Mein Eindruck/meine Erfahrung nach dem ersten "Wild Life"-Spiel:
Die Regeln wurden mir verständlich erklärt, deshalb kann ich zur Anleitung keine Aussage machen, zumal ich das Spiel auch noch nicht besitze.
Wild Life hat ein ansprechendes farbiges Spielmaterial, es ist nicht so knallbunt, daß es störend wirkt. Der Spielplan ist übersichtlich, der Platzbedarf ist etwas größer, denn jeder Spieler hat noch seine Tierarttafel vor sich liegen und weiteres Material liegt neben dem Spielplan bereit.
Die Spielregeln sind umfangreich, so daß ich ungefähr zwei Runden benötigte, um mir den Spielablauf zu erschließen und mich um die Taktik kümmern zu können. Wild Life hat durch Kartenziehen und Versteigerung einen gewissen Glücksanteil, aber es sind einige taktischen Möglichkeiten durchaus vorhanden, soweit ich das feststellen konnte (z.B. Erweiterung der Eigenschaften, Letzter der Wertung ist neuer Startspieler). Dazu kommt noch der Ärgerfaktor, der für das kommunikative Element sorgt, denn nicht mehr allgemein vorhandene Zusatzkarten werden in der Reihenfolge den jeweiligen führenden Spielern weggenommen. (nach dem Motto: "Na, dann nehm' ich Dir mal die Intelligenz weg" :-)) )
Der Gelegenheitspieler wird wahrscheinlich von den für ihn komplexen Regeln "erschlagen", Vielspieler dürften weniger Probleme haben, für sie kann Wild Life ein interessantes Taktikspiel werden.
Unsere 5er-Runde brauchte mit Erklärung rund 2,5 Stunden. Das wird sich in einer eingespielten Runde bestimmt reduzieren. Ein Vorteil dieses Spiels, es ist für bis zu 6 Spielern. Ob die unterschiedlichen Startvoraussetzungen durch die verschiedenen Eigenschaften der Tiere in den einzelnen Regionen für irgendeinen ein Vor- oder Nachteil ist, läßt sich nach einer Spielrunde noch nicht sagen.
Zwei Punkte sind unserer Spielrunde unangenehm aufgefallen.
Es gibt eine hellgrüne und eine dunkelgrüne Spielfarbe, die Tiermarker (Plättchen) sind noch sehr gut zu unterschieden, aber die Anzeigepöppel auf der Kramerleiste sind schwer auseinander zu halten (bei Kunstlicht), so daß man aufpassen muß, daß man nicht dem verkehrten Spieler Punkte abzieht oder hinzuzählt bzw. dem falschen Mitspieler die Zusatzaktionen wegnimmt. Unser Gedanke: Warum nicht einmal rot anstatt ein zweites grün als Spielerfarbe?
Als größtes Problem haben alle Beteiligten die unübersichtliche Artentafel empfunden.
Die sechs Regionen sind darauf als kleine, farbige Rechtecke dargestellt. In diesen Flächen sind dann die entsprechenden Eigenschaften beschrieben (keine Aktion, wandern, expandieren oder attackiern). Das Ganze ist sehr unleserlich, selbst für den der diese Tafel vor sich liegen hat. Es ist somit unmöglich ohne große Verrenkungen am Spieltisch oder ohne Fernglas zu sehen, welche Aktionen die Mitspieler in den einzelnen Regionen durchführen können. :-( Das wäre schon wichtig, um sich eine Taktik für die Verteilung/Ausbreitung seiner Tierart zurechtlegen zu können. Wer "Das Amulett" kennt, weiß was ich meine. In dem Spiel hat man das gleiche Problem mit den gegnerischen Karten.
Trotz dieses unglücklichen Umstandes werde ich Wild Life mit Sicherheit noch weitere Male spielen, allein schon um festzustellen, ob der Glücks- oder Taktikanteil überwiegt.
leserliche Grüße
Thomas