche Anspruchszahl die
> Fürsten von Florenz oder die Händler von Genua haben.

Die Händler von Genua: 5
Fürsten von Florenz: 6

Hallo Sylvia,

ich kann mich Deiner Meinung nicht ganz anschließen.
Sicherlich ist die Rollen-Auswahl von oFuA bekannt und die Thematik einfach, aber die taktischen Möglichkeiten bei PR sind viel weitreichender. Einfach nur anbauen, produzieren und verkaufen/verschiffen ist eben nicht möglich.
Leider habe ich bis heute noch nicht FvF gespielt :´-( , aber im Vergleich zu dHvG setze ich PR zumindest auf die gleich Stufe, wenn nicht sogar höher genau wie alea das auch getan hat.

Ich stimme Stefan zu, wenn die Einstufung zum Maßstab hat, wie schnell man ins Spiel kommt, dann dauert das bei PR ein paar Spiele.
Die 7 ist gerechtfertigt.

> Aber auch ein Neuling sieht eben in einer ersten Partie eindeutig, dass der
> Nachbar aufgrund bestimmter Gebäude jede Runde extra abkassiert und im
> Gegensatz zu einem selbst immer genug Geld auf dem Tableau liegen hat - und
> wird sich vornehmen, in der nächsten Partie selbst so ein Goldeselchen zu
> kaufen. Er wird vielleicht nicht im 2. Spiel siegen, aber er wird wissen, wie er im
> Vergleich zum ersten Spiel mehr Geld/mehr Punkte machen kann und das
> entsprechend Spiel für Spiel weiter ausbauen.

Genau das ist das interessante an PR: Der Neuling lernt dazu, aber die Mitspieler werden ebenfalls darauf reagieren und ihre Taktik ändern. Das sorgt für Abwechslung.
Ich habe PR erst ein paar Mal gespielt, und bin noch weit davon entfernt, mir "die Siegstrategie" ausgedacht zu haben. Es ist mir schon passiert, daß ein "Neuling" durch "glückliche Umstände" zum Sieg kam. Bei PR kann man meiner Meinung nach nicht soviele Züge im voraus planen, wenn die Mitspieler intuitiv den "richtigen" Zug machen, sieht's eben schlecht aus. Das ist genau das, was mich an dem Spiel begeistert. Die Grübler und Denker gewinnen nicht unbedingt. Der Überraschungseffekt ist häufiger vorhanden als man denkt, und das alles ohne Zufall, sondern durch die jeweilige Aktion der Mitspieler.

anspruchsvolle Grüße
Thomas (der sich nun auf den Weg macht, um PR zu spielen :-)) )

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Sylvia Berger

Re: Puerto Rico - Anspruch 7

Beitragvon Sylvia Berger » 19. März 2002, 21:21

Thomas Jereczek schrieb:
>
> ich kann mich Deiner Meinung nicht ganz anschließen.
> Sicherlich ist die Rollen-Auswahl von oFuA bekannt und die
> Thematik einfach, aber die taktischen Möglichkeiten bei PR
> sind viel weitreichender. Einfach nur anbauen, produzieren
> und verkaufen/verschiffen ist eben nicht möglich.
> Leider habe ich bis heute noch nicht FvF gespielt :´-( ,
> aber im Vergleich zu dHvG setze ich PR zumindest auf die
> gleich Stufe, wenn nicht sogar höher genau wie alea das auch
> getan hat.

Die taktischen Möglichkeiten von PR komplett auszuloten ist auf alle Fälle ein langwieriges Thema für die Vielspieler und wird hier in den nächsten Monaten sicher noch viele Threads auslösen. Aber darum ging es mir ja auch gar nicht. Ausgangspunkt war, dass auch der Normalspieler recht zügig in das Spiel reinkommt - und zwar wesentlich zügiger als das bei FvF oder HvG der Fall ist.(Wohlgemerkt: ins Spiel reinkommen im Sinne von "mitspielen können, Regel verstanden haben, wissen was in welcher Phase zu tun ist" etc., nicht im Sinne von "wie gewinne ich") Der Normalspieler will gar nicht taktische Studien betreiben, sondern in erster Linie drauflosspielen und das kann er bei PR trotz aller Komplexität sehr gut.
Ich weiss nicht, ob dann so eine hohe Note nicht auch Käufer abschreckt, die vielleicht schon mit FvF oder HvG nicht klargekommen sind.

Sylvia

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Thomas Jereczek

Re: Puerto Rico - Anspruch 7

Beitragvon Thomas Jereczek » 19. März 2002, 23:56

Hallo Sylvia,

das der Normalspieler schnell ins Spiel findet stimmt. Allerdings ist das bei HvG ebenso, denn das Grundprinzip, daß der Zugspieler den Händlerturm auflöst, die Mitspieler durch Gebote den Weg beeinflußen können und in einem Gebäude eine Aktion durchgeführt werden kann, ist jedem schnell klar. Zum Sieg braucht man natürlich auch das Wissen über die Sonderkarten und Besitzmarker, sowie einen taktischen Plan.

Die Exklusiv-Marke von Ravensburger ist eben "alea". Unter diesem Namen erscheinen taktisch anspruchsvollere Spiele (abgesehen von Chinatown; für mich trotzdem ein gutes Spiel). Wenn diese Spiele auch für Normalspieler geeignet sind umso besser, das sorgt für eine größere Verbreitung, und nutzt uns allen (stabile Preise, mehr Risikobereitschaft beim Verlag und daher mehr neue Spiele). :-)
Mit der Bewertung auf der Verpackung wird der Normalspieler nicht viel anfangen können. 7 von 10 Punkten erscheinen ihm vielleicht gar nicht zu hoch, weil er nicht die Vergleichswerte der anderen Spiele kennt. (Nicht einmal Du kanntest sie :-P )
In der alea-eigenen Wertungsskala wird das gesamte Spiel betrachtet, und im Vergleich zu den bisherigen sechs Spielen ist diese Einstufung gerechtfertigt.
Aber hier haben wir wieder das Problem der Bewertung (war kürzlich in einem anderen Thread bezüglich der Spielbox-Noten). Man kann es nicht jedem rechtmachen. Jeder deutet die Bewertung nach seinen Maßstäben, da kann es zu unterschiedlichen Auslegungen und Meinungen kommen. Das wird sich nie ändern, es gibt keine Objektivität.
Du stufst PR mit 4 ein (unterhalb HvG) wegen dem leichten Einstieg, ich schließe mich dem Verlag an und bleibe bei der 7 wegen der taktischen Vielfalt.
Wenn ich weiß nach welchen Kriterien gewertet wird, dann kann ich aus dem Vergleich meinen Nutzen ziehen, nachdem ich ein Spiel kennengelernt habe. Habe ich zuvor HvG(4) gespielt, dann weiß ich, was ich ungefähr bei PR(7) erwarten kann, und umgekehrt.

Übrigens, zu Deiner Meinung, daß PR sich auch gut für Normalspieler eignet, habe ich Sonntag folgende Idee bereits in einem Leserbrief/einer Spielekritik an die Spielbox festgehalten. Wenn mann PR nur um des Spielens Willen spielt, ist es auch als Familienspiel geeignet. Mit wenigen Regeländerungen (ja, ich kenne den Thread über Varianten) könnte man es vieleicht sogar mit Kindern spielen (ich denke an solche im Grundschulalter). Einfacher Einstieg ins Wirtschaftsleben. Anbauen, ernten, produzieren und verkaufen mit der Moral des Spiels, daß man auch mal zu warten hat, bis man genügend Geld hat, um sich etwas zu kaufen (Gebäude). Man bekommt nicht immer sofort das, was man will. Vieleicht gibt's einen Pädagogen, der das Spiel mal unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Als Regeländerung läßt man vielleicht das Handelshaus weg und verkauft sofort ins Schiff (Wegfall der Siegpunkte, es geht ja nicht ums gewinnen). Die Rollen eventuell in fester Reihenfolge spielen und nicht auswählen. Das ist jetzt alles Spekulation. Ich habe keine Möglichkeit einer Testrunde, deshalb habe ich mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht.

Und Sylvia, was hältst Du von so einer Familien- und Kindervariante? Das wäre doch eine sehr gute Möglichkeit dieses Spiel auch Normalspielern nahe zu bringen.

mit spielerischen Grüßen
Thomas

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Sylvia Berger

Re: Puerto Rico - Anspruch 7

Beitragvon Sylvia Berger » 20. März 2002, 08:56

Thomas Jereczek schrieb:
> das der Normalspieler schnell ins Spiel findet stimmt.
> Allerdings ist das bei HvG ebenso, denn das Grundprinzip, daß
> der Zugspieler den Händlerturm auflöst, die Mitspieler durch
> Gebote den Weg beeinflußen können und in einem Gebäude eine
> Aktion durchgeführt werden kann, ist jedem schnell klar...
Kann ich aus unseren Runden so nicht bestätigen. Sowohl bei FvF als auch bei HvG hatten die Neulinge Schwierigkeiten beim Einstieg und fühlten sich mehr "gespielt" als aktiv spielend (Es bestand danach auch kein Interesse an weiteren Partien)

> Wenn diese Spiele auch für Normalspieler geeignet sind umso
> besser, das sorgt für eine größere Verbreitung, und nutzt uns
> allen (stabile Preise, mehr Risikobereitschaft beim Verlag
> und daher mehr neue Spiele). :-)
100% Zustimmung.

> Mit der Bewertung auf der Verpackung wird der Normalspieler
> nicht viel anfangen können. 7 von 10 Punkten erscheinen ihm
> vielleicht gar nicht zu hoch, weil er nicht die
> Vergleichswerte der anderen Spiele kennt. (Nicht einmal Du
> kanntest sie :-P )
Nein, ich hatte sie nicht im Kopf, weil ich meinen Chef noch nicht davon überzeugen konnte, hier im Büro ein Spieleregal aufzustellen :-D
Nachdem ich jetzt die anderen Noten weiß, wäre ich für eine 5.

> Und Sylvia, was hältst Du von so einer Familien- und
> Kindervariante? Das wäre doch eine sehr gute Möglichkeit
> dieses Spiel auch Normalspielern nahe zu bringen.
Durchaus, kann ich aber mangels Kindern nicht ausprobieren. Da wären eher die Ditts die Spezialisten.

Sylvia

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Marten Holst

Re: Puerto Rico - Anspruch 7

Beitragvon Marten Holst » 20. März 2002, 12:29

Moinle Ihr zwei,

zu PR kann ich leider :cry: (noch) nichts sagen, aber ich empfinde beide Spiele auf einer "allgemeinen" Skala (Alea mag sie angesichts des Verlagsprogramms gerne anders setzen, wobei dann Royal Turf schnell ins sehr niedrige abdriftete) als eher anspruchsvoll, denn das korrekte Einschätzen des Wertes gewisser Dinge (ob zu ersteigern wie bei Fürstens oder durchzuhandeln wie bei Händlers) ist eben eine recht komplexe Angelegenheit, und viele gerade Neulinge haben dann leicht das Gefühl, übervorteilt zu werden, wenn der erfahrene Spieler gewonnen hat, da kann man sich noch so viel Mühe geben, faire, für beide Seiten positive Handel zu erarbeiten... und dieses Einschätzen von Werten empfinde ich schon als sehr anspruchsvoll (NB: bei HvG eigentlich insbesondere in der Anfangsphase als deutlich anspruchsvoller).

Andererseits: dass "Charakterauswahl" mittlerweile bekannt ist, ist auch eher die "eingeengte Sicht dank des erweiterten Blickfeldes"... Verräter, OFuA, sie erfordern jedesmal wieder eine lange Erklärung, dass man durchaus mal dieser und mal jener sein kann, dass man eben nicht mal etwas anderes ziehen kann... auch dieses Element rechtfertigt schon eine höhere Anspruchsnote (wenn auch nicht unbedingt gleich die 7).

Anspruchsvolle Grüße
Marten (will auch mal PR spielen... und Dschunke... und Clippers... und Goldland... ein ganzer Jahrgang läuft an mir vorbei :cry:[i][/i])

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Thomas Jereczek

Re: Puerto Rico - Anspruch 7

Beitragvon Thomas Jereczek » 20. März 2002, 16:09

Hi Marten,

das die Alea-Reihe mit Ausnahme von Chinatown nur anspruchsvolle Spiele enthält siehst Du an deren eigenen Einstufung.
Puerto Rico: 7
Fürsten von Florenz: 6
alle anderen: 5
Chinatown: 2 (fällt deshalb wahrscheinlich jetzt auch aus dem Programm)

Wir sind ja alle der Meinung, auch Sylvia, daß die Spiele in ihrer Gesamtheit betrachtet eben sehr anspruchsvoll sind. Es dauert selbst für sog. Vielspieler einige Partien, bis man so einigermaßen alle taktischen Feinheiten beherrscht und sich eventuel eine Siegstrategie basteln kann (was meiner Meinung nach zur Zeit bei PR fast unmöglich erscheint, aber wer weiß).

Sylvia sprach die Möglichkeit an, selbst für Normalspieler schnell ins Spiel zu kommen und den grundsätzlichen Ablauf zu verstehen. Daß das nicht zum Sieg reicht, ist uns allen klar. In dem Punkt gebe ich ihr Recht, allerdings möchte ich nicht deshalb die Bewertung herabsetzen, sondern Alea-gemäß so hoch lassen, damit jeder Vielspieler weiß, was ihn erwartet. Das ist ja auch Deine Meinung. Aber zu dem Thema Bewertungen und Benotungen gibt es ja bereits einen ausführlichen Thread.

> ... und viele gerade Neulinge haben dann leicht das Gefühl, übervorteilt zu
> werden, wenn der erfahrene Spieler gewonnen hat, ...

Nun, ich sage den Gelegenheitsspielern von vornherein, was sie erwartet, und das sie sich erstmal auf den grundsätzlichen Spielablauf konzentrieren sollen. Die taktischen Überlegungen kommen dann später, wenn man das Spiel kennt. In solchen Runden versuche ich auch meistens selbst etwas auszuprobieren, ich spiele dann des Spielens Willen, das führt dann dazu, daß ich auch gegen Neulinge schon mal verliere. Das hebt dann die allgemeine Laune, und die Leute haben eben nicht das Gefühl "gespielt" zu werden. Sie verlieren deshalb nicht sofort wieder die Lust, sondern möchten dann doch noch mal spielen, um nun selbst taktisch etwas zu versuchen. :-)

anspruchsvolle Grüße
Thomas
(dem es nicht nur aufs Gewinnen ankommt, sondern erstmal aufs Spielen)


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