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[PREEP] zu Wallenstein

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Arne Hoffmann

[PREEP] zu Wallenstein

Beitragvon Arne Hoffmann » 21. April 2002, 23:53

Moin moin!

Muß euch leider noch mit einem PEEP vertrösten, da ich Wallenstein zwar Donnerstag in Empfang nehmen konnte, aber keine Partie haben spielen können. Jedoch kann ich euch erste Eindrücke nach Regelstudium und Materialsichtung mitteilen, um die Münder vielleicht wässrig werden zu lassen (meiner ist wässrig - leider wird die erste Partie mindestens 10 weitere Tage auf sich warten lassen).

Öffnet man den großen Karton, so fällt einem sofort das schöne Spielmaterial auf: großer (und ich meine groß : 52*72 cm^2) Spielplan, auf dem das Deutsche Reich des beginnenden 17. Jhdts. in pastellenen Tönen dargestellt ist. Ferner findet man auf dem Plan noch eine Anzeige des Getreidevorrats der Spieler sowie Ablageflächen für Karten. Das Deutsche Reich ist in Regionen aufgeteilt, die ihrerseits wiederum einzelne Länder beinhalten. Das alles ist schön übersichtlich gestaltet und es passen locker 15 Armeen (kleine Holzwürfel) in ein Land nebst evtl. Pappmarker für Gebäude) ohne daß etwas über die Grenzen rutscht.

Dann gibt es noch für jeden Spieler ein Tableau auf dem er während des Spielverlaufs seine Aktionen plant, zu jedem Land eine kleine Spielkarte, viele viele bunte Smarties, äh Holzwürfel (die schon erwähnten) sowie Schatztruhen, auch aus Holz und aus IZdK bekannt sowie - nicht zu vergessen - der Würfelturm. Alles auf dem Tisch ausgebreitet sieht das schon stimmungsvoll aus.

Neben der Anleitung liegt dem Spiel ein kleines Heftchen mit historischem Abriß des Hintergrundes bei, das einem die verschiedenen Charaktere im Spiel (einer wird von jedem Spieler übernommen, wobei das keine Auswirkung auf den Spielablauf hat) und den 30-jährigen Krieg kurz erläutert. Kurz aber informativ - wieder etwas gelernt ;-) - so eine Beilage könnte anderen Spielen mit historischem Hintergrund auch gut tun.

Ok, worum geht es im Spiel. Wir besetzen zu Anfang mehrere Länder mit vorgegebenen Armeen (die Länder suchen wir uns aus zwei offenen Karten aus oder ziehen sie verdeckt – für die Armeen können wir aus verschiedenen Stärken wählen). Gespielt wird über zwei Jahre, jeweils durch die Jahreszeiten. Dabei verlaufen Frühling, Sommer und Herbst identisch, im Winter werden Siegpunkte verteilt. Dann kommt es auf die Anzahl der eigenen Länder, sowie Mehrheiten bei bestimmten Gebäuden an. Wer nach dem zweiten Jahr die meisten Punkte erzielt hat, gewinnt die Partie.
In den ersten drei Jahreszeiten wird eins von vier ausliegenden Ereignissen ausgelöst. Danach bestimmt jeder Spieler auf seinem Tableau – durch ablegen von zu seinen Ländern gehörenden Karten auf die entsprechenden Felder der Aktionen, in welchem Land er welche Aktion durchführen möchte. Dabei ist pro Land pro Jahreszeit nur eine Aktion möglich. So können neue Armeen in das Land gebracht werden, Armeen bewegt werden (und somit Angriffe ausgelöst werden), Gebäude gebaut werden und Geld und Getreide von der Bevölkerung eingetrieben werden. Aber nicht nur, daß ich pro Land nur eine Aktion durchführen kann, nein, ich kann jede Aktion auch nur einmal belegen. Die Reihenfolge, in der die Aktionen in dieser Runde dann aufgelöst werden, ist vorgegeben und anfangs nur zum Teil bekannt (die Reihenfolge der ersten 5 der 10 Aktionen ist vor der Planung bekannt, die der restlichen 5 ergibt sich erst während der Phase). Dabei stehen die oben erwähnten Aktionen teilweise mehrfach zur Auswahl. Bei Kämpfen kommt der Würfelturm zum Einsatz – eigene Verteidigerarmeen und Angreiferarmeen werden gleichzeitig hineingeworfen, von wem die meisten unten in der Auffangschale erscheinen, der gewinnt - somit entscheidet ein einziger Wurf über Sieg oder Niederlage – keine endlosen Würfelduelle und keine lästigen Tabellen. Ich finde dies eine gute Lösung und auch wenn man den Ausgang nicht ganz vorhersehen kann, eine stärkere Armee trägt mit höherer Wahrscheinlichkeit den Sieg davon. Jedoch sind die Kämpfe teuer, da der Sieger genauso viele Armeen verliert wie der Verlierer, und Nachschub bekommt man nur durch 3 der 10 Aktionen. Vielleicht sollte ich noch sagen, daß jeder auch noch ein paar Blankokarten zum Bluffen besitzt, so daß die Gegner nicht ersehen können, welche Aktionen man wirklich plant durchzuführen. Jede Aktion, die ich mit einer Karte eines Landes belegt hatte, muß später durchgeführt werden, wenn die Aktion an der Reihe ist, sofern das Land zu diesem Zeitpunkt noch in meinem Besitz ist.

Im Winter muß die eigene Bevölkerung mit genug Weizen ernährt werden, sonst kommt es zur Revolte und unter Umständen werden ganze Länder wieder von uns bereinigt. Presst man aber im Laufe des Jahres Weizen aus der Bevölkerung, so kommt Unruhe in den entsprechenden Ländern auf. Bei zu großer Unruhe kommt es auch wieder zu Aufständen, es heißt also, Balance zu wahren.

Das klingt für mich bisher recht spannend und unheimlich interessant. Es scheint mir so, als ob man wieder viel mehr machen möchte als man darf und daß man sich schon eine grobe Strategie vorgeben sollte, nachdem man seine Anfangsländer besetzt hat. Wie sich das Spiel letztendlich spielen wird, werde ich hoffentlich bald erfahren. Von der Runde, die ich hier habe beobachten können, kam aber sehr positive Resonanz nach der Partie.

Ich zumindest bin tierisch gespannt auf meine erste Partie Wallenstein.

Schöne Grüße und Tschö,

- Arne -

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Niccolo
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Re: [PREEP] zu Wallenstein

Beitragvon Niccolo » 25. April 2002, 11:59

Servus Arne,

Liest sich ja schon mal nett und interessant!
Ein paar kleine Fragen...


1) Spielanzahl?

2) Gebäude? Was denn für welche?

3) "[...] Gespielt wird über zwei Jahre [...]" - sowas! Welche denn?

4) Den Teil mit den 10 Aktionen versteh ich nicht ganz; 10 Aktionen (Karten?), die ich auf meine Gebiete spiele? Oder wie?


Danke und Gruß
Niccolo

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Christof Tisch

Re: [PREEP] zu Wallenstein

Beitragvon Christof Tisch » 25. April 2002, 14:49

Niccolo schrieb:
>
> Servus Arne,
>
> Liest sich ja schon mal nett und interessant!
> Ein paar kleine Fragen...
>
>
> 1) Spielanzahl?

3 bis 5 Spieler
>
> 2) Gebäude? Was denn für welche?

Es gibt Paläste, Kirchen und Handelshäuser, die 3, 2 oder 1 Geldkiste kosten.
>
> 3) "[...] Gespielt wird über zwei Jahre [...]" - sowas!
> Welche denn?

Die Jahreszahl wird nicht angegeben, es soll vielmehr heissen, das es 6 Aktionsrunden und zwei Wertungsrunden gibt, aufgeteilt in:
Jahr 1: Frühling, Sommer, Herbst (jeweils 10 Aktionen) und Winter (Wertung)
und das gleiche nochmal in Jahr 2.

>
> 4) Den Teil mit den 10 Aktionen versteh ich nicht ganz; 10
> Aktionen (Karten?), die ich auf meine Gebiete spiele? Oder wie?

Für jedes Gebiet gibt es eine Karte, die man auf die Hand bekommt, wenn man das Gebiet erobert / besetzt hat. Jeder hat eine Planungstafel vor sich auf der die 10 möglichen Aktionen (3x Gebäude bauen, Weizen oder Geld eintreiben, 3 x Armeen einsetzen, 2x Truppenbewegung) abgebildet sind. Nun legt jeder verdeckt auf diese Tafel seine Länderkarten und bestimmt somit welche Aktion er in welchem Land machen will.

In welcher Reihenfolge diese Aktionen allerdings gespielt werden wird von der Reihenfolge der Aktionskarten auf dem Brett bestimmt (und die ist von Jahreszeit zu Jahreszeit verschieden). Allerdings kennt man zur Zeit der Planung nur die Reihenfolge der ersten 5 Aktionen. Die anderen werden erst später aufgedeckt.

Gruß
Christof

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Niccolo
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Re: [PREEP] zu Wallenstein

Beitragvon Niccolo » 25. April 2002, 14:55

Aha! Besten Dank :)

Und? Schon gespielt?!?

*neugierigst*
Niccolo

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Udo Bartsch
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Beiträge: 115

gespielt!

Beitragvon Udo Bartsch » 25. April 2002, 18:16

Hallo,
Lust auf einen langen Text habe ich nicht, aber so viel erst mal: Ich habe zwei Partien hinter mir, und beide Male hat es Spaß gemacht. Beim ersten Mal (zu dritt) hat´s drei, beim zweiten Mal (zu viert und lahmere Runde) vier Stunden gedauert. Besonders gut gefallen hat mir der Mechanismus, dass ich jede Runde in einem Land nur eine Aktion durchführen kann. Rüste ich auf, kann ich leider nicht sofort angreifen; Gebäude baue ich eigentlich gern da, wo ich stark bin, aber von da aus will ich ja eigentlich auch angreifen etc. Einziger Kritikpunkt ist bisher, dass die ersten 6 Runden vergleichsweise wenig fürs Endergebnis ausmachen. Zum Schluss kann sich noch vieles drehen, je nachdem, wer auf wen raufhaut.
Kurzfazit: Endlich mal ein gutes Spiel mit Würfelturm. Ich werd´s noch öfter spielen.

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Ronald Novicky

Re: gespielt!

Beitragvon Ronald Novicky » 26. April 2002, 06:38

Udo Bartsch schrieb:
>
> Hallo,
> Lust auf einen langen Text habe ich nicht, aber so viel erst
> mal: Ich habe zwei Partien hinter mir, und beide Male hat es
> Spaß gemacht. Beim ersten Mal (zu dritt) hat´s drei, beim
> zweiten Mal (zu viert und lahmere Runde) vier Stunden
> gedauert. Besonders gut gefallen hat mir der Mechanismus,
> dass ich jede Runde in einem Land nur eine Aktion durchführen
> kann. Rüste ich auf, kann ich leider nicht sofort angreifen;
> Gebäude baue ich eigentlich gern da, wo ich stark bin, aber
> von da aus will ich ja eigentlich auch angreifen etc.
> Einziger Kritikpunkt ist bisher, dass die ersten 6 Runden
> vergleichsweise wenig fürs Endergebnis ausmachen. Zum Schluss
> kann sich noch vieles drehen, je nachdem, wer auf wen raufhaut.
> Kurzfazit: Endlich mal ein gutes Spiel mit Würfelturm. Ich
> werd´s noch öfter spielen.

Nach einer gespielten Partie kann ich Dir nur recht geben. Allerdings nervt mich der Würfelturm - das ganze hätte man mit einer kleinen, sauberen Kampftabelle mit demselben Effekt wesentlich einfacher gestalten können (dann hätte auch diese wertlos-riesige Schachtel etwas kleiner ausfallen können; oops, nein, doch nicht, das Spiel ist ja von Queen-Games...).

lg
Ronald.

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Matthias Staber

Re: gespielt!

Beitragvon Matthias Staber » 26. April 2002, 08:22

Ronald Novicky schrieb:
>
> Udo Bartsch schrieb:
> >
> > Hallo,
> > Lust auf einen langen Text habe ich nicht, aber so viel erst
> > mal: Ich habe zwei Partien hinter mir, und beide Male hat es
> > Spaß gemacht. Beim ersten Mal (zu dritt) hat´s drei, beim
> > zweiten Mal (zu viert und lahmere Runde) vier Stunden
> > gedauert. Besonders gut gefallen hat mir der Mechanismus,
> > dass ich jede Runde in einem Land nur eine Aktion durchführen
> > kann. Rüste ich auf, kann ich leider nicht sofort angreifen;
> > Gebäude baue ich eigentlich gern da, wo ich stark bin, aber
> > von da aus will ich ja eigentlich auch angreifen etc.
> > Einziger Kritikpunkt ist bisher, dass die ersten 6 Runden
> > vergleichsweise wenig fürs Endergebnis ausmachen. Zum Schluss
> > kann sich noch vieles drehen, je nachdem, wer auf wen
> raufhaut.
> > Kurzfazit: Endlich mal ein gutes Spiel mit Würfelturm. Ich
> > werd´s noch öfter spielen.
>
> Nach einer gespielten Partie kann ich Dir nur recht geben.
> Allerdings nervt mich der Würfelturm - das ganze hätte man
> mit einer kleinen, sauberen Kampftabelle mit demselben Effekt
> wesentlich einfacher gestalten können (dann hätte auch diese
> wertlos-riesige Schachtel etwas kleiner ausfallen können;
> oops, nein, doch nicht, das Spiel ist ja von Queen-Games...).
>
> lg
> Ronald.

Ich finde den Würfelturm das Salz in der Suppe bei Wallenstein: Es ist ein unkomplizierter, spaßiger Würfelmechanismus, der zackig funktioniert und spannend ist.

Insgesamt finde ich Wallenstein ein recht unkompliziertes Eroberungsspiel mit einem verhaltenen Aufbauelement, dessen einzelne Mechanismen schlüssig ineinander zahnen: Klasse. Allerdings haben wir mit 5 Spielern gut 3 1/2 Stunden gebraucht: Wenn es mit mehr Erfahrung 1/2 bis 3/4 Stunde kürzer dauern würde, wärs mir recht. Eine Spielzeit mit knapp 3 Stunden wäre optimal.

Matthias

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Stefan-spielbox

Re: gespielt!

Beitragvon Stefan-spielbox » 26. April 2002, 13:22

zur einleitung: ich habe das spiel nur einmal bei Matthias mitgespielt.

> > > Einziger Kritikpunkt ist bisher, dass die ersten 6 Runden
> > > vergleichsweise wenig fürs Endergebnis ausmachen. Zum
> > > Schluss kann sich noch vieles drehen, je nachdem, wer auf
> > > wen raufhaut.

es sind tatsaechlich nur 6 runden, in denen man seine aktionen machen darf... und dazwischen sind unheimlich lange phasen, wo ausgewertet wird und man nix machen kann.


> > Nach einer gespielten Partie kann ich Dir nur recht geben.
> > Allerdings nervt mich der Würfelturm - das ganze hätte man
> > mit einer kleinen, sauberen Kampftabelle mit demselben Effekt
> > wesentlich einfacher gestalten können (dann hätte auch diese
> > wertlos-riesige Schachtel etwas kleiner ausfallen können;
> > oops, nein, doch nicht, das Spiel ist ja von Queen-Games...).

den turm find ich sehr witzig - der macht das kaempfen fix und doch etwas unberechenbar. die ergebnisse sind ein bischen wie bei risiko: mit genuegend grosser mehrheit gewinnt man ziemlich sicher, aber es geht doch immer einiges verloren und man weiss vorher nicht, wieviel. aber das ganze eben einiges schneller, als dort beim auswuerfeln.


> Insgesamt finde ich Wallenstein ein recht unkompliziertes
> Eroberungsspiel mit einem verhaltenen Aufbauelement, dessen
> einzelne Mechanismen schlüssig ineinander zahnen: Klasse.
> Allerdings haben wir mit 5 Spielern gut 3 1/2 Stunden
> gebraucht: Wenn es mit mehr Erfahrung 1/2 bis 3/4 Stunde
> kürzer dauern würde, wärs mir recht. Eine Spielzeit mit knapp
> 3 Stunden wäre optimal.

dem kann ich nicht ganz zustimmen. mein fazit waere eher:
ein etwas komplizierteres 'el-grande' mit weniger entscheidungsmoeglichkeiten, dafuer doppelter spielzeit.



Tschau
Stefan


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