Beitragvon peer » 25. Oktober 2002, 15:51
Hi,
du hast wunderbare Argumente für das Spiel des Jahres gebracht, Klaus, u.a. eines, dass ich Harald antworten wollte...
Klaus Regenbrecht schrieb:
>
> Wenn immer wieder in den Raum gestellt wird, SPIEL DES JAHRES
> fördert das Kulturgut Spiel, oder das Spiel als solches, so
> fehlt für diese Behauptung jeder fundierte Nachweis.
Das sehe ich schon mal anders. Zu viele Leute hier haben sich bereits geoutet, über SdJs zum Spielen gekommen zu sein (mich eingeschlossen). Zudem sind auch in meinem Freundeskreis genug Leute, die über SdJs zum Spielen gefunden haben.
Und ob Siedler ohne Pöppel so bekannt geworden wäre? Schwierig zu sagen, aber bis zum Weihnachtsfeste 1995 habe ich noch nicht viel von dem Spiel "auf der Straße" gehört.
>
> 1.) Spiele von der Liste (auch viele andere) kommen als
> "unspielbar" zurück - glänzendes Beispiel ist NAUTILUS (wurde
> auch mit ähnlichem Erfolg in einer Kindersendung im Fernsehen
> gestestet), die Hürde "unverständliche" Spielregel ist für
> sehr viele Kunden zu hoch.
Richtig, und Nautilus war nicht auf der Liste. Zumindest der Trend zum leichten Spiel sieht man hier begründet - was nützt ein tolles Spiel, wenn es keiner versteht (und daher bin ich auch froh, dass PR nicht gewonnen hat).
> 2.) SPIELE DES JAHRES erzeugen bei den Ausleihern, bzw.
> Kunden, Frust, dazu gehört auch VILLA PALETTI - TORRES - etc.
> Es wurden und werden Erwartungen geschürt, die nicht erfüllt
> werden können. Mein Wissenstand ist derzeit so, das VILLA
> PALETTI nach einigen, wenigen Runden tatsächlich im
> Kinderzimmer als "Spielzeug" landet! Lizensspiele lassen wir
> hier außen vor.
Mal ehrlich: Wo sollte es sonst landen? Die meisten spielen Spiele nun mal mit der Familieund den Kindern. Ist das verwerflich? Ich meine nicht!
Ein Spiel alleine kann ausserdem wohl kaum die Methamorphose zum Spielefreak bewirken - dass ist ein langer Prozess und beim Kinderzimmer fängts an.
> 3.) Angestellte der Büchereien haben viel Mühe solche,
> frustierte Kunden wieder zurück zum Spiel als solches zu
> führen, falls es überhaupt noch gelingt.
Schön das es versucht wird! (Allerdings, wenn das Kommentar gestattet ist: Wieso nicht gleich richtig beraten? Nautilus ist wirklich nichts zum Spieleeinstieg).
> 4.) Die alljährliche Liste ist für Büchereien, wegen der
> schlechten Erfahrungen, durchaus keine Kaufempfehlung mehr.
Kommt auf die Beratung an. Ein komplizierter Preis ist keine Alternative, oder?
>
> Resumee:
> 1.) Die derzeitige Rezession im schwindenen Spielemarkt (wir
> reden nur von den Brettspielen), ist zum großen Teil
> hausgemacht. Einer der Gründe dafür ist: Kunden erhalten
> "Bastelware" mit schlechten Regeln!
Kann ich nicht bestätigen. Beispiele?
>
> 2.) In einem kleinen überschaubaren Markt ist das Hervorheben
> eines Artikels, darauf läuft ja der Preis (trotz
> gegenteiliger Bemühungen) hinaus, kontraproduktiv. Das
> Kundenverhalten zeigt uns, das durch den alljährlichen
> Preisverhau, der Otto Normalverbraucher eher von dem Erwerb
> anderer Spiele abgehalten wird. Dazu kommt oben aufgeführter
> Punkt zwei.
Wofür tritts du ein? Kein preis, so dass der Verbraucher sich irgendwas ausleiht? Würde das die Situation verbessern? Wieso? Würde der Nautilus-Effekt nicht grösser werden?
> 3.) Ein "immer weiter so" ist Grundverkehrt, wenn die
> Spiele-Kutsche rasant Richtung Abgrund unterwegs ist.
Ok. Ich vermisse nach wie vor eine Alternative von dir!
>
> 4.) Das derzeitige Überangebot an Neuheiten überfordert den
> Markt und ist letztendlich nur ein reiner
> Verdrängungswettbewerb, den hoffentlich einige Verlage
> überleben werden.
>
> 5.) Aus Punkt 4 folgt schlüssig, sehr viele der Neuheiten
> sind unnötig und manches erblickt das Licht der Welt nur, um
> die Marketingvorgaben zu erfüllen. Ob solche Ware
> Kundengerecht ist interessiert dabei keinen.
Also wieder weniger Spiele, wie vor 20 Jahren? Tut mir Leid, das kanns doch auch nicht sein! Wenn der Markt so viele Spiele produziert, so muss auch der Markt für so viele Spiele da sein - ansonsten würde er wieder egsudschrumpfen (wie geschehen bei den Sammelkartenspielen). Sicher, wenn nur ein Spiel pro Jahr rauskommt, ists klar, was gekauft wird (wäre auch billiger :-D ) Aber qualitativ heisst das nicht unbedingt eine Verbesserung.
Verteht mich nicht falsch, ich finde eine Diskussion wichtig. Aber
1.) finde ich sollte der Markt selbst regeln, wie viele Spiele auf den Markt gelangen. Eien Kontrolle ist nicht möglich und imho auch nicht wünschenswert
2.) Vermisse ich eine Alternative von dir. Bislang lese ich nur raus, dass du willst, dass jedes Jahr nur 1,2 Spiele rauskommen, die toll sind, und selbsterklärend und Siedler-Gut. Das kannst du aber wohl kaum gemeint haben, denn das wäre nicht möglich (Geschmäcker sind verschieden)
ciao,
Peer (der sich auch über manche Postings wundert)