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Kompetenz in Fachgeschäften

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Lindemann Brigitta

Re: Katalog "Lieferbare Spiele"

Beitragvon Lindemann Brigitta » 4. Dezember 2001, 17:50

Arno C. Hofer schrieb:
> Du hast schon recht, lieber Knut, mir ist das auch bekannt -
> aber warum kauft zum Beispiel die "Fachgruppe Spiel" in der
> Bundeswirtschaftskammer (bei uns, wie das bei Euch in
> Deutschland heißt weiß ich nicht) keine Internet-Lizenz davon
> beim Friedhelm Merz-Verlag als Dienstleistung für Ihre
> Händler an, wieso vergibt diese "Fachgruppe" keine
> ISGN-Nummer, wobei auch schon eine ESGN (European Standard
> Game Number) reichte ? Das halte ich - gelinde gesagt - für
> "verstaubt und verzopft".
>
> Einige, wenige, wirklich engagierte Spieleläden kennen diese
> "Datenbank als Loseblattsammlung" und aktualisieren sie sich
> jährlich durch Bestellung der Blätter (leider gibt's keine CD
> oder Web-fähige Version), doch seit es das TB nicht mehr
> gibt, ist ihre Verbreitung und damit auch ihre Akzeptanz,
> glaube ich, wesentlich geschrumpft.

Jetzt werden manche sagen: Immer wieder dieser Vergleich mit Büchern. Den VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) gab es meines Wissens immer nur in der gebundenen Form - und damit auch entsprechend teuer - inzwischen ist er nur noch auf CD bzw. übers Internet abrufbar, dafür aber immer auf dem neuesten Stand. Könnten sich nicht alle Spieleverlage zusammentun, um ein ähnliches System zu entwickeln und nicht den Merzverlag hier "im Regen stehen lassen"?
Brigitta

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Katalog "Lieferbare Spiele"

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 4. Dezember 2001, 21:31

Ich denke, eine auf Papier herausgegebene Datenbank, die auch noch seltener als monatlich aktualisiert wird, tendiert zur Sinn- und Wertlosigkeit. Wenn ich zu meinem Spielehändler gehe, will ich wissen, ob die Neuigkeit schon lieferbare ist (und da interessieren mich historische Betrachtungen über die vergangenen Monate und Jahre wenig). Und wenn es lieferbar ist, will ich es auch innert 3-5 Tagen abholen können. Bei Büchern geht das auch. Natürlich müssen diese Daten im Internnet zur Verfügung stehen. Wie sonst sollten sie aktuell sein? Es müßte im Interesse des Spielehandels sein, daß es die Liste gibt und von dort müßte sie gepflegt werden. Und jeder Händler müßte Zugang dazu erhalten verbunden mit der Möglichkeit alle lieferbaren Spiele auch darüber zu bestellen. Es kann doch nicht angehen, daß einige Läden die neuen Spiele schon sofort führen (das sind immer die, die über 200 km weg von Nußloch sind) und die anderen sie erst Wochen später bekommen ... und wieder andere gar nicht, weil sie von bestimmten Verlagen geschnitten werden oder erst ganz zum Schluß dran kommen.

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Lindemann Brigitta

Re: Katalog "Lieferbare Spiele"

Beitragvon Lindemann Brigitta » 4. Dezember 2001, 23:51

Roland G. Hülsmann schrieb:
>Natürlich müssen diese Daten im
> Internnet zur Verfügung stehen. Wie sonst sollten sie aktuell
> sein? Es müßte im Interesse des Spielehandels sein, daß es
> die Liste gibt und von dort müßte sie gepflegt werden. Und
> jeder Händler müßte Zugang dazu erhalten verbunden mit der
> Möglichkeit alle lieferbaren Spiele auch darüber zu
> bestellen.

Ich glaube, dass gerade das der Knackpunkt ist. Für den VLB haben sich die diversen Buchhandelsgeschäfte und Verlage zusammen getan und den VLB gemeinsam betreut und herausgegeben. Damit haben übrigens gerade auch die kleinen Verlage eine Chance, weil ihre Veröffentlichungen in diesem Katalog auf jeden Fall erwähnt werden, wenn es auch etwas länger dauert, bis man diese bekommt, weil sie bei den Grossisten selten oder gar nicht auf Lager sind. Für ein entsprechende Verzeichnis müssten sich halt die Spieleverlage und -händler (klein und groß) zusammentun. Vielleicht hapert's da einfach noch am gemeinsamen Gespräch. Wenn dann eine solche Datenbank zur Verfügung steht, dann kann jeder Händler die gewünschten Spiele besorgen, wobei mir deine Angabe von 3 - 5 Tagen etwas zu optimistisch erscheint vor allem für Kleinverlage. Denn da habe ich auf dem Buchsektor auch schon die Erfahrung gemacht, dass es bei bestimmten Büchern auch schon mal länger dauern kann, wenn sie von Kleinst- oder Spezialverlagen verlegt werden. Wenn du geschrieben hättest 3 - 5 Arbeitstage, sähe die Sache in meinen Augen realistischer aus.

Es kann doch nicht angehen, daß einige Läden die
> neuen Spiele schon sofort führen (das sind immer die, die
> über 200 km weg von Nußloch sind) und die anderen sie erst
> Wochen später bekommen ... und wieder andere gar nicht, weil
> sie von bestimmten Verlagen geschnitten werden oder erst ganz
> zum Schluß dran kommen.


Als vor Jahren bei uns ein Fachgeschäft in andere Hände übergegangen war, bekam ich plötzlich Spiele aus bestimmten Verlagen (ähnlich war es bei CDs ud Kassetten), die ich dort immer erstehen konnte, plötzlich nicht mehr, weil dieses Geschäft - obwohl nicht neu, sondern nur in andere Hände übergegangen - viel höhere Mengen hätte abnehmen müssen als die Vorgänger, was sich die Inhaber nicht trauten. Vielleiht wäre es besser gewesen, sie hätten sich getraut, denn nach 2 Jahren haben sie dann das Handtuch geworfen und das Geschäft aufgegeben - ein Geschäft, das sehr gut eingeführt war und über einen großen Stammkundenkreis verfügte.
Brigitta

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Lindemann Brigitta

Re: Katalog "Lieferbare Spiele" (war: Krokodil ..)

Beitragvon Lindemann Brigitta » 5. Dezember 2001, 01:01

HBS schrieb:
> Warum's das nicht längst gibt, habe ich mich auch schon oft
> gefragt... weiß irgendwer zufällig (es scheinen ja doch recht
> viele Buchhändler/Biblothekare hier zu sein...), wie's zum
> "Verzeichnis lieferbarer Bücher" kam und zu den ISBNs?

Wie es dazu kam, weiß ich immer noch nicht. Aber durch deine Frage angestoßen habe ich mich mal auf die Suche gemacht und weiß jetzt wenigstens, seit wann es die ISBN gibt:
ISBN: : mehrstellige Nummer, die seit 1973 jedes Buch erhält
Quelle: DUDEN - Das große Fremdwörterbuch - immer eine zehnstellige Zahl
Die 1. Ziffer bezeichnet die Sprachgruppe (3 = Deutschland, Österreich, Schweiz), dann folgt die Verlagsnummer (Anzahl der Ziffern je nach Größe des Verlages) , dann die Titelnummer des Buches (Anzahl der Ziffern ebenfalls von der Größe des Verlages abhängig - je kleiner der Verlag desto weniger Ziffern) und zum Schluss die Computer-Prüfziffer, die gleichzeitig aber auch ein Teil der Titelnummer des Buches ist
ähnlich übrigens die ISSN - Internationale Standardnummer für die fortlaufenden Sammelwerke (Zeitungen, Zeitschriften, zeitschriftenartigen Reihen und Schriftenreihen) = achtstellig
Brigitta

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

Re:Über die Unmöglichhkeit eines Kataloges "Lieferbare Spiele"

Beitragvon Arno C. Hofer » 5. Dezember 2001, 01:56

Lieber Roland,

mittlerweile kriege ich durch Hinweise recht gute Einblicke in die Vertriebswege der Verlage. Die sind teilweise wirklich abenteuerlich und interessant: es stellt sich nämlich heraus, dass ein und derselbe Verlag auf drei bis vier unterschiedlichen Wegen seinen Vertrieb bewerkstelligt:
[ol]1. er verkauft an einen Großhändler ein bestimmtes Kontingent (und hat dann keinen Einfluß darauf, an welchen Einzelhändler, an welche Kette, etc. dieser GH seine Spiele zu welchen Konditionen weiterverkauft ...
2. gibts gewisse Großkunden, die ein bestimmtes Kontingent bestellen und wenn sich das "Lager nicht in einer gewissen Zeit dreht" nigelnagelneue Spiele auch schon nach drei Monaten (oder sogar noch früher) verramschen ...
3. beliefert der Verlag engagierte Einzelhändler auch einzeln und
4. bekommenn manche Kunden Spiele auch direkt aus dem Verlag geliefert.[/ol]

Es wird mir versichert: alle bekommen denselben Preis, außer natürlich bei einer wirklichen Großabnahme, auf die zu verzichten sich die meisten "Klein(st)verlage" (Ihr seht ich halte das mit den Anführungszeichen für "Klein[st]verlage" durch !!") natürlich nicht leistenn können.

Dass bei einem derartigen Durcheinander kein Katalog "lieferbarer Spiele" möglich ist, ist evident. Momentan scheint da wirklich ein mörderischer Verdrängungswettbewerb zu herrschen - und die meisten "Kleinen" wissen nicht mehr, an wen sie sich halten sollen ... Bei Spiele-Spezialläden werden meist die Großen (wegen ihrer Unverschämtheit) rausgekippt, Kaufhäuser wollen die "Klein(st)verlage" nicht, Großhändler gehen auf Nummer sicher, engagierte Läden fragen "ausgezeichnete Spiele" (Preisträger) auf Kundenanfrage bei den Verlagen nach, die, die Spiele als Lockangebote brauchen scheren sich um überhaupt nichts als den "roten und nun auch blauen Pöppel" ... Das offensichtlich ist freier Markt. Und Spiele werden ge- und behandelt wie Waschmittel ... Ich warte nur darauf, dass z.B. REWE, ALDI, EDUSCHO oder wie sie alle heißen "Markenspiele" als IHRE Produkte verpacken lassen und du bei Ihnen dann z.B.: "Tikal" als "Palenque", "Uxmal" oder "Theotuaxan" erwerben kannst, viel günstiger als als Markenartikel mit dem blauen Dreieck obwohl es ein und dasselbe Spiel ist ...

Arno

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Lindemann Brigitta

Re:Über die Unmöglichhkeit eines Kataloges "Lieferbare Spiele"

Beitragvon Lindemann Brigitta » 5. Dezember 2001, 02:50

Arno C. Hofer schrieb:
"Momentan scheint da wirklich ein mörderischer Verdrängungswettbewerb zu herrschen - und die meisten "Kleinen" wissen nicht mehr, an wen sie sich halten sollen ... Bei Spiele-Spezialläden werden meist die Großen (wegen ihrer Unverschämtheit) rausgekippt, Kaufhäuser wollen die "Klein(st)verlage" nicht, Großhändler gehen auf Nummer sicher, engagierte Läden fragen "ausgezeichnete Spiele" (Preisträger) auf Kundenanfrage bei den Verlagen nach, die, die Spiele als Lockangebote brauchen scheren sich um überhaupt nichts als den "roten und nun auch blauen Pöppel" ... Das offensichtlich ist freier Markt. Und Spiele werden ge- und behandelt wie Waschmittel ... "

Das von dir geschilderte Szenario ist erschreckend. Na dann - gute Nacht!!!!
Brigitta

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Jürgen Schmidt

Re: positives Beispiel: AS

Beitragvon Jürgen Schmidt » 5. Dezember 2001, 09:28

Markus Barnick schrieb:
>
> ich wundere mich immer wieder über den Versender Adam Spielt.

Dem kann ich nur zustimmen. Wir haben schon einige Bestellungen dort aufgegeben und es hat immer alles super geklappt.

Nach Petras Leidensgeschichte (s.o.) waren die Spiele innerhalb von 5 Minuten bestellt. Man bekommt dort auf die Frage "Haben Sie Winhard?" nicht "Hä?", sondern 'OK' als Antwort.

Jürgen (Fan)

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Jürgen Schmidt

Re: positives Beispiel: AS

Beitragvon Jürgen Schmidt » 11. Dezember 2001, 14:26

Markus Barnick schrieb:
> Da ruft man, wird immer freundlich begrüßt, gut beraten und
> der Katalog ist auch eine Beratung mit Note 1 A. Und der
> Service ist auch gut.

Stimmt, den Katalog habe ich gar nicht erwähnt, der ist super und sollte als Referenz für manch ein Fachgeschäft dienen (bzw. wird von denen als Referenz hergenommen).

Allein der Katalog ist für mich ein Grund, bei Adam spielt einzukaufen, selbst wenn andere Händler billiger wären.

Jürgen (kauft gerne)

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KMW

Re: Katalog "Lieferbare Spiele" (war: Krokodil ..)

Beitragvon KMW » 12. Dezember 2001, 10:39

....und jetzt endlich kann ich auch verraten, dass es das Verzeichnis lieferbarer Spiele wieder geben wird, weil das Taschenbuch Spiel neu aufgelegt wird. (siehe aktuelle Meldung vom 12.12.)
KMW


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