Beitragvon Veda Ssu » 5. Januar 2006, 13:29
Hallo Tom,
wir haben auf der Messe sowohl Abusir, als auch Aggersborg gekauft. Ich persönlich bin ein absoluter Fan von Abusir, mein Freund ist der größere Fan von Aggersborg. Beide Spiele sind mit sehr viel Liebe und Handarbeit in Kleinstauflage hergestellt und jeweils handsigniert. Daher finde ich die Preise der beiden Spiele durchaus gerechtfertigt.
Aggersborg erinnert mich etwas an 4 gewinnt, allerdings komplexer und mit 4 mitspieler, und mit dem schöneren Thema. Aber im Prinzip geht es genauso darum, 4 Steine gleicher Farbe, oder alternativ 4 Steine in 4 verschiedenen Farben in bestimmten Konstellationen aufs Spielbrett zu bekommen. Es gibt teilweise Möglichkeiten auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu punkten, manchmal steht man vor der Entscheidung, ob man nun selber punktet, oder lieber die Möglichkeit des Gegners zu punkten vereitelt. Zusätzlich haben die Karten, die die Zugreihenfolge bestimmen noch ein paar Sonderfunktionen, womit man z. B. auch Steine wieder entfernen kann, bestimmte Stadtviertel übergangsweise vom Bau ausschließen kann, oder so.
Abusir, wie gesagt mein klarer Favorit, ist nicht nur ein sehr schönes Taktik-Mehrheitenspiel, es bringt durch einen witzigen Zugmechanismus der Steineschlitten Bewegung an den Tisch. Es gibt 3 Steinbrüche mit Bausteinen in jeweils einer Farbe, mit denen an verschieden Bauplätzen Pyramiden gebaut werden. Die Bausteine werden zunächst immer auf ein Schiff geladen, das einen Fluss entlang fährt. Von verschieden Anlegestellen aus, kann man dann Steine vom Schiff auf den eigenen Schlitten laden, vom eigenen Schiff darf man mehr Steine herunter nehmen, als von fremden Schiffen. Zusätzlich muss die Gesamtladekapazität des Schlitten berücksichtigt werden. Das interessante an dem Spiel ist nun der Zugmeschanismus, wie die Schlitten von den Anlgestellen zu den Pyramidenbauplätzen und zurück bewegt werden. Die Schlitten sind aus Kork, an der Unterseite mit Filz, damit sie auf dem Spielbrett zwar rutschen, aber nicht zu leicht. An der Spitze des Schlitten ist ein Pöppel in der eigenen Spielsteinfarbe aufgeklebt. Dieser Pöppel bekommt einen Metallring um den Kopf gehängt. An dem Ring ist ein Faden. Der Faden ist an einem Papprechteck festgemacht. Dieses Papprechteck muss außerhalb des Spielplans, quer oder hochkant, was gerade sinnvoll erscheint, positioniert werden. Dann wird an dem Faden, der an dem Schlitten hängt und durch ein Loch in dem Papprechteck führt gezogen. Dadurch wird der Schlitten über den Spielplan gezogen. Dabei muss man aufpassen, dass man bereits im bau befindliche Pyramiden nicht umrempelt. Gegnerische Schlitten dürfen angerempelt und abgedrängt werden. Wenn man dabi jedoch Steine vom eigenen Schlitten verliert, hat man Pech gehabt, der ist dann leider weg. Um Kurven und Wendemanöver hinzubekommen, ist es während dem ziehen des Schlittens einmal erlaubt, die Position der Pappkarte zu verändern. Ich habe schon festgestellt, das auch hier mal wieder Männer, wie beim rückwärts einparken, im Abschätzen wann man am besten die Karte wie neu ansetzt im Vorteil sind. Das muss ich als Frau leider zugeben. Hat man den Schlitten mit dem Baumaterial erfolgreich am Bauplatz, braucht man dort aber auch Arbeiter die beim abladen und bauen behilflich sind. Je mehr Arbeiter an der Baustelle sind, desto mehr Steine können vom Schlitten herunter genommen werden. Immer wenn man am Zug ist kann man zwei Aktionen verbraten. Möglich Aktionen sind. Schlitten beladen und bewegen, oder beim Rückweg auch bewegen und beladen. Laden und Bewegung gemeinsam ist eine Aktion, egal in welcher Reihenfolge. Eine weitere Aktion ist die Arbeiter von einer Baustelle zur nächsten zu scheuchen. Eine dritte mögliche Aktion ist das Bauen an den Pyramiden. Immer wenn man an einer Pyramide Steine verbaut hat, wird auf eine Wertungstafel gekennzeichnet wieviele Steine man an dieser Pyramide verbaut hat. Ist die Pyramide fertig bekommt derjenige, der die meisten Steine verbaut hat auch die meisten Punkte, der die zweitmeisten Steine verbaut hat, die zweitmeisten Punkte nach einer festen Tabelle, bei der man auch leer ausgehen kann. Ein weiteres Problem, daa man berücksichtigen muss, ist, dass es mehr Bauplätze gibt, als man selbst Wertungssteine hat, d.h. man kann nicht an allen Bauplätzen bauen und muss sich somit überlegen, ob es sich lohnt an einer Pyramide mitzubauen, oder lieber einen weiteren Weg zu einem schlechter zu erreichenden Bauplatz in kauf nimmt. Generell hat das Spiel bis jetzt jedem gefallen, der es mit uns gespielt hat, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass beim Spiel zu fünft die Wartezeit mitunter ziemlich lang werden kann, bis man wieder an der Reihe ist, vor allem, wenn man Mitspieler hat, die sich ihre Spielzäge gerne lange überlegen. Zu dritt fand ich das Spiel am Besten. Auf alle Fälle kommt Bewegung in die Runde. "Mach mal Platz da! Ich muss da mal hin." um die Pappkarte richtig zu positionieren. Bei der letzten Runde hat nach kurzer Zeit keiner mehr gesessen sondern alle um den Tisch rum gestanden.
Ich hoffe das hat geholfen.
Gruß Veda Ssu