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Einfalt oder Vielfalt

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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KMW

RE: Bürgerkriegsspiele in USA

Beitragvon KMW » 9. Juli 2002, 18:41

Hi Michael,
ich vermute mal, auch in den USA ist mit CoSims nicht das große Geld zu machen. Aber die Produktion ist ja relativ simpel, wenn sie heute noch so aussieht wie vor 20 Jahren oder mehr, als es SPI noch gab. Und vermutlich ist der Markt von vornherein überschaubar, so dass sich die verkäufliche Auflage genau vorausplanen lässt.
Zugegeben, ich habe damals nur an der Oberfläche dieser Spielegattung gekratzt, zwar viele Titel gehabt, aber nur wenige wirklich gespielt (hauptsächlich die eher einfach gestrickten Napoleonischen von SPI). Trotz dieser eher oberflächlichen Kenntnisse glaube ich sagen zu können, dass es doch gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen CoSims gibt. Allein die Recherche-Arbeit, die da in jedes Thema gesteckt wurde...
Gruß
KMW

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Ingo-Ulrich Strerath

Re: Einfalt oder Vielfalt

Beitragvon Ingo-Ulrich Strerath » 9. Juli 2002, 19:18

Martin schrieb:
>
> Hi,
> ...mir kommt manchmal der Spielemarkt garnicht so vielfältig
> vor, wie er oft gerühmt wird. Beispiele gefällig:
> - die soundsovielste Variante von einem Bau- oder
> Börsenspiel, von einer Wirtschaftssim.-Variante oder wie
> gerade als SDJ, ein Jenga-Clon. Ich finde das alles als
> Mogelpackungen. Mir wird was Neues vorgegaukelt und peng: Ist
> wieder nur der neue Aufguss von Memory und und und...
> - und dann die andere Seite: Beispiel: Es gibt laut Verlagen
> kein Markt für Sport- und Rennspiele. Wir sind hier etwa 30
> Leute: Uns gibt's demnach auch nicht. Und für so schöne Sims
> wie in den USA gibt's hier auch keinen Markt...
> Gries Martin


Hallo Martin,
das erste was mir nach Durchsicht der Reaktionen auf Deine Einschätzung des Spielemarktes auffällt: Während Du zwar auch "hart zur Sache gehst", zielt Deine "Polemik" nicht auf Personen, wohingegen, etliche der Reaktionen hier, Dich PERSÖNLICH angreifen- und das find ich mal wieder ziemlich mies. Ich teile zwar Deine Ansicht nicht, denn immerhin, hast Du ja offensichtlich Zugang zu diesem Forum und kannst Dich bei Neuerscheinungen hier und anderswo im Imternet bestens informieren, bevor Du Dich zu einem Kauf entschliesst und zum anderen finde ich den Spielemarkt im Unterschied zu Dir hochinteressant und es werden sehr vielfältige Neigungen und Interessen bedient. Was glaubst Du eigentlich, warum auch im Ausland (Beispiele: England, Frankreich, USA) der deutsche Spielemarkt größte Anerkennung findet (schau doch einfach mal auf den entsprechenden Seiten nach!)?

Dass es nicht so viele "Sportspiele" gibt, stimmt und ich kann sehr gut verstehen, dass Dich das ärgert. Aber ich denke mal, dass dies ganz einfach daran liegt. dass für diese Art von Spielen eben keine genügend hohe Nachfrage besteht - und wie verschiedentlich auch hier gepostet, ist das eben für einen Spieleverlag auch eine wirtschaftliche Frage.
Vielleicht würde es Dir helfen, wenn Du einmal genauer definierst, welche Art von Spielen Du vermisst und würdest ganz gezielt hier danach fragen, ob es einige Spiele gibt, die Deinen Interessen entsprechen.Mit fallen zum Beispiel eine Reihe von Spielen ein mit dem Thema "Segeln", Golf, Auto- oder Radrennen usw.
Also gib doch einfach mal an, welche Spiele mit welchem Thema du vermisst, vielleicht kann Dir dann ja der Eine oder Andere einen Tip geben.
Viel Erfolg dabei!
Ingo (der öffentliche Personen-bezogene Polemik grundsätzlich ablehnt und sich selbst in dieser Hinsicht zu wehren weiß *gg*)

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Ernst Knauth

Re: Bürgerkriegsspiele in USA

Beitragvon Ernst Knauth » 9. Juli 2002, 22:53

Manuel schrieb:
> Ich bin selber ein großer Freund von Cosims und stolzer
> Besitzer gleich drei verschiedener Spiele zum Thema
> Bürgerkrieg. Mir ist auch bekannt, dass längst nicht alle
> Cosims die in den USA erscheinen den selben Hintergrund
> besitzen. Es ging mir lediglich darum einen weiter gefassten
> Punkt zu veranschaulichen und dafür habe ich in Kauf
> genommen, dass meine Aussage eine gewisse Detailungenauigkeit
> aufwies.

Mir ging es nur darum, daß bei Spielern, die sich in diesem Bereich noch nicht so gut auskennen, mit einem leicht dahergeredeten Satz kein falscher Eindruck vermittelt wird. Nichts für ungut.

> Letztlich kannst Du aber nicht leugnen, dass es zu so
> ziemlich jeder Schlacht und jedem Scharmützel während des
> Bürgerkrieges mindestens 2 verschiedene Spiele gibt. Was aber
> ja gar keine Kritik gewesen sein soll. Ich würde was
> vermissen, wenn dem nicht so wäre.

Völlig Deiner Meinung. Und es ist höchst interessant für mich zu sehen, mit welch unterschiedlichen Mitteln die verschiedenen Designer versuchen, eine möglichst gute Simulation des entsprechenden Themas hinzukriegen.

Gruss

Ernst

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Michael Schramm

Re: Bürgerkriegsspiele in USA

Beitragvon Michael Schramm » 9. Juli 2002, 22:57

Hi Knut,

vor der Recherche, die hinter ( oder sollte man besser sagen:vor?) den Cosims steckt, ziehe ich ganz tief meinen Hut, was da an Arbeit geleistet werden muss ist wirklich beeindruckend. Aber regeltechnisch waren mir längst nicht so bedeutende Unterschiede aufgefallen, nur: in dieser Sparte bin ich absolut kein Profi und habe einfach zu wenig Spielerfahrung ( genauer: sehr geringe!). Diese Cosims waren und sind bisher nicht "mein Ding", wenn mir denn jemand hier den Virus einpflanzen würde... ich kann mich da an Spiele erinnern, die jahrelang in der Ecke lagen und dann durch einen Zufall plötzlich der Renner waren ( Tichu, Cosmic Encounter, Junta,es gibt sicher noch mehr). Nun denn, Lust auf eine neue Spielleidenschaft habe ich immer, wer weiß, ich fühle mich in jedem Fall nicht zu alt, neue Erfahrungen zu machen!

nice dice

Michael

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Ernst Knauth

Re: Bürgerkriegsspiele in USA

Beitragvon Ernst Knauth » 9. Juli 2002, 23:16

Michael Schramm schrieb:
> Du reagierst ja wirklich sehr mimosenhaft, wenn jemand Cosims
> ( Deine Lieblingsspielsparte?) - vielleicht wirklich aus
> Mangel an Infos- hier etwas abfällig bewertet.

Wenn durch eine leichtfertig geschriebene Behauptung ein total falscher Eindruck erweckt wird, sollte das richtig gestellt werden. Nur das habe ich getan. Und wenn Du das als mimosenhaft empfindest, hast Du eigentlich nichts verstanden. Mit irgend einer Lieblingssparte von mir hat das absolut nichts zu tun, denn ich spiele so ziemlich alles, nicht nur Cosims.

> Ohne mich
> jetzt auch einer Schelte aussetzen zu wollen: mich haben
> Cosims bisher nicht "vom Hocker gerissen", ich habe auch nur
> einige gespielt, danach aber nicht unbedingt das Gefühl
> gehabt, hier tiefer eindringen zu müssen.Aber auch nach
> meinen Kenntnissen sind die Themen entweder der Bürgerkrieg,
> das Altertum, die Napoleonische Zeit, der Zweite Weltkrieg
> oder ein Fantasythema - so arg innovativ finde ich das nicht!

Es werden so ziemlich alle historischen Konflikte abgehandelt, nicht nur die paar, von denen Du Kenntnis hast. Und mit Innovation hat das auch nichts zu tun, sondern eher die Methoden, mit der die Designer den Spielablauf möglichst nahe an die tatsächliche Historie anzunähern versuchen.

Gruss

Ernst

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Sylvia Berger

Re: Plagiate (Re: Wieso? Das verrate ich gern:)

Beitragvon Sylvia Berger » 10. Juli 2002, 08:39

Dann schau Dir mal den Link an.

Sylvia

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Joerg Junkersfeld

Re: Plagiate

Beitragvon Joerg Junkersfeld » 10. Juli 2002, 08:44

Sylvia Berger schrieb:
>
> Dann schau Dir mal den Link an.

In dem Artikel steht nichts ueber Spiele oder Spielehersteller. Ob IKEA plagiiert ist hier sicher nicht on topic.

Gruss,
Joerg

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Arne Hoffmann

Re: Plagiate (Re: Wieso? Das verrate ich gern:)

Beitragvon Arne Hoffmann » 10. Juli 2002, 09:30

Moin Joerg!

Ich denke, dass der Markt der Brettspiele noch nicht allzu haeufig von Plagiaten heimgesucht worden ist. Ich bin selber noch auf kein Plagiat gestossen, aber in der letzten Printausgabe der Spielbox war in dem Artikel ueber Ogallala u.a. ueber ein Plagiat des Spiels berichtet worden.

Das ist aber nur ein Beispiel fuer ein Plagiat, nicht aber dafuer, dass es in der Marktwirtschaft durch "Grosse" durchgedrueckt wurde :-) Fuer solche "Verschwoerungstheorien" ist meiner Meinung nach der Markt fuer Gesellschaftsspiele nicht gross genug - so enorme Absatzzahlen werden in dieser Sparte ja nun (leider!) nicht erzielt.

Tschoe,

- Arne -

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Stephan Valkyser

RE: Bürgerkriegsspiele in USA

Beitragvon Stephan Valkyser » 10. Juli 2002, 09:59

Die Cosimlandschaft hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Von einem Vergleich mit den "guten alten SPI-Zeiten" kann man kaum noch reden. Die alten SPI-Schätzchen, die früher immer Rekorderlöse auf Auktionen brachten, will heute kaum noch jemand haben. Woran liegt das?
Zum einen hat es vor allem durch die sogenannten "Card-driven" games (We the People, Hannibal, Paths of Glory usw.) einen unglaublichen Schub in Richtung innovative Design gegeben, bei dem sich vor allem GMT Games hervortun. An dieser wären jetzt z.B. auch andere innovative Designs wie z.B. Totaler Krieg (Decision Games) zu nennen, aber ich will nicht zu speziell werden.
Auf der anderen Seite ist die Optik, die grafische Aufmachung heute meilenweit vom Stand der SPI-Zeiten entfernt. Spiele wie z.B. das als "Norden&Süden" (Phalanx Games) neu aufgelegte "A House Divided" brauchen den Vergleich mit den Erzeugnisse der hiesigen Hersteller nicht mehr zu scheuen.
Langer Rede kurzer Sinn: In dem Cosim-Genre hat sich eine ganze Menge getan. Es ist im Moment lebendig wie vielleicht schon lange nicht mehr.

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Plagiate (Re: Wieso? Das verrate ich gern:)

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 10. Juli 2002, 10:02

Sylvia Berger schrieb:
>
> Dann schau Dir mal den Link an.
>
> Sylvia


... ähem ...was hat der bitte sehr mit dem Thema "Spiel" zu tun?

verwirrtte Grüße
Roland

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Sylvia Berger

Re: Plagiate (Re: Wieso? Das verrate ich gern:)

Beitragvon Sylvia Berger » 10. Juli 2002, 10:44

Ich verstehe Martins Posting so, dass es ihm generell um Plagiate durch Großkonzerne geht. Da ist m. E. viel Wahres dran.
Hat aber natürlich nichts direkt mit Brettspielen zu tun.

Um Spiel im weiteren Sinne (Holzspielzeug, Puppen etc.) geht es aber zum Beispiel im obigen Link. Hier tauchen Spiele bei den Jahrgängen 2002, 2001, 1992 und beim Plagiarius Toy Award auf. Hier sind es aber eher kleinere Firmen, die sich durch Plagiate hervortun. Vielleicht ist es aber trotzdem von Interesse.

Sylvia

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peer

[ganz schön OTig] Brecht

Beitragvon peer » 10. Juli 2002, 11:04

Hi,
Gustav der Bär schrieb:
>> Allenfalls könnten wir unsere Phantasie spielen lassen - aber
> von der Realität ist diese Vorstellung genau so weit entfernt
> wie Bert Brechts viel zitiertes "Stell dir vor, es ist Krieg
> und keiner geht hin."

MMh, um meinem Auftrag als Bildungsverbreiter ;-) weiter nach zu kommen, poste ich mal diesen Link:

http://www.zeit.de/2002/06/Wissen/200206_stimmts_brecht.html

ciao
Peer

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Günter Cornett

Re: Plagiate

Beitragvon Günter Cornett » 10. Juli 2002, 13:41

Joerg Junkersfeld schrieb:
>
> Sylvia Berger schrieb:
> >
> > Dann schau Dir mal den Link an.

besser den
http://www.plagiarius.com/awards_toy2000_2.html
bzw den:
http://www.gesellschaftsspiele.ch/forum/plagiarius.htm
oder den:

http://www.spielbox-online.de/indxtemp.html?/spielarchiv/sbswiese/spekulat.htm

Original:Speed(Adlung)/Plagiat:?(ASS) ist das einzige Beispiel, von dem ich weiss, wo ein größerer Verlag das Produkt eines kleineren plagiiert hat. Der Verlag ist dann auch pleite gegangen, allerdings der Größere ;-)


> In dem Artikel steht nichts ueber Spiele oder
> Spielehersteller. Ob IKEA plagiiert ist hier sicher nicht on
> topic.

Der Vergleich ist schon interessant. Warum gibt es das z.B. bei IKEA, warum nicht in der (Brett- und Karten-)Spielewelt ? Bei den o.g. Links geht es auch mehr um Puppen, um Design, wo generell viel Ähnliches auf dem Markt ist, abgekupfert (bis zur Markenpiraterie) oder parallel entwickelt.

In der Regel werden nur erfolgreiche Produkte plagiiert. Aber wer würde die Kolonisten von Katar (zu einem vermutlich höherem Preis als das Original) kaufen, geschweigen denn sich die Blöße geben, es herauszugeben ?

Der Preis für Spiele hängt mehr von den Produktionskosten ab und fast gar nicht von der Originalität der Idee oder des Designs.

Die Spieleszene ist zudem überschaubarer. Man kennt sich mehr oder weniger (zumindest innerhalb des deutschsprachigen Raumes). Gute Zusammenarbeit mit guten Autoren ist für einen Verlag mehr wert als eine geklaute Idee. Wer einen größeren Markt für das Spiel eines Kleinverlages beliefern kann, wird sich i.d.R. diese Spielidee auch kaufen können. Und das ist dann oft auch ein Segen für den Kleinverlag.

Die Lizenz für eine Spielidee kostet IMHO ca ein Drittel von dem was die Lizenz für Marken wie Micky Mouse, Herr der Ringe etc kostet. Trotzdem wird damit i.d.R. mehr (und vor allem risikoloser) Geld verdient, weil Spiele sehr häufig nach Thema und Design, weniger wg. der Qualität der Spielidee gekauft werden (siehe Sportspiele).

Der Wert einer guten Spielidee steht oft erst fest, wenn das Spiel sich Markt durchgesetzt hat. Wo verkauft man dann das Plagiat ?

Dass Markenlizenzen so teuer sind, erscheint zunächst einmal ungerecht, hat aber auch sein Gutes. Denn sonst würden nicht nur das 'Spiel des Jahres' sondern eine Menge anderer Produkte preiswerter in den Supermärkten verkauft werden, nur weil Frodo und Gandalf auf der Schachtel hocken. Matthias Hardel hat diesen Effekt für die 2%-Dumping-Marke ;-) 'Spiel des Jahres' treffend beschrieben:

http://www.spielbox.de/indxtemp.html?/sbmain/editoral.htm

Würde für das 'Spiel des Jahres' eine ähnlich hohe Lizenzgebühr genommen wie für Harry Potter & Konsorten wäre solch ein Preisverfall wohl ausgeschlossen... Aber ob das besser wäre... hmmm ...

Günter

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peer

Re: Plagiate

Beitragvon peer » 10. Juli 2002, 14:53

Hi,
Günter Cornett schrieb:
> http://www.spielbox-online.de/indxtemp.html?/spielarchiv/sbswiese/spekulat.htm
>
> Original:Speed(Adlung)/Plagiat:?(ASS) ist das einzige
> Beispiel, von dem ich weiss, wo ein größerer Verlag das
> Produkt eines kleineren plagiiert hat. Der Verlag ist dann
> auch pleite gegangen, allerdings der Größere ;-)

Mir fällt da auch nichts vergleichbarereres ein. Allerdings gabs da noch Stopp! von noris ist ein klares Plagiat von Tabu (MB). Hier hat ein kleinerer Verlag vom großen abgekupfert. Laut Pöppel Revue scheint wohl auch Illegal ein Plagiat (allerdings mit anderem Thema) von Grass (Eurogames) sein. - Ebenfalls ein kleinerer Verlag, der von einem grösseren abkupfert.
Scheinbar trifft die hier postulierte These im Spielebereich nicht zu, hier kupfern - wenn überhaupt (!) - eher kleinere Verlage bei den grösseren ab. Möglicherweise entstehen diese "Spielideen" aus Varianten heraus (man bedenke wie viele Schachvarianten auf dem Markt sind, z.B. Tschach, Mad-Mate, Troja-Schach...), aber das ist natürlich irgendwo Spekulation.
Das die "grossen" die "kleinen" also ausbeuten + unterdrücken ist (zumindest in dieser Form) in die Spieleszene imho nicht ersichtlich.


> Der Vergleich ist schon interessant. Warum gibt es das z.B.
> bei IKEA, warum nicht in der (Brett- und Karten-)Spielewelt ?

Gute Frage!

> Der Preis für Spiele hängt mehr von den Produktionskosten ab
> und fast gar nicht von der Originalität der Idee oder des
> Designs.

Eigentlich komisch, nicht war? Dabei kauft man ein Spiel doch ebenfalls aus "Design"-Gründen (Design der Spielidee). Warum ist die weniger Wert, als z.B. das Design eines Stuhls? Vielleicht nachprüfbarer? Oder gibt es einfach mehr Spieledesigner als Stuhldesigner? Ehrlich - Keine Ahnung!
Das viele Spieleerfinder schon froh sind, überhazpt veröffentlicht zu werden und sich nicht ums Geld scheren, vermag ich nicht ganz zu glauben - vor allem weil doch schon viele Spiele von Profis geschmiedet werden (Knizia, Kramer, Teuber...)

> Die Spieleszene ist zudem überschaubarer. Man kennt sich mehr
> oder weniger (zumindest innerhalb des deutschsprachigen
> Raumes). Gute Zusammenarbeit mit guten Autoren ist für einen
> Verlag mehr wert als eine geklaute Idee. Wer einen größeren
> Markt für das Spiel eines Kleinverlages beliefern kann, wird
> sich i.d.R. diese Spielidee auch kaufen können. Und das ist
> dann oft auch ein Segen für den Kleinverlag.

Das denke ich auch. Man kann daher Auto- Möbel oder IT-Wirtschaftslagen oder Mechanismen nicht einfach auf die Spieleszene übertragen...


> Der Wert einer guten Spielidee steht oft erst fest, wenn das
> Spiel sich Markt durchgesetzt hat. Wo verkauft man dann das
> Plagiat ?

Glaube auch nicht, dass das allzu viele kaufen würden - die Empörung wäre wohl doch recht groß.

ciao,
Peer

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Roland G. Hülsmann
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Re: Plagiate - hier: "Ligretto"

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 10. Juli 2002, 14:59

... und was ist mit "Ligretto"? Das ist doch wohl eindeuting (bis hin zur nahezu wörtlichen und bildlichen Regelübernahme) ein Plagiat von "Dutch Blitz" oder irre ich mich hier? Hier ein Link zu Dutch Blitz:

http://www.rgh-soft.de/sprace/dutchblz.htm

Gruß
Roland

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Niccolo
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RE: Bürgerkriegsspiele in USA - Totaler Krieg (Decision Games)

Beitragvon Niccolo » 10. Juli 2002, 15:07

Kannst du kurz anreissen, was bei "Totaler Krieg (Decision Games) " so innovativ ist?
(kenn ich nur vom Titel her)

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Günter Cornett

Re: Plagiate - hier: "Ligretto"

Beitragvon Günter Cornett » 10. Juli 2002, 15:08

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> ... und was ist mit "Ligretto"? Das ist doch wohl eindeuting
> (bis hin zur nahezu wörtlichen und bildlichen Regelübernahme)
> ein Plagiat von "Dutch Blitz" oder irre ich mich hier? Hier
> ein Link zu Dutch Blitz:
>
> http://www.rgh-soft.de/sprace/dutchblz.htm

wo es heisst:
|: Das Spiel geht vermutlich auf deutsche (oder holländische)
|: Einwanderer zurück, die es in die USA brachten. Dort war es
|: besonders bei den Amisch People (die deutscher Abstammung
|: sind) beliebt und fand den Weg in andere Gemeinschaften.
|: Die abgebildete Ausgabe stammt aus 1973, das Copyright ist
|: von 1960.

Wenn das Spiel sehr alt ist, dann ist es vermutlich Allgemeingut, wie z.B. Uno, welches schon lange als Maumau bekannt ist (von kleineren Änderungen abgesehen). Da gibt es dann wohl nur noch Rechte am Titel; ebenso bei Mensch-Ärgere-Dich-nicht/Pachisi.

Gruß, Günter

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Michael Schramm

Re: Bürgerkriegsspiele in USA

Beitragvon Michael Schramm » 11. Juli 2002, 00:05

Hallo Ernst,

ich finde es immer wieder toll wenn mir endlich wieder klar gemacht wird, dass ich eigentlich nichts begriffen habe, danke!

Gruß

Michael

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Ernst Knauth

Tschuldigung

Beitragvon Ernst Knauth » 11. Juli 2002, 00:39

Michael Schramm schrieb:
> ich finde es immer wieder toll wenn mir endlich wieder klar
> gemacht wird, dass ich eigentlich nichts begriffen habe, danke!

So war das nicht gemeint.
Wenn Du Dich gekränkt fühlst, möchte ich mich gerne entschuldigen.
Das war bestimmt nicht meine Absicht.

Lies doch einfach nochmal nach ...

Gruss

Ernst

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Michael Andersch

Re: Plagiate

Beitragvon Michael Andersch » 11. Juli 2002, 09:21

Günter Cornett schrieb:
> Der Wert einer guten Spielidee steht oft erst fest, wenn das
> Spiel sich Markt durchgesetzt hat. Wo verkauft man dann das
> Plagiat ?

Auf einem anderen Markt?
Beispiel: Spielidee setzt sich in Europa durch, ein findiger Chinese (z.B., könnte aber auch jeder andere sein - Ich möchte hiermit keine Chinesen diskriminieren) veröffentlicht das Spiel in ähnlicher / gleicher Form in China.
Ob das hier irgendjemand merken würde? Und falls ja - könnte man was dagegen tun???

VG
Micha

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peer

Re: Plagiate

Beitragvon peer » 11. Juli 2002, 10:24

Hi,
Michael Andersch schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > Der Wert einer guten Spielidee steht oft erst fest, wenn das
> > Spiel sich Markt durchgesetzt hat. Wo verkauft man dann das
> > Plagiat ?
>
> Auf einem anderen Markt?
> Beispiel: Spielidee setzt sich in Europa durch, ein findiger
> Chinese (z.B., könnte aber auch jeder andere sein - Ich
> möchte hiermit keine Chinesen diskriminieren) veröffentlicht
> das Spiel in ähnlicher / gleicher Form in China.
> Ob das hier irgendjemand merken würde? Und falls ja - könnte
> man was dagegen tun???

Das ist der Witz bei dem Spielemarkt - soweit ich weiss gibt es keine Brettspielszene in Asien. Als Markt bleiben folglich nur Europa, Australien (?) und Nord-Amerika. Die "grossen" sind zumindest in den USA und Europa recht präsent, so dass es schon auffallen würde (Das Plagiat von Ogallala fiel ja auch auf, und es war eines der sehr sehr wenigen Beispiele). Als Deutscher vergisst man recht schnell, dass der Markt für Brettspiele nirgendwo grösser ist als hier in Deutschland. Und da auch dieser Markt ja nun nicht so furchbar gross sind und alle anderen Märkte kleiner können Plagiate imho nicht so viel Schaden anrichten.
Ausnahme wäre der umgekehrte Fall: Ein findiger Chinese erfindet ein Spiel und bringt es in China auf den dort nicht vorhandenen Markt und Ravensburger (oder wer auch immer) würde das Spiel hier plagiatisieren. Doch für den Verlag ist es nicht wirklich teurer, den Chinesen zu bezahlen (zumal der froh sein dürfte, wenn er sein Spiel irgendwie los wird)...
ciao,
Peer

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Michael Andersch

Re: Plagiate

Beitragvon Michael Andersch » 11. Juli 2002, 10:39

peer schrieb:

> soweit ich weiss gibt es keine Brettspielszene in Asien.

dazu muss es ja nicht unbedingt eine Szene geben. Aber irgendjemand wird dort wohl auch irgendwas spielen, und womöglich nicht nur irgendwelche traditionellen Spiele, sondern auch was "Modernes".
Klar, der Markt dort ist wohl nicht der größte, aber wenn das Spiel was taugt, kostengünstig produziert und angeboten wird könnte sich wohl auch dort der eine oder andere Käufer finden.

VG,
Micha

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peer

Re: Plagiate

Beitragvon peer » 11. Juli 2002, 13:11

Hi,
Michael Andersch schrieb:
> Klar, der Markt dort ist wohl nicht der größte, aber wenn das
> Spiel was taugt, kostengünstig produziert und angeboten wird
> könnte sich wohl auch dort der eine oder andere Käufer finden.

Die Frage ist nur - wie viele? Aus Posting hier weiss ich, dass es keine Brettspielläden dort gibt und der Normalbürger dort wohl wirklich nur klassisches spielt. Und wenn dort tatsächlich was plagiatisiert wird und von den 2-3 Leuten (ja untertrieben, aber viele sind s ja nicht) gekauft wird, ist der Schaden wohl marginal und kaum fürdie Verlage zu spüren (wenn überhaupt) und nicht mit dem Schaden zu vergleichen, um den es in den vorheriegen Postings geht. Es ist schon ein Unterschied, ob IKEA Plagiate auf den Markt bringt, oder ob in Asien (oder wo auch sonst) jemand ein Spieleplagiat rausbringt, dass sich nur an sehr wenige Leute verkaft.
ciao,
Peer

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Michael Schramm

Alles klar!

Beitragvon Michael Schramm » 11. Juli 2002, 21:00

Hi Ernst,

schon vergeben, vielleicht hätte ich bei meinem Posting noch einen Smilie setzen sollen!:smile:

nice dice

Michael


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