Beitragvon Hartmut » 28. Oktober 2006, 14:21
"Braz" hat am 28.10.2006 geschrieben:
> Mal ein paar Fragen zum Graenaland:
> 1. Wo darf ich denn meine Siedlungen hinsetzen? Überall,
> oder nur dort wo jemand von mir steht (was eigentlich
> logisch wäre...steht mE nur nirgends in der Anleitung...)
"Siedlung" = Oberbegriff für "Dorf" (steht in der Landschaft) oder "Gebäude" (steht auf einem Gebäudesymbol). Wenn Du mit "jemand" einen Helden meinst - z.B. das Heer - das ist für den Bau von Dörfern absolut wurscht! Wichtig ist nur, wo Du schon mit einem eigenen Dorf / Gebäude vertreten bist. Hier und in Nachbargebietem darfst Du Dörfer bauen. Gebäude darfst Du nur dort bauen, wo auch schon ein Dorf Deiner Farbe steht. Steht in den Regeln unter "Bauphase" m.E. ziemlich zweifelsfrei erklärt.
> 2. Wenn ich an der Küste bin und will mit dem Helden 2
> Felder weit ziehen....dies muss ich ja auch auf dem Rableau
> anzeigen. Isr das dann das Symbol mit dem Schiff?
Ja. Das Schiff symbolisiert sozusagen ein schnelleres Reisemittel als den Landweg.
> 3. Skalde: Nur zur Klarstellung -> Der Skalde [b]bringt
> schon mir Punkte[/b], oder?! ..und zwar einen für jeden
> anderen Helden auf dem Gebiet, oder?!
Punkte im Sinne von "Stimmrechte" bei der Rohstoffverteilung. Je einen Punkt je anwesenden Held (=Papp-Plättchen) der anderen Spieler. Ein weiterer eigener Held kann ja nicht anwesend sein, da dies spieltechnisch nicht erlaubt und so unmöglich ist.
> 4. Gebäude: Die Gebäude kommen schon vom Häuservorrat
> außerhalb des Spiels, oder?! Oder soll man die schon auf
> dem Spielplan befindlichen Häuser sozusagen aufrüsten und
> auf die entspr. Symbole verschieben?!
Die Frage ist interessant! Ich wäre garnicht auf die Idee der "Aufrüstung" gekommen, aber das ist garnicht so abwegig (städtische Grüße aus Catan!), denn Gebäude sind gegenüber Dörfern sehr viel höherwertig (wegen der damit verbundenen Sonderrechte) und nicht immer sehr viel teurer als Dörfer. Auch zählen sie bei der Erreichung der Siegbedingungen wie die Dörfer als "Siedlung" mit. Nach einer ersten Partie, die für mich viel zu schnell zu Ende ging, sehe ich hier ein Problem für die Spielbalance, da ich mit Kirche/Priester, ein paar Dörfern, einem Weg und Zusatzproduktion auf einem Hügelplättchen rasch die spielentscheidende Rohstoffschmiede aufgebaut und das Spiel so ratzfatz gewonnen hatte. Schließlich begünstigen sich die Bauten im erreichen der drei Teilziele ja auch sehr stark. 8 Siedlungen in drei Gebieten 2-2-4 verteilt (die 4 dort wo der Priester ist) und der Drops ist schnell gelutscht. Ich habe allerdings erst eine Partie gespielt und mich noch nicht mit den Fortgeschrittenen-Regeln beschäftigt...
Da ich das Spiel zuvor nicht am Stand in Essen gespielt habe (also nicht weiß, wie es dort erklärt wurde), von einer Regel im Sinn von Upgrade eines Dorfes nichts steht und Catan-Regeln nicht implizit auf andere Spiele Anwendung finden sollten, denke ich, dass der Haus-Spielstein für's Gebäude vom Spielervorrat kommt. Der Satz "Das Gebäude kann nur im Gebiet gebaut werden, wo sich schon ein Dorf derselben Farbe befindet" i.V.m. "Sobald der Preis bezahlt ist, wird eins von den Häusern auf die Landschaftskarte auf das Symbol gelegt" lässt m.E. nicht den Schluss zu, dass hierfür ein Dorf verschoben und als Dorf entfernt wird.
> 5. Die Beispiele bei der Abstimmung habe ich irgendwie
> nicht gecheckt. Was darf ich und was nicht?! Am besten wäre
> doch einfach, wenn einer nur die Verteilung angiebt und die
> anderen mit ja und nein abstimmen, oder?!
Reihum macht jeder - außer dem Hauptspieler, der danach bauen darf, einen Vorschlag für die Verteilung der Rohstoffe in genau *einem* Gebiet. jeder mit Stimmrecht dort sagt dann wie Du das richtig siehst JA oder NEIN, aber die *Anzahl* der Stimmen ist entscheidend. Zur Verteilung müssen mehr als 50% der Stimmen auf JA lauten! Beispiel: Du stehst in Deinem Wunschgebiet mit zwei Dörfern, ein anderer dort hat ein Dorf. 66% der Stimmen hast Du. Da fragt man nicht lange sondern nimmt sich die Rohstoffe - fertig! Fragen ist immer nur dann angesagt, wenn man nicht selbst die absolute Mehrheit hat. Würde der andere Spieler - wie Du zur Vereinfachung empfiehlst - gleichberechtigt sein, würde er von den Rohstoffen vielleicht was abhaben wollen und ansonsten eher NEIN sagen. Nee nee, die Stimmen sind schon wichtig, sonst würdest Du Dich in gezeigtem Beispiel ja auch berechtigt fragen, wozu das zweite Dorf denn nun gut sein soll.
> 6. eine weitere Frage zur Abstimmung: geht diese der Reihe
> um oder ist sie unter allen Spielern gleichzeitig?! (->
> hierbei wäre der Einsatz eines Würfels in der geschlossenen
> Hand denkbar, welcher für "ja" steht)
Sollte theoretisch geregelt werden (steht nichts Genaues in der Regel drin), ist aber praktisch nicht erforderlich. Der der vorschlägt sagt doch wohl mit seinen Stimmen JA - alles andere wäre dumm. Die vom Vorschlag benachteilligten (die nichts abbekommen sollen, aber Stimmrecht haben) sagen recht wahrscheinlich kollektiv NEIN - egal in welcher Reihenfolge sie nun gefragt werden. Der Rest - Spieler mit Stimmrecht, die Teile abbekommen, sind selten mehr als einer. Dann und nur dann könnte man darüber im Zweifel sein, wie diese nun zu befragen seien. Wir haben nach gemachtem Vorschlag offene Zustimmung ohne Reihenfolge gespielt, d.h. wenn das mal zwei waren, konnten sie sich in Ruhe gemeinsam darüber abstimmen, ob sie den Vorschlag so nun gemeinsam annehmen oder nicht. Die Regel macht klare Vorschriften über's "Nicht-Diskutieren" für den Entwurf des Vorschlags, nicht über die Diskussion zu dessen Annahme oder Ablehnung. Da steht sogar "Es ist erlaubt über die Abstimmung zu reden" in der Regel. Also: freie Fahrt für freie Spielrunden! Keine Reihenfolge, Recht auf Änderung der Meinung bei Verletzung zuvor getroffener Absprachen über's Abstimmungsverhalten. Selbst der Vorschlagende darf m.E. das Abstimmungsverhalten aktiv beeinflussen, so erst einmal der Vorschlag benannt ist.
> fragenden Gruß
> Braz
Antwortende Grüße
Hartmut
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