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Prof. Easy und Multimediale Anleitungen

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Marcel-André Casasola Merkle
Brettspieler
Beiträge: 62

re: Meuterer multimedial

Beitragvon Marcel-André Casasola Merkle » 11. April 2001, 17:46

Hallo Sylvia,
die Arbeitsstunden, die ich mit der ersten Hälfte der Multimediaregel verbracht habe (denn die zweite Hälfte steht ja noch gar nicht im Netz) sind schwer abzuschätzen, schließlich war das schon im November.
Neben dem Konzept müssen aber alle Animationen umgesetzt werden, Grafiken bearbeitet usw. Ich schätze mal, dass ich zwei bis drei Wochen gebraucht habe (natürlich ohne jeden Tag intensiv daran zu arbeiten).
Nochmal etwas zu den skeptischen Anmerkungen:
Natürlich passen Multimediaregeln nicht per se zum Brettspiel und natürlich habt ihr Forumsleser die Anleitungen meist nicht nötig.
Leider können wir nicht immer von unserer ausgeprägten Fähigkeit Regeln zu lesen ausgehen. Es gibt sicherlich noch eine Zielgruppe, die gerne spielen würde und für die die Regel dich größte Einstiegshürde ist. Deswegen lasst uns doch offen sein und verschiedene Wege ausprobieren. Dr. Easy und Regelerklärungsworkshops halte ich für ausgezeichnete Ideen. Warum dann nicht auch die große Gruppe der Computerspielnutzer über ihr gewohntes Medium (nämlich Multimedia am Pc) zum Spiel animieren.
Grüße, Marcel-André

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Jürgen Karla

re: Multimediaanleitungen - die Zukunft?

Beitragvon Jürgen Karla » 11. April 2001, 18:07

Hallo Marcel-André,
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. ;-)
Zielgruppe - und das möchte ich hier nochmals betonen - einer solchen Beilage zu Spielen sind nicht die Häufigspieler, denn die lesen die Regel sowieso. Es gilt, die vielen Gelegenheitsspieler zu motivieren.
DVD sind selbstverständlich noch kein Standard und man darf auch nicht erwarten, daß in jeden Haushalt ein PC steht - aber bei beiden geht es doch in diese Richtung.
Diejenigen, die diese Beilagen nicht nutzen beachten sie halt einfach nicht. Es ist ja alles Notwendige in der gedruckten Regel zu finden (Ich beachte ja auch die AOL-CD in der TV-Movie nicht - Das Heft kaufe ich trotzdem).
Zum Preis: Die Auskunft, die ich erhalten konnte ist, daß eine CD ca. 0,70 DM in der Produktion kostet (der reine Pressvorgang). Natürlich müßten dazu die nötigen Inhalte - das Zauberwort in der Internetbranche lautet zur Zeit "Content" - auch produziert werden.
Viele Grüße
Jürgen Karla

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Jürgen Karla

re: Cassetten

Beitragvon Jürgen Karla » 11. April 2001, 18:19

Hallo,
da fällt mir ein, daß ich mir diese Cassette auch noch besorgen wollte....
Man wird halt alt.
Viele Grüße
Jürgen Karla

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Roman Pelek

re: Multimediaanleitungen - die Zukunft?

Beitragvon Roman Pelek » 11. April 2001, 19:27

Hi Jürgen,
>Zielgruppe - und das möchte ich hier nochmals betonen - einer solchen Beilage zu Spielen sind nicht die Häufigspieler, denn die lesen die Regel sowieso. Es gilt, die vielen Gelegenheitsspieler zu motivieren.<
Es mag eine Möglichkeit sein, zu motivieren, aber es treten da noch andere Probleme auf: um eine Regel zu kapieren, muss man das Spiel aufbauen, möglichst in der Nähe des Multimediavergnügens. Nicht in jedem Haushalt, in dem ein PC steht, ist dort auch Platz zum Spielen (eher im Gegenteil). Und DVD-Player haben noch zu wenige, da bliebe fast nur die alte VHS-Kassette übrig für eine Multimediaanleitung. Und da fehlt dann jegliche Interaktionskomponente, also auch nix. Dann also wieder zurück zur CD-Rom für den PC, den auch noch nicht jeder hat oder so bedienen kann, wie es sein sollte... Aber das hast Du ja auch schon gesagt. Insofern halte ich das noch ein bisschen für Zukunftsmusik, bis es mehr DVD-Player gibt. Oder eine andere Möglichkeit wäre, wenn sich das Internet durchsetzt und es vielleicht integrierte Lösungen Fernsehen/Internet mit hoher Bandbreite dahinter gibt, dass man das darüber realisiert (online-Anleitung). Letzteres wäre quasi mein Favorit, da auch einfach updatefähig. Aber anno 2001 halte ich das noch für problematisch.
>Diejenigen, die diese Beilagen nicht nutzen beachten sie halt einfach nicht.
Es ist ja alles Notwendige in der gedruckten Regel zu finden (Ich beachte ja auch die AOL-CD in der TV-Movie nicht - Das Heft kaufe ich trotzdem).<
Nur ist eine Multimediaanleitung nicht so billig wie eine kostenlose durch AOL gesponsorte CD in einer TV-Movie oder TV-Spielfilm. Daran hakt's halt auch, sonst würde ich auch sagen: Multimediaanleitung - einfach mal probieren, wie gut sowas ankommt.
>Zum Preis: Die Auskunft, die ich erhalten konnte ist, daß eine CD ca. 0,70 DM in der Produktion kostet (der reine Pressvorgang).<
Das deckt sich so mit meinem letzten Stand der Information.
>Natürlich müßten dazu die nötigen Inhalte - das Zauberwort in der Internetbranche lautet zur Zeit "Content" - auch produziert werden.<
Wenn wir den Thread mal zusammenfassen, ergeben sich drei Kernprobleme:
a) Multimediainhalte zu produzieren ist teuer und lohnen sich nur für sehr wenige Spiele (SdJ, Siedler)
b) Das Medium ist noch fraglich. DVD zu wenig verbreitet, PC nicht immer am Spieltisch vorhanden oder leicht genug bedienbar (mir graut's davor: "Welchen Grafiktreiber brauche ich denn, um "El Grande Rulebook v0.11" zu starten... Habe immer nur einen schwarzen Bildschirm."). VHS quasi nicht geeignet
c) Das Problem, dass man immer noch Teile der Regeln nachsehen müsste beim Spielen, und wenn man die dann nie gelesen hat, wird's wieder hakelig
Sprich: das ganze muss billig und "idiotensicher" sein, zudem übersichtlich, einfach und umfassend, und am besten noch wasserdicht bis 500m :) Ich halte das somit schon für ein durchaus sehr anspruchsvolles Projekt mit ungewissem Erfolg _zur Zeit_...
Und, nach wie vor favorisiere ich das Regellesen und vor allem -erklären, soweit es irgendmöglich ist. Aber das hatten wir ja schonmal, und wie hier richtig gesagt wurde: viele haben einfach niemanden in der Nähe, der die Regeln lesen und erklären will :(
Was denkst Du/Ihr?
Ciao,
Roman

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Jürgen Karla

Venture Capital

Beitragvon Jürgen Karla » 11. April 2001, 20:17

Hallo Roman,
aber das Leben wäre doch langweilig ohne besondere Herausforderungen, oder?
Ich würde nicht erwarten, daß bei der dritten Auflage von Cacassonne - und die ist ja fällig, sobald es Spiel-des-Jahres ist - schon eine DVD beiliegt. Aber ich wollte mit meinem Thread ja auch ein bißchen Zukunftsmusik im Forum erklingen lassen. Mit der Zeit werden wir diese Entwicklung vielleicht erleben. Nicht morgen, aber mit der Zeit...
Viele Grüße
Jürgen Karla
(Der jetzt Schluß macht, da er noch zu einigen Venture-Capitalists Kontakt aufnehmen muß...)

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Berthold Heß

re: Kosten CD/DVD + die Philosophie des Brettspiels

Beitragvon Berthold Heß » 11. April 2001, 20:24

Sehr interessant, die Überlegung zum Antagonismus Brettspiel - Multimedia. Leider gerade zu sehr im Stress, um teilzunehmen, daher nur was zu Preisen:
Wir haben soeben (als Großkunde zu guten Preisen!) eine CD-ROM in Auftrag gegeben, wo die neuen Features einer Software in einem interaktiven Lernprogramm vermittelt werden. Das heißt, zu den ganzen Basisfunktionen steht das CBT-Programm, "nur" die Neuerungen müssen in das bestehende Lernprogramm eingebaut werden. Da ist ein Sprecher und diverse interaktive Animationen drin, keine movies. Preis: 100.000 DM.
Grobe Faustregel im Spielemarkt: 1 DM Produktionskosten schlagen im VK mit 3 - 5 DM zu Buche.
RIP - Multimedia!
Bert

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Roland G. Hülsmann

re: Cassetten

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 11. April 2001, 20:32

... ich hätte das Problem gehabt, womit ich diese Kasette denn abspielen soll? Mein Autoradio spielt CDs (und MP3-CDs) und mein tragbarer Player ebenso ... daheim in der Stereoanlage verstaubt noch ein Kasettendeck ... ;-)

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Berthold Heß

Alter Hut :-)) (war re: Venture Capital)

Beitragvon Berthold Heß » 11. April 2001, 20:47

Sorry Jürgen, wenn ich Dich frustriere:
Vor ein paar Jahren hat es eine Firma gegeben, die genau das den Verlagen angeboten hat: ihre Regeln multimedial zu erklären. Bei den Angeboten ist es dann aber auch geblieben: Null Aufträge (Meines Wissens!)
Bert

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Roman Pelek

HTML für Spielanleitungen

Beitragvon Roman Pelek » 12. April 2001, 01:49

Hi Stefanie,
>Gerade diese beiden Punkte sind eine absolute Staerke eines (gut konzipierten!) Hypertexts. Auch Annotationen
etc. waeren moeglich.<
Sicherlich - bleibt nur nach wie vor die Frage, wer gleichzeitig am Rechner und am Spieltisch sitzt. Und einen Laptop habe ich seltenst am Spieltisch (einmal als Gag ausprobiert, um Punkte in Excel zu notieren, aber es nervt nur...). Ich bin so froh, wenn die Kiste mal aus ist und ich spielen kann, zumindest soviel wie ich z.Zt. vor dem Rechner sitze :(
Und Regeln oder Regelupdates aus dem Netz drucke ich mir immer aus und lege sie in die Spieleschachtel bzw. lese sie auf Papier neben dem Spiel. Und oft muss man mal schnell woanders was in den Regeln nachschauen, und dann ist da kein PC, oder er steht nicht griffbereit und muss erst hochgefahren werden etc. etc. Ich weiss nicht, alle diese Konzepte sind, solange man keinen Palm Pilot o.ä. verwendet, recht praxisuntauglich. Letztgenanntes Gerät erscheint mir die einzige vernünftige Alternative, nur sowas hat ja erst Recht nicht jeder...
Ciao,
Roman

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Roman Pelek

re: Prof. Easy und Multimediale Anleitungen

Beitragvon Roman Pelek » 12. April 2001, 01:55

Hi,
Arno hat vollkommen Recht: die Leute wollen sofort ins Spiel einsteigen, nach zwei Minuten haben die schon keine Lust mehr. Und ein Prof. Easy schildert zwar den Einstieg ins Spiel idiotensicher, dafür aber auch doppelt so lang wie die eigentliche Regel... Gute Ergänzung für Leute, denen die Regel zu kompliziert ist, aber nix für Leute, die ungeduldig oder lesefaul sind - und sind wir das nicht alle, auch die Vielspieler?
Ich erkläre bei Regeln immer zwei Minuten die Grundzüge, und steig dann sofort ins Spiel ein und erkläre den Leuten dann weiter. Das ist zwar auch ein Prof. Easy, aber dann müssen die Mitspieler wenigstens nicht ständig zum Regelheft greifen, sondern können sich berieseln lassen. Ausserdem übernehmen meine Freundin und ich parallel zum Erklären meist noch den Spielaufbau und bürden das nicht auch noch den Neulingen auf.
So oder so gibt's irgendwie halt keinen einfacheren Einstieg ins Spiel als einen Erklärer, alles hat seine Macken. Ich begrüße sowas wie Prof. Easy oder Almanache für Nachschlagezwecke, aber ein Allheilmittel für lesefaule Seltenspieler sind sie halt auch nicht :(
Ciao,
Roman

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Volker L.

Lesefreudigkeit bei (Viel)Spielern

Beitragvon Volker L. » 12. April 2001, 12:25

> Arno hat vollkommen Recht: die Leute wollen sofort
> ins Spiel einsteigen, nach zwei Minuten
> haben die schon keine Lust mehr.
Also, entweder sind die Leute in Deiner Gegend viel
schlimmer als bei uns, oder Du hast masslos
uebertrieben. Einige Freunde, mit denen ich spiele
wuerde ich so als Mittel zwischen Gelegenheits- und
Vielspielern einstufen, und die lassen Regelerklaerungen
von Union Pacific, Fuersten v. Florenz o.Ae. klaglos
ueber sich ergehen, im Gegenteil, ich kriege eher was
auf die Muetze, wenn ich irgendwelche Ausnahmeregeln
und Sonderfaelle erst spaeter erwaehne. Nur beim
Erklaeren von Shogun/Samurai Swords vor einigen Jahren
habe ich mal dezentes Stoehnen vernommen, aber gemeutert
oder vorzeitigen Spielbeginn gefordert hat da auch
keiner.
> die ungeduldig oder lesefaul sind - und sind wir das
> nicht alle, auch die Vielspieler?
Nicht immer von sich auf andere schliessen, Roman :-)
Fuer mich ist es eine SELBSTVERSTAENDLICHKEIT, vor dem
ersten Ausprobieren die Spielregeln komplett zu
lesen; auf die Idee, dass es irgendwo auf der Welt
Leute gibt, die lieber mit unvollstaendigen
Informationen losspielen, waere ich nie gekommen, wenn
ich es nicht im Internet gelesen haette.
Gruss, Volker
(der gestern angefangen hat, die 58-seitige Regel fuer
ein brettspielartiges Internet-Strategiespiel
durchzuarbeiten, gerne noch mehr als die ersten 25
Seiten gelesen haette aber um 2:00 endlich ins Bett
musste, heute abend weiterlesen wird, erst seit Kurzem
bei den Wesel'schen Klammernachsaetzen mitmacht, dabei
einiges nachzuholen hat UND mit diesem hier
wahrscheinlich einen Rekord aufgestellt hat, welcher
allerdings nur solange Bestand haben duerfte, bis der
Erfinder und Namensgeber besagter Klammernachsaetze
sich bei seiner Ehre gepackt fuehlt und den Rekord
zurueck nach Hamburg holt (viel Glueck dabei, Carsten!))
:-)))))

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Carsten Wesel

re: Lesefreudigkeit bei (Viel)Spielern

Beitragvon Carsten Wesel » 12. April 2001, 15:38

> auf die Idee, dass es irgendwo auf der Welt
> Leute gibt, die lieber mit unvollstaendigen
> Informationen losspielen, waere ich nie gekommen,
> wenn ich es nicht im Internet gelesen haette.
Ich hab's auch erstmalig bei Gnadenlos ausprobiert - und so schlecht ist es wirklich nicht. Ich war auch zuerst etwas skeptisch, aber ich wollte nicht schon wieder eine Regel vorlesen, die ich selber noch nicht gut genug kannte - da kam mir der Dr.Easy (wo hat der seinen Professoren-Titel her) gerade recht.
> Volker der gestern angefangen hat, die 58-seitige
> Regel fuer ein brettspielartiges Internet-Strategiespiel
> durchzuarbeiten, gerne noch mehr als die ersten 25
> Seiten gelesen haette aber um 2:00 endlich ins Bett
musste
Kurz vor 2 hat es mich auch ins Bett getrieben. Allerdings weil unser Spieleabend bis 0.30 Uhr ging und ich anschließend noch die Tabelle und Rangliste bearbeitet habe, um sie kurze Zeit später im Netz zu haben. Dabei kann man sich prima aufhalten und die Zeit verfliegt wie im Flug.
Ich habe übrigens bei einem Postspiel mal das Mitspielen gar nicht angefangen, weil mir das Regelheft zu umfangreich erschien. Noch bin ich standhaft.
> erst seit Kurzem bei den Wesel'schen
> Klammernachsaetzen mitmacht
Willkommen im Club.
> wahrscheinlich einen Rekord aufgestellt hat
Wahrscheinlich - wer schreibt schon so viel Blödsinn auf einmal...
> welcher allerdings nur solange Bestand haben duerfte,
> bis der Erfinder und Namensgeber besagter
> Klammernachsaetze sich bei seiner Ehre gepackt fuehlt
> und den Rekord zurueck nach Hamburg holt
Das halte ich für ein Vorurteil.
Gruß Carsten (Wo wir gerade beim Thema 'Vorurteil' sind: "Zusammenfassend kann der Begriff des Vorurteils definiert werden als eine allgemeine und umfassende Bezeichnung für negetiv oder positiv getönte emotionale Einstellungen gegenüber Handlungen, Gegenständen, Lehrmeinungen oder Mitmenschen, die sich weniger auf Erfahrung, als auf Generalisierung stützen und relativ überdauernder Natur sind." - Bitte zum näxten mal auswendig lernen und nicht wieder solche infamen Lügen über mich erzählen. Auch ich bin sensibel.)

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Volker L.

[OT] Ungueltiger Versuch!

Beitragvon Volker L. » 12. April 2001, 16:18

> Das halte ich für ein Vorurteil.
Das ist eine Alibi-Behauptung (s.u.)
> Gruß Carsten (Wo wir gerade beim Thema 'Vorurteil' sind:
Das ist hochgradig geschummelt, OT-Nachsaetze zaehlen
nicht (auch nicht, wenn sie durch eine Alibi-Behauptung,
die nur zum Zweck der Thema-Ueberleitung aufgestellt
wurde, SCHEINBAR ON-Toppic sind)!
Gib Dir beim naechsten Versuch gefaelligst mehr Muehe!!!
> Auch ich bin sensibel
Das ist ja ganz was Neues ist das ja :-)
Du und sensibel? Da lachen ja die Huehner :-)))
> Dr.Easy (wo hat der seinen Professoren-Titel her)
vermutlich vom selben Titel-Haendler wie Prof.Rhino?
Gruss, Volker

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Roman Pelek

re: Lesefreudigkeit bei (Viel)Spielern

Beitragvon Roman Pelek » 12. April 2001, 16:23

Hi Volker,
>Also, entweder sind die Leute in Deiner Gegend viel
schlimmer als bei uns, oder Du hast masslos
uebertrieben.<
Masslos nicht, nein. Aber einige sind schon ungeduldig bzw. meistens bietet es sich auch an, vieles "im Spiel" kennenzulernen denn durch eine rethorische Soloperformance.
>Einige Freunde, mit denen ich spiele
wuerde ich so als Mittel zwischen Gelegenheits- und
Vielspielern einstufen, und die lassen Regelerklaerungen
von Union Pacific, Fuersten v. Florenz o.Ae. klaglos
ueber sich ergehen, im Gegenteil, ich kriege eher was
auf die Muetze, wenn ich irgendwelche Ausnahmeregeln
und Sonderfaelle erst spaeter erwaehne.<
Wir kriegen auf die Mütze, wenn wir sie nicht erwähnen, und wir kriegen auf die Mütze, wenn wir jede Kleinigkeit verbal vortragen. Aber auf die Mütze kriegen wir eh immer: "Das hast Du aber vorhin nicht so erklärt!" - "Doch." - "Nein." - "Doch, nur hast Du da lieber dem Spinnwebfaden an der Decke beim Umherwehen zugesehen".
>Nur beim
Erklaeren von Shogun/Samurai Swords vor einigen Jahren
habe ich mal dezentes Stoehnen vernommen, aber gemeutert
oder vorzeitigen Spielbeginn gefordert hat da auch
keiner.<
Du hast belastbare Mitspieler, Volker :) Und welche mit Zeit. Wenn wir uns mit manchen abends um neun treffen, die am nächsten Tag um 6 Uhr aufstehen müssen, haben die auch oft keine Lust, bis 10 Uhr mit der Regel zu verbringen... Wir aber auch keine, ständig Siedler oder Mü zu spielen...
[Lesefaulheit]
>Nicht immer von sich auf andere schliessen, Roman :-)
Fuer mich ist es eine SELBSTVERSTAENDLICHKEIT, vor dem
ersten Ausprobieren die Spielregeln komplett zu
lesen;<
Für mich ist es auch eine Selbstverständlichkeit (und auch Spass) die Regel einmal komplett vor der ersten Partie gelesen zu haben. Nur nicht immer komme ich dazu, auch mit meiner Freundin eine erste Probepartie zu absolvieren, und die Regeln in Ruhe zu klären. Und in einer grösseren Runde will ich dann auch gleich losspielen und nicht noch lange lesen oder besser: suchen. Das meine ich mit Faulheit - und nicht immer habe ich Zeit, ein Spiel zu zweit "auszuprobieren", bevor ich's einer Runde erkläre.
>auf die Idee, dass es irgendwo auf der Welt
Leute gibt, die lieber mit unvollstaendigen
Informationen losspielen, waere ich nie gekommen, wenn
ich es nicht im Internet gelesen haette.<
Du lebst auf einer Insel der Vergeistigung, Volker ;-) Aber im Ernst: eigentlich jeder in unserer Umgebung will gerne schnell losspielen. Es gibt vielleicht drei Leute bei unseren Mitspielern, die auch bereit wären, abends um 9 (am Wochenende) anzufangen, erst nochmal 40 Seiten Junta zu lesen. Aber dann ist meistens noch jemand dabei, der eben dies nicht will :)
>Gruss, Volker<
Ciao,
Roman (liest und probiert gerne gründlich, aber ab und an kommt der Spieleabend doch früher als geplant und die Neugier, tja, die Neugier...)

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Markus Barnick

re: Prof. Easy und Multimediale Anleitungen

Beitragvon Markus Barnick » 13. April 2001, 22:25

In dem Don-Martin-Kartenspiel, das es vor ca. 10 Jahren gab, lag auch schon eine Audio-Cassette bei, die die Regeln erklärte.

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Markus Barnick

re: Prof. Easy und Multimediale Anleitungen

Beitragvon Markus Barnick » 13. April 2001, 22:37

Wenns so gut läuft wie die CDs in den PC-Zeitungen, dann spielen die Kosten auch keine große Rolle mehr.
Markus
(dems vor dem Gedanken graust, eine CD zum Brettspielen einlegen zu müssen)

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

re: Kosten CD/DVD + die Philosophie des Brettspiels

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 15. April 2001, 12:38

> Aus meiner Involvierung im Hifisektor kann ich Dir
> versichern, dass die Preise für CDs in der
> Produktion mittlerweile deutlich geringer liegen,
> ebenso sind die Produktionskosten bei DVDs im
> Vergleich zum Rest (Inhalt, Marketing) marginal.
Nun, eine CD oder DVD ohne Inhalt wäre allerdings bei der Vermittlung der Spielregel nicht sonderlich hilfreich ... ;-)
> Was Geld kostet ist der Inhalt, die "Software" an
> sich <...>
Eben. Und die wären bei multimedialen Spielanleitungen auch recht erheblich!
> Nebenbei bemerkt bin ich mir gar nicht sicher, ob
> eine multimediale Anleitung einem Brettspiel
> Rechnung tragen würde.
Weniger aus philosophischen Gründen (Es gibt keine "Philosohie des Brettspiels"), sondern aus praktischen. Der PC steht bei mir im Arbeitszimmer und da ist kein Platz für irgendein Kartenspiel, geschweige denn Brettspiel. Der Fernseher und die Spielkonsolen stehen im Wohnzimmer. Und der Couchtisch eignet sich für einiges, aber bestimmt nicht zum Spielen. Gespielt wird bei uns am Eßtisch im Eßzimmer (laut Mietvertrag 1/2 Zimmer), in dem zum ausziehbaren Tisch noch ein großes Regal mit Spielen und ein Schrank mit Geschirr und Bastelzeug reinpassen, aber kein zusätzlicher Fernseher oder Computer.
Das Problem ist viel einfacher zu lösen (und KOSMOS macht es - neben anderen - vor): Gute und verständliche Spielanleitungen. Gewiß kostet es etwas, aus der Beschreibung des Spieleautors eine leicht verständlichge Anleitung zu entwickeln, denn es bedarf eines Fachmannes/einer Fachfrau der schreibenden Zunft, der/die sich damit auskennt. Es ist wie bei Software: Die Autoren der Software sind excellente Programmierer (zumindest ab und an), aber miserable Fachbuchautoren. Und so sieht dann deren selbst geschriebene Anleitung aus. Da muß schon jemand vom Fach her, der sie in verständliche Form bring und auch komplexe Zusammenhänge mit wenigen Worten verständlich erläutern kann. Ich habe es schon so oft erlebt, daß bei etwas komplexeren Spielen nicht das Spiel für die Mitspieler ein Problem ist, sondern die grauenhafte Anleitung, in der zwar alles richtig drinsteht, aber ohne Plan und Form, gegliedert in tausend numerierte Unterpunkte. Wie oft hatte ich nach Studium einer seitenlangen Anleitung das Gefühl, daß man das Ganze auch auf einem Bruchteil des Raumes verständlich gegliedert hätte unterbringen können. Auch die diversen Sammelkarten-, Cosim- und Fantasyspiele sind nicht sonderlich schwer zu erlernen, wenn es eine verständliche Anleitung gäbe ...
Kurz: Ich denke, bevor man auf irgendwelche multimedialen Gimmiks verfällt, sollte man erst einmal das Printmedium aussschöpfen.

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Achtung, Wortspiel!

[OT] re: die Philosophie des Brettspiels

Beitragvon Achtung, Wortspiel! » 17. April 2001, 00:08

> Langer Rede, kurzer Sinn: was wir brauchen, sind
> eher mehr engagierte Spieler, die unbedarften
> Zeitgenossen das Brettspiel näherbringen denn
> multimediale Utopien
Gut erkannt. Am besten legt der Verlag jedem Spiel einen "Roman" bei, der den Käufern das Spiel erklärt. :-)
SCNR.
PS: Jetzt habe ich auch endlich einen Prof. Easy lesen dürfen und denke, dass ist ein Schritt in die richtige Richtung, da alle Spieler beim Regelerklären mit einbezogen werden und man gleich anfangen kann. Trotzdem bevorzuge ich weiterhin eine Erklärung eines Mitspielers, der das Spiel bereits kennt (und wenn nur durch Regelstudium).

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Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

[OT] re: die Philosophie des Brettspiels

Beitragvon Arno C. Hofer » 18. April 2001, 13:29

Ach, es ist doch sogar nur eine Frage der Betonung: ob am a oder am o die Betonung liegt (Alpha oder Omega) ist hier ganz ;-)) entscheidend. Aber Prof. Easy ist keinesfalls so gut wie "Roman" ... das muss allen Beteiligten unbedingt klar sein! Obwohl die Betonung in jedem Fall passt:-) besonders bei Pelek.
Ciao Arno


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