Hallo Tobias,
> Ich bin Referendar an einer Schule für Lernhilfe. Und
> demnächst habe ich einen Prüfungsbesuch, in dem ich
> sinnentnehmendes Lesen als Schwerpunkt habe. Ich wollte gerne
> Spielanleitungen als Thema nehmen (motivierend, Inhalt kann
> in Handlung umgesetzt werden, partnerschaftlich, etc.).
prima Idee!
> Kenntjemand von euch Spiele, die
> zum einen eine relativ einfache Spielregel besitzen
> und zum anderen eine etwas ungewöhnlichere Spielidee haben
> (also nicht die klassischen Brettspielregeln wie bei
> Mensch-ärger-dich-nicht oder ähnliches, denn dann braucht man
> sich ja die Spielanleitung auch nicht durchlesen. Es müsste
> schon notwendig sein, die Spielregeln zu lesen.)
Kennst du "Maniki" von Dominique Ehrhard?
Falls nicht, findest du u.a. hier
http://www.hall9000.de/rezi.pl?spiel=manikieine aussagekräftige Darstellung.
Das Spiel ist zweifellos sehr originell, und uns macht es einen tierischen Spaß.
Da ich nicht weiß, was eine "Schule für Lernhilfe" genau ist und macht, kann ich nicht beurteilen, ob die kombinatorische Anforderung bei diesem Spiel deine Klientel womöglich überfordert. Eventuell könnte man die Schüler in Teams spielen lassen, um individuellen Frust zu minimieren.
Die Spielregel ist einfach, hat entsprechend wenig Text und ist zudem reichlich illustriert. Nichtsdestoweniger wird man das Spiel ohne ihre Lektüre u. Verständnis nicht spielen können.
Von daher könnte ich mir vorstellen, dass es für deine Zwecke geeignet ist.
(Vielleicht könnte man der Regellektüre vorentlastend eine kurze Kleingruppendiskussion vorschalten, wo darüber spekuliert wird, wie ein Spiel mit diesem Material wohl funktionieren mag...)
Viel Erfolg beim "Prüfungsbesuch" :eek: wünscht
Ulrich
Anmerkung: Von der Variante, ohne den Befehl "NI" zu spielen, halte ich überhaupt nichts. Sie macht das Spiel nicht wirklich schwerer (zu gewinnen), sondern nur schwerfälliger und variantenärmer. Die Kommandofolgen werden zwar tendenziell länger, aber die Vielfalt der Lösungswege wird stark eingeengt, so dass die Spieler oftmals nur ein und denselben Lösungsweg - nur eben unterschiedlich schnell - "abarbeiten". Es ist aber gerade der Witz bei "Maniki", dass ein "Brute Force"-Spieler, der blitzschnell eine umständliche (weil schematische) Lösung durchrechnet, gegen einen langsameren Brüter, der erstmal ein paar Sekunden in "laterale" Analyse investiert, verlieren kann!