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Kultspiele

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Roland G. Hülsmann

Re: Kultspiele

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 29. Januar 2006, 15:07

Daniel_R schrieb:

> Es wäre nun interessant zu wissen, bei welcher Prozentzahl
> der allgemeine Konsens liegt.

Wozu brauche ich einen allgemeinen Konsens für eine subjektive Wertung?

Ob ein Spiel für [b]mich[/b] "Kultstatus" besitzt oder nicht, ist doch völlig unabhängig davon, wie der Rest der Welt das sieht. Ich habe die Ausgangsfrage dieses Threads so verstanden, daß maddin von mir wissen wollte, was für mich ein Kultspiel ist. Und das kann nur ich für mich persönlich beurteilen. Konsens ist da irrelevant, wenn auch nich nachteilig.

So mag ein Spiel für eine Clique Kultstatus haben, weil es das Spiel ist, bei dem sich diese Clique zusammengefunden hat und das Spielen dieses Spieles dann eben nicht nur ein Zeitvertreib ist, sondern auch immer den Zusammenahlt dieser Gruppe beschwört. Das Spiel hat für diese Gruppe eine Bedeutung erlangt, die über das eigentliche Spiel hinausgeht. So etwas kann es genauso mit Musik, Film und Literatur geben. Und natürlich gibt es dann auch Spiele, Bücher, Musikwerke oder Filme, denen so etwas in größerem Umfang gelingt, wie etwa der "Rocky Horor Picture Show" oder dem Rustikal "Der Watzmann ruft"., Bei uns in der Studentenclque hatte seinerzeit neben dem "Watzmann" auch die ansonsten recht unbekannte Hörspielfassung von Edgar Allen Poes "Der Untergang des Hauses Usher" mit Hans Clarin in der Rolle des Erzählers einen gänsehautverbreitenden Kultstatus. Im Spielebereich könnte ich für damals "Heiße Spur" von Parker erwähnen, das wir um Steckbriefe der Mitglieder unserer Clique erweitert hatten. Und jeder, der zu unserer Gruppe stieß, konnte es kaum vermeiden, mit diesen Dingen nicht auch behelligt zu werden.

Gruß
Roland

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Daniel_R

Re: Kultspiele

Beitragvon Daniel_R » 29. Januar 2006, 15:51

Hallo Roland,

Ich stimme Dir zu, dass es subjektive Elemente sind, welche für Dich persönlich ein Spiel zum Kultspiel machen. Theoretisch kann ein anderer das selbe Spiel als Kultspiel empfinden, auch aus anderen Gründen.

Das Problem bei Deiner Argumentation ist die logische Konsequenz, dass jedes Spiel ein Kultspiel sein kann (und wahrscheinlich auch ist), weil irgendwo da draussen sich immer jemand findet, der es liebt und verehrt und wenn es nur der Autor selber ist. Das würde wieder bedeuten, dass 99% aller Spiele Kultspiele sind, zwar nicht für Dich und mich, aber für jemand anders.

Die Frage, die sich nun stellt ist: Wäre Maddin gut gedient, wenn in seinem Thread 19'800 von 20'000 Spielen als Kultspiele drinstehen würde?

In der Realität sind Kultspiele aber nicht die Mehrheit der Spiele, sondern eher eine rare Sache.
Die eingrenzenden Faktoren dürfen daher nicht negiert werden. Diese nicht ganz offensichtlichen Faktoren in der Diskussion herauszuarbeiten war und ist meine Absicht.

Gruß
Daniel

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Heinrich Tegethoff

Re: Kultspiele

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. Januar 2006, 18:21

Daniel_R schrieb:
> Das Problem bei Deiner Argumentation ist die logische
> Konsequenz, dass jedes Spiel ein Kultspiel sein kann (und
> wahrscheinlich auch ist), weil irgendwo da draussen sich
> immer jemand findet, [b]der es liebt und verehrt[/b] und wenn es nur
> der Autor selber ist. ...

Hallo Daniel,

auch wenn ich mein Posting wiederhole: ein Spiel oder anderes Kulturgut
lieben und verehren reicht nicht. Dann hast Du Recht und >99% aller Spiele
sind Kultspiele. Aber eine Zeremonie beim Spiel selbst oder um das Spiel
herum, die von mehreren Leuten praktiziert wird, macht bereits dieses Spiel
für diese Gruppe zum Kultspiel. Und damit bin ich auch ganz sicher, dass
Monopoly ein Kultspiel ist, da einfach so viele Menschen das Spiel spielen,
dass es genügend viele "Verrückte" gibt, die bei jeder 6 einmal und den
Tisch rennen (oder so).

Nach einer numerischen Schwelle fragen? Ich ziehe wieder den Vergleich
mit den Religionen hervor, denn damit ist der Ausdruck "KultXYZ" sicher
verwandt ("man nehme 2 Leute und einen Stein und baue in Mesopotamien
eine Kultstätte"). Die jüdische Religion ist sicher eine Weltreligion. Siehst
Du Dir den Anteil an der Weltbevölkerung an, so kannst Du Deine Schwelle
gar nicht niedrig genug legen. Klar, der Vergleich hinkt, da die meisten
Menschen höchstens eine Religion haben, Kultspiele kann jeder mehrere
haben. Aber es gibt so viele Spieler, die gar keinen Kult um irgendwelche
Spiele machen, dass ein "allgemein als Kult akzeptiert" sich weder an
absoluten noch an relativen Zahlen festmachen läßt.

Ergo hilft wieder der Blick in andere Kulturbereiche. Würdest Du sagen,
dass der Film "Blues Brothers" Kult ist? Vielleicht. Aber wer in München,
als der Film im 7. Jahr im selben Kino lief, dort einmal in der ausverkauften
Vorstellung war, der ist sich sicher, dass es ein paar hundert Leute gibt,
für die dies Kult ist. Mehr als manche Sekte. Und 1/3 der Zuschauer
sahen so aus wie die Darsteller.

Nur wenn hier im Forum u.a. ein paar Spiele immer und immer wieder als
"UNSER Kultspiel" genannt werden, dann kann man wohl sagen "wird
allgemein als Kultspiel anerkannt". Weltreligion also.

Servus,
Heinz (war bei allen drei 0:01-Aufführungen des Herrn der Ringe im Kino,
eingerahmt von meist wesentlich jüngeren aber dafür umso mehr verkleideten
Leuten)

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Kultspiele

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 30. Januar 2006, 00:12

Kultspiel heißt für mich: Das Spiel wurde von einer bestimmten (Rand-)gruppe von Spielern berühmt gemacht und wurde dann - aufgrund der Berühmtheit in der Randgruppe - in die allgemeine Spielewelt integriert.

... da fällt mir aber nix ein! :-(


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