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Tyros - Eure Spielverläufe?

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Roman Pelek

Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2002, 11:20

Hi,

nach einigen PEEPs und Postings zu Tyros, die sich vom Spiel sehr angetan zeigten, möchte ich gerne mal Euch nach Euren Spielverläufen befragen - denn bei uns konnte Tyros da nicht vollständig überzeugen und ich frage mich, ob wir da etwas übersehen oder uns irgendwie verrannt haben.

Bei uns gestalteten sich die Spielverläufe so, dass immer recht früh und gut absehbar war, welche Region sich als die größte entwickeln dürfte - immer eine in der Nähe der Ausgangsstadt (da alle daran Interesse hatten). Das Plättchenglück ließ da auch keinen großen Blockadespielraum über lange Zeit. Das Endergebnis der Spiele spiegelte dies auch wieder: der Spieler mit den meisten Städten in der größten Region gewann jedes Mal, alles andere war Makulatur. Deshalb wurden auch die Verhandlungsspielräume zusehends enger, da niemand einem anderen etwas "schenken" wollte, so dass sehr viel mit dem Stapel getauscht wurde (bis er eben leer war). Hier entschied dann oftmals das Glück.

Sekundärpunkte wie 4Städte/4Regionen erschienen uns zu schwach, da der Aufwand, in einer 4. Region hineinzukommen, aufgrund der Entfernungen und teilweise Platzmangel nicht einfach war. Zudem muten 7 Siegpunkte relativ schwach an, denn rechnen wir mal 4 Städte in 4 Regionen: 8+9+10+12+7=46. Nimmt man 4 Städte in der größten: 4x12 = 48 plus evtl. nochmal 7 Bonus für die Mehrheit macht 55. Und mit 4 Städten in vier Regionen steht man generell bei Mehrheiten schlecht da. Alles in allem bedingte dies bei uns relativ einseitige Spielverläufe, einen Run auf die größte Region, der meist in letzter Konsequenz durch Nachziehglück entschieden wurde.

Ich würde diesen Eindruck gerne relativiert sehen, deshalb würden mich Eure Spielverläufe interessieren. Ist die Gewichtung der Siegpunkte wirklich in Ordnung oder habt ihr ähnliche Tendenzen bemerkt?

Ciao,
Roman

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Michael Andersch

Re: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Michael Andersch » 19. April 2002, 12:03

Hallo Roman

> nach einigen PEEPs und Postings zu Tyros, die sich vom Spiel
> sehr angetan zeigten, möchte ich gerne mal Euch nach Euren
> Spielverläufen befragen...

Wohlan, denn!

> Bei uns gestalteten sich die Spielverläufe so, dass immer
> recht früh und gut absehbar war, welche Region sich als die
> größte entwickeln dürfte - immer eine in der Nähe der
> Ausgangsstadt (da alle daran Interesse hatten).

Nicht unbedingt. Im Endeffekt war es zwar immer eine Region in der Nähe der Ausgangsstadt, aber welche war jeweils nicht sooo schnell ersichtlich bzw. bis kurz vor Schluss offen.


Allem anderen, was Du geschrieben hast kann ich (wie bereits in früheren Postings) in der Sache uneingeschränkt zustimmen. Nur nicht vom Gefühl her, denn mir persönlich reichen die genannten Mechanismen aus, um damit Spass zu haben (was bislang in jeder meiner 4 Partien der Fall war)!


Anspruchslose Grüße,
Micha (kann sich auch an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen ;-) )

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Björn Maassen

RE: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Björn Maassen » 19. April 2002, 13:00

Tach auch,

hier mal meine (noch geringen) Eindrücke nach bisher zwei Partien:

> Bei uns gestalteten sich die Spielverläufe so, dass immer
> recht früh und gut absehbar war, welche Region sich als die
> größte entwickeln dürfte - immer eine in der Nähe der
> Ausgangsstadt (da alle daran Interesse hatten).

Bei uns waren es beide Male Reiche, die sich um Italien/Spanien ansiedelten (obwohl gestern zum Spielende meinem schön großen Reich des Erzes das Holzreich im nahen Osten doch noch gefährlich groß wurde...), da war also doch noch etwas Spannung drin.

> Das Plättchenglück ließ da auch keinen großen Blockadespielraum
> über lange Zeit.

Da kann ich Dir zum größten Teil zustimmen. Man muß schon früh ein passendes Plättchen auf der Hand haben, um damit eine Ausbreitung in eine bestimmte Richtung verhindern zu können.

> Das Endergebnis der Spiele spiegelte dies
> auch wieder: der Spieler mit den meisten Städten in der
> größten Region gewann jedes Mal, alles andere war
> Makulatur.

Da kann ich Dir nicht zustimmen, ich hatte gestern die Mehrheit im größten Reich und habe trotzdem verloren, letztes Mal hatte ich im größten Reich nur eine Stadt und habe mit etwas Abstand gewonnen.

> Deshalb wurden auch die Verhandlungsspielräume
> zusehends enger, da niemand einem anderen etwas "schenken"
> wollte, so dass sehr viel mit dem Stapel getauscht wurde
> (bis er eben leer war). Hier entschied dann oftmals das
> Glück.

Das stimmt schon, wenn sich nicht beide von dem Handel einen Gewinn versprechen, kommt der Handel natürlich nicht zustande (aber ist das nicht in jedem Handelsspiel so?!? :-) ). Mit der Überlegung: "Wenn ich jetzt mit Ihr/Ihm handele, hat sie/er einen Vorteil davon" fällt die Handelsphase natürlich ziemlich flach, aber man muß vielleicht nicht immer darauf spielen, dem anderen etwas zu vermiesen.

> Sekundärpunkte wie 4Städte/4Regionen erschienen uns zu
> schwach, da der Aufwand, in einer 4. Region hineinzukommen,
> aufgrund der Entfernungen und teilweise Platzmangel nicht
> einfach war. Zudem muten 7 Siegpunkte relativ schwach an,
> denn rechnen wir mal 4 Städte in 4 Regionen:
> 8+9+10+12+7=46. Nimmt man 4 Städte in der größten: 4x12 =
> 48 plus evtl. nochmal 7 Bonus für die Mehrheit macht 55.
> Und mit 4 Städten in vier Regionen steht man generell bei
> Mehrheiten schlecht da. Alles in allem bedingte dies bei
> uns relativ einseitige Spielverläufe, einen Run auf die
> größte Region, der meist in letzter Konsequenz durch
> Nachziehglück entschieden wurde.

Ich denke, daß meine Freundin gestern durch die 7 Bonuspunkte für die 4Städte/4Regionen gewonnen hat, ansonsten hatte sie nämlich "nur" die Mehrheit im kleinsten Reich. Ansonsten haben wir uns alle gegenseitig noch ein paar Schiffshoheiten streitig gemacht, und sie hatte dann noch eine Hoheit im kleinsten Reich, die Ihr die 3 Punkte Vorsprung zum Sieg verschafft haben.

> Ich würde diesen Eindruck gerne relativiert sehen, deshalb
> würden mich Eure Spielverläufe interessieren. Ist die
> Gewichtung der Siegpunkte wirklich in Ordnung oder habt ihr
> ähnliche Tendenzen bemerkt?

Ich kann also auch den positiven Eindruck aus den anderen Postings nur bestätigen. Demnächst möchte ich mit Arne vielleicht mal eine andere Verteilung der Reichsplättchen probieren, mal schauen, was uns da so einfällt...

Schöne Grüße,

Björn :-)

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Maja

Re: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Maja » 19. April 2002, 14:27

Ich habs nur einmal zu dritt gespielt. Bei uns war es genauso. Nur in der ersten Runde kam es zu einem Tausch der Mitspieler untereinander. Danach behielt jeder die Karten, der beiden größten Regionen für sich, die anderen Karten wurden zum Tauschen mit dem Stapel benutzt. Den Bonus für 4 Städte/4 Regionen bekam bei uns auch niemand. Vor allem es nutzlos, durch die Gegend zu schippern, dafür sind die Karten zu schade, man benötigt sie dringend zum Städtebau. Bei uns war der mit den wenigsten gebauten Städten letzter, die anderen beiden hatten gleich viele Städte. Von diesen beiden gewann der Spieler mit den meisten Städten in der größten Region.

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Jost Schwider

RE: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Jost Schwider » 19. April 2002, 14:35

"Roman Pelek" hat am 19.04.2002 geschrieben:

> nach einigen PEEPs und Postings zu Tyros, die sich vom
> Spiel sehr angetan zeigten, möchte ich gerne mal Euch nach
> Euren Spielverläufen befragen - denn bei uns konnte Tyros
> da nicht vollständig überzeugen und ich frage mich, ob wir
> da etwas übersehen oder uns irgendwie verrannt haben.

OK, schauen wir mal... Obwohl, zu guter letzt kann es auch ganz einfach an folgendem liegen: Die Geschmäcker sind verschieden!

> Bei uns gestalteten sich die Spielverläufe so, dass immer
> recht früh und gut absehbar war, welche Region sich als die
> größte entwickeln dürfte - immer eine in der Nähe der
> Ausgangsstadt (da alle daran Interesse hatten).

Das habe ich so nicht erfahren. Bisher bildeten sich zwei große (>10 Regionen) und zwei kleine Reiche (<6 Regionen) aus, wobei das eine kleine Reich (zufällig) immer in Kleinasien zu finden war, das andere kleine Reich vor den Toren von Gibraltar. Die großen Reiche bildeten sich dann dazwischen, und teilten sich im Prinzip das innere Mittelmeer auf (Prinzip "Rom gegen Karthago" ;-) ).

> DasPlättchenglück ließ da auch keinen großen
> Blockadespielraum über lange Zeit.

Wenn du etwas nicht verhindern kannst, dann mußt du davon partezipieren! Will sagen: Halte die "offensichtlich zu x" gehörenden Plättchen zurück, so dass die Mitspieler nicht sehen können, wieviel Potenzial noch in diesem Reich steckt. Gründe in aller Ruhe Städte in diesem Reich, und komm zum Schluß mit der Expansion... Geniesse die Schreckens-geweiteten Blicke deiner Mitspieler! :-D


Vielleicht könnte man das ganze noch strategischer machen, wenn man zu Spielbeginn [i]alle[/i] Landschaftsplättchen an die Spieler verteilt...
Hmmm, müßte man mal ausprobieren. Irgendwer?


> Das Endergebnis der Spiele spiegelte dies auch wieder:
> der Spieler mit den meisten Städten in der größten Region
> gewann jedes Mal,

:-? Wenn man jemanden sooo leicht davonziehen läßt... ;-)
Im Ernst: Oft ist bis zur letzten Runde gar nicht klar, welches Reich das größte wird... (s.o.)

> Deshalb wurden auch die Verhandlungsspielräume
> zusehends enger, da niemand einem anderen etwas "schenken"
> wollte, so dass sehr viel mit dem Stapel getauscht wurde

Klar, wie bei allen Handelsspielen. Aber hier hat man zumindest noch zwei verschiedene Möglichkeiten, mit der Bank zu tauschen.

Außerdem: Gerade am Ende kann man mit [i]jeder[/i] Handelskarte etwas anfangen; denke z.B. mal an die billig zu erreichenden (bzw. zu verhindernden) Schiffskontrollen!

> Sekundärpunkte wie 4Städte/4Regionen erschienen uns zu
> schwach, da der Aufwand, in einer 4. Region hineinzukommen,
> aufgrund der Entfernungen und teilweise Platzmangel nicht
> einfach war.

Das stimmt. Sollte man nur mitnehmen, wenn es sich gerade so ergibt.
Aber Achtung: Nebenbei bekommt man oft noch die Majorität für mindestens ein kleines Reich "geschenkt"... :-D

> Nimmt man 4 Städte in der größten: 4x12 = 48 plus evtl.
> nochmal 7 Bonus für die Mehrheit macht 55.

4 Städte dürfen nicht so leicht passieren! Denk daran, dass man eine Stadt nur bei alleiniger Schiffkontrolle gründen darf. Manchmal ist also Blockade angesagt...

> Und mit 4 Städten in vier Regionen steht man generell bei
> Mehrheiten schlecht da.

Nicht bei kleinen Reichen (s.o.). Da hat man Schwuppdidupp oft eine Majorität "geschenkt"...

> Alles in allem bedingte dies bei uns relativ einseitige
> Spielverläufe, einen Run auf die größte Region, der
> meist in letzter Konsequenz durch Nachziehglück
> entschieden wurde.

Ist so nicht bei uns vorgekommen. Gründe (eine kleine Wiederholung):
1. Das größte Reich ist nicht offensichtlich
2. Blockade-Möglichkeit
3. Kleine Reiche geben billige Punkte

> Ich würde diesen Eindruck gerne relativiert sehen, deshalb
> würden mich Eure Spielverläufe interessieren.

Ich hoffe, mir ist dies zumindest ansatzweise gelungen. :-))

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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Roman Pelek

RE: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2002, 14:54

Hi Jost,

>> DasPlättchenglück ließ da auch keinen großen
>> Blockadespielraum über lange Zeit.

>Wenn du etwas nicht verhindern kannst, dann mußt du davon >partezipieren! Will sagen: Halte die "offensichtlich zu x" >gehörenden Plättchen zurück, so dass die Mitspieler nicht >sehen können, wieviel Potenzial noch in diesem Reich steckt. >Gründe in aller Ruhe Städte in diesem Reich, und komm zum >Schluß mit der Expansion... Geniesse die Schreckens->geweiteten Blicke deiner Mitspieler!

...und hier liegt vermutlich der Knackpunkt bei unseren Partien, der auch die anderen Dinge (offensichtliche Expansion, dadurch weniger Handel wg. Offensichtlichkeit, Gewinn des Spiels durch meiste Städte in der größten Region) bewirkte. Bei uns ließ allzu oft das Plättchenglück keine Wahl, da teilweise die Marker (noch) nicht einzusetzen waren. Die Möglichkeit, sinnvoll zu sparen bedingt nämlich, dass man noch Alternativen hat, die einzusetzen sind. Nun ja, wir werden's nochmal austesten, aber es machte mich stutzig, dass es bei uns mehrfach in Folge so war bei verschiedenen Runden mit verschiedenen Mitspielern.

Ich denke, dass wenn die Plättchenrestriktionen weniger stark sind (und evtl., in die Zukunft gedacht, die 7-für-4-Wertung stärker), dass das Spiel dann besser laufen müsste.

Ciao,
Roman

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Stefan Städtler-Ley

RE: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Stefan Städtler-Ley » 19. April 2002, 16:41

Nur eine Randbemerkung:
Bin der Meinung, dass das Handeln der Spieler untereinander bei diesem Spiel eine "redaktionelle" Entscheidung (Zugeständnis an die Siedler-Fraktion) war, denn es macht einfach keinen Sinn jemandem was zu geben, auch wenn man was dafür bekommt. Schon bei Siedler handeln, so sie es überhaupt spielen, die Hardcore-Gamer höchst selten - bei Tyros aber ist noch schlimmer, weil selbst ein 1:1 Tausch in der Punkteausbeute unkalkulierbar ist. Einfaches Beispiel: Wir tauschen so, dass jeder eine Stadt bauen kann - aber was die wert ist, weiss man ja erst am Ende.
Fazit: Spielt ohne Handeln mit den Mitspielern (bei unseren Partien kam niemand auf die Idee es überhaupt zu tun). Das tut dem Spiel gut. Letzten Endes ist es nämlich ein solides Spiel, wenn es auch nicht ganz die Klasse der anderen Wallace-Games (bei TM oder Eigenverlag) erreicht.
Gruß
Stefan

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Wolfgang Ditt

Re: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Wolfgang Ditt » 19. April 2002, 18:23

Hallo Roman,

anscheinend spielen unsere Gruppen anders. Euch wünschte ich mir als Mitspieler. Wenn alle nach Karten aus dem Reich X schreien, dann gebe ich sie halt ab, nur nicht 1:1. So erhält der andere Karten für das wertvollste Reich, ich erhalte aber mehr Karten.

Mal kurz durchgerechnet. Wenn ich es schaffe, dreimal 2:1 zu tauschen, hat jeder andere 1/5 Stadt im großen Reich minus 1 Karte (ca 2,4 - 1,6 = 0,8) Gewinn gemacht.

Ich gewinne in der Zeit 3/5 einer "billigen" Stadt dazu(!), sind 4,8 Punkte. Außerdem habe ich die Chance auf die 7 Bonuspunkte für alle Reiche und in kleineren Reichen hält man auch leichter die Mehrheit mit zwei, manchmal sogar mit einer Stadt.

Wolfgang

P.S. in diesem Thread gibt es ein Posting, in dem empfohlen wurde, auf das Handeln mit den Mitspielern zu verzichten. Dies kann ja jeder tun, aber schlägt man ein gutes Gebot aus? Ich sehe es auch nicht als Konzession an die Siedler, denn 5 Karten eines betimmten Reiches zu bekommen, ist schwer und der Handel hilft.

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Steffen

Re: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Steffen » 19. April 2002, 22:52

Merke: Es hindert einen nie jemand daran, sich kurzerhand eine Zählvariante einfallen zu lassen.
Wir haben zudem auch schon den Tausch der 3 Karten mit der Bank in einen 3:2-Tausch umzuwandeln versucht, um den Handelsfaktor zu stärken. Das hat aber eher den Effekt der großen Reiche um die Ausgangsregion verstärkt, ist also auch nicht ideal.
Unsere Spielrunde hat einen leichten Hang zur "Regelanpassung" und moderaten Varianten, mal sehen was dabei in den nächsten Runden noch rauskommt. Bericht erfolgt ggf. ;)

Variierte Grüße
Steffen (der trotz kleiner Schwächen gerne ab Tyros durch´s Mittelmeer segelt)

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Steffen

RE: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Steffen » 19. April 2002, 23:05

Stefan Städtler-Ley schrieb:
.
> Letzten Endes ist es nämlich ein solides
> Spiel, wenn es auch nicht ganz die Klasse der anderen
> Wallace-Games (bei TM oder Eigenverlag) erreicht.

Dem kann ich nun absolut nicht zustimmen. Grund ist ein Wallace-Machwerk namens "Der weiße Lotus"...

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Jost Schwider

RE: Tyros - Macht Handeln sinn?

Beitragvon Jost Schwider » 20. April 2002, 08:11

"Stefan Städtler-Ley" hat am 19.04.2002 geschrieben:

> Bin der Meinung, dass das Handeln der Spieler untereinander
> bei diesem Spiel eine "redaktionelle" Entscheidung
> (Zugeständnis an die Siedler-Fraktion) war, denn es macht
> einfach keinen Sinn jemandem was zu geben, auch wenn man
> was dafür bekommt.

[b]Einspruch! [/b]
Ein 1:1 Handel ist bei uns des öfteren vorgekommen, und die beteiligten Spieler haben immer beide davon profitiert: Schließlich können sich beide dadurch (Stadtgründung o.ä.) von den restlichen Spielern absetzen. Und wenn man geschickt (nicht immer mit dem gleichen Mitspieler) handelt, kann man durchs Handeln mehr Punkte herausholen, als ohne.

> Schon bei Siedler handeln, so sie es überhaupt spielen,
> die Hardcore-Gamer höchst selten

Dann sind das sicher erfolglose Hardcore-Gamer! :-P

> Tyros aber ist noch schlimmer, weil selbst ein 1:1 Tausch
> in der Punkteausbeute unkalkulierbar ist.

Ganz im Gegenteil (s.o.)!
Etwas anderes als 1:1 zu tauschen ist allerdings noch nicht vorgekommen.

> Einfaches Beispiel: Wir tauschen so, dass jeder eine Stadt
> bauen kann - aber was die wert ist, weiss man ja erst am Ende.

[i]Das[/i] ist doch gerade das Schöne! Also kann man ja ruhig tauschen - und außerdem hat man ja noch seine (noch nicht aufgedeckten) Landschaftsplättchen, woran man erkennen kann, wieviel Potenzial ein Reich noch hat... :-D

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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Gustav der Bär

OT: Das Sein bestimmt das Bewustsein

Beitragvon Gustav der Bär » 20. April 2002, 09:54

Stefan Städtler-Ley schrieb:
> (...) denn es macht
> einfach keinen Sinn jemandem was zu geben, auch wenn man was
> dafür bekommt. Schon bei Siedler handeln, so sie es überhaupt
> spielen, die Hardcore-Gamer höchst selten

Ich vermute, lieber Stefan, dass du persönlich einfach nicht gern handelst und daher überwiegend mit Freunden spielst, die ebenfalls nicht gern handeln - und die du dann als "Hardcore-Gamer" bezeichnest.

Ein Hardcore-Gamer im Sinne deines Postings ist also jemand, der beim Spielen nicht gern handelt bzw. Spiele, bei denen man handeln muss, nicht gern spielt.

Nun, dagegen ist wenig zu sagen: Jeder darf die Auswahl der Dinge, die er gern tut, für sich selbst treffen.

Falls du uns aber mitteilen möchtest, dass man den "Siedlern von Catan" oder anderen Handels-Spielen erfolgreicher ist, wenn man nicht handelt, so kann ich das aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Bei den "Siedlern" ist der Handel ein zentrales Element, ohne das das ganze Spiel nicht funktioniert - und wer sich für eine Strategie entscheidet, die jeden Handel mit den Gegenspielern ausschließt, dem müsste Fortuna schon ganz persönlich bei jedem Wurf die Würfel einzeln aus dem Becher klauben und zurecht legen, damit er nicht mit Pauken und Trompeten untergeht.

Grundsätzlich macht es - nicht nur im Spiel, sondern auch im Alltag - eine Menge Sinn, jemandem etwas zu geben, wenn man dafür etwas bekommt: Der einzige Mensch, der sich auf gegenteilige eigene Erfahrungen stützen könnte, dürfte Robinson Crusoe in seinen ersten einsamen Insel-Jahren gewesen sein.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

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Bernd

RE: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Bernd » 20. April 2002, 15:39

Eigentlich wollte ich zu dem *Zensur* bzgl. Siedler und "Hardcore-Gamer" ja nichts sagen, aber die Neugierde (und mein Drang mich zu amüsieren) ist einfach stärker! Also: Was sind Hardcore-Gamer?

Bernd (der hofft, nicht dazu zu gehören)

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

RE: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 20. April 2002, 16:09

Von der "eigentlichen" Wortbedeutung her würde ich annehmen, daß ein Hardcore-Gamer ein Extrem-Spieler ist, also zu jener Gattung gehört, die eine Zweierbeziehung nur deshalb eingeht, damit immer ein Mitspieler für Zweier-Spiele zur Verfügung steht und zwischen den Runden nur deshalb den eher traditionellen "Zweierbeschäftigungen" nachgeht, um sich in absehbarer Zeit (so ca. 10 Jahren) selbst mit einer größer werdenden Spielrunde zu umgeben. Ansonsten werden die Spielrunden nur deshalb unterbrochen, um Geld für neue Spiele zu verdienen. ;-)

Glaubr man jedoch der Beschreibung dessen, der dieses Wort hier eingeführt hat, so könnte es sich auch um maulfaule Spieler mit gestörtem Kommunikations- und Sozialverhalten handeln. :grin:

Roland (handelt gerne, wenn er sich davon etwas verspricht)

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hannes

[PEEP] und Spielverlauf Tyros

Beitragvon hannes » 20. April 2002, 17:54

Hi

Nach meiner ersten Tyros-Partie freue ich mich auf weitere. Allerdings waren nicht alle meine 3 MitspielerInnen vom Spiel gleichermassen begeistert.

Ein Lob vorneweg zu den Spielregeln. Die sind in meinen Augen klar strukturiert, lassen keine Frage offen, sind aber auch nicht überladen.

Tyros funktioniert meiner Meinach nach sehr gut und das Thema Besiedeln und Handeln im Mittelmerraum ist stimmungsvoll umgesetzt.

Dieses erste Spiel dauerte ca. 1.5 Stunden und blieb bis zum Schluss spannend. Allerdings hatten wir keine Grübler in unserer Runde.
Mit 3 Punkten Differenz gewann schliesslich die Spielerin, die im grössten Imperium Tunesien/Italien die Städtemehrheit hatte. Weit abgeschlagen als vierter beendete derjenige das Spiel, der seine Kräfte vor allem im westlichen Drittel des Spielfelds konzentrierte. Wir spielten übrigens mit der vorgeschlagenen Ausgangslage.

Natürlich spielt bei Tyros beim Ziehen der Gebietsplättchen und der Warenkarten das Glück eine gewisse Rolle. Ich finde aber nicht, dass man gespielt wird. Es bleibt ein genügend grosser Spielraum für strategische oder taktische Entscheide. Natürlich, wenn drei oder vier gleich gute Spieler dabei sind, entscheidet letztlich schon das Kartenglück über den Sieg. Wenn das Spiel aber bis zum Schluss spannend bleibt und nicht länger als die angegebene Zeit dauert (wie dies in unserer ersten Partie Tyros der Fall war) und wenn es so stimmungsvoll umgesetzt ist, lohnt es sich auf jeden Fall.

Zwischen den Spielern wurde vor allem in der Mittelphase des Spiels häufig gehandelt, manchmal sogar 3:3 Karten.

Eine negative Anmerkung zum (sonst schönen) Material :
Die Nummerierung der 35 Spielfelder ist nicht optimal gelungen. Die weissen Nummern sind bei nicht so guter Beleuchtung schlecht sichtbar. Diejenigen auf der Mittelzeile liegen teilweise auf dem Falz und werden nach mehrmaliger Benützung des Spielplans abgenutzt sein. Und zu allem Unglück verdeckt man im Verlauf des Spiels die Nummern durch die Imperiumschips, so dass man eine bestimmte Gebietsnummer auch nicht mehr anhand von benachbarten Nummern findet.
Warum wurden die Felder nicht - wie bei geografischen Karten üblich - durch die Angabe von zwei Koordinaten definiert ?? Diese Koordinaten hätten dann zusätzlich auch am Rand des Spielfeldes angebracht werden können und hätten das Auffinden eines einzelnen Gebietsfeldes enorm erleichtert. Die Felder hätte man am besten so definieren können : die Spalten von Osten nach Westen (!) mit A-B-C-D- usw. und die Zeilen von Norden nach Süden mit 1-2-3-4-5.

Dass die 7-Punkte-Belohnung für das erste Besiedeln aller Reiche zu schwach ist, könnte zutreffen. Man verausgabt sich doch ziemlich, wenn man überall vertreten sein will. In unserem Spiel wurde dieser omnipräsente Erstsiedler dritter. Mit 12 Punkten Belohnung hätte er das Spiel allerdings bereits gewonnen.

Ciao
hannes (spielt auch Serenissima sehr gerne)

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Gabi Goldschmidt

Re: Tyros - Eure Spielverläufe?

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 24. April 2002, 09:07

Hallo Roman,

unsere erste Partie gestern nachmittag verlief etwas anders.
Obwohl ich im größten Gebiet mit 3 Städten die Mehrheit hatte, habe ich das Spiel mit 63 Punkten verloren. Mein Bruder dagegen hatte als Erster Städte in allen 4 Regionen und in keinem Gebiet eine Mehrheit und hat mit 85 Punkten gewonnen. Die beiden Mittelplätze hatten 73 und 72 Punkte.

Neben dem mangelnden Kartenglück (im Vergleich zu den Mitspielern - was ich aber während des Spiels nicht so empfunden habe) spielte es sicher auch eine Rolle, dass ich mehrmals von meinen Mitspielern am Städtebau gehindert wurde, weil sie eines ihrer Boote auf "mein" mit einem Boot besetztes Landfeld gezogen hatten und meine Karten dann nicht mehr ausreichten, um auf einem Nachbarfeld eine Stadt zu errichten. Diese Blockade-Taktik werde ich aber gezielt in meinem nächsten Spiel ebenfalls einsetzen ;-).

Mein Bruder hatte zum Spielschluss mehrere Schiffe in Landesteilen platziert, die keine Stadt besaßen und hat dadurch entscheidende Punkte gemacht!

Meine Mitspieler und ich hatte immer das Gefühl, mit unseren Karten etwas ausrichten zu können und ich freue mich schon sehr auf die nächste Partie!

Ciao Gabi


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