Beitragvon Jost Schwider » 19. April 2002, 14:35
"Roman Pelek" hat am 19.04.2002 geschrieben:
> nach einigen PEEPs und Postings zu Tyros, die sich vom
> Spiel sehr angetan zeigten, möchte ich gerne mal Euch nach
> Euren Spielverläufen befragen - denn bei uns konnte Tyros
> da nicht vollständig überzeugen und ich frage mich, ob wir
> da etwas übersehen oder uns irgendwie verrannt haben.
OK, schauen wir mal... Obwohl, zu guter letzt kann es auch ganz einfach an folgendem liegen: Die Geschmäcker sind verschieden!
> Bei uns gestalteten sich die Spielverläufe so, dass immer
> recht früh und gut absehbar war, welche Region sich als die
> größte entwickeln dürfte - immer eine in der Nähe der
> Ausgangsstadt (da alle daran Interesse hatten).
Das habe ich so nicht erfahren. Bisher bildeten sich zwei große (>10 Regionen) und zwei kleine Reiche (<6 Regionen) aus, wobei das eine kleine Reich (zufällig) immer in Kleinasien zu finden war, das andere kleine Reich vor den Toren von Gibraltar. Die großen Reiche bildeten sich dann dazwischen, und teilten sich im Prinzip das innere Mittelmeer auf (Prinzip "Rom gegen Karthago" ;-) ).
> DasPlättchenglück ließ da auch keinen großen
> Blockadespielraum über lange Zeit.
Wenn du etwas nicht verhindern kannst, dann mußt du davon partezipieren! Will sagen: Halte die "offensichtlich zu x" gehörenden Plättchen zurück, so dass die Mitspieler nicht sehen können, wieviel Potenzial noch in diesem Reich steckt. Gründe in aller Ruhe Städte in diesem Reich, und komm zum Schluß mit der Expansion... Geniesse die Schreckens-geweiteten Blicke deiner Mitspieler! :-D
Vielleicht könnte man das ganze noch strategischer machen, wenn man zu Spielbeginn [i]alle[/i] Landschaftsplättchen an die Spieler verteilt...
Hmmm, müßte man mal ausprobieren. Irgendwer?
> Das Endergebnis der Spiele spiegelte dies auch wieder:
> der Spieler mit den meisten Städten in der größten Region
> gewann jedes Mal,
:-? Wenn man jemanden sooo leicht davonziehen läßt... ;-)
Im Ernst: Oft ist bis zur letzten Runde gar nicht klar, welches Reich das größte wird... (s.o.)
> Deshalb wurden auch die Verhandlungsspielräume
> zusehends enger, da niemand einem anderen etwas "schenken"
> wollte, so dass sehr viel mit dem Stapel getauscht wurde
Klar, wie bei allen Handelsspielen. Aber hier hat man zumindest noch zwei verschiedene Möglichkeiten, mit der Bank zu tauschen.
Außerdem: Gerade am Ende kann man mit [i]jeder[/i] Handelskarte etwas anfangen; denke z.B. mal an die billig zu erreichenden (bzw. zu verhindernden) Schiffskontrollen!
> Sekundärpunkte wie 4Städte/4Regionen erschienen uns zu
> schwach, da der Aufwand, in einer 4. Region hineinzukommen,
> aufgrund der Entfernungen und teilweise Platzmangel nicht
> einfach war.
Das stimmt. Sollte man nur mitnehmen, wenn es sich gerade so ergibt.
Aber Achtung: Nebenbei bekommt man oft noch die Majorität für mindestens ein kleines Reich "geschenkt"... :-D
> Nimmt man 4 Städte in der größten: 4x12 = 48 plus evtl.
> nochmal 7 Bonus für die Mehrheit macht 55.
4 Städte dürfen nicht so leicht passieren! Denk daran, dass man eine Stadt nur bei alleiniger Schiffkontrolle gründen darf. Manchmal ist also Blockade angesagt...
> Und mit 4 Städten in vier Regionen steht man generell bei
> Mehrheiten schlecht da.
Nicht bei kleinen Reichen (s.o.). Da hat man Schwuppdidupp oft eine Majorität "geschenkt"...
> Alles in allem bedingte dies bei uns relativ einseitige
> Spielverläufe, einen Run auf die größte Region, der
> meist in letzter Konsequenz durch Nachziehglück
> entschieden wurde.
Ist so nicht bei uns vorgekommen. Gründe (eine kleine Wiederholung):
1. Das größte Reich ist nicht offensichtlich
2. Blockade-Möglichkeit
3. Kleine Reiche geben billige Punkte
> Ich würde diesen Eindruck gerne relativiert sehen, deshalb
> würden mich Eure Spielverläufe interessieren.
Ich hoffe, mir ist dies zumindest ansatzweise gelungen. :-))
Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")