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Cherubim von Dirk Henn

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Wolfgang Ziemer

Cherubim von Dirk Henn

Beitragvon Wolfgang Ziemer » 17. September 2005, 11:18

Hallo zusammen!

Hat eventuell jemand von Euch das Spiel schon gespielt und kann sagen ob es lohnenswert ist, vielleicht sogar etwas über den Spielablauf (sozusagen ein kleines PEEP) schreiben. Sicher gibt es auch noch einige andere, die daran interessiert wären.

Gruß Wolfgang

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freak
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[PEEP] Cherubim von Dirk Henn

Beitragvon freak » 17. September 2005, 14:11

Na dann versuch ich es mal:

In dem Spiel Cherubim geht es darum, sich in Projekten zu engagieren und dadurch sog. Engelspunkte zu erlangen.
Es gibt
3 kleine Spielpläne
18 Spielkarten
180 Projektsteine
108 Engelsteine
36 Bonusplättchen
und 3 Markierungssteine.
Auf jedem Spielplan gibt es eine Art "Rundkurs", sprich einen Weg, der mit Abzweigungen in sich geschlossen ist und an jedem der pro Plan abgebildeten 6 Projekte mehrmals vorbeiführt. Diese Kurse bestehen aus verschieden-farbigen Feldern (in dem Fall Federn), z.B. blau, rot, blau, schwarz, gelb, grün, rot, usw...

Spielvorbereitung:
Auf jedes der 18 Projekte werden je 2 Bonusplättchen verdeckt gelegt und dann aufgedeckt. Auf den Plättchen befinden sich Werte von 1-6.
Jeder Spieler erhält 18 Engelsteine seiner Farbe, dazu bekommt nach einem bestimmten Verfahren jeder Spieler 3 Spielkarten. Die Karten sind von 1-18 durchnummeriert. Neben dieser Nummer ist noch eine Anzahl an Projektsteinen angegeben, die erst später wichtig wird.
Jeder Spieler zieht als Grundlage 3 Projektsteine blind und legt sie vor sich ab.
Mit den übrigen Projektsteinen werden je nach Anzahl der Spieler sog. Pools gebildet. Man zieht die Steinen blind aus einem Beutel und Pool1 besteht aus 1 Stein, Pool2 aus 2, Pool3 , usw... Es werden so viele Pools wie Spieler teilnehmen gebildet.
Pro Spielplan wird ein Markierungsstein auf dem Startfeld platziert.

Spielablauf:
Jeder Spieler sucht sich eine seiner Spielkarte aus und legt sie verdeckt vor sich ab. Dann werden alle gleichzeitig rumgedreht. Der Spieler mit dem höchsten Wert beginnt, darauf der mit dem zweithöchsten Wert und so weiter. Die Karte bleibt offen vor dem Spieler liegen.
Der Spieler hat dann drei Möglichkeiten:
a) einen der ausliegenden Pools an Projektsteinen nehmen. Dabei ist zu beachten, dass man nie mehr wie 6 Steinen in seinem Vorrat haben darf. Ist ein Pool plus der eigene Vorrat größer wie 6 Steine, kann man den Pool nicht nehmen.
b) sich für ein Projekt engagieren.
Man legt vom Markierungsstein ausgehend in eine der möglichen Richtungen (sprich, das nächste Feld darf noch nicht belegt sein) seine Projektsteine auf die gleichfarbigen Felder des Rundwegs. Man kann beliebig viele Steine legen, sofern die Farben stimmen und man sie im Vorrat hat.
Da jedes Feld des Weges an min. 1 Projekt angrenzt, kann man nun für jeden gespielten Projektstein einen seiner Engelssteine in dieses Projekt legen oder, wenn man sich in diesem Projekt schon mal engagiert hat, seinen Stein eine Stufe weiter nach oben schieben. In jedem Projekt gibt es eine Skala von 1-7. Wenn ein Feld an mehrere Projekte grenzt, kann man sich für jedes Feld aussuchen, in welches Projekt man sich engagiert, d.h. man muss nicht sich für alle gespielten Steine in EIN Projekt engagieren, sondern ist variabel.
Sobald der Spieler seinen Weg beendet hat, wird auf den letzten ausgelegten Projektstein der Markierungsstein gesetzt, sodass der nächste Spieler, der Steine auf diesem Plan auslegen will, an dieser Stelle weitermachen oder einen auf einem anderen Plan ausweichen muss. Man darf aber nicht auf mehreren Plänen in einem Zug gleichzeitig ausspielen. Also wenn man Steine auslegt, muss man sich für einen Plan entscheiden. In der nächsten Runde kann man natürlich wieder einen anderen wählen.
Endet ein Weg so, dass um ihn herum kein freies Feld mehr ist, darf der Spieler auf einem beliebigen Feld des gleichen Plans, auf dem ein Projektstein liegt und ein benachbartes Feld frei ist, weiterspielen, sofern er die passende Farbe spielen kann. Hat er diese nicht, bleibt der Markierungsstein auf dem letzt ausgelegten Stein in der "Sackgasse" stehen und der nächste Spieler hat die Möglichkeit, sich einen Stein zum Weiterziehen auszusuchen.
c) Projektsteine tauschen
Der Spieler kann seine Projektsteine tauschen, indem er blind welche aus dem Beutel zieht. Allerdings darf er max. so viele Steine tauschen, wie auf seiner in dieser Runde gespielten Spielkarte angegeben sind. Besonderheit hier ist: er zieht erst welche und entscheidet dann mit denen, die er schon besitzt, welche er wieder abgibt. Er muss so viele wieder abgeben, wie er gezogen hat.

Jeder Spieler macht nacheinander eine dieser drei Aktionen, danach jeder Spieler in der gleichen Reihenfolge noch einmal.

Nach diesen zwei Aktionen werden neue Pools gebildet. Und zwar zieht jeder Spieler die Anzahl an Projektsteinen, die auf seiner aktuellen Spielkarte angegeben sind. Damit sind die Pools für die nächste Runde gebildet.

Jetzt beginnt der Spielablauf wieder von vorne. Jeder Spieler legt verdeckt eine Spielkarte vor sich hin und so weiter...

Besonderheit: Nach jeder zweiten Doppelrunde (jeder Spieler hat also zwei Spielkarten ausgespielt und noch eine auf der Hand) werden die ausgespielten Karten an den linken Nachbarn weitergegeben und wieder auf die Hand genommen.

Das Spiel ist zu Ende, wenn man nicht mehr genügend Projektsteine zum Nachziehen hat.

Das Wichtigste: Wie kriegt man Punkte?
Für jedes Projekt, in das sich ein Spieler engagiert hat, erhält er schon mal zwei Punkte.
Dazu kommen aber jetzt die Bonusplättchen.
Wer sich am meisten in einem Projekt engagiert hat (also wer höher auf der Skala von 1-7 steht), bekommt von den beiden Bonusplättchen den höheren Wert, der sich am zweit meisten engagiert hat, das niedrigere Plättchen. Alle anderen bekommen nur die 2 Punkte für ihr Engagement.
Bei Gleichstand bekommt derjenige die Punkte, der als erster auf dieser Stufe war.
Wer die meisten Punkte hat, ist der Sieger.

Fazit: Sicherlich ist das Thema etwas aufgesetzt, aber Dirk Henn hat trotzdem die Kurve gekriegt und den ernsten Hintergrund doch gut abgebildet.
Das Spiel selbst hat in unserer Runde Spaß gemacht, weil es doch einige taktische Kniffe bietet und man damit seine Mitspieler gerne ärgern kann. Z.B. kann man den Weg auch mal beenden, obwohl man selbst noch weiterlegen kann, weil der nächste Spieler die Farbe nicht besitzt und auch keine Projektsteine mehr nehmen kann, weil er das 6er-Limit überschreitet und somit tauschen muss bzw. eine Runde nichts auf diesem Plan ausspielen kann. Solche Konstellationen kamen häufiger vor.
Auch das Abwägen, ob man sich in einem Projekt häufiger engagiert oder sich lieber in vielen verschiedenen versucht, ist spannend. Vor allem dadurch, dass die zu erlangenden Bonuspunkte von Projekt zu Projekt verschieden sind.

Das Spiel bietet spielerisch doch einiges, das Material ist sehr gut (alle Steine sind aus Holz, die Pappe stabil) und in dem Ablauf ist man schnell drin, sodass keine langen Wartezeiten entstehen.
Zu dritt zieht sich das Spiel ein wenig, aber es gibt eine Variante, das Spiel zu verkürzen, mit mehr Spielern wird es spaßiger.

Cherubim wird sicherlich noch einige Male in unserer Runde auf den Tisch kommen. Wen ein ernstes Hintergrundthema nicht stört und wer ein "Nicht-Gehirnverdreher"-Spiel mag, sollte es sich ruhig mal anschauen.
Gesehen habe ich es bisher in dem Shop bei Missio als auch bei der Spielgilde.

Cherubim - das Spiel zur Aktion Schutzengel
Dirk Henn
3-6 Spieler
ab 10 Jahren
60 - 90 min.

Viele Grüße
freak, der PEEP's schreiben gar nicht mag, PEEP's spielen schon viel lieber :)

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Wolfgang Ziemer

RE: [PEEP] Cherubim von Dirk Henn

Beitragvon Wolfgang Ziemer » 17. September 2005, 16:31

Hallo Freak!

Danke dass du dir die Mühe gemacht hast. Das hat mir (und sicher auch einigen anderen) sehr weitergeholfen bei einer möglichen Kaufentscheidung.

Gruß Wolfgang

PS. Weiss zufällig jemand ob das Spiel in Essen an einem der Stände erhältlich sein wird?


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