Beitragvon Günter Cornett » 10. November 2004, 12:04
Stefan schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > > Anders rum wird ein Schuh draus. Kosims als gewaltverrlichend
> > > zu bezeichnen ist eine unüberlegte Affektantwort. :razz:
> >
> > Affekt worauf?
>
> Das mußt Du denn Autor fragen.
Der Autor obiger Zeilen bist du. ;-)
> Kann mir seine
> Voreingenommenheit gegenüber Kosims eben auch nicht erklären.
>
> > Der Ausdruck Kosim/Cosim ist bereits Teil einer Imagekampagne.
> > In Amiland heisst das ganz unverblümt 'war game' - Kriegsspiel.
>
> ... Ist also keine Imagekampagne,
> sondern eher Schutz vor Mißverständnissen und eben diesem
> "Schubladendenken" (Kriegsspiel=gewaltverherrlichend, böse,
> dumm), wenn im deutschen Sprachraum das Wort "Kosim" dem Wort
> "Kriegsspiel" vorzuziehen ist.
Es geht dabei schon um das Image von Kosims. Denn natürlich sind Kosmis Kriegsspiele. Soviel weiss ich, dass es dabei nicht in erster Linie darum geht, den verlauf realer Schlachten nachzustellen sondern wie bei allen Spielen, den Gegner spielerisch zu besiegen. Also nicht wirklich eine Simulation. Da zumeist eine historische oder eine angenommene zukünftige (egal wie abwegig) Realität Ausgangspunkt ist, kann ich mit dem Begriff Simulation durchaus leben.
Jedoch Konflikt ist ein weit gefasster Begriff. Bei fast allen Brettspielen geht es darum, Konflikte mit seinem Mitspielern auszutragen. 'Konflikt' ist also kein Unterscheidungsmerkmal sondern ein Mittel das Wort Krieg zu kaschieren - was übrigens auch in der Realität so gemacht wird. Ich habe jedenfalls noch kein Kosim gesehen, bei dem Schul- oder Ehekonflikte mit Pappcountern nachgespielt werden. ;-)
Kosims sind also ganz speziell Kriegssimulationen. Soweit es sich um historische Konflikte handelt, mag eine Motivation für die Simulation sein, dass sie im Spiel ein Bild von der damaligen Zeit liefert, spannend und interessant, aber ohne den Krieg gutheissen zu müssen. Dann gibt es Kriegsspiele (und daran zeigt sich IMHO die Berechtigung des Begriffs Simulation), die sich unter völlig fiktiven Gegebenheiten abspielen. Was aber ist mit Kriegsspielen, die von der Situation in der Gegenwart oder nahen Zukunft ausgehen? Ich weiss nicht, ob es das als 'Kosim' gibt, aber Halo2 hat einen solchen Ansatzpunkt (der genetisch modifizierte Supersoldat der die Menschheit vor der Vernichtung rettet).
Soetwas hat seine Entsprechung in der Realität. Im Irak werden neue Waffen gegen das 'Böse' eingesetzt, vorgeblich um die Menschheit vor dem Terrorismus zu retten, aber tatsächlich doch aus anderen Gründen. Hier findet durch Spiele wie Halo2 IMHO eine Konditionierung statt, die auch Auswirkungen auf die Realität haben. Ich weiss aber nicht, ob das auch für Kosims gilt.
Mir fällt da z.B. Fortress America ein (Plastikfiguren statt Pappcounter - Kosim oder Kriegspiel?), wo die 'böse Welt' über die USA herfällt (Russen, Japaner oder Chinesen, Dritte Welt - wenn ich mich recht erinnere) und das Bild von 'Amerika gegen den Rest der Welt' popagiert. Je nachdem, wo es gespielt wird, wird diese Konstellation wohl eher als witzige Idee oder aber als reale Bedrohung aufgefasst. Die Frage, ob ein Spiel kriegsverherrlichend wirkt ist eben nicht nur eine Frage des Spiels sondern auch der Spieler und des Umfelds.
> > Jo, wenn du das so lesen [i]willst[/i], ist dir natürlich
> > nicht zu widersprechen.
> > Ich habe 'gewaltverherrlichend __oder beinhaltend__' gelesen.
>
> Ich finde die Formulierung recht eindeutig. Aber da kann man
Ich auch ;-)
> mal sehen, welche Gefahren die deutsche Sprache in sich
> bietet. Und wir wundern uns wie man so manche Spielregel
> falsch oder unterschiedlich interpretieren kann ;-)
Insbesondere bei unterschiedlich möglichen Interpretationen empfiehlt es sich den gesamten Text zu lesen und sich auf die Gesamtaussage zu beziehen. Oliver hat darin nicht Kosims angegriffen sondern einfach etwas zu unterschiedlichen Einstellungen in USA und Europa zum Thema Krieg gesagt (etwas was inhaltlich mit dem von dir gesagten übereinstimmt). Es war nicht feindseilig gegenüber Kosims. Wenn du darin einen sachlichen Fehler siehst hättest du das sicherlich ebenso sachlich korrigieren bzw. konkretisieren können anstatt ihn dafür anzumachen.
Gruß, Günter