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[RF] Yspahan

Regelfragen und Varianten: Wie geht Spiel XY?
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Holger

[RF] Yspahan

Beitragvon Holger » 4. März 2007, 16:53

Hallo

Ich trage mich mit dem Gedanken, mir o.g. Spiel zu kaufen.
Ich habe dieses Spiel bisher 2x gespielt. Je einmal in der 2er und 3er Besetzung.

Was mir bei diesem Spiel einfach nicht klar geworden ist(und auch meinem Erklärer nicht), was es mit der Karawane auf sich hat.

Während des Spiels habe ich max. 21 Züge Zeit am meisten Punkte zu erspielen.
Wenn ich den "Aufseher" versetze und ich meinen Stein in die Karawane lege, verliere ich unter Umständen meine Wertunung eines Bazars.Und ich habe einen Zug verdaddelt!
Anderseits kann sich ein Gegenspieler jederzeit durch Abgabe eines Kamels(welches nicht sonderlich schwierig war und ist) freikaufen.

Mein Mitspieler hat mehrmals versucht durch die Karawane das Spiel für sich zu entscheiden. Es ist ihm nie gelungen, was ich auch durchaus nachvollziehen kann.
Übrigens habe ich diesen Partien nicht beigewohnt.

Haben wir die Karawane falsch interprtiert oder woran liegt es?
Auch die Regel im Netz(da ich das Spiel ja noch nicht selbst besitze) konnte mir dort nicht weiterhelfen.

Verspielte Grüße
Holger
(der gestern morgen sein 35 Jahre altes MB Flottenmanöver hervorkramte um es mit seiner 6 jährigen Tochter zu spielen und es daraufhin zu 25 Scharmützeln kam)

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Andre

Re: [RF] Yspahan

Beitragvon Andre » 4. März 2007, 17:01

> Haben wir die Karawane falsch interprtiert oder woran liegt es?
> Auch die Regel im Netz(da ich das Spiel ja noch nicht selbst
> besitze) konnte mir dort nicht weiterhelfen.

Ich bin da auch noch nicht so ganz durchgestiegen.

Ich glaub ich habe den Aufseher bis jetzt nur versetzt, um einem Spieler zu schaden, der vor der nächsten Wertung nicht mehr dran kam. Das fand ich dann schon selbst richtig fies, aber punktetechnisch ist das manchmal einfach am besten.

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Christian Hildenbrand

Re: [RF] Yspahan

Beitragvon Christian Hildenbrand » 4. März 2007, 17:11

Hi,

einfach mal ein Link zu einer Diskussion von Anfang des Jahres:

http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=160750&t=160750

Da hab ich auch meinen Senf zugegeben. ;-)

Grüße,

Christian (punktete schon viel auf den Rücken der Kamele)

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Simon-spielbox
Kennerspieler
Beiträge: 589

Yspahan - Karawanenstrategie

Beitragvon Simon-spielbox » 4. März 2007, 17:20

Ich habe anfangs penetrant versucht mit der Karawane zu spielen und bin anfangs oft gescheitert. Mittlerweile danke ich, dass man ganz gut damit fahren kann (ich hatte jedenfalls schon einige Siege) wenn man
- gezielt Kamela am Anfang holt
- Karawanserei und "Kartenholgebäude" schnell kaufen
- dann nur noch auf die Karawane und ab und an mit einer Karte noch ein 1er Gebäude holen

Ich habe teilweise sogar die ganze erste Woche nur damit verbracht auf die Karawane vorzubereiten, d.h. Kamele sammeln und Häuser bauen. Dann sofort in der 2ten Woche loslegen.
Die ganze Strategie ist aber sehr abhängig von den Mitspielern und der Konkurrenz in der Karawane.

Abschließend sei noch zu sagen, dass der Aufseher bei uns so gut wie nie genutzt wurde um jemanden zu schaden.. (wir hatten da auch schon eine ausführliche Diskussion mit André von Amigo ;) )

Ciao,
Simon

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Reiner

Re: [RF] Yspahan

Beitragvon Reiner » 4. März 2007, 20:26

hallo christian,

ich hab´ nun doch knapp ein dutzend partien y gespielt. auch ich schließe mich der meinung von simon an.
ob die "strategie" klappt, hängt im hohen maße davon ab

ob ich schnellst möglich kamele erhalte
ob ich schnellst möglich die karawanserei bauen kann
ob die würfel liegen bleiben, die ich benötige (für aufseher, für kamele)
ob mind. 1 mitspieler mitzieht (in der 4-er partie)

in der 2-er und 3-er partie klappt´s nicht (ich betone, dass es mir durchaus bewusst ist, dass die karawane bei 2 und 3 spielern weniger klötzchen benötigt um die nächste stufe zu erreichen.)

auszug aus deinem zitat:
Und diese Punkte erhöhen sich schnell, wenn noch ein 2., 3. oder mehr Steine in die Karawane gesetzt werden, vor allem, wenn die 2. Zeile und dann die 3. Zeile erreicht sind.

jein! ich denke, dass es klappen kann (in der 4-er partie)- aber man kann es auf jeden fall nicht so generalisieren wie oben von dir beschrieben.

Gruß Reiner (der bisher immer 1. oder 2. wurde, wenn er nicht auf die karawane spielte!!!)

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Guido

Re: Yspahan - Karawanenstrategie

Beitragvon Guido » 5. März 2007, 01:11

Hallo,

interessant, ich habe just eine 4er-Party Yspahan hinter mich gebracht und wurde mit der "Karawanestrategie" noch so gerade dritter, mit einem Punkt Vorsprung. Der Gewinner hatte konsequent auf die Basare gesetzt.
Wie hier in den obigen Threads gesagt, macht die Karawane fast nur Sinn, wenn andere mitmachen. Leider war das in meinem Fall nicht so. Abzusehen war das leider nicht so recht. In der ersten Woche habe ich auch gespart, also wenig Basare bedient. In der zweiten Woche also mehr auf die Karawane, wenige Basare. Leider wollte keiner zur Karawane, aber egal, es gibt ja noch die dritte Woche. Leider aber auch nicht und in der dritten Woche waren auch die Basare plotzlich dank der Zusatzgebäude ratzfatz zugebaut. Was will man da machen? Irgendwie war das Spiel so schnell vorbei. Aber macht nichts. Ich freue mich schon auf die nächste Party. Denke, es gilt auch bei diesem Spiel, den goldenen Mittelweg zu finden, der natürliche wiederum von der Art und Weise der Mitspieleraktionen abhängt und damit in jeder Party bis zu einem gewissen Grad neu gefunden werden muss. Aber generell darf man die Basare nicht total vernachlässigen. Auch im Spiel zu viert nicht, denke ich.


> Abschließend sei noch zu sagen, dass der Aufseher bei uns so
> gut wie nie genutzt wurde um jemanden zu schaden.. (wir
> hatten da auch schon eine ausführliche Diskussion mit André
> von Amigo ;) )

In meiner ersten Partie Yspahan hatte ich auch noch geglaubt, der Aufseher könne auch zum Schaden der Gegner gebraucht werden. Aber das klappt tatsächlich nur, wenn diese eben keine Kamele haben und keine Chance den Basar aufzufüllen. Also nur in recht wenigen Fällen. Ansonsten schenkt man den Leuten nur Punkte und vertut selbst einen Zug, gerade auch dann, wenn die Karawane weiter fortge(sch)ritten ist. Also: Lieber nur für sich nutzen oder den glücklichen Zufall für Schadenfreude abwarten, aber nichts provozieren.

Gruß
Guido

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Kai Borschinsky
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Beiträge: 154

Re: Yspahan - Karawanenstrategie

Beitragvon Kai Borschinsky » 5. März 2007, 09:56

Die Karawanenstrategie ist natürlich im Gegensatz zur Basartaktik anspruchsvoller.
Ich habe aber die Erfahrung, dass sie in jeder Besetzung hervorragend geeignet ist, um das Spiel zu gewinnen.
Das Problem ist natürlich, wie man in wenigen Runden möglichst viele Waren in die Karawane bekommt.
Sionnvoll ist es dabei, auf die drei Gebäude an der Kreuzung zu setzen, denn dadurch kann man mit dem Aufseher auch gleich zwei Waren hoch schicken.
Elementar ist es(völlig trivial eigentlich), viele Kamele zu haben.
Und was viele am Anfang unterschätzen: Karten sind gerade in dieser Strategie wertvoll. (Sind sie eigentlich immer, aber in dieser Strategie sind sie elementar.

Der Vorteil der Karawane liegt darin, dass man relativ unabhängig vom Würfelglück ist. Man sollte zwar Mitnahmeeffekte nutzen, generell kann man aber, wenn man seine drei Pflicht-Gebäude (Weide=Kamele; Badehaus=Aufseherreichweite; Karawanserei=Karten) zusammenhat, relativ unabhängig von irgendwelchen Würfelergebnissen ziehen.

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Heinrich Tegethoff

Re: [RF] Yspahan - Wert der Karawansei

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 5. März 2007, 15:19

Hallo Holger et al,

im wesentlichen schließe ich mich Kais Argumentation an, wobei ich nicht
von einer expliziten Karawanen[i]strategie[/i] spreche.

Allgemein: Mit dem Wesir (Aufseher) bedrohe ich destruktiv gesehen nur einen
Spieler, der den 12er im Vasenviertel baut. Alles andere ist zweitrangig.

Konstruktiv: Bin ich Startspieler und kann mir die 3-Geld/3-Kamele-Karawansei
leisten, dann kaufe ich sie. Denn anschließend bin ich Schlußspieler und
bekomme nur "Müll" an Würfeln. Dieser ist meist gut in den Aufseher investiert,
macht in der ersten Woche auch mindestens 5 Siegpunkte. Zudem verlockt der
frühe Kauf der Karawansei auch erfahrene Mitspieler, auf den Zug aufzuspringen.
Und: Ohne Karawansei gibt es keine Karawanen"strategie".

Was bringt es? Flexibilität!

Genau wie die Manufaktur bei Puerto Rico unterstützt sie ein flexibles Vorgehen,
macht unattraktive Züge attraktiv. Denn neben mindestens 3 Siegpunkten erhalte
ich eine Karte, was auch nur eine andere Aktion ist. Und Karten [i]sind[/i] wertvoll,
meist wertvoller als viele in den ersten Partien erkennen. Ihr Wert steigt aber
entweder durch Glück oder aber durch Masse - durch die Karawansei eben.

Und nun sind die "kleinen" Basare in der Mitte attraktiv, "große" nehme ich
anderen weg und stelle nicht alles voll. Oder habe die Chance, sie doch noch
voll zu machen, je nachdem was später kommt, und habe in beiden Fällen
keinen toten Zug.
Oder es lohnt sich, Kamele zu nehmen, obwohl deren Zahl nicht für das
nächste Gebäude reicht.

Beispiel: Obwohl ich letztlich nur zwei Waren in die Karawane geschickt hatte,
begründete mein (zweitplazierter) Mitspieler meinen Sieg mit eben jenem Vorteil.
Aber den Wert von Flexibiliät zu berechnen geht halt nicht, man erkennt ihn
nur durch Erfahrung.

Deshalb mein Tipp: Probiert einmal, als Startspieler in den ersten 11
Tagen die Karawansei zu bauen und dann das dazu unpassende
"Basarwert+2"-Gebäude bis gegen Ende zu meiden.

Servus,
Heinz

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Guido

Re: [RF] Yspahan - Wert der Karawansei

Beitragvon Guido » 5. März 2007, 18:08

Cool, das ist mal eine "Anleitung" zum Ausprobieren. Ja, dass die Karten ein sehr starkes Spielelement sind, habe ich auch nun langsam aber sicher gemerkt, mir fehlte nur noch so der "Leitfaden" wie man an diese am geschicktesten rankommt. Vielen Dank für die Tipps.

Gruß
Guido (der glaubt, dass hier ein guter Favorit auf irgend einen tollen, bekannten Preis vorliegt...! ;-) )

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Hendrik

Re: Yspahan - Karawanenstrategie

Beitragvon Hendrik » 5. März 2007, 19:57

Auch ich habe die Karawanenstrategie schon ausprobiert. Ergebnis: nicht gewonnen aber auch nie letzter deswegen.

Stören tut mich die Regel, ein Kamel abgeben zu dürfen, wenn mir der Aufseher einen Würfel in die Karawane schicken will; Bei Bezahlung profitier ich damit bei einer Aktion eines anderen.
Meine Hausregel:
In der 1. Woche kostet dies 1 Kamel (gemäss Regel)
in der 2. Woche kostet dies 2 Kamele (jetzt gibt's ne Abweichung)
in der 3. Woche kostet dies 3 Kamele (jetzt wird's teuer ;) )

So macht es etwas mehr Sinn mal einen "Aufseher-Angriff" zu starten, der ansonsten, wenn sich jeder ein Kamel als Reserve hält, völlig unsinnig wird.

Cheers Hendrik

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Kai Borschinsky
Kennerspieler
Beiträge: 154

Re: Yspahan - Karawanenstrategie

Beitragvon Kai Borschinsky » 6. März 2007, 09:36

Ehrlich gesagt, halte ich gar nichts von dieser Hausregel.
Sie nimmt die Karawane als rein destruktives element an. Das ist sie aber eigentlich nicht. Wer andere in die Karawane schickt, schadet denen in der Regel kaum bis gar nicht, verschwendet aber einen eigenen Zug, in dem er sinnvolleres tun könnte.
Wie Heinrich schon sagte, lohnt sich der destruktive Aufsehereinsatz nur bei dem 12er Gebäude. Und selbst da nur sehr eingeschränkt. Eigentlich nur kurz vor der letzten Wertung, wenn der andere keine Chance hat, da wieder rein zu kommen. In allen anderen ist es ein verschwendeter Zug.
Warum? Die Karawane bringt Punkte. Mindestens 3. Eine in der ersten Woche platzierte Ware bringt mir drei Wertungen lang Punkte, vermutlich insgesamt 8 Punkte. In der Zweiten Runde werden es etwa 6 Punkte sein. und in der letzten immerhin noch 3 Punkte.
Der destruktive Spieler kann also in der letzten Woche vielleicht 8 Punkte klauen, verzichtet für sich aber auch auf einen Zug. Damit nutzt er, außer im 2er Spiel in der Regel den anderen Spielern mehr als sich selbst.

Durch Hendriks Hausregel wird dies nicht beeinträchtigt, das einzige was passiert ist: Es wird weniger wert, auf die Karawane zu setzen. (Womit ich das gleiche Spiel meine, wie Heinrich: wer auf die Karawane setzt, setzt gleichzeitig auf Karten und Flexibilität.) Denn man muss Züge darauf verschwenden, Waren an den Basar zu bekommen. Das ist so schon schwer genug.

Hendrik nimmt letztendlich eines der spannenden Elemente aus dem Spiel und macht die Karawane faktisch wertlos und aus dem Spiel ein reines: Wer würfelt die besseren Basare vollständig.
Das Schöne an dem Spiel ist doch gerade, dass es keine übermächtige Strategie gibt, sondern mehrere Wege zum Glück. Dass man flexibel vorgehen muss.
Und gerade das verschwindet, wenn man (noch) mehr Aufwand treiben muss, um in die Karawane zu kommen.

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Hendrik

Re: Yspahan - Karawanenstrategie

Beitragvon Hendrik » 6. März 2007, 12:01

Kai Borschinsky schrieb:
>
> Wer andere in die Karawane
> schickt, schadet denen in der Regel kaum bis gar nicht,
> verschwendet aber einen eigenen Zug, in dem er sinnvolleres
> tun könnte.

Meine Rede!


> Hendrik nimmt letztendlich eines der spannenden Elemente aus
> dem Spiel und macht die Karawane faktisch wertlos und ...

Ich hätte folgendes unbedingt ergänzen sollen:
So wie in Caylus eigene Gebäude immer für 1 Denar genutzt werden können, so gehen bei eigener Aufseher-Aktion eigene Güterwürfel immer für [b]ein[/b] Kamel in die Karawane. (Man ist quasi Kumpel des Aufsehers, da man ihn selber aktiviert hat).

Die erhöhten Kosten treffen nur auf gegnerische Güterwürfel zu.

Ohne diese Info kommt man richtigerweise auf Deine Schlussfolgerung, dass die Karawane zu teuer wird.

Somit sollte klar sein, dass immer ein Würfel in die Karawane geschickt wird, entweder direkt aus dem Basar (beabsichtigt bei fremdem Aufseher) oder ab Spielervorrat (besser, aber auch teurer für betroffenen Spieler). Deshalb bleibt die Karawane auch mit der Hausregel attraktiv.

Cheers Hendrik


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