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Ravensburger: Fits - Ein neuer großer Knizia

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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peer

Re: Definition

Beitragvon peer » 2. Januar 2009, 10:42

Hi,
Daniel R. schrieb:

>
> Oder wie simpel muss ein Spiel gestrickt sein, dass es
> heutzutage noch als Familientauglich durch geht?
> Ist das Lesen einer Regel überhaupt noch zumutbar?
> (rhethorische Frage)

Wieso "heute"? Kannst du mir eine Zeit nennen, bei der komplexe Werke massenweise an Familien verkauft wurden?

Ich habe (ganz subjektiv) das Gefühl, es gibt im Moment mehr anspruchsvolles als je zuvor. Was es aber kaum noch gibnt sind die Spiele der "höchsten Anspruchsstufe", wie die damaligen Avalon Hlll - Regelmonster. Die gibts im Moment wirklich nur bei Kleinverlagen (wenn überhaupt). Da AH-Spiele aber in DEutschland auch früher schon nur in Spezialgeschäften zu haben waren, fällts nicht auf.

Also: Hat sich *wirklich* was geändert?

ciao
peer

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Helmut
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Re: Wer's nicht mag....

Beitragvon Helmut » 2. Januar 2009, 10:46

ravn schrieb:
>

> Verdammt, jetzt ist die ganze schöne Diskussionsgrundlage mit
> einem Totschlag-Argument abgewürgt! :-P
>
> Cu/Ralf, der auch nicht alle guten Spiele mag

Ich kann es nur nicht nachvollziehen, dass man sich wegen eines schönen Hobbies sogar beleidigen kann, dass Beiträge herausgenommen werden müssen.
Spielen und Spielen lassen.
Es muss nicht jeder jedes Spiel mögen müssen.
Dafür gibt es genügend spielenswerte für jeden von uns.

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peer

Re: Definition

Beitragvon peer » 2. Januar 2009, 10:52

Hi,

Deine Methoden sind nicht schlecht, aber ich denke es ist hier eher eine Frage des Maßstabes. Schreibst du ja selbst:

Daniel R. schrieb:

>
> 3. Methode
> Man misst den Anspruch relativ zu den anderen Spielen auf dem
> Markt. Wobei das einfachste Spiel die Skala nach unten
> begrenzt und das komplexeste, komplizierteste und lange
> dauernde Spiel die Skala nach oben abrundet. Beispielsweise
> steht also Mensch ärgere Dich nicht oder Mühle für "einfach"
> und Advanced Squad Leader (ASL) für sehr anspruchsvoll.

Die Frage ist hier: Ist so eine Einteilung tatsächlich sinnvoll? Immerhin ist die Komplexität eines Werkes nach oben hin offen, nach unten aber nicht. Ich schätze dass der Hauptteil des Spielemarktes daher wohl in den Skalen 1-2 liegen wird.... Damit wäre eine solche Einteilung aber kaum sinnvoll. Wenn überhaupt wäre eine dekadische Skala (wie die Richter-Skala) möglich, scheitert aber an der mangelnden Messbarkeit der Komplexität (Problematik Komplizoert <-> Komplex, Manche einfachen Spiele haben eine hohe Einstiegshürde, andere eigentlich einfache Spiele sind uninituitv, wieder andere erfordern eine bestimmte Spielerfahrung). Ich denke eine feste Skala mit konkreten Definitionen und Beispielspielen wäre am praktikabelsten. Aber auch da muss man damit leben können, dass sich Spiele kaum diskussionslos in diese Skala einteilen lassen werden ;-)

Um aber zurück zum eigentlichen Thread zu kommen: Ich glaube die Kernaussage war, dass Blue Moon City [i] relativ [/i] anspruchsvoll ist im Vergleich zu Pinguin-Party, Fits und Poison (um mal die letzten Knizia-Veröffentlichungen zu nennen, die ich kenne). Ich denke das ist unbestritten, oder? :-)
Das BMC nicht anspruchsvoll ist wenn man sich sonst in Regionen von Advanced Squad Leader, Flat Top und Imperium Romanum II bewegt ist zwar richtig, geht aber letztlich an dem Posting von Thomas vorbei.

ciao
peer

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Daniel R.
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Re: Heute vs. früher

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 11:29

peer schrieb:
>
> Daniel R. schrieb:
>
> >
> > Oder wie simpel muss ein Spiel gestrickt sein, dass es
> > heutzutage noch als Familientauglich durch geht?
> > Ist das Lesen einer Regel überhaupt noch zumutbar?
> > (rhethorische Frage)
>
> Wieso "heute"?

Heute deshalb, weil noch vor 20-30 Jahren ein Spiel veröffentlicht wurde, weil es gut war. Dieser Grund reichte aus. So machen es Kleinverlage immer noch.
[i]Heute[/i] wird aber eine Veröffentlichung getrieben von (scheinbar und dies ist ein persönlicher Eindruck) beinahe überwiegend Marketingfaktoren (bei Grossverlagen!).
Wenn ein Film erfolgreich im Kino äuft, dann muss das Franchise-System ausgeschlachtet werden. Bspw. Ratatouille von Disney (2007).
Da wird irgendein unausgegorenes Spiel auf den Markt geworfen, hauptsache, es steht Ratatouille drauf, dann wird es auch verkauft.
Spieleklassiker wie Monopoly oder Uno erhalten dann auch eine "Ratatouille"-Editon, egal ob das der Markt nachfragt oder nicht.
Wer spielt heute noch das Ratatouille-Brettspiel?
Eben, da kann sich kaum noch jemand daran erinnern.

Dass das Marketing immer mehr zu sagen hat als die inhaltliche Redaktion sieht man auch am Dominion-Cover-Wechsel oder an der neuen Namensfindung von "Snow Tails". Beide Massnahmen haben mit dem Spiel an sich nichts zu tun, nur mit dessen Vermarktung und der Optimierung bis zum "geht-nicht-mehr".


> Kannst du mir eine Zeit nennen, bei der
> komplexe Werke massenweise an Familien verkauft wurden?

Früher (also vor ca. 30-40 Jahren) wurde Schach sicher öfters verkauft als heute noch.
Das ist zugegebenermassen eine Spekulation von mir.


> Also: Hat sich *wirklich* was geändert?

Ja, das durch das Marketing und dessen Einfluss auf die Produktgestaltung.


Viele Grüsse
Daniel

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Daniel R.
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Re: Definition

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 11:57

peer schrieb:
>
> Daniel R. schrieb:
>
> >
> > 3. Methode
> > Man misst den Anspruch relativ zu den anderen Spielen auf dem
> > Markt.
>
> Die Frage ist hier: Ist so eine Einteilung tatsächlich
> sinnvoll?

Jede Methodik hat Vor- und Nachteile. Es wäre demnach hilfreich, die Methode zu wählen, welche am wenigsten Nachteile und gleichzeitig am meisten Vorteile (Transparenz und Nachvollziehbarkeit) bietet.

Wer noch nie von Avalon Hill (Verlag) oder von ASL bzw. Imperium Romanum gehört hat, der wundert sich nur, wenn ich jemanden widerspreche, der sagt, BMC sei relativ anspruchsvoll.


> Ich denke eine feste Skala mit konkreten
> Definitionen und Beispielspielen wäre am praktikabelsten.
> Aber auch da muss man damit leben können, dass sich Spiele
> kaum diskussionslos in diese Skala einteilen lassen werden ;-)

Zustimmung


> Um aber zurück zum eigentlichen Thread zu kommen: Ich glaube
> die Kernaussage war, dass Blue Moon City [i] relativ [/i]
> anspruchsvoll ist im Vergleich zu Pinguin-Party, Fits und
> Poison (um mal die letzten Knizia-Veröffentlichungen zu
> nennen, die ich kenne). Ich denke das ist unbestritten, oder?


Der Thread startete aber mit Spielen wie Euphrat & Tigris, Tadsch Mahal, Amun Re und im Vergleich dazu ist BMC wieder relativ einfach. ;)



> Das BMC nicht anspruchsvoll ist wenn man sich sonst in
> Regionen von Advanced Squad Leader, Flat Top und Imperium
> Romanum II bewegt ist zwar richtig, geht aber letztlich an
> dem Posting von Thomas vorbei.

Wobei ich ursprünglich EgonG geantwortet hatte, was den Eindruck des Anspruches von BMC anbelangt.

Thomas hat mir mitgeteilt, dass meine Ansicht nicht mal eine Meinung sei, sondern nur eine falsche Tatsache. Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen, Smiley hin oder her.

Gruss
Daniel

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peer

Re: Heute vs. früher

Beitragvon peer » 2. Januar 2009, 12:13

Hi,
Daniel R. schrieb:
>
> Heute deshalb, weil noch vor 20-30 Jahren ein Spiel
> veröffentlicht wurde, weil es gut war. Dieser Grund reichte
> aus. So machen es Kleinverlage immer noch.
> [i]Heute[/i] wird aber eine Veröffentlichung getrieben von
> (scheinbar und dies ist ein persönlicher Eindruck) beinahe
> überwiegend Marketingfaktoren (bei Grossverlagen!).

Das halte ich für ein sehr gewagte Aussage! Wer waren die großen Verlage in den 80er Jahren? Ravensburger, Parker und MB fallen mir da auf Anhieb ein und damit solche Perlen wie "Hanni &Nanni", "Cats" (Das Spiel zum Musical), "Pac-Man", "Donkey Kong" oder "Tim & Struppi", "Dune" (von Parker), "Star Wars - Entkommen vom Todesstern" (oder so ähnlich) - alles Spiele die ich besaß oder z.T. noch heute besitze und alles absoluter Schrott. Wir habens uns damals geschworen nie wieder Lizenzprodukte zu kaufen - das erste gute Lizemzspiel von dem ich weiß war Knizias Herr der Ringe (Avaoln Hill-Spiele kannte ich da noch nicht).
Alsoauch damals gab es schon Lizenzprodukte und auch damals gab es ein paar große Verlage, die versuchten aus ihren Spielen das Optimum rauszuholen. Kleinverlage hatten es bedeutend schwerer ohne Internet überhaupt ihre Spiele an den Mann zu bringen.
Was man nicht vergessen darf: Es gab damals keine Möglichkeit sich so auszutauschen, wie wir es jetzt tun und außerdem war die Spielevielfalt deutlich kleiner, man war also viel weniger kritisch was die Spielideen betrifft.

Was sich heute geändert hat ist dass es eben viel mehr größere Verlage gibt und vor allem auch viel mehr mittlere. Damit ist der Konkurrenzdruck größer geworden. Daher muss vielleicht noch mehr auf Vermarkbarkeit geguckt werden als früher. Andererseits gönnen sich Verlage wie Queen auch heute noch ein Spieol wie "Chicago Express", dass garantiert nicht für die übliche Käuferschicht des Verlages gedacht ist, sondern ein Liebhaberprodukt. Ähnliches galt für Amigo, als sie RoboRally im Programm hatten (Dass -wie Frank Jäger hier mal erzählte - sich eigentlich viel zu wenig verkauft hat, um das zweijährige Verweilen im Verlagsprogramm zu rechtfertigen).

Letztlich heißt aber ein mehr an Verlagen ein mehr an Spielen - und damit auch ein mehr an Lizenzprodukten, die Schrott sind (Ich denke mal an das BMM-Spiel zum Goldenen Kompass . BRRR). Das ist aber kein Zeichen für ein Ausverkauf unseres Hobbys, sondern eher ein Zeichen, dass unser Hobby auch außerhalb unserer Kreise an Bedeutung gewinnt. Ob das was gutes oder schlechtes ist, muss jeder für sich entscheiden.

ciao
peer

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Günter Cornett

Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Günter Cornett » 2. Januar 2009, 12:49

Daniel R. schrieb:
>
> Heute deshalb, weil noch vor 20-30 Jahren ein Spiel
> veröffentlicht wurde, weil es gut war. Dieser Grund reichte
> aus. So machen es Kleinverlage immer noch.

Das ist mir zu platt. 'Früher' waren die Spiele nicht unbedingt 'besser' und Kleinverlagsspiele sind nicht unbedingt 'besser' als die großer Verlage.

Bei der Bewertung von Spielen gibt es imho drei wesentliche Faktoren:
1.
Der 'objektive' Faktor, das Handwerkliche.
Dazu gehören zum einen Verständlichkeit der Spielanleitung, aber auch Spannungsbogen, Handlungsmöglichkeiten (im Verhältnis zum Aufwand)

2.
Zielgruppe
Zum Beispiel: Vielspieler vs. Wenigspieler

3. Persönlicher Geschmack


Von daher ist es schwierig Spiele miteinander danach zu vergleichen, ob sie gut oder schlecht sind, auch wenn über manche Spiele Aussagen wie 'super Spiel' oder 'grottenschlecht' durchaus angebracht und allgemein nachvollziehbar sind.


Die Spiele von Kleinverlagen sind sicher nicht pauschal besser oder schlechter als die von Großen sondern haben im wesentlichen unterschiedliche Zielgruppen.

Bei Kleinverlagen besteht die Gefahr, dass die Zielgruppe sich auf den veröffentlichenden Autor (und ggfs dessen Familie) beschränkt. Bei großen Verlagen besteht die 'Gefahr' dass Spiele unter Marketing-Gesichtspunkten (nicht) entwickelt werden, sich auf das Thema beschränken. Die Sudoku-Welle ist dafür ein gutes Beispiel:

"Jörg Mutz von der Agentur Jeschenko, die für Hasbro arbeitet, erklärt, warum so viele Sudoku-Brettspiele erscheinen: "Das Spiel ist lizenzfrei, man benötigt keinen Autor oder eine aufwändige Redaktionsarbeit." http://www.reich-der-spiele.de/specials/Essen2005-Sudoku.php


Allerdings heisst das weder, dass es solche einseitige Marketing-Orientierung früher nicht gegeben hätte, noch, dass eine Orientierung am Markt immer mit der Vernachlässigung des eigentlichen Spiels einhergehen muss.

Spiele zu Bonanza und Flipper gab es schon in den Siebzigern. Andreas hat sich dem aufopferungsvoll angenommen und wird sicherlich bestätigen, dass es heute schon auch bessere Spiele gibt: http://sunsite.informatik.rwth-aachen.de/cgi-bin/luding/GameName.py?f=00w^E4X&gamename=flipper

Bei vielen Spielen denke ich: vor zwanzig oder dreißig Jahren, wäre es der Knaller gewesen, heute ist es nur Durchschnitt.

Ein Spiel wie 'Frank Schätzing Der Schwarm' hätte man vor 30 Jahren sicherlich als einfachen Rundlauf konzipiert und nicht so viel Arbeit hineingesteckt: http://www.reich-der-spiele.de/specials/Der-Schwarm-Kramer.php



> [i]Heute[/i] wird aber eine Veröffentlichung getrieben von
> (scheinbar und dies ist ein persönlicher Eindruck) beinahe
> überwiegend Marketingfaktoren (bei Grossverlagen!).

Ja, das war schon immer so, seit es Handel gibt.

> Wenn ein Film erfolgreich im Kino äuft, dann muss das
> Franchise-System ausgeschlachtet werden. Bspw. Ratatouille
> von Disney (2007).
> Da wird irgendein unausgegorenes Spiel auf den Markt
> geworfen, hauptsache, es steht Ratatouille drauf, dann wird
> es auch verkauft.
> Spieleklassiker wie Monopoly oder Uno erhalten dann auch eine
> "Ratatouille"-Editon,

ja, das ist billig

> egal ob das der Markt nachfragt oder nicht.

Weil der Markt das nachfragt. Gerade das ist der springende Punkt.

Die Frage ist: erhält der Käufer, was er kaufen möchte?
Unter diesem Gesichtspunkt ist 'Frank Schätzing Der Schwarm', das ich unter spielerischen gesichtspunkten für durchaus nominierungswürdig halte' imho kritisierenswerter als ein Ratatouille-Uno:

1. in der Schachtel ist kein Frank Schätzing drin. Warum steht das dann drauf?
2. es ist spieltechnisch mehr ein Eisenbahnspiel.
3. Mir fehlt ein kooperatives Element, gemeinsam gegen die Gefahr

Es ist zwar nicht völlig vom Thema entfernt, aber für mich keine besonders gelungene Literaturumsetzung. Dann den Namen Frank Schätzing groß drauf zu schreiben, quasi in den Spieletitel zu integrieren, und die Namen der Autoren klein drunter ist für mich eine Marketinglüge, die die Leistung des Spieleautors unnötig schmälert.

Michael Kiesling, Wolfgang Kramer

Das Spiel zu
Frank Schätzings Der Schwarm

wäre ehrlicher gewesen.


> Wer spielt heute noch das Ratatouille-Brettspiel?
> Eben, da kann sich kaum noch jemand daran erinnern.

Wer ist jemand, wer ist niemand?

Ein Ratatouille-Uno ist als Spiel kein neues Kunstwerk.
Es ist Konsumgut. Erinnerst du dich daran, was du vor zwei Jahren gegessen hast?
Alleridngs Kinder, die vom Film begeistert sind und dann das Ratatouille-Uno geschenkt bekommen, werden sich vermutlich ein leben lang daran erinnern.


> Dass das Marketing immer mehr zu sagen hat als die
> inhaltliche Redaktion sieht man auch am
> Dominion-Cover-Wechsel oder an der neuen Namensfindung von
> "Snow Tails". Beide Massnahmen haben mit dem Spiel an sich
> nichts zu tun, nur mit dessen Vermarktung und der Optimierung
> bis zum "geht-nicht-mehr".

Bei Dominion geht es auch um ein angemessenes Verhältnis von Design und Inhalt. Natürlich kann man auch komplett auf die Schachtel verzichten und sich das Spielmaterial beim Verlag mit der Milchkanne abholen. Zumindest die Grafiker könnte man einsparen und Spiele nur noch in ungestalteten Schachteln verkaufen, auf der sich lediglich ein informativer Text befindet. Ist es das, was du befürwortest?



> > Kannst du mir eine Zeit nennen, bei der
> > komplexe Werke massenweise an Familien verkauft wurden?
>
> Früher (also vor ca. 30-40 Jahren) wurde Schach sicher öfters
> verkauft als heute noch.


Prozentual zu anderen Spielen. Vor 1995 wurde jedes Jahr mehr als millionenmal so viel Schachspiele wie 'Siedler von Catan'-Exemplare verkauft. Dann hat Klaus Teuber diesen Verkaufserfolg eines großartigen abstrakten Spiels durch ein mieses Marketing-Konzept zerstört? :)

> Das ist zugegebenermassen eine Spekulation von mir.

Was willst du damit sagen?

Früher wurden mehr Bibeln verkauft, heute nur noch Bild-Zeitungen? Ist das die Alternative?

> > Also: Hat sich *wirklich* was geändert?
>
> Ja, das durch das Marketing und dessen Einfluss auf die
> Produktgestaltung.


Ich denke, dass die Spiele in den letzten 30 Jahren generell interessanter geworden sind, sowohl bei Großverlagen als auch bei Kleinverlagen, sowohl für Vielspieler als auch für Wenigspieler.

Die Kritik am 'Marketing statt Inhalt' ist in vielen Fällen berechtigt, aber eine pauschale Verurteilung von Marketingmaßnahmen ist für eine solche Kritik nicht hilfreich.

Gruß, Günter ('ludum sanum in schachtel sano' sag ich mal in schlechtem Latein.)

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Roland G. Hülsmann
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Re: Heute vs. früher

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 2. Januar 2009, 13:09

Daniel R. schrieb:

> Wenn ein Film erfolgreich im Kino äuft, dann muss das
> Franchise-System ausgeschlachtet werden. Bspw. Ratatouille
> von Disney (2007).

Natürlich. In unserem Wirtschaftssystem wäre es sträflich, mögliche Gewinne links (oder rechts) liegen zu lassen. (Und außerdem würde das Arbeitsplätze kosten. ;-) )
Natürlich steht es jedem frei, unser Wirtschaftssystem gut oder weniger gut zu finden. Aber so viel anders war es früher auch nicht, auch wenn es inzwischen das soziale Deckmäntelchen abgelegt hat. :D

> Spieleklassiker wie Monopoly oder Uno erhalten dann auch eine
> "Ratatouille"-Editon, egal ob das der Markt nachfragt oder
> nicht.

Würde der Markt es nicht nachfragen, würde es nicht produziert werden. Denn Spiele, die in den Regalen stehen und keiner haben will, produziert niemand. Erst recht kein Großverlag! Die wägen schon vorher ab, ob es auch eine entsprechende Nachfrage geben wird.

> Wer spielt heute noch das Ratatouille-Brettspiel?
> Eben, da kann sich kaum noch jemand daran erinnern.

Naja, das ist ja auch nie mit den hiesigen Forenteilnehmern als Zielgruppe produziert worden, so dass ich annehme, dass es kaum jemand der hier Mitlesenden auch nur gekauft hat. Ich kann mich dumpf erinnern, mir mal die Schachtel angesehen zu haben, nur um festzustellen, dass in unserer Familie die altersmäßige Zielgruppe nicht mehr (oder noch nicht wieder) vorhanden ist.

> Dass das Marketing immer mehr zu sagen hat als die
> inhaltliche Redaktion sieht man auch am
> Dominion-Cover-Wechsel oder an der neuen Namensfindung von
> "Snow Tails".

Nun, wenn derartige Maßnahmen dazu führen, dass ein gutes Spiel eine größere Verbreitung findet und es dadurch vielen Menschen (Spielern und Verlagsmitarbeitern) besser geht, kann man diese doch nur begrüssen. Niemandem ist gedient, wenn ein Spiel nicht die Verbreitung findet, die es finden könnte. "Das Auge kauft mit!"
(Ob der neue Name von "Snow Tails" diese Ziel erreicht, sei dahin gestellt. ... aber das ist ein anderer Thread.)

> Früher (also vor ca. 30-40 Jahren) wurde Schach sicher öfters
> verkauft als heute noch.

Naja, auch heute noch ist es noch in jeder Spielesammlung, den meist verkauften Spieleschachteln, enthalten. Ob es früher mehr oder weniger Schachspieler gab, dürfte in der Tat eine Spekulation sein. (Zumal die Schachregeln erfrischend einfach sind: Die Zugmöglihkeiten von ein paar Figuren + kleine und große Rochade + Startaufstellung + Siegbdingung ... und das war es auch schon. Ein schönes Beispiel für hochkomplexen Denksport mit recht einfachen Regeln.)

> Ja, das durch das Marketing und dessen Einfluss auf die
> Produktgestaltung.

Ich denke, ds war vor 30 Jahren auch nicht wesentlich anders. Und selbst dass Spiele umbenannt wurden oder ein anderes Cover bekamen, kam auch schon damals vor.

Gruß
Roland

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Daniel R.
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Re: Heute vs. früher

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 13:15

peer schrieb:
>
> Hi,
> Daniel R. schrieb:
> >
> > Heute deshalb, weil noch vor 20-30 Jahren ein Spiel
> > veröffentlicht wurde, weil es gut war. Dieser Grund reichte
> > aus. So machen es Kleinverlage immer noch.
> > [i]Heute[/i] wird aber eine Veröffentlichung getrieben von
> > (scheinbar und dies ist ein persönlicher Eindruck) beinahe
> > überwiegend Marketingfaktoren (bei Grossverlagen!).
>
> Das halte ich für ein sehr gewagte Aussage! Wer waren die
> großen Verlage in den 80er Jahren?

Du hast recht, ich werde immer älter. Eigentlich dachte ich eher an die 60er/70er Jahre, von heute aus gesehen reicht da die Aussage "vor 20-30 Jahren" bei weitem nicht mehr...


> solche Perlen wie
> "Hanni &Nanni", "Cats" (Das Spiel zum Musical), "Pac-Man",
> "Donkey Kong" oder "Tim & Struppi", "Dune" (von Parker),
> "Star Wars - Entkommen vom Todesstern" (oder so ähnlich) -
> alles Spiele die ich besaß oder z.T. noch heute besitze und
> alles absoluter Schrott. Wir habens uns damals geschworen nie
> wieder Lizenzprodukte zu kaufen

Du sammelst Schrott, Du armer ;)
Ich stimme Dir ohne Vorbehalte zu, dass bei Lizenzprodukten grösste Skepsis angebracht ist.


> die Spielevielfalt deutlich kleiner, man war also viel
> weniger kritisch was die Spielideen betrifft.

Daher hatten es die Klassiker noch einfacher an die Familie gebracht zu werden.


> Was sich heute geändert hat ist dass es eben viel mehr
> größere Verlage gibt und vor allem auch viel mehr mittlere.
> Damit ist der Konkurrenzdruck größer geworden. Daher muss
> vielleicht noch mehr auf Vermarkbarkeit geguckt werden als
> früher.

Die Wirtschaft hat sich weiterentwickelt und damit auch die Methoden der Marktbearbeitung. Da kann sich keiner mehr erlauben zurück zu stehen, auch wenn das für uns Kunden bedeutet, dass wir Produkte noch mehr unter die Lupe nehmen müssen um zu erkennen, ob sie den Kauf wert sind oder wir nur der Blendung durch blumige Marketingversprechen erlegen sind.


> Andererseits gönnen sich Verlage wie Queen auch heute
> noch ein Spieol wie "Chicago Express", dass garantiert nicht
> für die übliche Käuferschicht des Verlages gedacht ist,
> sondern ein Liebhaberprodukt.

Eine hübsche Feststellung: Ein Verlag "gönnt" sich ein Liebhaberprodukt im Sortiment.
Ist das wirklich der einzige Grund oder erhofft man sich nicht doch nennenswerte Stückzahlen?

Gruss
Daniel

[b]Früher war alles besser, sogar die Zukunft.[/b]
(Alexander Eilers)

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Dirk Piesker
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Re: Heute vs. früher

Beitragvon Dirk Piesker » 2. Januar 2009, 13:33

Hallo Daniel,

> Heute deshalb, weil noch vor 20-30 Jahren ein Spiel
> veröffentlicht wurde, weil es gut war.

Das wäre dann so 1980 - 1985?
Du denkst dabei sich er an Klassiker wie:

E.T. - The Extra-Terrestrial
http://www.boardgamegeek.com/game/6597

Donkey Kong
http://www.boardgamegeek.com/game/6731

Duran Duran - Into The Arena
http://www.boardgamegeek.com/game/12946

MASH Game
http://www.boardgamegeek.com/game/9701

Frogger
http://www.boardgamegeek.com/game/6598

Allesamt ohne Marketing-Hintergrund entstanden und auf Jahre
hinaus die Referenz.

Früher wurde auch in Foren-Beiträgen nicht so stark
verallgemeinert Naja, früher war einfach alles besser.

Viele Grüße,
Dirk

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Daniel R.
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Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 13:42

Hallo Günter,

Ich fühle mich nicht bei allen Deinen Antworten "richtig verstanden". Später davon mehr.

>> Das ist zugegebenermassen eine Spekulation von mir.
>Was willst du damit sagen?

Das ich keine Beweise dafür recherchiert habe. :)

Es ging mir nicht darum zu sagen, "früher war alles besser oder ehrlicher".
Auch in den 70er Jahren gab es schon Lizenzprodukte (Star Wars bspw.). Was ich betonen wollte, war dass sich Kleinverlage solche Riesenlizenzen (Disney oder Star Wars) nicht leisten können, und versuchen müssen über die spielerische Qualität sich einen Namen zu machen und über diesen Ruf zu verkaufen.

Grossverlage verkaufen Produkte mit dem Namen des Franchise-Objektes (James Bond etc.), nicht mehr mit "überragendem Spielspass".

Mein Problem als Konsument ist:
Nur weil ich James Bond gut finde, muss ich aber "James Bond - das Brettspiel" nicht automatisch mögen, falls es inhaltlich nicht zu überzeugen vermag.

Dem Marketing ist dies egal, wenn das Produkt nach dem Verkauf im Regal verstaubt. Mir nicht.

Aus dieser Sichtweise sind mir Kleinverlage wieder sympathischer als Grossverlage, weil ich davon ausgehe, weniger hinters Licht geführt zu werden.



Zustimmung von mir gibt es aber zu folgenden Äusserungen:

>Bei vielen Spielen denke ich: vor zwanzig Jahren
>wäre es der Knaller gewesen, heute ist es nur noch
>Durchschnitt.

und

>Die Kritik am 'Marketing statt Inhalt' ist in vielen Fällen >berechtigt, aber eine pauschale Verurteilung von >Marketingmaßnahmen ist für eine solche Kritik nicht >hilfreich.


Gruss
Daniel

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Re: Heute vs. früher

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 13:45

Dirk Piesker schrieb:
>
> Hallo Daniel,
>
> > Heute deshalb, weil noch vor 20-30 Jahren ein Spiel
> > veröffentlicht wurde, weil es gut war.
>
> Das wäre dann so 1980 - 1985?
> Du denkst dabei sich er an Klassiker wie:
>

Die zeitliche Angabe war ein Fehler meinerseits, bzw. lenkte die Diskussion in einen andere Richtung.

Mir gings mehr ums Marketingverhalten bzw. um den Unterschied zw. den Grossverlagen (mit Franchise-Lizenzen) und den Kleinen, welche sich über Inhalte zu profilieren versuchen.

Gruss Daniel

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peer

Re: Heute vs. früher

Beitragvon peer » 2. Januar 2009, 13:51

Hi,
Daniel R. schrieb:
>
> Du hast recht, ich werde immer älter. Eigentlich dachte ich
> eher an die 60er/70er Jahre, von heute aus gesehen reicht da
> die Aussage "vor 20-30 Jahren" bei weitem nicht mehr...

In den 70er Jahren wurden gute Spiele gemacht? ;-)
Gabs damals irgendwas anderes als "Casino", "Heyespiele" (zumindest die, die ich kenne, waren mist. Nein, die hab ich nicht auch noch :-) )"Schmidt-Spiele Bar" (immerhin 1-2 brauchbare Spiele) und 3M (Eingestellt, weil sie sich nicht rechneten)? (Gut, ein paar gabs schon noch. Viel Gutes war da nicht dabei... Ich habe gerade meinem Vater ein Spiel aus der Steidl-Reihe geschenkt. Kommentar: "Die Spiele waren ja wirklich schön. Und ich hab auch gute Erinnerungen daran. Aber spielerisch mochte ich die nicht wirklich" (Übrigens kam das nicht vom Beschenkten).

Und keine Merchandising-Spiele? Es gab definitv "Goldener Schuss", "Dalli Dalli", "Bohnanza", "Flipper" und mehrere Dallas-Spiele.
Aber es gab natürlich auch viel weniger Fernsehserien, daher natürlich auch weniger Spiele, die auf Sendungen beruhen. Dafür gabs. z.B. Olypia 1974 (oder wars 78?)
Und das es so viele Buchkassettenspiele gab, war wohl auch ein Marketing-Trend, oder? Das Design sollte auch damals schon neue Käufer erschließen. Damit sich die Spiele besser verkaufen...

Übrigens gabs bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts Spiele zu populären Büchern, so haben die McLoughlin Brothers zwischen 1885 und 1910 eine Reihe von Laufspielen rund um bekannte Märchen und Kinderspiele auf den Markt geworfen.
Letztlich war und ist das Brettspielgeschäft eben immer das gewesen: Ein Geschäft.

>
> Du sammelst Schrott, Du armer ;)

Nicht bewusst. :-) Damals hat sich das (Ohne Internet und ohne Möglichkeit der gezielten Informationsbeschaffung) so angesammelt. Einiges bin ich losgeworden, aber nicht alles. Der Rest liegt bei meinen Eltern auf dem Dachboden. Wenn du also Interesse hast... :-)


>
> > Andererseits gönnen sich Verlage wie Queen auch heute
> > noch ein Spieol wie "Chicago Express", dass garantiert nicht
> > für die übliche Käuferschicht des Verlages gedacht ist,
> > sondern ein Liebhaberprodukt.
>
> Eine hübsche Feststellung: Ein Verlag "gönnt" sich ein
> Liebhaberprodukt im Sortiment.
> Ist das wirklich der einzige Grund oder erhofft man sich
> nicht doch nennenswerte Stückzahlen?

Galt das nicht vielleicht auch für die von dir so beschworenen Zeiten? ;-)
Oder gab es tatsächlich mal einen Verlag, dem es egal war, ob er was verkauft oder nicht? (OK: Ludoliere, aber man sieht ja was aus dem geworden ist...)

ciao
peer

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Re: Wer's nicht mag....

Beitragvon EgonG » 2. Januar 2009, 13:52

Helmut schrieb:

> Ich kann es nur nicht nachvollziehen, dass man sich wegen
> eines schönen Hobbies sogar beleidigen kann, dass Beiträge
> herausgenommen werden müssen.
> Spielen und Spielen lassen.
> Es muss nicht jeder jedes Spiel mögen müssen.
> Dafür gibt es genügend spielenswerte für jeden von uns.


Sehr schön und dankenswert, dass du- gerade zu Beginn eines neuen Forum-Jahres -das mal für alle in Erinnerung gerufen hast. Nützen wird es wahrscheinlich nicht viel... :-/

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peer

Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon peer » 2. Januar 2009, 13:53

Hi,
wir sind ja gar nicht so weit weg, aber eines muss ich noch fragen: Welche Kleinverlage in den 70er Jahren meinst du?
Ich kenne da wirkliche keine deutschen!

ciao
Peer

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Re: Heute vs. früher

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 14:04

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> Daniel R. schrieb:
>
> > Spieleklassiker wie Monopoly oder Uno erhalten dann auch eine
> > "Ratatouille"-Editon, egal ob das der Markt nachfragt oder
> > nicht.
>
> Würde der Markt es nicht nachfragen, würde es nicht
> produziert werden. Denn Spiele, die in den Regalen stehen und
> keiner haben will, produziert niemand. Erst recht kein
> Großverlag!

Gemäss Deiner Argumentation gäbe es keine Ladenhüter und es gäbe nie einen Grund "überzählige" Exemplare vergünstigt zu verrammschen.

Nein, die Realität sieht (leider) anders aus.

Es wird sehr wohl immer wieder an der Marktnachfrage vorbeiproduziert.

> Die wägen schon vorher ab, ob es auch eine
> entsprechende Nachfrage geben wird.

Sind es nicht gerade vielversprechende Verkaufsplanungskonzepte und Markterweiterungstrategien, welche Hersteller dazu verleiten, Produkte auf den Markt zu werfen, in der Hoffnung, das Marketing könne die Nachfrage dann schon ankurbeln?

In den letzten 15 Jahren wurde "Marketing" derart perfektioniert, das man schon bald von Gehirnwäsche sprechen könnte.

Meine Kritik galt daher auch nur indirekt Lizenspielen, sondern eher der Marketinggläubigkeit (einerseits auf Produzentenseite, im Glauben, dank einer Film- oder Buchlizenz auch Unterdurchschnittliches gut verkaufen zu können, auf der anderen Seite aber auch die Konsumenten, die zu gutgläubig zugreifen).


Gruss Daniel

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Günter Cornett

Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Günter Cornett » 2. Januar 2009, 14:06

Daniel R. schrieb:
>
> Was ich betonen wollte, war dass sich
> Kleinverlage solche Riesenlizenzen (Disney oder Star Wars)
> nicht leisten können, und versuchen müssen über die
> spielerische Qualität sich einen Namen zu machen und über
> diesen Ruf zu verkaufen.

Das ist eine andere Frage als die, ob es heute mehr Marketing also mehr Lizenspiele gibt als früher und die Spiele daher schlechter sind als früher.

Wenn wir nicht Spiele an sich betrachten sondern Spiele, bei denen das Thema im Vordergrund steht (bei Großverlagen i.d.R. Lizenzthemen), dann erwarte ich vom Kleinverlag auch eine thematisch passendere Umsetzung. Ganz einfach weil ein Kleinverlag nicht die Vertriebsmöglichkeiten hat, übers bloße Thema Absatz zu machen.


> Grossverlage verkaufen Produkte mit dem Namen des
> Franchise-Objektes (James Bond etc.), nicht mehr mit
> "überragendem Spielspass".
>
> Mein Problem als Konsument ist:
> Nur weil ich James Bond gut finde, muss ich aber "James Bond
> - das Brettspiel" nicht automatisch mögen, falls es
> inhaltlich nicht zu überzeugen vermag.

Wer MÄDN und James Bond gut findet, mag aber sicherlich auch ein James-Bond-MÄDN.

> Dem Marketing ist dies egal, wenn das Produkt nach dem
> Verkauf im Regal verstaubt. Mir nicht.

Dem Marketing ist das nicht egal. Denn dann ist kein Platz vorhanden für die neuen Lizenspiele oder kein Geld, wenn die alten überwiegend verramscht wurden.

Lizenthemen sind deshalb so beliebt, weil mit ihnen sicheres Geld verdient wird. Und selbst eine gewisse Überproduktion ist dann kein Problem, weil man nur bei einer Überproduktion sicher ist, den lukrativen Markt voll ausgeschöpft zu haben.

Da ein Verlag auch Geld verdienen muss [ja, ich weiß, diesen Zwängen sind Kleinverlage nicht unterworfen, weil Kleinverlage kommen und gehen, und Omas eh froh sind, wenn sie noch gebraucht werden und sei es zum Steinchenzählen :) ], stellen Lizenthemen ein Rückgrat dar, welches spielerisch gute aber aufgrund schlechter Schachtel floppende Spiele einerseits subventioniert andererseits verdrängt.

Da wünsche ich mir doch Lizenz-Spiele, die sowohl thematisch als auch inhaltlich überzeugen. Beim thematischen Autorenspiel wie 'Frank Schätzing Der Schwarm' lege ich dabei die Latte höher als beim MickyMaus-MauMau.


> Aus dieser Sichtweise sind mir Kleinverlage wieder
> sympathischer als Grossverlage, weil ich davon ausgehe,
> weniger hinters Licht geführt zu werden.

Du bist nicht die Zielgruppe, der ich zumindest z.T. unterstelle, dass sie sich auch mal ganz gern hinters Licht führen läßt.

Gruß, Günter

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Roland G. Hülsmann
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Re: Heute vs. früher

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 2. Januar 2009, 14:19

Daniel R. schrieb:
> Gemäss Deiner Argumentation gäbe es keine Ladenhüter und es
> gäbe nie einen Grund "überzählige" Exemplare vergünstigt zu
> verrammschen.

Naja, perfekt die Zukunft vorraussehen können auch die Marketingabteilungen nicht. Da kann also schon mal was schief laufen. Aber die "Verramschung" (also der spätere Abverkauf der Ware zu vergünstigten Preisen) ist oftmals schon eingeplant. Wenn die Lizenzgebühren erwirtscjhaftet wurden, bringt manches Spiel auch noch zum halben Preis Gewinne.

> In den letzten 15 Jahren wurde "Marketing" derart
> perfektioniert, das man schon bald von Gehirnwäsche sprechen
> könnte.

Da könnte durchaus was dran sein. Und es wird in diese Richtung sicher weiter gehen. Schon mal "Die Zeit der Katzenpfoten" von F.Pohl gelesen (Science Fiction)?

> Meine Kritik galt daher auch nur indirekt Lizenspielen,
> sondern eher der Marketinggläubigkeit

So gesehen, mag ich Dir nicht widersprechen. Jede Zeit hat ihre falschen Götter und goldenen Kälber ... aber in der Regel nur, so lange sie auf Dauer wirklich Profit generieren ... oder man glaubt, dass sie es tun ...

Gruß
Roland

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Daniel R.
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Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 15:16

peer schrieb:
>
> Hi,
> wir sind ja gar nicht so weit weg, aber eines muss ich noch
> fragen: Welche Kleinverlage in den 70er Jahren meinst du?
> Ich kenne da wirkliche keine deutschen!
>


Hm, also das mit den Kleinverlagen und den Lizenzen bezog sich nicht mehr auf "früher", sondern auf die Gegenwart.

Gruss Daniel

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Daniel R.
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Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Daniel R. » 2. Januar 2009, 15:29

Günter Cornett schrieb:
>
> Daniel R. schrieb:
> >
> > Was ich betonen wollte, war dass sich
> > Kleinverlage solche Riesenlizenzen (Disney oder Star Wars)
> > nicht leisten können, und versuchen müssen über die
> > spielerische Qualität sich einen Namen zu machen und über
> > diesen Ruf zu verkaufen.
>
> Das ist eine andere Frage als die, ob es heute mehr Marketing
> also mehr Lizenspiele gibt als früher und die Spiele daher
> schlechter sind als früher.

ich möchte es nicht als "daher sind die Spiele schlechter" verstanden wissen.
Eher: Dank einer heute perfektionierten Marketingmaschine von Lizenzgeber und Nehmer (Verlagen) ist man heute mehr denn je in der Lage, auch minderwertige Produkte in einem gesättigten Markt zu verticken.


>
> Wenn wir nicht Spiele an sich betrachten sondern Spiele, bei
> denen das Thema im Vordergrund steht (bei Großverlagen i.d.R.
> Lizenzthemen), dann erwarte ich vom Kleinverlag auch eine
> thematisch passendere Umsetzung. Ganz einfach weil ein
> Kleinverlag nicht die Vertriebsmöglichkeiten hat, übers bloße
> Thema Absatz zu machen.


Diese Erwartungshaltung ist mir nicht ganz fremd.


> Wer MÄDN und James Bond gut findet, mag aber sicherlich auch
> ein James-Bond-MÄDN.

Sicher, sicher. Die Frage ist nur, wieviel Marketing braucht es, damit sich die Verbraucher ein zweites (oder drittes) Mädn nur wegen dem Themas kaufen?


> Da wünsche ich mir doch Lizenz-Spiele, die sowohl thematisch
> als auch inhaltlich überzeugen. Beim thematischen
> Autorenspiel wie 'Frank Schätzing Der Schwarm' lege ich dabei
> die Latte höher als beim MickyMaus-MauMau.

Das kann ich gut nachvollziehen.



>
> Da ein Verlag auch Geld verdienen muss, stellen
> Lizenthemen ein Rückgrat dar, welches spielerisch
> gute aber aufgrund schlechter Schachtel floppende Spiele
> einerseits subventioniert andererseits verdrängt.

Ein zweischneidiges Schwert.



>
>
> > Aus dieser Sichtweise sind mir Kleinverlage wieder
> > sympathischer als Grossverlage, weil ich davon ausgehe,
> > weniger hinters Licht geführt zu werden.
>
> Du bist nicht die Zielgruppe, der ich zumindest z.T.
> unterstelle, dass sie sich auch mal ganz gern hinters Licht
> führen läßt.
>

He he, was Spiele anbelangt, ja. Aber frag' mich nur nicht, wieviel Mal ich schon auf die falschen Frauen hereingefallen bin.
(klingt etwas dramatisch, ist es aber gar nicht)

viele Grüße
Daniel

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Günter Cornett

Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Günter Cornett » 2. Januar 2009, 16:18

Daniel R. schrieb:
>
> > Wer MÄDN und James Bond gut findet, mag aber sicherlich auch
> > ein James-Bond-MÄDN.
>
> Sicher, sicher. Die Frage ist nur, wieviel Marketing braucht
> es, damit sich die Verbraucher ein zweites (oder drittes)
> Mädn nur wegen dem Themas kaufen?

Keines, es ist das Marketing.

MÄDN ist ein Selbstläufer und das Thema die Doping-Spritze.


> He he, was Spiele anbelangt, ja. Aber frag' mich nur nicht,
> wieviel Mal ich schon auf die falschen Frauen hereingefallen
> bin.
> (klingt etwas dramatisch, ist es aber gar nicht)

Frauen, die keine Frauen sind?
Sicher eine interessante Erfahrung. ;)

Gruß, Günter

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achim

Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon achim » 2. Januar 2009, 16:43

Günter Cornett schrieb:
>
> Daniel R. schrieb:
> >
> > Heute deshalb, weil noch vor 20-30 Jahren ein Spiel
> > veröffentlicht wurde, weil es gut war. Dieser Grund reichte
> > aus. So machen es Kleinverlage immer noch.
>
> Das ist mir zu platt. 'Früher' waren die Spiele nicht
> unbedingt 'besser' und Kleinverlagsspiele sind nicht
> unbedingt 'besser' als die großer Verlage.


Hallo Günter,

von mir eine 100%ige Zustimmung.

Vor 30 Jahren schrieben wir das Jahr 1979. "Grass" oder auch "Bierbörse" habe ich ich positiv in Erinnerung, vielleicht noch "Alaska", dann wird's aber schon dunkel. Vor 20 Jahren schrieben wir das Jahr 1989. Das war in etwa die Zeit, als tatsächlich ein Ruck durch die Spielelandschaft ging. Verlage wie Abacus, Mattel, Fata Morgana, Ludodelire, HIG, Games Workshop, Franjos, Hexagames, Historien-Verlag oder Moskito und viele andere begannen tolle Spiele zu veröffentlichen - einige der erwähnten Verlage gab es natürlich schon einige Jahre vorher, aber so um diese Zeit herum gegannen sich immer mehr Spieler für sie zu interessieren. Die meisten Kleinverlage von damals gibt es aber nicht mehr, entweder weil sie nicht profitabel gearbeitet haben oder so grottige Spiele veröffentlicht haben, dass diese nicht einmal hartgesottenste Spieler haben wollten. Speziell auf dem englischen Markt gab es diese Eintagsfliegen (wer erinnert sich noch an die "Death Row" auf der Toy Fair in England?). Es stimmt doch einfach nicht, dass Klein- und vor allem Kleinstverlage bessere Spiele produzierten als die Großen. Sie haben den Markt bestimmt bereichert und einige davon auch eine positive Entwicklung bewirkt, aber wenn ich mir den vielen unspielbaren Schrott so mancher Kleinverlage in meinem Spielschrank anschaue, dann fällt es mir echt schwer das alte Vorurteil "Kleinverlag = Topspiel" nachzuvollziehen. Sollte es dennoch einige Unverbesserliche Spieler geben, dann empfehle ich ihnen mal einige dieser Highlights davon zu spielen. Von "International Team" könnte ich da einige "Spieleperlen" empfehlen. Von Hexagames gibt es Spiele, da bekommt man das kalte Grausen. Hat schon mal jemand die Urversion von "1848" von Kuhlmann gespielt, "Junk Yard Races" von Genfortwo, die alten Eggert-Spiele, Spiele aus Regensburg, usw und so fort? Alles Kleinverlage, und vieles davon Schrott, die Liste läßt sich beliebig fortsetzen. Da spiele ich sogar noch lieber Monopoly und das will was heißen.
Ich kann auch den ganzen sentimentalen Quatsch von "Ideologie" und praktischer "Selbstaufgabe" nicht mehr hören. Wer ein Spiel veröffentlicht, hat dafür bestimmt seine Gründe, mir sollen sie so ziemlich egal sein. Wenn ein Spiel gut spielbar ist, eine bestimmte Qualiät aufweist und preislich im Wettbewerb steht, greife ich zu und bin bereit dafür auch zu bezahlen, der Rest fliegt von mir aus in die Müllverbrennung. Die Größe eines Verlages wird mich bei meiner Entscheidung nicht berühren. Andere Personen dürfen sich da natürlich aufgrund anderer Parameter zu einem Kauf entscheiden, für bessere Menschen halte ich sie dadurch jedoch nicht.

Noch ein Beispiel:
HIG hat nicht etwa deswegen Erfolg, weil er als Kleinverlag gilt, sondern weil er überdurchschnittlich gute Spiele im Programm hat. Brunnhofer und seine Crew haben eben ein sehr glückliches Händchen und genügend Know-How um Jahr für Jahr die Spielerherzem etwas schneller schlagen zu lassen. Wobei es jetzt auch noch müßig wäre, den Begriff "Kleinverlag" zu diskutieren. So weit mir bekannt ist, war früher der Schmidt-Verlag immer unter den Top Five der deutschen Verlage. Mit einem solchen "Pfund" im Vertrieb, der zudem auch noch "International" tätig ist, fällt es mir sehr schwer von einem Kleinverlag zu sprechen. Wenn das "Hasbro-Management" alle wichtigen hauseigenen Funktionen (Entwicklung, Produktion, Marketing,Vertrieb,IT und Finanzwesen sowie den Customer-Service Desk) outsourcen würde, bliebe wahrscheinlich auch dort nur ein Kleinverlag übrig.

Gruß
achim

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Günter Cornett

Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Günter Cornett » 2. Januar 2009, 18:44

achim schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> >
> > Das ist mir zu platt. 'Früher' waren die Spiele nicht
> > unbedingt 'besser' und Kleinverlagsspiele sind nicht
> > unbedingt 'besser' als die großer Verlage.
>
>
> Hallo Günter,
>
> von mir eine 100%ige Zustimmung.
[...]
> Es stimmt doch einfach nicht, dass Klein- und vor allem
> Kleinstverlage bessere Spiele produzierten als die Großen.

Sie produzieren - oftmals, nicht immer - andere Spiele.

> Sie haben den Markt bestimmt bereichert und einige davon auch
> eine positive Entwicklung bewirkt, aber wenn ich mir den
> vielen unspielbaren Schrott so mancher Kleinverlage in meinem
> Spielschrank anschaue, dann fällt es mir echt schwer das alte
> Vorurteil "Kleinverlag = Topspiel" nachzuvollziehen.

Ich glaube auch nicht, dass das jemand in solcher platten Form so sieht. Kleinverlagsspiele haben Vor- und Nachteile und manchmal unterscheiden sie sich nicht von den Spielen großer Verlage.

Der wesentliche Unterschied ist imho, dass sie weniger am Mainstream orientiert sondern individueller sind. An der Frage 'Ware oder Werk' festgemacht, tendieren Kleinverlagsspiele mehr zum Werk, Großverlagsspiele mehr zur Ware.

Das aber ist für die meisten Spieler nicht wirklich von Bedeutung und auch nicht immer sichtbar. Und es lässt sich daraus auch keine Aussage ableiten, ob ein Spiel gut oder schlecht ist.

Aber bei einem Kleinverlag wird ein Spiel nicht daran scheitern, dass es zu groß für die kleine und zu klein für die große Schachtel ist. Kleinverlage tragen zur Vielfalt bei und sind deswegen schon ein Gewinn für die Spielewelt.


> Ich kann auch den ganzen sentimentalen Quatsch von
> "Ideologie" und praktischer "Selbstaufgabe" nicht mehr hören.

Wenn jemand viel Herzblut in [i]sein[/i] Spiel steckt, kann mich das schon beeindrucken. Auf das Spiel kann sich das positiv oder negativ auswirken (Sorgfalt, Blick fürs Detail versus mangelnde Distanz). Und es beeinflusst auch meine Kaufentscheidung, insbesondere wenn mir das Spiel gefällt, es mir aber zu teuer erscheint.


> Wer ein Spiel veröffentlicht, hat dafür bestimmt seine
> Gründe, mir sollen sie so ziemlich egal sein. Wenn ein Spiel
> gut spielbar ist, eine bestimmte Qualiät aufweist und
> preislich im Wettbewerb steht, greife ich zu und bin bereit
> dafür auch zu bezahlen, der Rest fliegt von mir aus in die
> Müllverbrennung. Die Größe eines Verlages wird mich bei
> meiner Entscheidung nicht berühren.


Die erste Ausgabe von Rumis war reichlich teuer, viel Material, viel Handarbeit. Nicht umsetzbar für große Verlage. Ohne den Einsatz des Kleinverlags hätte das Spiel keine so große Verbreitung, wäre auch nicht als 3D-Blokus erschienen.

Ich denke Andreas Rudin und Stefan Kögl haben dafür schon einigen Respekt verdient.


> Andere Personen dürfen
> sich da natürlich aufgrund anderer Parameter zu einem Kauf
> entscheiden, für bessere Menschen halte ich sie dadurch
> jedoch nicht.

Es geht mir nicht darum, ob der 'Kleinverlagskäufer' ein besserer Mensch ist sondern dass ich, wenn ich ein Spiel bei einem Kleinverlag kaufe, weniger auf den Preis achte als bei Kaufhausware, weil der Preis bei Kleinverlagen eben mehr von der Produktion als vom Markt bestimmt wird.

Etwas Selektionsdruck tut zwar auch einem Kleinverlag ganz gut, aber müssten Kleinverlage mit ToysRus-Preisen konkurrieren, gäbe es sie nicht und eine Menge guter Spiele auch nicht.

Gruß, Günter

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achim

Re: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon achim » 2. Januar 2009, 20:05

Hallo Günter,


Günter Cornett schrieb:
> Wenn jemand viel Herzblut in [i]sein[/i] Spiel steckt, kann
> mich das schon beeindrucken. Auf das Spiel kann sich das
> positiv oder negativ auswirken (Sorgfalt, Blick fürs Detail
> versus mangelnde Distanz). Und es beeinflusst auch meine
> Kaufentscheidung, insbesondere wenn mir das Spiel gefällt, es
> mir aber zu teuer erscheint.


Beeindruckt bin auch ich, wenn ich sehe, was so mancher Spielerfinder da so zusammenbastelt (und das meine ich jetzt nicht zynisch). Wenn allerdings das Spiel als solches in meinen Augen nichts taugt, dann bleibt ein Kauf eben aus.

> Die erste Ausgabe von Rumis war reichlich teuer, viel
> Material, viel Handarbeit. Nicht umsetzbar für große Verlage.
> Ohne den Einsatz des Kleinverlags hätte das Spiel keine so
> große Verbreitung, wäre auch nicht als 3D-Blokus erschienen.

Natürlich bin ich stolzer Besitzer der 1. Auflage von Rumis. (Eigentlich besitze ich auch Auflage 2 und 3.) Rumis gab es ursprünglich in zwei Ausfertigungen: In der "Deluxe-Version" waren die Spielsteine bereits geklebt und in der einfachen Version erwarb man einen Bausatz. Es war bestimmt damals schon schwierig dafür Käufer zu finden und heutzutage dürfte es eher noch schwieriger sein. Mich überzeugte die Spielidee, deshalb habe ich es gekauft. Im übrigen finde ich, dass der Kaufpreis nur ein Kriterium unter vielen ist, die die Kaufentscheidung letztendlich beeinflußen.

>
> Ich denke Andreas Rudin und Stefan Kögl haben dafür schon
> einigen Respekt verdient.

Meinen sollen sie haben.


Gruß
achim

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Micha A.
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RE: Heute vs. früher: Marketing

Beitragvon Micha A. » 2. Januar 2009, 21:29

> Frauen, die keine Frauen sind?
> Sicher eine interessante Erfahrung. ;)

Hierzu empfehle ich von den Ärzten: "N48.3" ;-)

Zurück zum Thema: Ich trag jetzt nix bei, möchte aber mal lobend erwähnen, dass ich die Diskussion sowohl inhaltlich als sehr interessant als auch vom Ton her sehr angenehm empfinde!

Gruß
Micha

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"Never argue with idiots. They bring you down to their level, then beat you with experience."


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